• hinderk1
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    geschrieben 1272653224000

    Wir waren während der Aschewolke mit TUI auf Mallorca. Normalerweise wären wir am 17.04.2010 zurück nach Münster geflogen. Aber es kam alles ganz anders. Da die Flughäfen in Deutschland schon gesperrt waren, hat man uns angeboten am Sonntag nach Barcelona zu fliegen und von dort mit dem Bus nach Deutschland zu fahren. In Deutschland dann mit dem Zug weiter. Wir konnten aber auch weiter im Hotel bleiben. Es waren genügend Zimmer frei – es kamen ja keine neuen Gäste. Für den Montag wurde uns angeboten nach Salzburg zu fliegen. Von dort mit dem Bus nach Deutschland und dann mit dem Zug weiter. Auch dieses Angebot konnten wir ablehnen. Dafür waren wir auch sehr dankbar. Da mein Mann Rückenprobleme hat, (Bandscheibenvorfall) hatten wir uns aufgrund des kurzen Anreiseweges Mallorca als Reiseziel ausgesucht. Wir mussten aber ab Samstag in der Nähe des Hotels bleiben, falls kurzfristig eine Änderung der Flugmöglichkeiten eintreten würde. Eine Verlängerung des Urlaubs bis eine Normalisierung des Flugverkehrs eingetreten wäre, war nicht möglich. Viele der Gäste haben einen der beiden Rückreisemöglichkeiten wahrgenommen. Nur die den langen, beschwerlichen Rückreiseweg ablehnten, sind geblieben. Über die evtl. entstehenden Kosten wurden wir informiert.

    Am Dienstagmorgen, ca. 8.30 Uhr, kam unsere Reiseleiterin und teilte uns mit, dass auf dem Flugplatz 10 Maschinen bereit stehen, die alle TUI Gäste, die sich noch auf Mallorca befinden, nach Deutschland fliegen. Wir mussten sofort packen und an der Rezeption warten. Genauere Angaben würden folgen. Wir sind dann um 13.45 Uhr von unserem Hotel abgeholt worden. Unterwegs sagte man uns, dass in Palma im Mega Park (eine Großraumdisco) zuerst alle Gäste gesammelt werden und dort die Aufteilung auf die Flüge erfolgt. Im Mega Park war dann aber auf einmal nicht mehr die Rede von 10 Maschinen die für uns bereit stehen. Wir mussten unsere Koffer dort abstellen und auf weitere Informationen warten. Uns wurde mitgeteilt, dass wir auf eigene Kosten Essen und Getränke bestellen können. Nach einiger Zeit gab es kostenlos Getränke, aber die Informationen flossen weiterhin sehr spärlich. Im Gespräch mit anderen Gästen erfuhren wir, dass viele gerne ihren Urlaub um eine Woche verlängert hätten, natürlich auf eigene Kosten. Dieses war nicht möglich. TUI bring jeden Gast zurück, auch die die nicht wollen. Die Hotelbesitzer hätten sich wahrscheinlich auch über ein paar zusätzlichen Gäste gefreut. Neue Gäste kamen ja nicht. Irgendwann erfuhren wir, dass 2 Maschinen bereitstehen. Der Zielflughafen war aber noch nicht bekannt. Für die erste Maschine war eine Abflugzeit von 23.00 Uhr vorgesehen, für die zweite 1.00 Uhr. Die Anzahl der TUI Gäste, die im Mega Park warteten, entsprach genau der Anzahl der Passagiere für 2 Flugzeuge. Es standen wahrscheinlich nie die versprochenen 10 Maschinen bereit. Wir wissen allerdings nicht, ob TUI zu dem Zeitpunkt nicht mehr Gäste auf Mallorca hatte oder ob die anderen auf anderem Wege nach Deutschland gebracht wurden. Der Zielflughafen wurde uns kurz vor Ankunft am Flughafen bekantgegeben – es war Wien. Von dort aus mit dem Bus nach München und dann mit der Bahn weiter. Die Busse in Wien standen bereit, obwohl angeblich der Zielflughafen erst kurz vorher bekannt war. Für Deutschland gäbe es keine Flugerlaubnis. Während der Wartezeit im Flughafengebäude hörten wir einen Aufruf für einen Flug mit Air Berlin nach Münster. Wir sahen dort auch mehrere Personen mit einem Alltours Ticket in der Hand. Auf die Frage, wohin sie fliegen, antworteten sie Hannover. Als ich eine TUI Mitarbeiterin darauf ansprach, antwortete diese, dass die Maschinen auch nicht in Deutschland landen würden. Nur diese Gäste würden dieses erst in der Luft erfahren. Das erschien mir allerdings sehr unwahrscheinlich. Unser Flugzeug war ein uraltes Modell. Niemand sprach deutsch. Die Sicherheitsanweisungen wurden in Englisch und Spanisch vorgetragen.

    Von Wien aus ging es dann mit dem Bus nach München. Ein TUI Mitarbeiter hat uns mitgeteilt, dass in München Personal bereit steht, die uns Informationen für eine Weiterfahrt mit der Bahn geben. In München standen tatsächlich TUI Mitarbeiter. Ich erkundigte mich nach einer Verbindung nach Münster. Die Dame kannte Münster nicht. Vom Flughafen Münster-Osnabrück hatte sie noch nie etwas gehört. Düsseldorf kannte sie aber. Sie kritzelte die Abfahrtzeit und die Zugnummer auf ein Papierschnipsel. Um alles weitere mussten wir uns selber kümmern.

    Wir sind am Dienstag um 13.45 Uhr aus unserem Hotel abgeholt worden und waren am Mittwoch um 19.15 Uhr in Münster am Flughafen. Das waren 29.5 Stunden.

    Ich frage mich:

    Warum bekam TUI keine Flugerlaubnis nach Deutschland, obwohl viele Flughäfen nicht gesperrt waren? War es so vielleicht billiger für die TUI?

    Warum wurden wir falsch informiert. Ich glaube nicht, dass 10 Maschinen für den Flug nach Deutschland bereit standen. Auch dass der Zielflughafen erst so spät bekannt war, glaube ich nicht.

    Warum konnte niemand auf eigene Kosten den Urlaub verlängern obwohl genügend Hotelzimmer frei waren?

    TUI jedenfalls verkündete am nächsten Tag in den Medien „Wir haben alle unsere Urlauber wieder zurück nach Deutschland gebracht, es ist keiner zurückgeblieben“. Eine fragwürdige Werbung auf Kosten der Urlauber die zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht zu Hause waren, da sie immer noch in Bussen und Zügen unterwegs waren – ob sie wollten oder nicht!

  • strandnixe67
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    geschrieben 1272707911000

    @hinderk1

     

    Du musst aber schon zugeben, daß TUI alles getan hat, um euch nach Hause zu bringen. Euch wurde angeboten, den Bus zu nutzen - ihr habt das abgelehnt. Urlauber von anderen Veranstaltern und in anderen Ländern ( z.B. Ägypten ) wären froh gewesen, sie hätten dieses Angebot bekommen.

    Klar, Dein Mann hat einen Bandscheibenvorfall gehabt, aber dafür kann man ja nicht TUI verantwortlich machen.

    Euch wurden Alternativen zur Heimkehr angeboten und das ist mehr, als andere in der Zeit der Flugraumsperrung hatten.

    Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, war der Flugraum noch bis Mittwoch gesperrt war und lediglich Lufthansa und Air Berlin führten einige Flüge nach Deutschland durch, jedoch ohne Instrumente und im Sichtflug.

    Ich wäre in dieser Situation froh gewesen, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, mit Bus und Bahn wieder nach Hause zu kommen. Für diese ganze Ausnahmesituation konnte schließlich keiner etwas und es war auch nicht absehbar, wie lange das Flugverbot noch anhält.

    Ich kenne viele, die nicht an ihrem Heimatflughafen gelandet sind und sich trotzdem gefreut haben, endlich wieder in Deutschland zu sein.

    Lieben Gruß von der Standnixe
  • Susanne xyz
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    geschrieben 1272721437000

    Was ich nicht ganz verstehe: wenn ich doch den Aufenthalt auf eigene Kosten verlängern möchte (inklusive Rückflug), bleibe ich doch einfach und lasse mich nicht "zwingen", in einen der Busse einzusteigen?

  • Mausebaer120
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    geschrieben 1272723797000

    Hallo Susanne,

    das verstehe ich auch nicht so wirklich. 

    Vielleicht wollten die Urlauber aber auch nur die Übernachtung aus eigener Tasche zahlen und meinten, sie könnten den ursprünglichen und durch die Aschewolke verschobenen Rückflug dann antreten, wann sie wollten und nicht dann, wenn der Luftraum wieder freigegeben ist und ihnen ein Flugzeug zugeteilt wird.

    Vielleicht kann uns ja hinderk1 noch aufklären ...

    Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft - keinen größeren Reichtum, keine größere Freude. ( Epikur von Samos )
  • carsten79
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    geschrieben 1272728076000

    "War es so vielleicht billiger für die TUI?" --> Diese Frage kannst du dir wohl selbst beantworten. Ziemlich alberne Frage.

    "Warum konnte niemand auf eigene Kosten den Urlaub verlängern obwohl genügend Hotelzimmer frei waren?" --> Weil dann keine kapazitäten mehr für den Rückflug gewesen wären?! Glaubst du, die planen alle Maschienen nur halb voll, falls sich noch jemand überlegt, seinen Urlaub zu verlängern?!

    To be continued...

  • Starliner
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    geschrieben 1272728141000

    Ich denke der Veranstalter will und muß unbedingt dann auch so schnell wie möglich seine Kunden zurückholen.Wird ja auch nicht so einfach sein, überhaupt im Verlaufe eines Urlaubs mit Veranstalter, eben mal ne Woche dranzuhängen...auch nicht auf eigene Kosten,das muß der Veranstalter sicher auch koordinieren können...?!

    Und auf Mallorca,ich war ja zur der Zeit selbst da, war wohl nichts mit koordinieren eine Woche später oder so..!TUI wollte wahrscheinlich nur seine "Pflicht" erfüllen -Rücktransport schnellstmöglich,egal mit welchen Mitteln...!Verständlich!

    Zuerst dachte ich ja daß die Gäste von Veranstaltern es "besser" gehabt haben als die Individual-Gäste.Sie hatten eine Reiseleitung...wurden informiert,Kosten wurden (wenn auch evtl. nur teilweise) erstattet-sollte man meinen...- aber wenn ich das so lese,hatte ich (Abflug Palma geplant 17.4.) doch als "Individualer" die besseren Karten.Ich mußte zwar für alle Infos und Kosten (auch Mietwagen usw.) selbst einstehen,konnte aber bei Air Berlin frei entscheiden auf welchen Tag ich (kostenlos) umbuchen wollte.Es wurden 3 "Verlängerungen" draus,dann ging ein Flieger,statt Düsseldorf nach Berlin-dort,nach einer Übernachtung,bin ich mit einem Mietwagen relaxed nach Hause (600 Kilometer).Bei einem Veranstalter hätte ich dieses Freiheit aber wohl nicht gehabt-und auch keinen Bock drauf gehabt mit Fähre und Endlos-Busfahrt nach Hause "gekarrt" zu werden...!Jetzt,im Nachhinein bin ich froh daß ich so frei entscheiden konnte als Individual-Urlauber-und im Moment stehen die Chancen sogar günstig daß die Fluggesellschaft einen großen Teil der Zusatzkosten übernimmt,daran arbeite ich gerade...

    viele Grüße vom Niederrhein

    Jürgen

     

     

    Don`t worry - be happy...!
  • Du_darfst
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    geschrieben 1273423035000

    Also die Kritik hier an der TUI kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Nach allem was ich so gelesen und von Betroffenen gehört habe, hat sich die TUI für ihre Kunden wirklich versucht den A.... aufzureissen. Natürlich kann auch ein Reisekonzern in einem solchen noch nie dagewesenen Chaos nur versuchen die Folgen abzumildern. 

    Als Hannoveraner weiss ich zudem von Freunden die bei der TUI arbeiten, dass die wirklich alles menschenmöglich im Sinne ihrer Kunden versucht haben und bis zur völligen Erschöpfung in diesen Tagen gearbeitet haben. Ich kann deren Frust auch ein wenig verstehen, dass trotzdem so viel Kritik zu hören ist. Gibt es hier eigentlich auch Reisende die sich mal die Mühe machen sich in die Lage eines Anbieters zu versetzen? Ein bisschen mehr Verständnis für die Lage des Anderen würde hier so manche Diskussion entkrampfen helfen.

    02/2019 Myanmar/Thailand; 10/2019 Kreta
  • Ellen23
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    geschrieben 1273853385000

    Hallo,

    die Meinung von "Du darfst" teile ich nicht. Die Reiseveranstaler leben von den Kunden, die Kunden nicht von den Reiseveranstaltern. Ich erlebe zur Zeit ein totales Durcheinander, weil ich jetzt zum 3. Mal meine Reiseunterlagen erhalte, weil sich ständig zuerst die Flugzeiten geändert haben und nun auch noch die ausführende Airline.

    SURVICEWÜSTE DEUTSCHLAND!!! ODER DER KUNDE IST KÖNIG!!! - Danke, ich wär aber gerne Kaiser (Ich hoffe, die Ironie beim letzten Satz ist angekommen).

    Ellen

  • carsten79
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    geschrieben 1273876014000

    @ Ellen23: Dein Problem hat nichts mit den von @DuDarfst beschriebenen Umständen zu tun. Klar ist das ärgerlich für dich; hat aber wie gesagt nix hiermit zu tun. Ich pflichte @DuDarfst bei.

    Wie viele hundert tausend Deutsche meinen in diesen Tagen, dass die Veranstalter Kosten übernehmen sollen, für die diese mindestens genauso wenig können wie die Kunden?! Und das teilweise mit einer unverfrorenen Selbstverständlichkeit. Als ob der Veranstalter schuld wäre, dass der Kunde gerade jetzt in den Urlaub gefahren ist.

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