Geldwechsel?
-
Wir fliegen in zwei Wochen in die Türkei und sind uns nicht sicher ob wir Euro in türkische Lire umtauschen sollen?
Wie ist da eure Erfahrung? Kann man dort überall problemlos mit EURO zahlen oder sollte man einen gewissen Geldbetrag wechseln? Und wenn ja, in Deutschland oder in der Türkei wechseln?
Viele Grüße
Marco -
Seit 01.01.2005 gilt die neue Währung "Yeni Türk Lirasi" (Neue Türkische Lira =TRY). Zur alten türkischen Lira TRL wurden 6 Nullen gestrichen. Über das Jahr 2005 gelten beide Währungen parallel.
Auf keinen Fall würde ich in Deutschland, am Flughafen und auch nicht unbedingt im Hotel wechseln, da die Kurse zu schlecht bzw. die Kommissionen zu hoch sind. Wenn ihr wechseln wollt, dann auf den Postämtern oder bei den staatl. Banken Vakif Bank, Ziraat Bank und Halkbank.
Eigentlich werden aber überall Euro genommen und euer Wechselgeld bekommt ihr auch in Euro. Sogar der Kofferkuli in Antalya schluckt Euro. Die Preise auf Märkten, in Läden, bei Veranstaltungen, (Touri)-Kneipen usw. sind sowieso in Euro ausgezeichnet. Ich wechsle daher nie. Sicher zahlt ihr z.B. beim Dolmus ab und zu ein paar Cent mehr weil sehr großzügig umgerechnet wird, aber das macht das Theater nicht wett zuerst Geld zu wechseln, dann tägliches Kopfrechnen und zum Schluß zu sehen, daß ich alles wieder bis auf den letzten Kurus loswerde.
Gruß
schrotti -
Hi,
danke für die Info. So werden wir es dann wahrscheinlich auch halten und auf das Geldwechseln verzichten. Das viele "rumrechnen" würde ich mir auch gerne ersparen!
Weißt du vielleicht auch wie es etwas weiter weg von Touristenzentren ist, wenn wir z.B. mal einen Ausflug ins Landesinnere machen?
Viele Grüße
Marco -
Meine Erfahrung:
Geldwechsel lohnt sich, da die Preise in Lire meist um einiges billiger sind. Den besten Kurs gibt es auf der Post.
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich so gerechnet: Preis in Lire durch 2 plus 10 Prozent = Euro.
Es kann auch passieren, dass man bei Ausflügen Lire braucht. War zumindest im Dezember so ( Eintritt in Ephesus, glaube ich). -
Hi,
vielen Dank nochmal für die (auch teilweise recht unterschiedlichen)Antworten. Aber ich denke es hängt auch von einem selber ab, ob man die ganze Zeit umrechnen möchte oder nicht. Wir werden es so halten, daß wir erst bei Bedarf dort eine kleinere Menge (für Eintritte in Museen, etc.) umtauschen. Ich denke man wird schnell merken mit welchem Geld man besser fährt.
Viele Grüße
Marco
-
Hallo,
wir waren gerade erst in Side-Colakli in den Pfingstferien. Unsere Erfahrung: Möglichst viele Euros mitnehmen. Keiner, wirklich keiner wollte Lira haben. (außer in Aspendos, da muss man den Eintritt in Lira bezahlen, kann aber nebenan Euros wechseln (ist wohl ein bisschen Geldmacherei). Es akzeptierte auch niemand Euroscheckkarte oder Mastercard. Wir haben einmal bei einer Bank in Lira getauscht. Sind die dann aber fast nicht mehr losgeworden. Als wir eine Lederjacke im Hotel kaufen wollten, ist der Verkäufer extra mit uns zu einer Bank in Side gefahren, wo man am Bankomat mit Euroscheckkarte und Geheimnummer Euros bekommt. (die Bank gibts auch in Manavgat und glaube ich in Kumköy, sie heißt Dishbank (schreibt sich vielleicht anders). Vor allem Kleingeld ist gut für Trinkgeld. Auch im Landesinneren in einem Restaurant könnten wir prima mit Euro bezahlen.
Schönen Urlaub -
... hier muß wohl einiges geklärt werden:
-
Die Türkei hat eine eigene offizielle Währung - und das ist seit dem 01.01.2005 die Neue Türkische Lira (Yeni Türk Lirasi = YTL). Der Euro ist also nicht offizielles Zahlungsmittel und man bringt seinem Urlaubsland schon eine gewisse Geringschätzung entgegen, wenn man meint, bereits das einheimische Geld vernachlässigen zu können (von kulturellen Gepflogenheiten gar nicht erst zu reden) !
-
Die erforderlichen Zahlungsmittel sind stark davon abhängig, was man im Türkei-Urlaub unternehmen möchte:
a) Für "größere Anschaffungen", vor allem Autovermietung (auch Teppich- oder Schmuckkauf wenn es denn unbedingt sein muß) ist es sinnvoll, €-Bargeld von zu Hause aus mitzubringen. Autovermieter, Teppich- und Schmuckhändler nennen grundsätzlich €-Preise. Und nachdem man ausgiebig gefeilscht hat und in einer akzeptablen Preisregion angekommen ist, ist es wenig sinnvoll, dann noch nach dem Preis in Lira zu fragen. Vor allem bei kleinen, unabhängigen Autovermietern gilt: Bargeld ist Trumpf, Kreditkarten werden hier - wenn überhaupt - nur gegen Aufpreis akzeptiert (Händler muß Gebühr tragen).
b) Bei allen anderen Einkäufen, Restaurantbesuchen und Dienstleistungen fährt man bei der Zahlung in Lira grundsätzlich besser. Hier liegen die umgerechneten €-Preise nicht selten 50% und mehr über dem Preis in Lira. Also: Nennt der Händler / Gastwirt / Taxifahrer / Dolmusfahrer dem augenscheinlich als Touristen identifizierten Kunden einen €-Preis, frage man nach dem Preis in Lira. Türkische Kunden zahlen schließlich auch so.
Vergleich: Man stelle sich die gleiche Situation in Deutschland vor. Bezahlte man auf dem Hamburger Fischmarkt in US-Dollar oder Schweizer Franken, müßte der Händler sich anschließend mit dem Geldwechsel rumärgern - und Zeit ist Geld und die Bank verdient auch noch mit - warum sollte es also in der Türkei anders sein??
c) Besuch von Sehenswürdigkeiten: Historische Sehenswürdigkeiten wie das Amphitheater in Side oder die antike Stadt Aspendos akzeptieren die Zahlung der Eintrittsgelder ausschließlich in Lira. Ein mehrsprachiger Aushang des türkischen Kulturministeriums weist darauf ausdrücklich hin!
Kreditkarten werden nur sehr selten (z. B. in Kappadokien beim Göreme-Open-Air-Museum und in der unterirdischen Stadt Derinkuyu) akzeptiert.- Geldwechsel vor Ort:
a) Tausch von €-Bargeld in Lira (und umgekehrt): Wegen miserabler Wechselkurse sollte man den Tausch in Deutschland, am Flughafen und im Hotel unterlassen. Zu reellen Kursen und ohne Kommission kann man bei den zahlreichen mit "Change" / "Wechsel" usw. gekennzeichneten Läden in den Touristenzentren tauschen. Zur Sicherheit sollte man sich zuerst erkundigen, wieviel man z.B. für 50,- € erhält. Gute Wechselstuben geben eine Quittung aus.
b) Einsatz von EC- / Kreditkarten bei Wechselstuben: Hierbei bietet der Betreiber an, gegen eine manuelle Abbuchung von der Karte (wie beim Warenumsatz) Euro oder Lira auszuzahlen. Dabei zahlt man in der Regel dreifach drauf:
- Schlechterer Wechselkurs als beim Bargeldtausch
- Betreiber erhebt Gebühren (Kommission)
- In Deutschland werden zusätzlich Gebühren für den Auslandseinsatz der Karte
berechnet.
Daher: Finger weg!!c) Einsatz von EC- / Kreditkarten an Geldautomaten: Zunächst - keine Scheu: Heutige Geldautomaten erkennen ausländische Karten und bieten dem Kunden einen deutschen, wenigstens einen englischsprachigen Bildschirmdialog. Außerdem wird eine Quittung ausgedruckt.
Bei der Geldabhebung am Automaten erhält man den besten Wechselkurs überhaupt, da der offizielle, börsentägliche Umtauschkurs herangezogen wird. Allerdings fallen - je nach Karte und Herausgeber - recht happige Gebühren auf der deutschen Abrechnung an, welche sich erst bei Abhebungen im Gegenwert von ca. 150,- € amortisieren. Es ist nicht lustig, am Automaten Lira im Gegenwert von 15,- € zu ziehen und dann in Deutschland 4,50 € Gebühren belastet zu bekommen...
Wer unbedingt €-Bargeld braucht: Automaten der Dis-Bank in den Touristenzentren zahlen die bekannten Scheine aus...- EC- / Kreditkarten im Geschäft:
a) Vorteile: Wie beim Geldabheben werden die Umsätze zum offiziellen Kurs umgerechnet. Je nach Kartenausgeber wird auf der heimischen Abrechnung ein umsatzabhängiges Auslandseinsatzentgelt erhoben. Bei Kreditkarten liegt dieses zwischen 1,5 und 2 %, bei EC-Karten teilweise etwas höher - daher vorzugsweise Kreditkarten einsetzen.
b) Akzeptanz: Ohne Aufpreise bei allen Tankstellen, den großen Supermarktketten (Afra, Genpa, Tansas, Adese, Migros) und den Filialen internationaler Unternehmen (z. B. im Migros-Center in Antalya).
Bei kleineren Geschäften und Gaststätten besser vorher fragen und so ein Aufgeld vermeiden.c) Sicherheit: Darauf achten, daß nur eine Abbuchung erfolgt, Belegkopie prüfen.
- Leistungen im Urlaubshotel
Auch hier gilt das oben gesagte: Zahlt man in Lira, fährt man besser. Schließlich ist der Geldwechsel auch für den Hotelier eine zusätzliche Aufgabe. Werden Getränke und andere Leistungen im Hotel von einer Guthabenkarte abgebucht, muß man wohl in € zahlen, da das System nur in einer Währung arbeitet.
So, jetzt sind hoffentlich - auch wenn der Eröffner des Themas bereits im Urlaub ist - alle Fragen geklärt.
-
-
@reiseprofi29
Danke für den äußerst informativen Beitrag, damit dürften wirklich alle Fragen restlos geklärt sein.
Allerdings...wenn sich ein Gast nur im Hotel oder Hotelumfeld und den touristischen Basaren bewegt, ist er doch nicht respektlos gegenüber seinem Gastland, wenn er nur seine Euro-Währung mit sich führt, oder? Denn der € ist inzwischen geschätzter als der $ - obwohl es lange gedauert hat, bis die türkischen Händler auf ihren Preislisten die Nicht-mehr-Parität ausgewiesen haben.
Gruß Erika -
Ja, zugegeben: Respektlos ist es nicht unbedingt. Und - wie beschrieben - ist es ja auch möglich, dort mit € zu zahlen, auch wenn man event. übervorteilt wird.
Was mir negativ aufgefallen ist, ist nur die eigenartige Erwartungshaltung einiger Urlauber, etwa bei meinem Besuch von Aspendos im März 04: Wir sind dort mit dem Mietwagen hin und zeitgleich tauchten an der Kasse Ausflügler aus einer Busgruppe auf, die mangels Lira den Eintritt nicht zahlen konnten und das ganze überhaupt nicht verstehen wollten. ... und die waren sowieso schon sauer, da sie anscheinend vorher stundenlang in den Ledergeschäften von Belkis (Dorf bei Aspendos) zubringen durften!
Grüße aus Berlin
-
@reiseprofi
Den Unmut oder besser die Ungeduld der Bus-Passagiere kann ich einerseits verstehen, andererseits nur schwer nachvollziehen: Reisen die alle völlig uninformiert in die Türkei? Wenn man sich vorher ein kleines bißchen schlau macht, weiß man doch um den Ablauf der Ausflüge, oder? Haben wir als Türkei-Anfänger auch mitgemacht: 2 Stunden Leder, 2 Stunden Schmuck, 2 Stunden Teppiche, insgesamt eine 1/2 Stunde Altstadt/Wasserfall/Basar....und Mittagessen, eben der kostenfreie Ganztagsausflug. Da hat man eben eher wenig Nerv, wenn es an der Eintrittskasse zur Sehenswürdigkeit Probleme gibt.
Über solch wenig informierte Gäste weiß das Urlaubsland Türkei - nicht alle Urlauber haben Zugriff auf das Internet und seine Informationen.
Gruß Erika -
Auch von mir ein dickes Lob @reiseprofi29 für den sehr ausführlichen und kompetenten Beitrag.
Zusammengefasst könnte man das wohl so umschreiben: je weiter man sich aus den Touristenghettos entfernt, desto sinnvoller und vor allem billiger ist, mit Lire zu zahlen.
Nur ein kleiner Nachtrag von mir dazu:
Wenn man sich die Sparcard der Postbank holt (kostenlos, Nachfolger des Postsparbuchs), kann man weltweit an allen Visa Geldautomaten damit Geld abheben, bis zu 4x pro Jahr und Karte (man kann auch mehrere Karten haben) sogar ohne Gebühren!
Ich habe deshalb immer eine Sparcard dabei, auf die ich kurz vor dem Urlaub einen "Notgroschen" einzahle. Die Umrechungskurse schienen mir bis jetzt auch immer ok zu sein und man kann mit der Karte prima gegen Ende des Urlaubs kleinere Beträge abheben, ohne sich jedesmal über die Abhebegebühr ärgern zu müssen.
Zu meinem Beitrag weiter oben: war dann wohl Aspendos, nicht Ephesus. (Habe den Ausflug nicht selbst mitgemacht). -
Hallo,
wir sind wieder von unserem Türkei-Urlaub zurück. Während unseres gesamten Urlaubes haben wir immer mit EURO bezahlt. Allerdings muss ich sagen, daß wir meisten in Touristengebieten waren, auch wenn wir einen Ausflug unternommen haben. Die meisten Händler waren froh, wenn man in EURO bezahlt hat. Wenn Preise ausgezeichnet waren, was ja selten vorkam, waren sie ausschließlich in EURO ausgewiesen, selbst in einer Schmuckfabrik.
Wir würden es aber auch akzeptieren, wenn man bei gewissen Mussen, Theatern nur in Lira bezahlen kann, dann würde ich vor Ort einige EUROs umtauschen.
Nochmals vielen Dank für die Statements, auch wenn sie teilweise etwas zu spät für uns kamen.Viele Grüße
Marco (der Eröffner des Forums)