Hallo Alice
Du fehlst noch im Schweizer-Thread“, entnehme ich deiner KN. Ich stehe leider nicht mehr im geruhsamen Arbeitsleben und habe nicht mehr viel Zeit für Postings in Foren. Wir Rentner stehen unter einem Dauerstress. Unser Zweitwohnsitz, also unsere traumhafte Villa mit Umschwung am See, ist ein Geheimtipp. Obwohl unsere Residenz despektierlich als Blechkiste auf Rädern oder etwas vornehmer ausgedrückt als Mobilhome bezeichnet wird, muss sie bearbeitet werden. Es trudeln zwar immer wieder Freunde und Bekannte ein -- nein, nicht um den Rasen zu mähen, Bäume und Sträucher zu stutzen, Blumen zu gießen etc. sondern schlicht und einfach um sich von mir ab Grill verwöhnen zu lassen.
Ein Profigrilleur, nennen wir ihn mal „Edi“ sagte mir mal:
Es ist wichtig, dass wir uns ein paar Punkte in Erinnerung rufen über die Regeln des Outdoor-Kochens, da das das einzige Kochen ist, das echte Männer unternehmen, weil damit ja immer eine gewisse Gefahr verbunden ist.
Wenn ein Mann sich dazu bereit erklärt, das Grillen zu übernehmen, wird die folgende Kette von Ereignissen in Bewegung gesetzt:
1) Die Frau kauft das Essen
2) Die Frau macht den Salat, bereitet das Gemüse und den Nachtisch.
3) Die Frau bereitet das Fleisch fürs Grillen vor, legt es auf ein Tablett, zusammen mit allen notwendigen Utensilien und trägt es nach draußen, wo der Mann schon mit einem Bier in der Hand vor dem Grill sitzt.
Und hier kommt der ganz wichtige Punkt des Ablaufs:
4) DER MANN LEGT DAS FLEISCH AUF DEN GRILL!
Danach weitere Routinehandlungen:
5) Die Frau bringt die Teller und das Besteck nach draußen.
6) Die Frau informiert den Mann, dass das Fleisch am Anbrennen ist.
7) Er dankt ihr für diese wichtige Information und bestellt gleich noch mal ein Bier bei ihr, während er sich um die Notlage kümmert.
Und dann wieder ein ganz wichtiger Punkt!!!!!:
DER MANN NIMMT DAS FLEISCH VOM GRILL UND GIBT ES DER FRAU!
Danach wieder mehr Routine:
9) Die Frau arrangiert die Teller, den Salat, das Brot, das Besteck, die Servietten und Saucen und bringt alles zum Tisch raus.
10) Nach dem Essen räumt die Frau den Tisch ab, wäscht das Geschirr und wieder ganz wichtig!!!!!:
11) ALLE LOBEN DEN MANN FÜR SEINE KOCHKÜNSTE UND DANKEN IHM FÜR DAS TOLLE ESSEN!
12) Der Mann fragt die Frau, wie es ihr gefallen hat, mal nicht kochen zu müssen und wie er dann sieht, dass sie leicht eingeschnappt ist, kommt er zu dem immer wieder gültigen Schluss:
Man kann es den Frauen sowieso nie Recht machen!
Soeben hat meine Frau diese Grillstory von Edi konsumiert: “Irgendwie kommt mir das bekannt vor“, sagt meine Frau etwas despektierlich und saust ab in die Küche. In der Küche bin ich ein Hindernis und stehe nur im Weg, sagt meine Frau. Aber außerhalb der Küche, respektive am Esstisch entfalte ich meine Geschmacksnerven in höchster Vollendung. Von der Kocharbeit habe ich keine große Ahnung. Das muss ich leider zerknirscht zugeben. Aber ich besitze die seltene angeborene Gabe, die exzellenten, von meiner Frau mit Raffinesse zubereiteten mehrgängigen Menus aus aller Welt als solche zu erkennen und auch entsprechend zu würdigen.
Sorry, ich muss abbrechen, ein herrlicher Duft aus der Küche dringt in mein Arbeitszimmer und in meine Nase und meine Frau ruft: “Es ist angerichtet!” -- ich komme Schatz!
Gruß
Pesche
Hallo Alice

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