shoppingparadies Türkei - "Markenartikel"-Kauf
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Quelle Spiegel-Online vom 24.06.05
**Unzählige fliegende Händler an der italienischen Reviera bieten Luxusbrillen aller Marken an - natürlich gefälschte. Eine dänische Urlauberin griff zu, doch der Zehn-Euro-Kauf sollte sie teuer zu stehen kommen.**Rom - Die 60-jährige Dänin habe einem fliegenden Händler in Ventimiglia für zehn Euro eine nachgemachte Luxusbrille abgekauft und sei dabei erwischt worden, teilte die italienische Polizei am Donnerstag mit. Sie wurde zu einer Strafe von 10.000 Euro verdonnert. Bei der Polizeikontrolle seien auch einige italienische Urlauber ertappt worden, die nun die gleiche Strafe zahlen müssten. Einziger Trost für die Schnäppchenjäger an der italienischen Reviera: Wenn das Bußgeld innerhalb von zwei Monaten bezahlt wird, verringert es sich auf 3333 Euro. Die italienischen Behörden wollen ohne Nachsicht gegen Touristen vorgehen, die im Sommerurlaub gefälschte Markenartikel kaufen. Nach Schätzungen der Finanzpolizei werden in Italien jährlich für vier bis sechs Milliarden Euro nachgemachte Waren verkauft.Soweit zu den Sitten in Italien. Was ich mich an der Stelle frage ... wieso werden die Touris abgezockt? Dem Händler passiert hingegen nichts. Dann noch etwas ... will ja nicht naiv sein ... aber bei manchen Artikeln die man in der Türkei so sieht, ist nicht unbedingt zu sehen, dass es ein Plagiat ist. OK, man kann davon ausgehen, dass alles was in den Touri-Zentren angeboten wird eine Fälschung ist .. aber ....
Ob die Türken demnächst auch in Hinblick auf ihr Streben in die EU auch solch eine Gesetzesänderung durchziehen? Oder gar stillschweigend zu solchen Mitteln greifen werden? Eine "Marktlücke" im Abzocken der Touris wäre es allemal. -
"Touri-*******"?
Gegenfrage:
Was würdest Du von den Regelungen halten, wenn Du z.B. Angestellter von, sagen wir mal, RayBan wärst, und Dein Arbeitsplatz aufgrund geringen Absatzes (u.a. wegen Markenpiraterie und -plagiaten) in akuter Gefahr wäre?Gegenfrage:
Warum sind die Italiener, Türkei (oder auch Griechen, Ägypter etc.) die bösen "Abzocker". Bei Nichteinhaltung gewisser Regeln können Dir Deine "Schnäppchen" jederzeit bei der Einreise vom deutschen Zoll abgenommen werden - oder Du mußt tüchtig nachzahlen.Ich sehe ehrlich gesagt das Problem nicht.
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Lieber Prinzensohn
,ich sehe das genauso wie Du.
Allerdings sollte man mit den Verlustschätzungen nicht so übertreiben. Denn wenn ich mir eine Louis Vuitton Faketasche in der Türkei kaufe, heisst das noch lange nicht, dass ich mir, wenn es keine Fakes geben würde, diese sonst im Laden als Original gekauft hätte. Denn das ist preislich definitiv über meinen Verhältnissen.
Anders sieht es natürlich mit lower-price Markenartikel aus.Ich finde es übertrieben von den Italienern, so hart einzugreifen, wenn man sich selbst mal z. B. eine Sonnenbrille von "Gucci" kauft, oder ein Käppi von "Dior"....sind doch Urlaubsutensilien, was kann der Tourist dafür, dass die auf den Märkten fast nur solche Fakes anbieten und keine neutrale Ware...da muss man die Kirche mal im Dorf lassen.
Anders ist es, wenn man den ganzen Koffer voll Zeugs mit heimschleppt und bewusst übertreibt um das dann vielleicht noch in Ebay zu verschachern. Diesen Leuten gehört gewaltig auf die Finger geklopft!! -
Bei Luxusartikel wie z.B. Vuitton- oder Hermes-Taschen ist der Verlust in dieser(!!!) Hinsicht sicher nicht so groß. Hier geht es aber auch um Exklusivität. Es soll gar nicht "jeder" mit solchen Täschchen rumrennen - denn die eigentliche Käuferschicht meidet solche Produkte erfahrungsgemäß bei Verlust der Exklusivität.
Mercedes hat z.B. damals die A-Klasse erst gegen recht großen Widerstand in den eigenen Reihen und dem eigentlichen Kundenkreis auf den Markt gebracht - eben aus diesem Grund!
Ähnlich verhält es sich mit Nobel-Sonnenbrillen und v.a. auch Uhren und Schmuckimitaten!1(!!!) Käppi, T-Shirt, Hose...das sind sicherlich auf den ersten Blick "normale" Urlaubsmitbringsel...für den Einzelnen(!). In der Masse der Touris stellt sich das dann schon wieder ganz anders dar...v.a. bleibt's ja oft nicht bei einem Teil - da werden ganze Koffer (auch dort gekauft!) rausgeschleppt.
Eine andere Frage ist:
Sollten die Behörden gegen die Käufer oder die Verkäufer vorgehen?
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... kommt mir etwas eigenartig vor die ganze Diskussion:
Wenn die ital. Finanzpolizei "Bußgelder" verhängt, muß es in Italien doch wohl eine Strafvorschrift geben, die den Erwerb "nachgemachter" Markenartikel dem staatlichen Strafanspruch unterwirft. Natürlich gilt das Recht des "Tatorts". Jedenfalls für Deutschland ist mir aber keine derartige Vorschrift bekannt, lasse mich jedoch gerne aufklären.
Unstrittig ist, daß das deutsche Markengesetz (MarkenG) Schadenersatz- und Unterlassungspflichten statuiert, wenn jemand im "geschäftlichen Verkehr" eine fremde Marke benutzt. Diese Ansprüche sind aber rein zivilrechtlicher Art (§ 14 MarkenG).
Darüber hinaus stellt § 143 MarkenG die "widerrechtliche Benutzung einer Marke im geschäftlichen Verkehr" unter Geld- bzw. Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren. Bei "gewerbsmäßiger" Begehung ist die Strafe Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren (Gewerbsmäßigkeit liegt vor, wenn sich jemand durch die Tat eine regelmäßige Einnahmequelle von einiger Höhe verschaffen will).
Diese Vorschriften des dt. Rechts betreffen aber alle nicht den Urlauber, der sich eine "falsche" Tasche, T-Shirt,... kauft. Dem es höchstens passieren, daß ihm der dt. Zoll den ganzen Krempel abnimmt:
§ 146 MarkenG: "Waren, die widerrechtlich mit einer nach diesem Gesetz geschützten Marke oder geschäftlichen Bezeichnung versehen sind, unterliegen....auf Antrag und gegen Sicherheitsleistung des Rechtsinhabers bei ihrer Einfuhr oder Ausfuhr der Beschlagnahme durch die Zollbehörde, sofern die Rechtsverletzung offensichtlich ist.Wenn aber jemand am Flughafen vom dt. Zoll mit zwei Koffern voll falscher Sonnenbrillen, Handtaschen usw. erwischt wird, liegt natürlich eine Markenverletzung im "geschäftlichen Verkehr" vor. Aber der Standard-Urlauber, der allein für den persönlichen Bedarf eingekauft hat....?
Noch was: Bitte die ganze Thematik nicht mit dem Urhebergesetz durcheinanderbringen (dieses beträfe z.B. nachgemachte Musik-CDs, Software usw.).
Noch was zum 2. (wird jetzt zwar Türkei-untypisch, gehört aber zum Thema -sorry Admin): Man muß gar nicht so weit gucken (Italien, Türkei): Auf den Basaren an den deutschen Grenzübergängen zu Polen und Tschechien wird nur solch nachgemachtes Zeug verkauft (Textilien, CDs usw.). Abgesehen davon, daß es keine regelmäßigen Zollkontrollen mehr gibt, ist dieser höchstens dann eingeschritten, wenn jemand die Wertgrenzen überschritten hatte (also mehr als eine Stange Zigaretten, 1 Flasche Schnaps usw.).
Grüßchen
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Sohn vom Prinz:
meine Oma z. B. die weiß gar nicht, was Gucci oder Prada ist, lebt vielleicht hinterm Mond, aber da wird sie nicht alleine stehen.
Nehmen wir an, sie kauft sich auf einem Markt eine Sonnenbrille, weil ihre eigene von zuhause eben kaputt gegangen ist. Sie kauft sich eine, die ihr gefällt und die zu ihr passt und schaut nicht auf Marken, weil sie außer C&A, K&L-Ruppert und Woolworth eh nichts anderes kennt. Zufällig erwischt sie aus dem 95 % Plagiatanteil eine Fälschung. Ist das denn strafbar?wie andere schon sagen, ist doch normalerweise der Vertreiber dieser Fälschungen haftbar zu machen.
Die ausländischen Behörden, sind wir doch mal ehrlich, haben doch nur eins im Sinn: den Touristen abzocken. Die eigenen Leute kommen oft mit blauem Auge davon.
Bestes Beispiel Tschechien: als Falschparker aus dem Ausland kriegst Du sofort die Radkralle und zahlst kräftig Strafe, ein Einheimischer kriegt gar nichts! Und das kann ich mit besten Gewissen behaupten, da ich ich nicht weit von der Deutsch-Tschechischen Grenze wohne und verhältnismäßig oft drüben bin. -
ach ja: die dt. Zollbeamten am Übergang Tschechien-Deutschland haben schon oft in meinen Taschen gewühlt und die gefälschten Turnschuhe und T-Shirts, die man für die Kinder und für sich selbst so mitnimmt, galant übersehen, selbst die Raubkopien (CD´s) haben sie nur durchgeguckt und mir wieder gegeben. Auf meine Frage einmal, ob ich das alles mitnehmen darf und / oder wonach sie suchen, hat der Beamte nur geantwortet, dass er die Menge des Alkohols / der Zigaretten überprüft und ob NS Material gekauft wurde oder Waffen. Die anderen Sachen haben ihn nicht die Bohne interessiert.
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Ich denke, die "Oma" ist hier aber nicht der Regelfall (und deshalb ist die zu Beginn des threads angegebene "Verurteilung auch "lachhaft").
Bestimmte Länder werden aber immer wieder auch(!) mit dem Vorsatz bereist, dort mal tüchtig einzukaufen - und zwar ganz gezielt "Markenware"! Gerade hier im Türkei-Forum findest Du unzählige Beiträge dazu.Ich bin komplett gegen diese Markenpiraterie und diese sollte noch viel stärker verfolgt und bestraft werden...und dies sowohl in Bezug auf die Hersteller/Vertreiber, alsauch dann in nachfolgender Linie die Konsumenten.
Mal ein paar kleine Zahlen zur näheren Information:
Der jährliche Schaden weltweit durch Imitationen/Plagiate/Fälschungen beläuft sich auf rd. 300 Mrd. Euro - davon entfallen alleine auf unser Land jedes Jahr ca. 25 Mrd. Euro. Gleichzeit gehen dabei allein in Deutschland ca. 70.000 Arbeitsplätze verloren.
Eine Frage: Wie würdest Du wohl als Angestellte eines davon betroffenen Unternehmens von diesen "günstigen Einkäufen" denken? -
Nur dass die Firmen, die das in Deutschland betrifft, satte Gewinne einfahren (Adidas, Puma...) trotz Piraterie und selbst in Billig-Lohn-Ländern produzieren lassen.
Bei allem Rechtsverständnis (und ich will mich auch nicht wirklich dagegen auflehnen, bringt außerdem eh nix), muss man mal auch die andere Seite betrachten: In unserer mittlerweile 2-Klassen-Gesellschaft ist solch ein Handeln durchaus nachvollziehbar. Und schafft die Fakeproduktion / der Fakeverkauf der ärmeren Länder nicht auch Geld und Arbeitsplätze?

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"Und schafft die Fakeproduktion/der Fakeverkauf den armen Ländern nicht auch Geld und Arbeitsplätze?"
Ja, das ist die andere Seite der Medaille ... oberflächlich betrachtet. Denn die Arbeitsplätze der Originalhersteller sind bei Markenpiraterie nunmal auch in Gefahr...und die Originalhersteller haben ganz einfach nunmal gewisse Rechte an ihren Produkten.
Oder, wie würdest Du dich fühlen, wenn Du Hersteller von etwas bist und bemerkst, das dies im großen Stil irgendwo auf der Welt nachgemacht und verkauft wird - und Du selbst dadurch natürlich weniger verkaufst und durch schlechtere Qualität der anderen ggfs. sogar auch noch einen Imageverlust hast?
Und, gerade Markenkleidung/div. Statussymbole sind doch auch ein "Grund" und Ausdruck unserer 2-Klassen-Gesellschaft. Aus diesem Grund bin ich z.B. auch für Schul-Uniformen! ...aber das ist ein anderes Thema!
Mir fehlen aber immer noch Antworten auf meine Fragen! So eine Firma ist abstrakt, da ist das ja alles "nicht so schlimm" - aber wie ist's, wenn ihr selbst (wie auch immer) betroffen wärd?
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Gegenfrage: Wie findest du es, das viele Firmen im Ausland produzieren, weil wir Deutschen angeblich zu teuer sind und deshalb unsere Jobs verlieren? Außerdem weiß man bei vielen Sachen wirklich nicht ob es ein Original oder eine Fälschung ist, da gerade in der Türkei auch einige Firmen ihre Sachen nähen lassen.Aber wir sollen dann in Deutschland die Originale zum Wucherpreiskaufen. ( meistens jedenfalls, denn wenn es im Ausland produziert wird, verkaufen sie es trotzdem zu dem Preis als wenn es in Deutschland gefertigt würde). Außerdem glaube ich, das kaum jemand, der "Markenklamotten" z.B.in der Türkei kauft, hier in Deutschland die Originale kaufen würde. Ich z.B würde nie für ein Sweatshirt von X oder Y 50,- oder mehr für bezahlen, denn nicht immer handelt es sich um bessere Qualität sondern eher nur darum, das da ein Name drauf steht. Der Träger macht für die Firma Werbung und muß noch dafür viel Geld bezahlen. Die Promis bekommen sie meist kostenlos.
Gruß Martina -
Es ging ja im Eröffnungsthread auch nicht um Arbeitsplätze sondern darum, ob es gerechtfertigt ist, die Leute so hart zu bestrafen, die im Ausland der Versuchung nicht widerstehen können und dabei die Drahtzieher ungeschoren davon kommen zu lassen. Wie gesagt, ich bin voll der Meinung mit dem kleinen Prinzen, denn irgendwo muss hier für Zucht und Ordnung gesorgt werden, nur würde man denn einen Drogendealer nicht auch viel härter bestrafen als den Konsumenten? Hab ich natürlich den ganzen Koffer voll damit, dann bin ich selber schuld....hier geht es darum, dass vor allem in Italien richtig schön die Touristen abgezockt werden. Soweit ich weiß, darf man nicht mal eine selbstgebrannte CD im Auto haben, bei Kontrollen zahlt man kräftig Strafen. Da ich in der Spedition arbeite, krieg ich so manches von unseren Fahrern berichtet!!
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oh oh .. geht ja ziemlich hitzig zu und dabei ...
nun ja, wers gesehen hat, gestern Abend war bei RTL genau dieses Thema Grundlage für einen Bericht und es kam unmissverständlich heraus ... der Käufer ist der *****, der Verkäufer ist dagegen der "Gute", komische Philosophie. Eindeutig, es geht drum die Touris abzuzocken! Der Oberhammer ist ja ... die Herren Polizeier stehen rum und beobachten Händler und Touris, greift der Touri zu wird gewartet bis bezahlt wurde und die Ware ... und dann ... Zugriff! Aber nur den Käufer!
Und ehrlich gesagt, es würde mich nicht wundern, wenn den Türken demnächst da auch ähnliches einfällt. Was aber auch klar wurde in dem RTL-Bericht ... der Käufer kann die zahlung der Strafe verweigern. Ist er in Deutschland zurück muss er auch keine Verfolgung durch die Justiz ... aber man kennt das ja z.B. von den Tschechen, versuche mal dich um eine Zahlung bei "Verkehrsverstössen" zu drücken ... da gehts ab aufs Revier und dann ... eine Nacht kann ziemlich lang werden
OK mal ein anderer Blickwinkel. Gehen wir mal gedanklich in die Türkei. Angekommen? Gut! Und nun begeben wir uns auf Einkaufstour .. wir wollen uns Klamotten kaufen oder eine Uhr, weil unsere den Geist aufgegeben hat! Wir gehen so über den Markt oder in die Shopping-Zonen ... was sehen wir in den "Auslagen"? Meiner Meinung nach ausschliesslich Artikel mit einem "Markennamen"! Was nun?!? Gemäß Ansinnen vom "kleinen Prinzen" sind wir angehalten unser Geld zurückzuhalten und nichts zu kaufen! Sprich wenn die Klamotten die du in deinem Koffer mitgebracht hast nicht mehr reichen, hast du Pech gehabt
... oder geht dir die Uhr kaputt ... aber Halt! Der aufmerksame Leser wird nun einwenden, dass wir ja den Tourizonen entfliehen können und hoch in Richtung Gebirge gehen ... in den Dörfern da oben gibt es wirklich einheimische Produkte ohne irgendwelche Markennamen drauf. Haben wir auch selbst schon gesehen und eingekauft, super Ware, super Qualität und faire Preise. Das Einzigste was einem da ... in den Dörfern wird man schon zur Attraktion als Touri der in den einheimischen kleinen Lädchen stöbert und den Türken die dort nun gar kein deutsch beherrschen handelnd gegenüber steht 
Noch eine Frage an den Prinzen:
Mal ehrlich, du besitzt keine selbstgebrannte CD? Du besitzt keine MP3-Files? Du hast dir noch nie aus dem Internet oder von einem Kumpel eine Kopie von irgendeinem Musiktitel bekommen oder gar ganze CD´s? Du hast auch noch kein Computerspiel kopiert? Du hast wirklich nur echte Markenklamotten, keine "Kopie"? Ich frag nur, weil du so vehement gegen die Markenpiraterie ... freilich ist es ein Problem, aber wo liegen die Ursachen?
Dein Ansatz mit den Schuluniformen fand ich aber trotzdem ganz gut! Bin ich ehrlich gesagt eigentlich auch dafür! -
Hallo Gordon!
Ein "klasse Beitrag" auch von mir - den Widerspruch zu meinen Aussagen sehe ich aber im großen und ganzen nicht.
Ich habe deutlich zum Ausdruck gebracht, das die Strafverfolgung in erster Linie bei den Herstellern und Verkäufern liegen sollte.
Ich habe auch grundsätzlich nichts gegen den "Ersatz" einer "kaputten Uhr". Aber sei Du doch bitte auch mal ehrlich - beim täglich stattfindenden Shopping in der Türkei (oder anderswo auf unserer schönen Welt) geht's doch nicht wirklich um den Ersatz kaputter Güter. Das von Dir beschriebene Beispiel ist doch klar die Ausnahme! Die Mehrzahl sucht gezielt nach einem Rolex- oder Breitling-Imitat für wenig Geld um hier dann anschließend einen auf "dicke Hose" zu machen. Und wer hat den Schaden?Ja, jeder soll im Ausland einkaufen können - gerne auch günstiger als hier, und gerne auch Markenartikel - aber bitteschön doch ausdrücklich die, die in Lizenz und mit Genehmigung des Rechteinhabers dort produziert werden.
Levis produziert z.B. in der Türkei - wenn solche Artikel dann eben günstiger zu kaufen sind (im Vergleich mit hier) - so what, ist ja ok.
Wenn nun aber irgendein anderer daher kommt und meint, er müßte dies ohne Lizenz machen - gehört er in den Bau...und zwar lange!Um Deine weiteren Fragen zu beantworten:
Ich besitze natürlich gebrannte CDs und MP3s - ganz legal aus dem www gezogen und bezahlt.
Meine Kleidung ist entweder "Marke" dann aber original - oder "No name"
...und ich finde es sehr traurig, wenn jemand meint, er müßte sich über Markenklamotten definieren...die er sich im Original nicht leisten kann - ein trauriges Bild dieser Person und (mehr noch!!!) unserer Gesellschaft!So vehement gegen Markenpiraterie bin ich (neben dem traurigen Bild einer Gesellschaft, die sich in weiten Teilen über (dann auch noch oftmals kopierte) Statussymbole definiert), weil ich beruflich u.a. auch immer wieder sehe, welchen Schaden diese illegalen Plagiate anrichten (siehe auch die Zahlen die ich in einem meiner Beiträge genannt habe - die Tendenz ist übrigens deutlich ansteigend!).
Vor kurzem habe ich z.B. einen Kunden beraten, dessen Besteck-Verkaufsschlager kopiert wurde und der dadurch unglaubliche Umsatz (und Gewinn)verluste erlitten hat. Folge: 80 Angestellte mußten gehen. Ich hoffe, den Käufern dieser Kopien schmeckt ihr essen
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Will hier auch mal meinen "Senf" dazugeben. Kaufen für den Eigenbedarf finde ich ganz ok. Aber nur dafür. Ein ganz anderes Problem ist doch das die bei uns , bestimmt nicht gerade billig gekaufte Ware egal von wem oder auch ob von C& A oder sonstwem qualitativ immer mieser wird (jedenfalls habe ich den Eindruck)- T-shirts drehen in den Nähten, Schulrucksäcke tausche ich - ohne Witz in regelmäßigen Abständen um, da sie der Last der Bücher einfach nicht gewachsen sind usw. Das ist mir bei Waren vom Tschechen- oder Polenmarkt (ist mir einfach näher als die Türkei) oder eben auch aus der Türkei oder Tunesien bisher kaum passiert. Und da ich auch nichts mehr zu verschenken habe...
Und im übrigen sind bei mir im Ort 100 % aller Textilfirmen abgewickelt worden. Gerade heute hat ein laster die letzten Maschinen nach Ungarn geholt. Denkt da vielleicht einer die machen in Ungarn ein Ungarnlabel drauf? Irrtum - deutsche Label sind dran. Nun verratet mir mal wie ich feststellen soll das das "deutsche Produkt" zu dem Deutschen Preis auch wirklich in Deutschland produziert wurde.(mit deutschen Arbeitskräften). Ich kann es jedenfalls nicht. Und bei mir entscheidet nun mal der Geldbeutel - wie bei so vielen anderen auch.
Ach noch ein Hinweis an alle Tschechenurlauber: "Wo ein Tscheche parkt darf ein Deutscher noch lange nicht parken" - Dieser Grundsatz von mir hat mir schon viel Ärger und Strafe erspart.
Birgit
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Hallo Birgit!
...noch ein Mißverständnis...
Es ging hier nicht um Privilegien/Schutz von deutschen Produkten die auch noch in Deutschland gefertigt werden - und die Erkennbarkeit dieser Artikel.
Diese Auslagerungen sind volkswirtschaftlich unter gewissen Aspekten tatsächlich sehr fragwürdig, im Zuge der allgemeinen Globalisierung aber wohl kaum aufzuhalten und markt-technisch/ökonomisch richtig und betriebswirtschaftlich fast durchgängig zu rechtfertigen.
Ein kleiner Hinweis an Martina: Wir sind nicht "angeblich zu teuer" - wir sind es...und zwar deutlichst!!!
Ich sehe ja auch durchaus ein, das beim finanziellen Zustand der aktuellen Gesellschaft und des sozialen Gefüges in Deutschland sehr viele (deutlich zuviele!) auf den Geldbeutel achten müssen. Aber dieses Recht muß auch für die Hersteller diverser Waren gelten - und wie gesagt: Markenpiraterie kostet jedes Jahr (alleine in Deutschland) ca. 70.000 Arbeitsplätze...Tendenz steigend!
Diese Zahlen stammen übrigens vom Deutschen Gewerkschaftsbund (andere Gründe wie Outsourcing/Rationalisierung etc. sind bei diesen Zahlen schon rausgerechnet - die Zahlen von Arbeitgeber-/Herstellerseite aus veröffentlicht sehen noch katastrophaler aus!
Die Frage ist doch irgendwann auch mal, ob man manchmal nicht am falschen Ende spart? Will sagen, ist der Kauf eines "guten teuren Teils" unter gewissen Umständen nicht sinnvoller, als zwei Billigprodukte (die dann evtl. auch noch eine Kopie sind)?Aber das muß jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist jedenfalls, das wir an unserem Grab selbst auch fleißig mitschaufeln!!!