Autovermietung Rechtsproblem?
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Hallo!
Bin im Oktober 14 Tage in Kemer!
Ein Bekannter hat mir geraten, meinen Mietwagen in der Türkei über einen Anbieter (teurer) mit Hauptsitz Deutschland zu mieten!
Er sprach folgendes Problem an:
Kurzfassung:
Mal angenommen du mietest einen Wagen beim Türkischen Anbieter, dir fährt einer rein, sagt jedoch das du Schuld hast! Das ganze geht vor Gericht, und weil der Wagen von einer türkischen Autovermietung ist, ist der Gerichtsstand Türkei!
Das heisst entweder du musst zu den Gerichtsterminen hinfliegen, oder du musst einen Anwalt in der Türkei beauftragen die Sachen zu regeln!
Hat jemand mit soetwas schon Erfahrungen gemacht, oder wisst ihr genaues darüber??
Gruss
magic -
Hallo,
mit dem Gerichtsstand kann es unter Umständen recht schwierig werden, hilfreich kann hierbei eine Urlaubsrechtsschutzversicherung sein. Viel wichtiger als diese sind die in anderen europäischen Ländern vorhandenen Deckungssummen: Türkei ist mir auswengid nicht bekannt, Spanien 350.000 Euro. Hilfreich ist hierbei die sogenannte Mallorca-Police, die die meisten (aber nicht alle) Versicherer eingeschlossen haben. Soll
bedeuten, dass Du nach einem Unfall im Ausland u.U. bis ans Lebensende ruiniert sein kannst - eben wegen den niedrigen Deckungssummen im Ausland. Erkundige Dich bei Deiner Versicherung oder lese Dir das Kleingedruckte, die Bedingungen, durch.Ansonsten einen schönen Urlaub!
Websurfer23
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Mit einer Rechtsschutz-Police, die weltweiten Versicherungsschutz bietet, wirst Du vor Ort von einem Anwalt vertreten - Du mußt selbst nicht anwesend sein.
Die Mallorca-Police kann hilfreich sein, weil die Deckungssummen im Ausland weitaus geringer sind.
Versicherungsbedingungen lesen oder den Versicherer kontakten.
Ansonsten: wer den städtischen türkischen Straßenverkehr ein wenig kennt, mietet dafür kein Auto - es sei denn, er hat richtige Lust auf Action.... Im Überlandverkehr sieht es etwas anders aus, aber die Straßenverhältnisse sind schon etwas - sagen wir mal - anders.
Gruß Erika -
magic schrieb:
Hallo!
Bin im Oktober 14 Tage in Kemer!
Ein Bekannter hat mir geraten, meinen Mietwagen in der Türkei über einen Anbieter (teurer) mit Hauptsitz Deutschland zu mieten!
Er sprach folgendes Problem an:
Kurzfassung:
Mal angenommen du mietest einen Wagen beim Türkischen Anbieter, dir fährt einer rein, sagt jedoch das du Schuld hast! Das ganze geht vor Gericht, und weil der Wagen von einer türkischen Autovermietung ist, ist der Gerichtsstand Türkei!
Das heisst entweder du musst zu den Gerichtsterminen hinfliegen, oder du musst einen Anwalt in der Türkei beauftragen die Sachen zu regeln!
Hat jemand mit soetwas schon Erfahrungen gemacht, oder wisst ihr genaues darüber??
Gruss
magicHallo magic,
das von dir geschilderte "Problem" geisterte mir auch schon durch den Kopf. Wir waren schon oft mit Mietwagen im Mittelmeerraum (Griechenland, Türkei) unterwegs, aber eine brenzlige SItuation hatten wir noch nie. Auch wenn viele meinen die Leute da unten fahren halsbrecherisch ... ich würde meinen sie fahren rücksichtsvoller und verzeihen Fehler anderer Verkehrsteilnehmer ohne auf ihr Recht zu pochen und deswegen ist das Fahren da unten für mich wesentlich ruhiger, entspannender und angenehmer. Also mach dir mal keinen all zu großen Kopf um Eventualitäten.
Ein für mich wesentliches Gegenargument zum Mietwagen buchen in Deutschland war immer die freie Zeiteinteilung. Wenn ich in Deutschland den Wagen im voraus buche, muss ich auch schon den möglichst genauen Termin angeben, ich habe noch keine Vermietung gefunden die mir sozusagen Vouchers mitgibt, wo ich dann vor Ort selbst entscheiden kann wann ich den Wagen haben möchte. So gesehen bin ich mit den einheimischen Vermietern unabhängiger. Freilich haben wir immer beim Reiseveranstalter im Hotel gebucht, sprich beim freien "Händler" auf der Straße haben wir noch nichts .... das war zumindest für mein eigenes inneres "Sicherheitsgefühl" -
Hallo,
folgender Fall: wir fahren, ist einige Jahre her, mit dem Leihwagen durch einen spanischen Ort. Von rechts kommt ein 12jährige Junge über die Straße geflitzt und prallt vor die Motorhaube des Leihwagens.
..keinen Kopf machen?... dem Jungen ist nichts passiert, aber wenn doch etwas passiert wäre?
..keinen Kopf machen?
Gruß
Websurfer23
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@Gordon
in der Türkei pflegt man einen besonderen, unkonventionellen Fahrstil, rücksichtsvoll ist nicht das Adjektiv, das mir dazu einfällt. Kämpferisch würde eher passen. Autofahrer halten hinter der Ampel, Zebrastreifen gelten als Dekoration auf der Straße, der Fußgänger überquert rennend die Fahrbahn, die Hupe ist das wichtigste Ausrüstungsteil des Autos, der übrige technische Zustand ist nicht so sehr wichtig. Der türkische Autofahrer verhält sich individuell und unberechenbar. Einigermaßen verlassen kann man sich nur darauf, daß die Schienenfahrzeuge ihre Fahrspur einhalten.
An diesem städtischen Verkehrschaos muß ich nicht teilnehmen, als Bus- oder Taxi-Fahrgast hat man genug Action.
Nur wenige Kilometer abseits der Städte und der Küstenstraße sind die Straßen oft in keinem guten Zustand.
Natürlich kann man autofahren - aber vergnüglich und entspannend ist das eher nicht.
Ja - und wenn etwas passiert, selbst wenn es nur Blechschaden ist, als Tourist hat man da schon einen Nachteil.
Gruß Erika -
Guten Morgen zusammen.
Natürlich kannst Du in der TR Autofahren.
Ist nicht gefährlicher als hier. Die türken fahren viel rücksichtsvoller als hier. Dort kannst Du Dir sicher sein das angehalten wird wenn Du wenden möchtest. Und das ganz ohne erhobenen Stinkefinger.
Wir fahren schon seit mehreren Jahren dort Auto, nur in Istnbul war es sehr Chaotisch, da dort einfach zu viele Autos die Strassen verstopfen, und Du nicht immer sicher sein kannst wo Du rauskommst. WIr buchen unsere Autos bei einer Türkischen Firma, mit Sitz in D-land. Dort sind die Verträge in Deutsch, das Auto wird Dir ins Hotel geliefert.
Deutsche Verträge sind mir wichtig, wer von uns kann denn Türkisch ?
Ich unterschreibe ungerne etwas was ich nicht versehe.
Klappt wunderbar. Du bezahlst hier lediglich eine Anzahlung, den Rest vor Ort. Das Auto ist wesentlich billiger als wenn Du es erst dort mietest.
Glaub mir, ich habe die Preise wirklich gut verglichen.
DIe örtlichen Anbieter wissen genau, Du bezahlst fast jeden Preis, denn Du willst ja mobil sein.
Bei Interesse an dem Vermieter mail mich an, ich sende Dir dann die Homepage-Adresse.
Gruß, Steffi -
Hallo!
Ich werde hier auch meine Erfahrungen mit Mietwagen in der Türkei zum besten geben. Dabei fasse ich das ganze Thema mal etwas zusammen (wo mieten, Versicherung, Verkehrsregeln,...).
Vorab Nr.1: Ich habe volles Verständnis dafür, wenn jemand nach einem Jahr Fließbandarbeit oder Ackerei auf dem Bau an einer Urlaubsgestaltung mit selbstorganisierten Ausflügen kein Interesse hat und sich nur erholen möchte - für alle anderen hier meine Tipps für einen erlebnisreichen Türkei-Urlaub. Ich freue mich über jede Rückmeldung!
Vorab Nr.2: Meine Erfahrungen beziehen sich auf Aufenthalte an der Türkischen Riviera. Daher bitte Verständnis, wenn sich Lykien- oder Ägäis-Reisende geographisch nicht so berücksichtigt fühlen.
- Warum Türkei-Urlaub mit Mietwagen?
a) Viele interessante Ziele wie Naturschönheiten (z.B. Köprülü-Schlucht, Saklikent), einsame Strände (z.B. Gazipasa) oder historische Stätten (z.B. Selge, Seleukia, Termessos) sind nicht anders zu erreichen. Weder werden dort hin organisierte Bustouren angeboten, noch fahren Dolmus-Busse.
b) Man ist zeitlich voll flexibel und muß z.B. nicht aufs Frühstück im Hotel verzichten, nur weil um 07.30 Uhr der Bus abfährt. Man kann am Ziel solange verweilen, wie man selbst Lust hat.
c) Organisierte Bustouren - vor allem über die Reiseleitung - sind grundsätzlich überteuert, haben den Charakter einer Massenabfertigung und weisen oft Elemente einer "Kaffeefahrt" (Zwangspausen bei Teppich-, Leder-, Schmuckverkauf mit aufdringlichen Verkäufern) auf.
- Wo und wann mieten?
a) Bitte nicht: Wer nicht sinnlos Geld verschenken will, unterläßt die Buchung eines Mietwagens von Deutschland aus, sei es über das Reisebüro oder das Internet bzw. die Buchung am Flughafen vor Ort. Ebenfalls meiden sollte man die Vermittlung über die Hotel-Rezeption oder die Reiseleitung, da diese durch ihre Provisionen unnötig den Preis treiben.
b) Wo dann? Vorzugsweise bei lokalen Anbietern vor Ort (auch nicht bei den Büros der internationalen Ketten, dort ebenfalls Mondpreise). Unabhängige, lokale Anbieter haben ihre Büros in den Touristenzentren, oft in Kombination mit der Vermittlung von Bustouren. Liegt das eigene Urlaubshotel etwas abseits, lohnt sich die Fahrt mit dem Dolmus in das nächste touristische Zentrum, um zwischen verschiedenen Anbietern wählen zu können. Keine Sorge: Gute Vermieter bieten die kostenlose Abholung des Wagens vom Hotel am Ende der Mietzeit an. Man gibt den Schlüssel dann einfach an der Rezeption ab.
- Wie mieten?
a) Türken sind geschäftstüchtig: Steht man neugierig genug vor dem Laden, wird man sicher bald angesprochen (auf deutsch, Touristen werden erkannt). Aushändende Preise auf Werbetafeln haben oft nur Orientierungscharakter. Es kommt sehr auf das individuelle Verhandlungsgeschick an.
b) Verhandlung und Vertragsgestaltung:
aa) Welches Fahrzeug? Stets im Angebot sind in der Regel in der Türkei in Lizenz gefertigte Fiat- (Sahin, Palio, Albea) und Renault-Modelle (Clio Symbol), Koreaner (Hyundai Accent) und Suzuki-Jeeps. Fahrzeuge ohne Servo und Klima sollte man meiden, ABS gibt es leider fast nie (auch nicht, wenn in der deutschen Ausstattung üblicherweise vorhanden).
Seltener im Anbot sind Zweiräder. Wegen der erheblichen Entfernungen kann man damit aber auch wenig anfangen.bb) Preise und Versicherung: Hat man sich auf ein Fahrzeug festgelegt, geht es um den Preis. Allgemein üblich sind Verträge mit unbegrenzten Kilometern, Haftpflicht und Vollkasko (man achte auf den Einschluß von Glas- und Reifenschäden sowie den Ausschluß von Selbstbeteiligungen). Achtung: Die Deckungssummen entsprechen bei lokalen Anbietern nicht deutschen Versicherungen!
"Mallorca-Police" ist also empfehlenswert - diese erstreckt den Kfz-Haftfpflichtschutz nach deutschem Recht auf den Urlaubs-Mietwagen (nicht die Vollkasko!).
Will man für eine Woche mieten, sollte man zuerst nach dem Preis für 3 Tage fragen, bei einer Mietdauer von 2 Wochen sollte man mit einer Woche "anfangen" - der Verkäufer wird dann langsam "warm" (nach dem Preis für einen Tag zu fragen, ist lächerlich).Auf der Basis einer Mietdauer von 12 Tagen (zweiwöchige Reise) würde ich für einen Wagen der unteren Kategorie jedenfalls außerhalb der Hochsaison nicht mehr als 20,- € pro Tag zahlen (inkl. freie km und Versicherung).
cc) Zahlungsweise: Bargeld lacht (hat in € gehandelt, spart man nichts mehr, wenn man nach einem Lira-Preis fragt), Kreditkartenakzeptanz bei kleineren Anbietern meist nur gegen Aufpreis. Grundsätzlich Vorkasse.
c) Fahrzeugübernahme: Augen auf! Vorschäden notieren, prüfender Blick auf die Reifen und den Gesamtzustand. Tank ist zumeist fast leer, Auto wird ebenso zurückgegeben (Achtung: Keine Restvergütung!). Wo sind Reserverad und Wagenheber? Notrufnummer des Vermieters? Fahrzeugpapiere an Bord? - Vertragskopie genügt nicht!!
d) Von Deutschland aus mitbringen: Verbandskasten und Warndreieck (sind nie im Auto), Ersatzlampen-Box.
- Auf der Straße
a) Tanken
aa) Allgemeines: Dichtes Tankstellennetz entlang der Hauptstraßen, zumeist 24h geöffnet. Keine nennenswerten Preisunterschiede zwischen den diversen Marken (Total, Shell, BP, Opet, Apet, Petrol Ofisi, Türkpetrol, Europet, Sunpet,...). Preise an den Preistafeln müssen nicht immer aktuell sein, oft ist der Tankwart nur zu bequem, die Zahlen zu ändern. SB-Tanken ist unbekannt.
bb) Zahlungsweise: Es werden die gängigen Kredit- sowie EC-Karten ohne Aufpreis akzeptiert. Bar sollte man nur in Lira zahlen, bei €-Zahlung ist der Wechselkurs sicherlich miserabel.
cc) Treibstoffangebot: Wie in Deutschland, Super bleifrei (95 Oktan) heißt "Kursunsuz", Achtung: "Süper Benzin" ist verbleites Benzin! Diesel heißt "Motorin".
dd) Preise: Z. Zt. deutlich teurer als in Deutschland, 1 l Super bleifrei aktuell 2,56 YTL = 1,53 €, 1l Diesel aktuell 1,99 YTL = 1,19 €.
ee) Sonstige Leistungen an Tankstellen: Zumeist umfassendes Shop-Angebot, Toiletten fast immer kostenlos und gut benutzbar.
b) Orientierung unterwegs
aa) Karten und Pläne: Straßenkarten nach deutschen Maßstäben sind nicht erhältlich - weder vor Ort noch von Deutschland aus. Die Ausgabe allzu guter Landkarten untersagt wohl das türkische Militär. Die allerorts angebotenen Touristenkarten genügen - im Zusammenspiel mit einem guten Reiseführer - jedoch allemal.
bb) Beschilderung: Auf Orte wird in weiß auf blauem Grund hingewiesen, auf touristische Ziele in weiß auf braunem Grund, dahinter als einfache Zahl die Entfernung in Kilometern. Außerhalb geschlossener Ortschaften ist die Beschilderung ausreichend, in städtischen Ballungsräumen (Antalya, Alanya, Konya, Denizli,...) dagegen sehr knapp gehalten und teilweise schlecht sichtbar bzw. mißverständlich. Hier sind Aufmerksamkeit und ein guter Orientierungssinn angeraten.
Straßennamen in Großstädten sind nicht überall üblich, teilweise schlecht zu sehen bzw. nicht aussagekräftig (so werden in Antalya die Straßen reihenweise einfach durchnumeriert).c) Parken
Soweit in Städten nicht am Straßenrand möglich, ist das Parken in der Regel kostenpflichtig, öffentliche Parkplätze sind teilweise schwer zu finden (z.B. in Antalya-Altstadt direkt am alten Hafen). Bei historischen Sehenswürdigkeiten sind ausreichend kostenpflichtige Parkplätze vorhanden, Gebühr zumeist 1,- bis 2,- YTL.
- Verkehrsregeln und Teilnahme am Straßenverkehr
a) Allgemeines
Verkehrsregeln und -zeichen entsprechen dem von Deutschland gewohnten. Hier die Übersetzung einiger Aufschriften in türkischer Sprache:
Dikkat = Achtung, Vorsicht
Dur = Stop
sehir merkezi = Stadtmitte
yavas = Langsam fahrenDie Höchstgeschwindigkeit beträgt auf Landstraßen 90 km/h, auf Autobahnen (selten) 130 km/h und innerhalb geschlossener Ortschaften (wohl nicht gleichzusetzen mit den Ortsschildern, diese bezeichnen eher die Gemeindegrenzen!) 50 km/h.
Geschwindigkeits- und Verkehrskontrollen sind häufig, die niedrigste Geldstraße für Geschwindigkeitsüberschreitungen liegt wohl bei umgerechnet 50,- €.b) Soweit die Theorie - und nun die Praxis:
Allgmein gilt, daß die geschriebenen Verkehrsregeln nur einen groben Rahmen vorgeben, der von den Verkehrsteilnehmern auf recht eigenwillige Weise ausgefüllt wird. Dabei wird sehr selbstbewußt, aber nicht grob rücksichtslos gefahren.
- Überholverbote, durchgezogene Mittellinien und Sperrflächen werden kaum beachtet, Geschwindigkeitsbegrenzungen, vor allem in Baustellenbereichen, wenig respektiert.
- An Zebrastreifen wird grundsätzlich nicht gehalten: Will man dort bremsen, achte man auf eventuellen rückwärtigen Verkehr und freue sich dann an den erstaunten Blicken der Fußgänger.
- Vorsicht bei Ampelkreuzungen: Nicht alle Verkehrsteilnehmer interessieren sich für das Farbenspiel, dauert es zu lange, fährt schon mal einer noch bei "Rot" los. Oft sind die Glühlampen einzelner Farben durchgebrannt.
- Auf den Straßen, auch auf autobahnartig ausgebauten, sind allerlei fragwürdige Fahrzeuge unterwegs: Von Traktoren mit Anhängern und Passagiern darauf, wahnwitzig beladenen und museumsreifen Lkws bis zu riesigen Straßenbaufahrzeugen oder Eselkarren kann einem alles begegnen. Diese Fahrzeuge verlassen bzw. biegen auf die Straßen an den unmöglichsten Stellen ein, so daß man Abstand halten und stets bremsbereit sein sollte. Fußgänger überqueren die Fahrbahn zumeist recht gedankenlos und mit einem erstaunlichen Gottvertrauen.
- Vor allem in Großstädten werden markierte Fahrspuren nicht beachtet. Es gilt dann schon mal "aus 3 mach´ 4". Möchte man an großen Kreuzungen nicht abbiegen, ordne man sich immer in der Mitte ein; man wird sonst gnadenlos mit zum Abbiegen gedrängt.
- Von Fahrten bei Dunkelheit ist nicht generell abzuraten. Es ist allerdings zu bedenken, daß vor allem landwirtschaftliche Fahrzeuge meist schlecht bis gar nicht beleuchtet sind und man diese aufgrund ihrer geringen Geschwindigkeit bei der Annäherung erst entsprechend spät wahrnimmt. Auch viele andere Fahrzeuge sind nur mangelhaft beleuchtet und Baustellen sowie sonstige Gefahrenstellen wie etwa abgestellte Fahrzeuge werden nicht nach deutschen Maßstäben abgesichert. Vom Fernlicht wird auch bei Gegenverkehr recht ausgiebiger Gebrauch gemacht, wer abblendet, schaut in die Dunkelheit.
- Die Überholabsicht ist - auch auf mehrspurigen Straßen - durch Hupe bzw. Lichthupe anzuzeigen. - Vor gefährlichen Kurven sollte immer gehupt werden.
- Vor allem schwere Fahrzeuge wie Lkw und Busse schleudern oft viel Dreck auf. Um die "Verzierung " des Autos mit Steinschlägen zu vermeiden, sollte man entsprechenden Abstand halten.
- Generell gilt, daß ein aufmerksamer Beifahrer viel wert ist. Soweit dieser tatsächlich als "Copilot" agiert, lassen sich viele gefährliche Situationen bereits im Vorfeld vermeiden.
c) Straßenzustand
Der Straßenzustand ist im allgemeinen sehr gut. Der türkische Staat investiert intensiv in den Ausbau des Verkehrsnetzes, was auch damit zusammenhängt, daß andere Verkehrsträger nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen.
So ist etwa die Fernstraße D-400 zwischen Antalya und Alanya inzwischen fast durchgehend mindestens vierspurig ausgebaut. Auch die anderen Fernstraßen sind durchgehend asphaltiert und gut ausgebaut. Auch abseits der Hauptverkehrswege sind die Straßen asphaltiert und problemlos befahrbar (wer hier dumme Bemerkungen machen möchte, sollte nur einmal einige Ortsverbindungsstraßen in den nördlichen Landkreisen des Landes Brandenburg benutzen!).
Vom Fahrbahnbelag abgesehen müssen im Vergleich mit Deutschland jedoch dort Abstriche gemacht werden, wo es um die sonstige "Sicherheitsausstattung" geht: So fehlen teilweise Leitplanken an gefährlichen Kurven (vor allem im Gebirge) und die Beschilderung bezüglich etwaiger Gefahrenstellen könnte umfangreicher sein.6. Ausblick
Ist man zum ersten Mal in der Türkei mit dem Auto unterwegs, sollte man zumindest einen Tag zur "Eingewöhnung" einplanen. Danach gewöhnt man sich an die örtlichen Verhältnisse recht schnell und lernt auch, mehr als in Deutschland mit- bzw. vorauszudenken, um eventuell gefahrbringendem Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer rechtzeitig zu begegnen. Um zügig im Verkehr mitschwimmen zu können, ist die Übernahme einiger örtlicher Verhaltensweisen nützlich. Man kann dann zu Hause wieder darauf verzichten, trotz Verbots zu überholen (man kommt sonst manchmal an Lkws nie vorbei) oder ein wenig schneller durch die Baustellenbereiche zu fahren.
Hoffentlich habe ich mit meinem "Aufsatz" dem einen oder anderen die Entscheidung für einen Türkei-Urlaub mit selbstorganisierten Ausflügen erleichtert. Einmalige Erlebnisse werden der Lohn für das "Wagnis Mietwagen" sein.
Viele Grüße - freue mich auf Resonanz!
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@ magic
Die sog. Mallorca-Police ist evtl. in Deiner Kraftfahrtversicherung für Deinen hier zugelassenen Pkw kostenfrei enthalten. Sie gilt für Pkw, die Du Dir im Ausland mietest. Ich empfehle Dir, Kontakt mit Deinem Autoversicherer aufzunehmen, da je nach Jahr des Beginns Deiner Versicherung diese Leistung nicht standardmäßig enthalten sein muß - und nicht alle Versicherer haben die Mallorca-Police in ihre Bedingungen eingeschlossen. Und weil es sich hier um die Türkei handelt, solltest Du nachfragen, ob der Zusatzschutz auch im außereuropäischen Ausland greift. -
@ Reiseprofi29: Note Ausgezeichnet - setzen!

Ich glaube diesen Beitrag sollten die Admins irgendwo ganz oben am Eingang in dieses Forum platzieren ... vielleicht unter der Rubrik "Leitfaden Auto mieten in der Türkei". Der Beitrag hat das Zeug zur "Bibel" des Automietens im Ausland!
Danke! -
Betrifft "Mallorca-Police":
Wer in Deutschland einen Pkw zulassen möchte, muß den Abschluß einer Haftpflichtversicherung nachweisen. Diese tritt, wie der Name schon sagt, für Schäden ein, die man selbst beim Fahren mit dem eigenen, versicherten Fahrzeug anderen Personen zufügt (etwa Blechschäden, Körperverletzungen, Schmerzensgeld,...). Für den Schaden am eigenen Fahrzeug kommt diese Versicherung nicht auf, dafür gibt es die Vollkasko-Versicherung.
Aus einer kleinen Unachtsamkeit können gewaltige Unfallfolgen resultieren: Fährt man etwa mit dem Pkw auch nur leicht fahrlässig einen 35jährigen Chefarzt an - und dieser wird durch den Unfall berufsunfähig - muß man dem Geschädigten nach geltendem Recht eine lebenslange Rente auf dessen Niveau zahlen. Viel Spaß - jeder normale Mensch wäre ruiniert!
Daher hat der Gesetzgeber für Kfz-Haftpflichtversicherungen nach deutschem Recht sehr hohe Mindestversicherungssummen vorgesehen. Die meisten Versicherungen gehen darüber hinaus. Während bis vor kurzem unbegrenzte Deckungssummen üblich waren, gelten heute bei Neuverträgen um die 100 Mio € als Höchstsumme. Auch damit ist man gut geschützt, solange man keinen Weltuntergang herbeiführt...Aber: Andere Länder, andere Sitten. So sind etwa für Kfz-Haftpflichtversicherungen nach türkischem Recht sehr viel niedrigere Deckungssummen vorgeschrieben. Deckt also die Versicherung des Autovermieters nur Schäden bis zu 15.000,- € ab (Beispiel), müßte man den Rest selber tragen, wenn der durch den Unfall mit dem Mietwagen bei anderen Personen angerichtete Schaden diese 15.000,- € übersteigt.
Hier hilft die "Mallorca-Police" (heißt halt nach einem besonders beliebten Urlaubsziel): Die meisten deutschen Autoversicherer bieten an, den Haftpflichtschutz, den man mit dem eigegen Fahrzeug genießt, auf Mietwagen im Ausland zu übertragen (für Fahrten mit dem eigenen Pkw im Ausland gilt die Versicherung ohnehin). Man hat dann die Sicherheit, bei einem Autounfall mit dem Mietwagen, nicht finanziell runiert zu werden, wenn gravierende Folgen eingetreten sind.
Achtung: Stets prüfen, ob die "Mallorca-Police" auch für alle Personen gilt, die das eigene, versicherte Fahrzeug nutzen dürfen (Kinder, Ehepartner). Prüfen, ob das Urlaubsland tatsächlich eingeschlossen ist.
Die Mallorca-Police ist bei vielen Kfz-Haftfpflichtversicherungen entweder bereits im Preis eingeschlossen oder gegen einen wirklich geringen Aufpreis erhältlich.Stets beachten: Mit der Beschädigung des Mietwagens selbst hat diese Thematik nichts zu tun. Gegen solche Schäden schützt - meist ausreichend - die beim Autovermieter abgeschlossene Vollkaskoversicherung.
Grüßchen