Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
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Große, globale Vorhaben werfen ihre Schatten voraus!
Und dieses Vorhaben heißt Neu- und Umgestaltung der Betonwüsten des Süden Teneriffas, also im Wesentlichen Las Americas und Los Christanos.
Diese Region ist rein aus dem Boden gestampft mit seinen Hotelklötzen, und hat keinen natürlichen Ursprung. Das wäre ja noch nicht einmal das Schlimmste, aber man hat in der Vergangenheit wahl- und zügellos ohne Vorausschau drauflosgebaut. Und nun zeigt man sich erstaunt darüber, dass jetzt die Quittung gekommen ist.
Lange Zeit hat die Regierung große Erhebungen und Statistiken über diese Gegend gemacht, und ist nun endlich wohl zu dem Schluß gekommen, das hier etwas geschehen muß. Ich weiß nicht , ob es schon berechtigt ist zu rufen: Zu spät, viel zu spät, der Zug ist doch längst abgefahren!
Auf jeden Fall ist diese Gegend doch wohl so untypisch für Teneriffa, wie nur irgendetwas!
Weiter nach Norden in Richtung Costa Adeje hat sich das Bild schon etwas geändert, aber nicht viel.
Man hat das Pferd einfach noch laufen lassen, solange das Geld noch fließt. Mittlerweile hat sich das aber geändert; und selbst der dümmste Angestellte im Ministerium für Tourismus muß erkennen und sieht ein, dass es so nicht weitergehen kann! Längst haben andere Gegenden dieser Zone touristisch den Rang abgelaufen, bzw. die Gäste weichen auf andere Inseln aus.
Es soll also hier, und das speziell in den genannten Orten, rigoros saniert werden. Das bedeutet eigentlich im Klartext nichts weiter als sehr viele Hotels, wenn sie denn noch den Namen verdienen, abzureißen und dafür ein anderes Landschaftsbild zu schaffen! Das aber wiederum heißt ja nichts anderes als wieder etwas künstlich zu schaffen, was dort niemals je gewesen ist. Ein Großteil der Infrastruktur dieser Gegend ist doch längst schon zusammengebrochen. Z. B. die Energie- und Wasserversorgung uvm. Man schafft es doch teilweise nicht einmal mehr das Brauchwasser "farblos" zu filtern, von der Abwasser- und Müllentsorgung einmal ganz zu schweigen! Das Ganze befindet sich am Rande eines globalen Kollapses.
Das alles hat man höheren Ortes eingesehen, dass hier was geschehen muß, was aber noch längst nicht bedeutet, dass nun auch zügig damit begonnen wird all die wunderbaren Pläne zu realisieren. Geld ist genug da, aber ebensoviele Prozesse und Klagen der Betroffenen stapeln sich in den Ministerien. Es ist sogar eine nicht öffentliche Empfehlung (Erlass) ergangen, die Gäste nicht darüber zu informieren. Das hätte man sich gut ersparen können, denn das sieht und weiß jeder, der dort einmal geurlaubt hat!
Es wird also angestrebt großflächige Park- und Grünanlagen zu schaffen und die ganze Ver- und Entsorgungsstruktur von Grund auf zu erneuern.
Fehler der Vergangenheit werden natürlich ungerne zugegeben, deswegen wird auch propagiert, dass diese Orte nicht mehr 'zeitgemäß' sind und den Ansprüchen des modernen Tourismus nicht mehr genügen! Ha, ha, um das zu erkennen muß man kein Minister sein!
Sollte das wirklich einmal richtig losgehen, woran ich noch meine Zweifel habe, dann werden diese beiden Schandflecke von Orten völlig umgekrempelt. De fakto sind sie dann in der Zeit für den Tourismus so ziemlich gestorben. Bei Los Christianos ist das besonders schwerwiegend, weil dort der größte Fährhafen ist, und Herr Olsen wird sich dagegen mächtig sträuben sich eine Zwangsjacke verordnen zu lassen.
Ganze Heerscharen von in- und ausländischen Landschaftsarchitekten haben schon ihre wunderbaren Ideen und Pläne eingereicht. Leider ist es dort ja wie bei uns auch; bis es dann wirklich einmal losgeht, ist alles mindestens doppelt so teuer und keine Kalkulation ist mehr brauchbar oder völlig realitätsfremd.
Vielleicht sollte doch der Weg der kleinen Schritte gewählt werden, damit überhaupt endlich etwas geschieht!Diese Informationen habe ich größtenteils von Insidern, kommunalen Verwaltungsbeamten und Einheimischen. Wir haben oft stundenlang darüber diskutiert.
Gruß
Dieter -
Ein unterirdischer See bei Santiago del Teide.
An anderer Stelle hatte ich schon kurz angedeutet, dass es den dort gibt.
Und es war immer mein Wunsch diesen einmal zu sehen. Mit viel Vitamin B, Sicherheitsbelehrungen, Genehmigung und unter der Führung eines Wasserbauings ist es mir nun gelungen bis dahin vorzudringen. Das war sehr eindrucksvoll und ich hätte es nie für möglich gehalten, dass der See wirklich so groß und tief ist, wie es mir immer berichtet wurde.
Von außen ist nur ein weißes Gebäude zu sehen, dass praktisch ein Maschinenhaus ist für große Luftkompressoren und Wasserpumpen. Daneben befindet sich der Eingang zum Stollen, in dem sogar eine Lorenbahn fährt. Das ganze äußere Gelände ist busch- und grasbewachsen, und läßt nicht erahnen, dass sich tief in dem Massiv ein solcher See befindet. Wir hatten uns verabredet, und nach einer Umkleidung, Überprüfung der Sicherheitsgegenstände, wie Führungsseil, Karbidlampe am Helm und dem Sauerstoffmeßgerät des Führers ging es mit drei weiteren Arbeitern los.
Mir schien der Stollen endlos zu sein! In der Tat, er war auch ca. 250 Meter lang. Überall tropfte es von der Decke aus den Lavafelsen auf uns herab. Spätestens jetzt erkannte ich den Sinn unserer gummierten Anzüge! Sehr unangenehm, denn man wird den eigenen Schweiß nicht los. Es wurde recht kühl je weiter wir kamen. An die Karbidfunzeln mußten sich die Augen erst langsam gewöhnen, trotz der großen Taschenlampen. Das Gestein war pechschwarz und fast ohne Reflexion. Seitlich liefen sehr dicke Zu- und Abluftrohre, sowie Wasserrohre.
Und plötzlich weitete sich der Tunnel und wir standen am Rande des Sees. Seine Oberfläche war spiegelglatt und fast ebenso schwarz wie die Umgebung. Selbst unsere Taschenlampen reichten nicht aus um das gegenüberliegende "Ufer" erkennen zu können. Darüber wölbte sich ein etwa 30 Meter hoher Dom. Und es tropfte stark ohne Unterlass, zur Freude meiner Begleiter. Zwischendurch wurde immer mal ein Blick auf die Karbidlampe und das Sauerstoffmessgerät geworfen. Es zeigte gottlob immer schön seine 20,8 vol % an, denn unterhalb von 19,5 % hätten wir fluchtartig den Rückzug antreten müssen. Die Mitte des Sees sollte fast 50 Meter tief sein! Ein Boot gab es auch, aber damit zu fahren fehlte mir bei der Dunkelheit der Mut.
Der Ing. erzählte auch von echsenartigen Tieren, die es hier geben sollte; es können eigentlich nur Molche sein. Fledermäuse hätte es eigentlich auch geben können, denn der Stollen war außen nur durch eine Gittertür mit Stäben in weitem Abstand verschlossen. Das Echo unserer Unterhaltung hallte vielfach zurück.
Als wir wieder draußen waren, und uns umgezogen und einen wärmenden Kaffee getrunken hatten, erfolgte noch eine Eintragung ins "goldene Buch", dem Protokollbuch mit eigenhändiger Unterschrift. Denn wir waren im "Vorzimmer des Teufels", wie der Ing. spaßeshalber meinte.
Dieser See versorgt die ganze weitere Umgebung mit Trinkwasser bester Qualität, wie die Messdaten zeigten.
Nun kann man sich natürlich fragen: Wie hat man den See denn überhaupt gefunden?
Das ist heutzutage ziemlich einfach! Die am meisten angewandte Methode ist die der verstreuten Testsprengungen. Es werden kleine Sprengladungen nacheinander gezündet, die sich auf ein Raster verteilen, und das Echo und die Untergrundschwingungen werden analysiert, ganz ähnlich wie bei einem Seismographen bei den Erdbebenforschern. Dadurch können Inhomogenitäten und Höhlen sehr gut und genau geortet werden.Es war sehr eindrucksvoll und ich war allen sehr dankbar für ihre Mühe.
Auf die wahrscheinlichste Entstehungstheorie solcher großen Höhlen und Kavernen werde ich noch in einem anderen Beitrag näher eingehen!
Gruß
Dieter -
Hola,
liebt ihr auch die spanischen Balkone? Dann lasst uns mal nachschauen was es damit so auf sich hat und hatte!Eigentlich sind diese „Vorhänger“ an den Häusern nie dazu gedacht gewesen so richtige Balkone in unserem Sinn zu sein. Sie waren nicht einmal für ein gemütliches Kaffee - Pläuschen geeignet Vielmehr waren sie, und vielleicht heute auch noch in Nobelhäusern, mehr ein Standes- und Statussymbol und der Würde derer die dort wohnten. Man zeigte ja gerne nach außen hin wer und was man ist, in Ermangelung der heutigen entsprechenden Nobelkarosse. Überwiegend waren diese Balkone nicht viel weiter als nur einen Meter vorgebaut, und ganz aus Holz gefertigt, aber dazu komme ich noch! Damals, wie auch heute, sind dahinter keine Fenster, sondern große Flügeltüren bis an den Boden. Also dienten sie auch der Sicherheit. Jedenfalls befanden sie sich immer an der vorderen Hauptseite des Hauses. Und die Brüstungshöhe von 105 bis 115 cm war und ist vorgeschrieben. Wie bei uns, nur wer hat von wem abgeschaut?
Ganz lustig hat mir das ein spanischer Edelmann, aber ein aufgeschlossener und fideler, einmal so erklärt:
Also Don und Dona sollten die Eltern sein (Don heißt eigentlich nur Herr oder Lehrer), aber es hört sich gut an. Und dann gibt es noch die flügge gewordene Tochter Donita Maria. Mit dem Namen Maria kann man eigentlich nie was falsch machen!
Wenn nun draußen der Heldentenor ein Ständchen brachte, oder der Stierkampf-Metzger aus der Arena von gestern Abend sich zur Werbung einfanden, dann ging Maria, natürlich erst nach einer Weile, huldvoll auf einen dieser Balkone. Eine Rose im Haar, frisch gestylt, natürlich hatte sie schon längst deren Aufwartungen erwartet, und mit dem obligatorischen Schnupftüchlein in der linken Hand. ….. Frei nach der Oper Carmen!
Wichtig war, dass sie nicht zu nahe an die Brüstung treten konnte, denn dann hätten ihr beide Boys von unten unter den züchtigen Rock schauen können, deswegen war vor dem Geländer noch extra ein Balken, der den Abstand vergrößerte. Dona Mama passte derweil auf, dass das Töchterchen nicht auf Abwege kommt, vielleicht wie sie einstmals!
Damals war unten ohne noch nicht in!!!!Nun wollen wir das aber genauer wissen! Machen wir doch einmal einen Besuch bei einem der diese moralischen Schranken der Marias baut, einem Balkon-Schreiner und Drechsler in der Nähe von Icod de los Vinos.
Er ist ein alter Herr und einer der letzten seiner Zunft. Und er ist das, was man die Güte, Lebenserfahrung und Freundlichkeit in einer Person nennen könnte. Ein Laster hat er: Er hat eine Frau, Kinder, Enkel und raucht für sein Leben gerne Pfeife! Letzteres ist das Laster! Dem wurde von uns auch in würdiger Weise mit viel Tabak gehuldigt.
Seine Werkstatt ist ein ganz alter Bauernhof, und man kommt sich vor, wie wenn man einen großen Künstler, einen Schnitzer oder Geigenbauer besucht. Er empfing uns gleich mit einem Kaffee.
Draußen vor dem Haus lagerten große Mengen Holzzuschnitt als Kant- und Rundhölzer unter Planen im Schatten in Längen von ca. 2 Metern. Das ist wichtig, denn sonst wird das Holz krumm und schwer bearbeitbar. Wohl merkte er, dass wir ungeduldig waren das Heiligtum seiner Werkstatt sehen zu dürfen, aber immer noch ein „manana, manana“. Hinterher verriet er uns, das er sich über den Besuch gefreut hat, und die Zeit so lange hinauszögerte, weil doch sonst niemand vorbeikommt, der für sein Tun heute noch Verständnis hat, und auch das nötige Geld!
Die Werkstatt war wirklich die eines Künstlers. An der Längswand eine lange, vielfach gelagerte Welle, ich glaube das nennt man bei uns wohl ein Vorgelege, davon gingen etliche Riemenantriebe hin zu den Dreh- und Drechselbänken, natürlich ohne Programmsteuerungen, die ausgekuppelt werden konnten. Alles machte einen sehr alten Eindruck. Die Wände hingen voller Werkzeuge (Beitel), Vorlagen und Schablonen für die Holzbearbeitung. Er verriet uns auch, dass heute die meisten Hölzer von Festland und von anderswo herkämen, denn das harzige Pinienholz muss erst viele Jahre ablagern. Aber alles was er verarbeitet kommt aus Spanien!Und dann schritt er zur Tat, einer perfekten Demonstration seines Könnens; jetzt war er kein alter Herr mehr, sondern ein begeisterter Perfektionist in seinem Element. Die Drechselei ging ihm nur so von der Hand, die Späne flogen nur so. Wir haben nur gestaunt!
Alle diese Balkonstreben/säulen haben den gleiche Charakter und vielfach auch das gleiche Profil und Muster. Das ist seit Jahrhunderten überliefert.
Uns wurde auch erklärt, dass man heute solche Balkone per Katalog von der Stange bestellen kann, als laufende Meter, wie bei uns ein Holzzaun.
Bei unserem „Künstler“ durfte ein Balkon keine Schrauben, Stahlbolzen, Winkeleisen enthalten; alles muss verschränkt, verdübelt oder verklinkt sein. Leim wird akzeptiert!
Die Handwerksarbeit kann man heute kaum noch bezahlen, jedoch das Ergebnis ist sichtbar, nicht nur für alle „Marias“.
Einer seiner Schwiegersöhne steigt in den Betrieb ein, so dass die Tradition weiterlebt. Auch die Auftragsbücher sind voll bis hin nach Griechenland.
Der ‚Kerl’ ist halt bekannt!Trotzdem haben er und seine anwesende Familie sich sehr über unseren Besuch gefreut, und wir bekamen noch einen kleinen gedrechselten Stab als Andenken mit.
Danke Juan! So leicht vergessen wir dich nicht!Gruß
Dieter -
Wie sind solche Hohlräume und die tiefen Barrancos entstanden? Die Theorie dazu!
Bei den großen Kavernen und Höhlen, wie bei dem See soll die Theorie sicher sein. Aus den tiefen Schloten der unterirdischen Vulkane kam nicht nur Magma, das flüssige Gestein, sondern auch ein sehr großer Anteil von Gasen empor. An der Oberfläche kühlt diese Magma relativ schnell ab und erstarrt über einen plastischen Zwischenzustand. Wenn nun große Gasmengen mit hohem Druck nachschieben, so sammeln sie sich unter der schon erstarrten Oberfäche in den noch zäh-plastischen Bereichen unter Bildung von eben solchen großen Hohlräumen. Auf ebendiese Art und aus diesem Grunde ist der Urkrater des Teide in sich zusammengestürzt. Die Hohlräume machten ihn instabil. Zurück blieben nur die äußeren Seitenwände, die man heute noch sehr gut sieht.
Bei den Höhlen außerhalb des Teide waren wohl die Volumen nicht so groß und die Lava hatte Zeit vollends zu erstarren.
Anders scheint es sich mit den tiefen Einschnitten der Barrancos verhalten zu haben! Dort war das Gestein schon erstarrt, als von unten her neue Magma nachdrängte. Durch den enormen Druck, den diese von unten ausübte, riss die Oberfläche tief zu solchen Faltungen auf. Das klingt ganz plausibel, aber dieses ist bislang nur eine Hypothese, und nicht bewiesen.
Insofern bestehen diese Gegenden der Barrancos aus einem monolithischem Gestein. - Ein einheitliches Gestein.Ein kleines Experiment kann das etwas veranschaulichen:
Wir schütten eine dickfüssige warme Puddingmasse in eine großflächige Schale, auf deren Grund sich ein kleiner Ballon befindet, der mittels eines dünnen Schlauches von außen zugänglich sein soll. Unser Pudding kühlt nun von oben her ab und erstarrt. Nun blasen wir vorsichtig den Ballon auf. Zunächst wird er die Oberfläche wölben, solange bis sie durch die Spannungen reißt und tiefe Spalten bildet. Natürlich muß die Oberfläche unseres Pudings groß gegen die Dicke sei, denn sonst ziehen die Wölbungs-Spannungen die Ränder ein. Der Ballon sollte nur die nachdrängende Magma ersetzen. Wir hätten ihn auch mit noch flüssigem Pudding auffüllen können. Das würde die Verhältnisse noch besser beschreiben.Das sind unsere Barrancos! - Die tiefen Risse und Falten im "Pudding"!
In dem Infozentrum der Las Canadas kann man darüber mehr erfahren.
Mittlerweile sind die Kanaren in Jahrmillionen über den unterirdischen Schlot (hot spot) in Richtung auf das afrikanische Festland hinweggedriftet, und sie wandern immer noch, sehr langsam aber messbar.
Gruß
Dieter -
Guten Morgen!
Hier eine Berichtigung und Ergänzung zu den Balkonen, auf die ich dankenswerter Weise hingewiesen wurde!
Diese Art der Antriebsübertragung verschiedener Maschinen von einer gemeinsamen Antriebswelle mittels Riemen nennt sich Transmission und nicht Vorgelege!
Natürlich ist der Balkonbauer auch Schnitzer der Zwischenelemente und Verzierungen an und zwischen den Pfählen und Säulen. Die Muster sind uralt überlieferte Tradition, so wie auch die Dachkonstruktionen.
Die schönsten Balkone sah ich in der Altstadt von La Laguna, der alten und einziegen Universitätsstadt zwischen Santa Cruz und Puerto de la Cruz.Danke für den aufmerksamen Hinweis!
Übriens in der Kirche von Icod, gleich neben dem Drachenbaum, sind solche Schnitzereien zu bewundern. Die Decke des Kirchenschiffes ist ganz aus Holz geschnitzt; selbst das Gestühl ist reich verziert. Muß man unbedingt gesehen haben bei einem Besuch des Drachenbaumes!
Gruß
Dieter -
Hochzeitsreigen, - oder ein Opernball auf maritime Art?
Jetzt habe ich sie erwischt, diejenigen, die dieses nächtliche Schauspiel geben!
In einigen kleinen Felsenbuchten, die aber sehr tief sein müssen, findet im Februar ein märchenhaftes Ereignis statt. Mir ist schon so oft davon erzählt worden, aber ich hielt es immer für eines dieser kanarischen Märchen.
Die Hochzeit abertausender von Tintenfischchen (Segelkalmaren).
Sie steigen aus den Tiefen des Atlantiks hoch in kleine abgelegenen Buchten, z. B. eine liegt ganz in der Nähe von Las Americas, andere längs der steilen Westküste.
Sie sind zum Laichen dort an den schroffen Felswänden empor gekommen, und sie haben ihre „Festtagsbeleuchtung“ eingeschaltet. Diese Kalmare haben eine, aus vielen Farben bestehende, eigene Beleuchtung am Körper, ihr Körperpurpur, die sie je nach Situation ein- und ausschalten können. Wie zigtausende von Glühwürmchen es tun würden!
Wenn es windstill ist, dann illuminiert die ganze Bucht wie ein leuchtender Schleier, der durch das Wasser gezogen wird. Aber wehe es naht ein Feind in Form von z. B. Pilotwalen, oder man wirft einen Stein ins Wasser, dann ist in Bruchteilen von Sekunden der leuchtende Spuk vorbei. Blitzschnell sind sie verschwunden in den schroffen Felsen der Lavawände.Die einheimischen Fischer kennen und wissen das, aber sie hüten dieses Geheimnis und die Buchten sehr gut. Immerhin gehören Kalmare ja auch zu ihren Fängen.
Aber nicht zur Laichzeit!
Ich habe versprochen die anderen Buchten nicht preiszugeben! Und daran halte ich mich!Einheimische und befreundete Angler, die es lieben nachts von den Felsen aus zu angeln, hatten mich ganz nah vor Mitternacht noch benachrichtigt, dass nun das „Leuchtspektakel“ beginnt. Und nach etwa 20 min. Fahrzeit incl. Wanderung zur Bucht waren die Hochzeitslämpchen immer noch eingeschaltet und der Reigen in vollem Gange. Der Eindruck ist schwer zu beschreiben! Die ganze Oberfläche des Wassers war bunt beleuchtet, wie von Irrlichtern.
Merkwürdigerweise soll das nur an diesen Küstenabschnitten zu beobachten sein. Und dann immer nur in den gleichen kleinen Buchten! Vielleicht so, wie es andere Meeresbewohner auch tun, sie kehren an den Ort ihrer 'Geburt' zurück! Und das alljährlich zu gleichen Zeit!
Ein einmaliges nächtliches Schauspiel, das nur einmal jährlich zu bewundern ist! - Und dann auch noch um Mitternacht, zu einer Zeit bei der man normalerweise einen Cocktail an der Bar genießt!
Gruß
Dieter -
Das „Laub“ der Nadelbäume, was geschieht damit?
Es geht hier um die harzhaltigen Baumarten, wie Pinien, Kiefern und andere Nadelbäume!
Manchem Besucher der Calderas wird möglicherweise schon einmal aufgefallen sein, dass an den Straßenrändern der Strecken zum Teide hoch große Haufen von Nadeln der Bäume zusammengerecht worden sind. Besonders im Frühjahr und Herbst ist das zu beobachten.
Nicht nur aus dem Grunde, dass der dicke Nadelteppich unter den Bäumen eine große potentielle Brandgefahr darstellt, sondern diese Nadeln sind ein begehrtes Material für diejenigen, von denen ich gleich berichte. Sie sind zwar teilweise verdörrt und vertrocknet, trotzdem enthalten sie noch die Harzöle und werden sehr gewinnbringend verwertet.
Große LKW’s laden diese Haufen auf und transportieren sie zu den Kosmetikfabriken! Die Nadeln werden dann zerkleinert und geschrotet. In einem speziellen Extraktionsverfahren mittels Alkohol (nicht der genießbare!), werden die ätherischen Öle aus dem Brei separiert. Danach wird der Alkohol wieder herausdestilliert und wieder benutzt. Übrig bleibt ein Konzentrat der Harzöle.
Das kann man dann in homöophatischer Verdünnung bei uns und anderswo z. B. als Badezusatz, Kosmetik kaufen. Der fast ausgelaugte Rest mit den festen Bestandteilen wird häufig als Brikets gepresst und als Brennmaterial verkauft. Ein sehr wohlriechender Kaminbrennstoff!
Private Bauern nutzen die Nadeln von ihrem Grundstück allerdings auch als Streu im Stall ihrer Tiere.
Und die Bäume nadeln im Jahr sehr üppig!Gruß
DieterP.S. Es gibt allerdings nicht mehr viele von diesen Fabriken, die das so machen! Meistens werden diese Konzentrate heute synthetisch hergestellt. Außerdem sind die Sicherheitsbestimmungen im Rahmen der EU-Bedingungen in den letzten Jahren wegen der leicht entzündlichen Extraktionsmittel enorm verschärft worden, so dass es sich wohl nicht mehr lohnt diese Methode anzuwenden.
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Hallo, und Guten Morgen!
Man sollte doch annehmen können, wo es viel Wasser gibt, müßte es auch viele Teiche und Seen geben! Ich meine nun ganz natürliche, keine Staubecken oder Zisternen mit einer äußerlichen Betonumrandung.
Davon gibt es mehr als genug! Hauptsächlich südlich von Vilaflor, wo sich auch die endlosen, überplanten Tomaten- und Bananenplantagen befinden, und längs der südlichen Ausläufer der Las Canadas.
Als ich einmal von der Autobahn kommend über San Miguel weiter nach Granadilla fahren wollte, habe von oben einen solchen See entdeckt! Er liegt bei Tamaide - El Roque kurz vor San Miguel. Da bin ich umgekehrt, um nachzusehen, ob es wirklich ein natürlicher Teich war. - Es war einer! - Umgeben von üppigen, saftigen Grünflächen und die Ufer bewachsen mit Bambus und Schilf. Er hatte einen kleinen Zulauf und einen Ablauf mit einem Wehr versehen, um den Wasserstand zu regulieren. Das lud mich ein dort eine längere Rast einzulegen. Es war einfach "heimisch" mit den vielen Schmetterlingen und Libellen!
Ein Bauer schnitt dort Gras, und wunderte sich, dass da mitten am Ufer ein Touri sich ausgestreckt hatte. Aber ein Schluck aus einer Weinflasche machte ihn dann so gesprächig, dass ich nichts mehr verstand.Sonst habe ich nirgendwo auf der Insel wieder einen solchen kleinen natürlichen Binnensee gesehen! Außer natürlich den Lagunas de Erjos im Nordwesten. Die sind jedoch unverhältnismäßig sehr viel größer und ausgedehnter als mein kleiner 'Dorfteich' es ist. Und soweit ich weiß, stehen die auch unter Naturschutz im Forstgebiet des Teno.
Schaut man von oben herab, so sind sie relativ leicht erkennbar an ihrer hell- bis dunkelgrünen Wasserfläche, wohingegen die Auffangbecken dunkel sind, und deren Betonrand gut erkennbar ist. Außerdem haben die keinen so schönen "Vorgarten" am Ufer. Das ist auch ohne Fernglas gut zu sehen!
Sollte jemand von euch noch einen kennen, so wäre ich sehr dankbar zu wissen wo der liegt!Gruß
Dieter -
Wie lebt es sich in einem „Höhlen-Haus“? - Ein Haus im Haus! -
Zu sechs Personen waren wir eingeladen ein paar Tage bei den Besitzern zweier solcher Höhlenwohnungen in diesen zu wohnen. Ich war zunächst etwas skeptisch, weil ich solch eine aus der Gegend Chinamadas im Anagagebirge schon kennen gelernt hatte. Es wurde ganz anders als erwartet!
Auch diese beiden „Wohnungen“ lagen ganz abseits im Norden der Montanas de Anagar, und sie sind nur per Geländewagen mühsam zu erreichen, auf Wegen, die sonst den Maultieren oder Eseln überlassen sind.
Diese Häuser kann man nicht kaufen; sie stehen unter Denkmalschutz!
Man kann nur ein Nutzungsrecht auf sie erwerben mit sehr strengen Auflagen. Am Äußeren darf nichts Sichtbares ver- oder geändert werden uvm. Die rechtmäßigen Besitzer sind immer noch die ehemaligen Bewohner.
Von außen machten beide Fassaden einen schmucken Eindruck, wie bei uns die Front eines schönen Familienhauses. In der Mitte die geschnitzte Eingangstür und daneben diverse Fenster, davor eine einladende Terrasse. Nebenan waren noch ein paar kleine Höhlen ohne Front, aber dazu komme ich noch.
Aber nun im Inneren, da sah es ganz anders aus!
Die Höhle hatte etwa eine Tiefe von ca. 30 Metern, eine Breite von schätzungsweise 25 Metern und eine Höhe von 8,5 Metern. Das reicht aus um ein Wohnhaus dort reinzubauen. Und so war es auch! Von dem Gestein der Decke und den Wänden war nichts mehr zu sehen; es war alles so wie in einem normalen zweistöckigen Wohnhaus auch, außer dass die Fenster in den hinteren und oberen Räumen fehlten und die Türhöhe (höchstens 1,75 Meter) und Deckenhöhe geringer waren. Die Mauern und Wände bestanden größtenteils aus Felssteinen oder grob gebrannten Ziegeln, und waren nicht verputzt. Dafür standen und hingen überall Öllampen und vereinzelnd eine indirekte elektrische Niedervolt-Beleuchtung. Die vorderen Räume mit den Fenstern, waren eigentlich mehr eine Eingangshalle in toller Ausstattung, allerdings mit Kamin versehen!
Nun komme ich zu den kleinen Nebenhöhlen: Dort befanden sich die Pumpen für die Wasserbeseitigung von den Gesteinswänden, Belüftungsgebläse, Notstromgeneratoren und diverse andere techn. Geräte und Stallungen für die Tiere.
Zwischen den Mauern der Wohnungen und den Felswänden der Höhle waren etwa jeweils einen Meter, oder wenig mehr, zugänglicher Freiraum um das Wasser abzupumpen und Versorgungsanschlüsse zu verlegen. Es gab nur einen dürftigen elektrischen Oberleitungsanschluss. Sat-Antennen sind nicht erlaubt; Handys haben keinen Empfang.
Es war urgemütlich dort drinnen, mit einem sehr angenehmen und gesundem Klima!
Das schafft keine Klimaanlage!
Abends auf der Terrasse gab es dann frisch erlegte Kaninchen vom Grill mit der obligatorischen Knoblauchsauce sowie selbst gebackenes Brot, den kanarischen Kartoffeln und den selbst angebauten und hergestellten roten Wein.
Selbstverständlich hatten wir Voräte für mindestens drei Monate mitgebracht, also einen kleinen Supermarkt. Zwei der lieben Langohren (Esel) mußten zweimal vollbepackt vom Parkplatz der Autos hochlaufen, denn direkt bis an die Häuserfronten kamen wir nicht ran. Sie wurden auch fürstlich mit Äpfeln und Möhren belohnt. Ebenso wie die Hunde, die alles bewachten.
Als die nötige Bettschwere unweigerlich kam, hatte ich die Befürchtung, dass alle Bettsachen klamm und feucht wären, was ja nicht so gesundheitsförderlich sein soll! Sie waren es nicht! Und wir haben alle geschlafen bis uns der Gong zum Frühstück weckte.
Und das ging fünf volle und herrliche Tage lang so.
Vor der Tür "mümmelte" das Abendessen, es weideten die Ziegen für den Käse und zum Briefkasten waren es gute zehn bis mehr Minuten bergab zu laufen. Gottlob kam die Post nur höchstens zweimal pro Woche!
Eine ganz schlimme und bösartige Plage sind dort die vielen Ratten! Nichts ist sicher vor deren Zugriff! Und so haben einige von uns sich ein paar Tage in aller Herrgottsfrühe, noch vor dem Aufstehen, aufgemacht um nach Kräften unter ihnen aufzuräumen. Zumindestens einige so anzuschießen, dass sie durch ihr infernalisches Geschrei die Reste ihrer Sippen vertreiben. Danach ist dann erstmal für eine Weile Ruhe vor ihnen.Die rechtmäßigen Eigentümer wohnten gleich nebenan; sie hatten natürlich ein Wohnrecht auf Lebenszeit, und waren glücklich über die „Modernisierung“ ihres „Häuschens“, die denen obliegt, die ein Nutzungsrecht erworben haben. Natürlich waren sie immer bei uns, auch mit den von ihnen selbst eingeladenen Gästen und Familienangehörigen.
So waren es mitunter gute 20 Personen draußen auf der Terrasse oder bei feuchter Abendwitterung oder Regen drinnen hinter den Fenstern am Kamin.Zu dem hier Geschilderten muß aber unbedingt angemerkt werden, dass es sich hier um zwei ungewöhnlich große Höhlen handelt! Die meisten sind sehr viel kleiner und haben überwiegend auch kein Mauerwerk im Inneren. Deswegen war ich anfangs auch sehr skeptisch, denn direkt in Chinamada sind die Höhlen alle sehr viel kleiner. Alle sind staatlich vermessen, so dass jederzeit überprüft werden kann, ob sie nicht im Nachhinein erweitert worden sind. Für viele von ihnen erhalten die Bewohner sogar staatlich Zuschüsse. Allerdings nur dann, wenn kein externes Nutzungsrecht auf sie erworben wurde, denn dann trägt derjenige den überwiegenden Anteil der Erhaltungskosten.
Von außen sieht niemand wie’s da drinnen ausschaut!
Grüße
Dieter -
Eine Forst-Inspektionsfahrt durch einen Teil des Teno-Gebirges.
Es ist sehr traurig, wenn man jetzt noch (Febr. 2008) die Verwüstungen durch die Brände sieht! Alles grünt und wächst zwar schon wieder, jedenfalls das Gras und Buschwerk.
Los ging es in aller Frühe mit drei geländegängigen Fahrzeugen von der Hauptstation des Forstamtes bei Erjos. Es sollte keine Spazierfahrt werden! So versicherte man mir, und ich könne noch absagen.
Die Jeeps waren voll beladen mit allen erdenklichen Sicherheits- und Rettungswerkzeugen (Seilzügen, Winden, Sägen, usw.) incl. großer Mengen an Proviant, Babynahrung und Dinge für den alltäglichen Bedarf!Insgesamt waren es fünf Forstbeamte, eine angehende Forstinspektorin aus Deutschland, die dort auf Teneriffa ihr praktisches Jahr absolviert, und ich als wenig nützliches Anhängsel. Dafür konnte ich mich beim Lesen der Flurkarten und bei der Dokumentation ein wenig nützlich machen.
Unsere Route folgte nicht der Feuerwalze, die aus der Richtung von Icod über Erjos bis nach Santiago del Teide wohl gekommen ist, sondern wir bogen direkt auf Forstwegen hoch zum Pass auf die westliche Seite des Tenogebirges ab.
Zwischendurch wurden noch einige völlig verbrannte Forsthütten, die auch als Feuerwachen dienen, angefahren, die sich aber schon wieder im Aufbau befanden. Es roch noch überall nach Brand, trotz der Feuchtigkeit und der Zeit, die vergangen war. Es wird viel getan!
Baumwurzeln und verbrannte Stämme werden nicht abgeräumt, sondern nur zersägt. Sie sollen vor der allzu schnellen Erosion schützen. Die meerseitigen Ebenen und Ausläufer waren weniger betroffen, denn dort gibt es keine Hochwälder, sondern mehr Niederwuchs. Aber auch der war gerade wieder dabei voll zu sprießen. Anders als in den Wäldern vor und am Grat. Von Las Portales folgten wir dann der Straße nach Masca.
Dort sah es schon sehr traurig aus! All die Terrassen-Plantagen an den Hängen und die Häuser waren schwarz verbrannt. Die uralten Palmen und Laubbäume sind verbrannt. Nach Masca selbst sind wir nicht weiter runter gefahren, denn dort war der Wiederaufbau in vollem Gange. Was ich aber durch den Feldstecher sah, ließ mich schaudern!- Mein schönes Masca, mein „Gummibärchendorf“! – Wie Recht hatten doch die alten Gründer des Dörfchens ihre Häuser an felsigen und unwegsamen Hängen zu bauen! Jedenfalls so fanden die Flammen, die herüber von Santiago gekommen sind, weniger Nahrung.
Wir brauchten ein Nachtquartier, denn am nächsten Tag waren die sehr abgelegenen Bauernhöfe und die Hochebenen des Teno vorgesehen. Irgendwann verspürt man in den Geländewagen auf diesen Pisten auch sein eigenes Knochenskelett nicht mehr. Alles schmerzt nur noch, oder ist betäubt von der Rüttelei!
Also Übernachtung unter Zeltplanen im Schlafsack, und kein Dreisterne-Menue. Dafür dreckig, durchgeschwitzt und sehr betrübt über das Gesehene. Und dabei war das Gröbste doch eigentlich schon vorbei! Jetzt kam der ‚Papierkram’ dran. Alleine der Praktikantin mussten wir großes Lob zollen. Sie kam aus dem Schwarzwald, und war wohl schon etwas vertraut mit solchen Geschehnissen. Jedenfalls war sie der noch ‚nicht verbrannte Baum’ in unserer Runde! Sie hat uns alle aufgemuntert.Morgens ging es weiter in die entlegenen kleinen Siedlungen, bzw. Höfe zur Küste hin. Die liegen sehr abseits, und dorthin geht es talab- und talaufwärts. Wenn man das von höheren Punkten aus sieht, dann denkt man es ist nicht weit, vielleicht eine viertel Stunde Autofahrt!
Das ist ein Trugschluss! Es dauert dann teilweise eine Stunde um dieses Anwesen zu erreichen. Und dort leben noch Großfamilien.
Über die Babysachen und sonstige Artikel freuten sie sich sehr. Die Hügel und Weiden waren zwar auch abgebrannt, aber es spross und wuchs wieder alles. Und ihre Ziegenherden waren wenig dezimiert worden. Wobei eine verbrannte Ziege dort für einen Bauern schon ein großer Schaden ist. Zumal die Tiere in Panik geraten und in die Schluchten stürzen! Auf anderen Höfen sah es ebenso aus.Es wurde dann eine Bestands- und Verlustaufnahme erstellt, denn kurz nach den Bränden hat die Regierung Gelder freigegeben.
Wir übernachteten dort abermals, diesmal jedoch nicht unter provisorischen Planen.Was ich so mitbekam ist, dass man die Hochwälder nicht einfach so aufforsten kann, weil: Es fehlt an geeigneten Pflanzen, an Material, an Arbeitskräften! Unsere mitteleuropäischen Baumarten sind dafür nur sehr bedingt geeignet. Selbst regenerieren können sich große Waldflächen nicht mehr! Dazu ist der Schaden zu tiefgreifend. Zur Freude aller wuchsen aber schon wieder Buschwerk und Gräser; somit ist jedenfalls die allzu schnelle Abtragung der Oberfläche vorerst gebannt.
Und auf ging es auf direktem Weg über den Pass dahin zurück von wo wir gestartet waren. Das dicke Ende ist der Papierkrieg: Katalogisierung, Schadenszuordnung, bisherige Erfolgsmaßnahmen, weitere Empfehlungen, usw. ----- ! Alle Berichte gehen direkt an das zuständige Ministerium.
Und das alles von ein paar Verbrechern verursacht, die mal sehen wollten wie ein Wald brennt! Oder die in höherem Auftrag für 'Bauerwartungsland' sorgen sollten?! Das kennt man ja von Mallorca aus früheren Zeiten. Denn es scheint eindeutig festzustehen, dass hier Brandstifter am Werke waren. Alleine schon aus der Tatsache heraus, dass auch an anderen Orten der Insel zur gleichen Zeit große Brände ausbrachen! Ein Übergreifen auf die nördlichen Flanken des Teide hoch vom Orotavatal konnte jedoch weitgehendst abgewendet werden.
Ich bin zutiefst beeindruckt davon was schon geschehen ist was noch folgen wird und mit welchem gut koordiniertem und engagiertem Aufwand und Einsatz alles angegangen wird! Es scheint so, als hätten sich alle Einwohner diese Katastrophe zu ihrer eigenen gemacht. Ein Politikum ist für mich jedenfalls offensichtlich nicht erkennbar.
Viele Privathäuser sind Opfer der Flammen geworden, und viele Menschen mussten evakuiert werden!
Nun kommt es darauf an die Gelder an die richtige Stelle zu bringen, und nicht diejenigen zu füttern, die jetzt vergeblich mit Bauland spekuliert haben. Die Ermittlungen sind längst noch nicht abgeschlossen!
Und eben hierzu diente und dienen diese regelmäßigen Inspektionsfahrten!
Abgelegenen Grundbesitzern wurden schon von dubiosen Geschäftemachern Angebote für den Verkauf ihres Landes unterbreitet. Und das schon zu einer Zeit, als noch nicht einmal gesagt werden konnte, dass die Feuer gelöscht sind!Soetwas ist in meinen Augen einfach nur erbärmlich und skrupellos!
Gruß
Dieter -
Soeben habe ich eine Mitteilung von Teneriffa erhalten, dass es auf La Gomera am Wochenende wieder Brände gegeben haben soll.
Trotz der mittlerweile starken Kontrollen, auch auf Teneriffa. Schon im Februar sind die Feuerwachen sehr verstärkt worden, und es gibt spontane Kontrollen an den Rast- und Grillplätzen, auf denen in den letzten Jahren unliebsame und illegale Zuwanderer und "Händler" ihr provisorisches Quartier aufschlagen.
Es soll zu erhöhter Wachsamkeit seitens der Behörden aufgerufen worden sein, auch deswegen, weil die Vorkommnisse teilweise mit hoher krimineller Energie ausgeführt werden. Auf Gran Canaria soll es noch schlimmer sein!
Also, liebe Urlauber dort, lasst euch nicht auf Händeleien ein und gebt Acht auf euer Eigentum, besonders wenn ihr unterwegs seid. Macht euch jemand dumm an oder kommt euch merkwürdig vor und geht euch nicht von der Pelle, dann schreit ihn sehr lautstark an; das ist sehr wichtig! Aber werdet niemals von euch aus handgreiflich, wenn es kein körperlicher Selbstschutz ist! Vor allem in den Hauptzentren mit großen Menschenansammlungen (Loro Parque, Wochenmärkte, sonstige Touristenattraktionen, ... ) ist das ein überaus wirksames Mittel! Es bedeutet immer Alarm!
Macht euch den Gedanken zur Gewohnheit: Die sind nie alleine!Lasst euch nie anfassen, so kumpelhaft unter den Arm, um die Schulter, oä.. Ein Spanier würde das nie tun, es sei denn er reicht euch die rechte Hand zum Gruß von Angesicht zu Angesicht und legt seine linke Hand leicht auf eure rechte Schulter oder an den Oberarm. Das ist aber ein klares Zeichen von Freundschaft mit ihm! Es kann mitunter lange dauern bis er es tut! Diese Geste kenne ich eigentlich auch nur zwischen Männern.
Spanier vermeiden körperliche Nähe und Kontakt mit anderen, die nicht zur näheren Familie gehören, selbst dort auch nicht in der Öffentlichkeit, außer bei sehr guten Freunden, wie oben beschrieben! Aber dann kennt man sich schon sehr gut, und es besteht keine Gefahr oder ein Missverständnis.
Nehmt immer eine Kopie des Personalausweises mit auf euren Touren, denn wer sich nicht ausweisen kann, gerät schnell in einen Verdacht und steht großem Misstrauen gegenüber. Und das auszuräumen kostet oftmals viel Zeit und Geduld!Die 'Stahlarmbänder' sitzen bei der Polizei und anderen Schutzkräften seeeehr locker gegenüber diesen ungebetenen Aufdringlingen. In deren Haut ich aber dann nicht stecken möchte!
Ein gut gemeinter Rat, den es sich lohnt ihn zu beachten!
Gruß
Dieter -
Ein Besuch auf einem Gebrauchsgüter- und Tiermarkt!
Auf der Strecke von Buenavista nach Masca, zwischen Portela Baja und Las Portelas, findet monatlich samstags ein Markt statt, der eigentlich so keine Touristenattraktion ist. Er liegt ziemlich abgelegen und man findet ihn nur schwer. Schon früh morgens beginnt er.
Dort gibt es alles zu erwerben, was des Bauern Herz höher schlagen lässt. Er ist auch nur für diese Käufer- und Verkäufergruppe gedacht. Trotzdem kommen die Einwohner teilweise von weit her, um an diesem „Fest“ teilzunehmen, auch wenn sie keine Kunden sind oder etwas zu verkaufen haben. Man darf es aber nicht mit einem deutschen Flohmarkt vergleichen oder verwechseln, außer dass alle Geräte gebraucht sind!
Hier gibt es alles, vom Trecker, Acker- Haushaltsgeräten, Nutztieren, bis hin zu Ernteerzeugnissen aus der Region. Und zwar nur einheimische Produkte und Gebrauchtwaren! So wie etwa in den Markthallen von Icod. Fremde und unbekannte Händler, sowie aus anderer Staaten kommend, sind nicht erwünscht und werden schnell entfernt. Jeder erfolgreiche Handel wird noch per Handschlag abgeschlossen und besiegelt. Man kennt sich untereinander, aber handeln ist trotzdem Pflicht.
So auch bei uns, als wir die jungen Ziegen für unsere Nachbarn erstehen wollten, von denen ich schon berichtete.
Nun ist es so, dass die Händler nicht mit einer ganzen Herde anreisen, sondern nur mit ein oder zwei typischen Exemplaren, z. B. einem braunen und einem weißen oder gescheckten Tier als "Muster". Die „Züchter“ sind bekannt und man kann ihnen vertrauen. Trotzdem kauft man nicht die ‚Katze im ****’! Denn Betrügereien werden untereinander streng geahndet.
Nach langen und zähen Verhandlungen erstanden wir dort acht halbwüchsige weibliche Ziegen, die wir uns aber selbst vom Hof abholen mussten, denn den Transport muss man selbst bewerkstelligen, was aber kein Problem darstellt. Dazu noch ebenso viele Glöckchen mit verschiedenem Klang und wir handelten aus, dass uns eine ältere „Ziegentante“ für die Zeit der Eingewöhnung ausgeliehen wurde. Das ist außerordentlich großzügig. Die Glöckchen sind wichtig falls sich die Tiere in fremder Umgebung einmal verlaufen sollten, wenn die „Tante“ mal nicht aufgepasst hat. Ein Böckchen nahmen wir noch nicht mit, denn die sind in dem Alter noch ziemlich rüpelhaft zu ihren Schwestern. Er kann dann später „Pascha“ werden, wenn sich seine Geschwister nicht mehr alles gefallen lassen. Es ist überhaupt so, dass meistens in einer Herde die älteren Ziegen das Sagen haben, ohne das Imponiergehabe der Böcke!
– Fast menschlich?! –
Unser Großeinkauf sprach sich schnell herum, ebenso wie unser vorteilhafte Handel. Das zollte den anderen Händlern wohl Achtung. Waren doch meine Gastgeber alles andere als Landwirte, sondern bekannte emeritierte Wissenschaftler. Selbst der Bürgermeister erwies uns die Ehre einer Begrüßung.
Außerdem „lief“ uns noch eine „Bergziege“ samt einachsigem Hänger über den Weg für einen sehr günstigen Preis. Das ist ein Gefährt, das man bei uns auch aus den Gebirgsregionen kennt. Ein ganz kleines dreiräderiges Zweitakt-Treckerchen mit einem Doppelgabellenker. Das ist ein richtiges Multifunktionsgerät, sehr robust und kaum kaputt zu kriegen. Es ersetzt nicht nur praktisch den Esel vor dem Wägelchen, sondern auch andere Hilfsgeräte können angeschlossen werden, und musste nur noch etwas aufgefrischt werden. Ansonsten war alles gut gepflegt und voll funktionstüchtig. Und das zu überprüfen und zu erledigen fiel mir als Aufgabe zu, ebenso wie die Unterweisung der neuen Besitzer im Umgang mit dem Gerät.Das war ein guter Kauf und ein erfolgreicher Tag, der dann in einem Gasthaus mit Wein, Brot und Schinken standesgemäß besiegelt wurde, ganz ohne Papier.
Als wir heimkehrten und unseren Nachbarn das berichteten, wollten sie es gar nicht recht glauben, dass wir solch einen guten Handel abgeschlossen hatten. Sie wussten vorher nichts von unserem Vorhaben. Und als ihnen nun gesagt wurde dass das alles für sie sei, da standen ihnen die Tränen in den Augen; sie konnten ihr Glück kaum fassen! Waren doch ihre Häuser auch schon renoviert aus- und angebaut worden.
Die Ziegen beherbergten meine Freunde noch eine kurze Zeit zur Eingewöhnung auf ihrem Anwesen, und behielten zwei davon für sich selbst.
Es war ein fairer Handel bei dem niemand übervorteilt worden ist!Ein wunderschöner und unvergesslicher Tag ging zu Ende! Und wir haben alle kräftig gefeiert und am Glück unserer Nachbarn teilgenommen!
Am Sonntag fuhren wir dann alle mit Kind und Kegel, und egal welchen Glaubens, mit einem Bus zur Messe nach Icod mit anschließendem gemeinsamen Mittagsessen in einem ländlichen Gasthof.Gruß Dieter
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Hallo, liebe Forumsgemeinde,
ich vermisse etwas Beteiligung von Euch! Diesen Thread möchte ich doch nicht alleine durchziehen, das gibt nur Mißstimmung und Ärger, womöglich noch mit dem Admins. Das würde mir so gar nicht angenehm sein!
Also wo seid ihr alle, die Teneriffa kennen?Diese Schilderungen sind das was ich so sehr liebe auf meinen Besuchen dort und auch anderswo.
Hotels, Attraktionen, und die meisten großen Sehenswürdigkeiten verlieren weitgehenst mein Interesse, wenn ich sie schon kennengelernt habe, außer ich möchte hinter die Kulissen schauen und die Hintergründe erkunden. Das klingt hochmütig, ist es aber ganz gewiss nicht! Ich liebe es eben mehr dem "Volk aufs Maul zu schauen" und mich unter ihnen zu bewegen und ihre ganz spezifischen alltäglichen Gepflogenheiten, Sorgen und Eigenarten kennenzulernen, das reizt mich mehr als ein berühmter Stuhl auf dem vielleicht einmal eine ebenso berühmte Person gesessen haben soll! Der Stuhl ist stets der gleiche, nur eben der Po auf ihm war ein anderer. Und was geht mich der an, wenn er nicht mehr draufsitzt!Als Tourist werde ich ohnehin überall sofort identifiziert. Dabei kommt es aber für mich darauf an in welche Kategorie man mich einordnet. Das ist mir sehr wichtig!
Natürlich ist es von unschlagbarem Vorteil jeweils ortsansässige Freunde zu haben, womöglich noch bekannte und einflußreiche Personen, aber am Beginn steht und stand immer die Selbsteroberung all dessen was ich weiß und kennengelernt habe.
Insofern muß ich auch oft passen, wenn man mich nach Hotelempfehlungen oder "was muß man gesehen haben" fragt, was mir teilweise schon recht angekreidet wurde als Zielexperte. Ganz abgesehen von den Anmerkungen, dass das hier ein Reiseforum sei und kein Spielplatz für Reiseerlebnisse!Das ist nun einmal das Geleis auf dem ich fahre!
Und ich beherrsche die spanische Sprache immer noch nicht!Gruß Dieter
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... ein Ort an dem man nicht vorbeifahren sollte, ohne ihn und die Basilica Nuestra Senora de la Candelaria besucht zu haben!
Für jeden Einwohner Teneriffas gilt es als ungeschriebene Pflicht einmal im Jahr dort gewesen zu sein!
Man erreicht diesen Ort ganz einfach und bequem von der Südautobahn aus. Im Ort selbst führen alle Wege quasi hin zur Basilica, man kann sie nicht verfehlen, sie liegt direkt am Meer. Vor der Basilica ist ein sehr großer Platz.
Am 14/15 August wird dort das größte Fest der Kanaren gefeiert! Das Romeria de la Virgin de Candelaria, mit einer großen Prozession.
Schon Tage vorher rollen LKW-Ladungen voller Blumen an, die dann auf diesem Platz zu wunderbaren Heiligenbildern, Wappen der Provincen, von den Einwohnern mit äußerster Sorgfallt und viel Liebe verlegt und bewässert werden - Tag und Nacht! Es sieht einzigartig aus! Der Platz ist dann natürlich vor dem Fest für jeden anderen tabu!
Der Schatz der Basilica ist eben diese kleine Madonna 'Virgin de Candelaria', um die sich viele Geschichten, Gerüchte und Spekulationen ranken. Sie ist die Schutzpatronin der Kanaren - nicht nur dieser Insel selbst!Seitlich hinter dem Hauptgebäude befindet sich eine große Kerzengrotte in den Felsen. Darin brennen hunderte von Kerzen, wenn nicht viel mehr noch. Ich habe sie nie gezählt.
Vor der Kirche und dem Platz, zur Seeseite hin, stehen dann die großen steinernen Skulpturen der sieben oder neun, weiß ich nicht genau, Guanchenkönige Teneriffas.
Eine Messfeier dort mitzuerleben ist auch für Nicht- oder Andersgläubige ein nachhaltiges Erlebnis.Zigtausende Menschen von allen kanarischen Inseln kommen alljährlich zu diesen Feiertagen nach Candelaria!
Das ist das Heiligtum Teneriffas und der Kanaren, und ein gläubiger und fester Orientierungspunkt vieler einfachen Bewohner Teneriffas, vorwiegend der Landbevölkerung. Es ist einfach ein Bestandteil ihres Glaubens.
- Und das ist gut so wie es ist! -
Gruß Dieter
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Ein klassischer Orgelbauer auf Teneriffa! - Kann das möglich sein?
..... Und ob!
Auffällig ist doch, dass es in den Kirchen, ich schließe alle anderen Bezeichnungen mit ein, keine Orgeln gibt, in dem Sinne, wie sie bei uns üblich sind, mit vielen Pfeifen, Registern, Zügen und Gebläsen, also richtige uns vertraute Orgeln, deren Töne durch luftangeblasene Pfeifen entstehen.Und doch gibt es einen dieser Orgelbauer auf der Insel! Er lebt schon länger da, ist nicht mehr "neuwertig", aber er stellt keine Instrumente der "Elektronik-Generation" her, bei denen man doch nur eine Platine neben die andere platzieren muß.
Er kommt aus Oberfranken und hat sich dort auf Teneriffa mit seiner Frau für sein Alter niedergelassen. In einem Teil der Insel, wo man es nie vermuten würde, im Anaga-Gebirge, weit entfernt jeglicher modernen Zivilitation. Die Bezeichnung Erimitage (Einsiedelei) würde wohl passend sein. Trotzdem macht er noch weiter, denn seine Orgeln bedeuten ihm viel mehr als ein Leben mit Elektronik; gut, das muß man verstehen können!
Speziell hat er sich nun auf die Herstellung von hölzernen Blasinstrumenten
(Rohkörper für Oboe u Fagott, usw.), und Pfeifen für kleine Orgeln spezialisiert. Sein Domizil und seine Werkstatt sind wie bei dem Balkonbauer ein alter Landbesitz an einem Hang.
Sein Freizeit-Geschäft läuft sehr gut, wohl auch weil "Naturware und Handarbeit"! Wie er uns erzählte hat er zahlreiche Kunden auch aus Deutschland. Weiterhin beschäftigt er sich noch mit Reparaturen. Einmal im Jahr besucht er auch seine alte Heimat um dort Aufträge auszuführen. Also ganz und gar abgenabelt hat er sich noch nicht. Wir fragten ihn nicht nach den Gründen seiner "Flucht"!Wir hatten bei unserem Besuch nur ein Dach über dem Kopf, bzw. eine karge Kammer. Komfort gab es nicht! Ein * genügte auch!
Ein- bis zweimal in der Woche kommt ein Nachbar vorbei, fragt nach Wünschen und besorgt seine Einkäufe aus der Stadt. Materialbestellungen und deren Zustellung würden wohl auch Wochen dauern.
In dieser Gegend wohnen noch mehrere "Austeiger" ähnlicher "Bauart"!
Sie alle leben fast wie Eremiten, und sie haben es sich auch so gewünscht und sind vollauf glücklich und zufrieden damit!Gruß Dieter
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Bei den Teide-Rangern zu Gast!
Im Naturschutzgebiet der Las Canadas! Eine gefürchtete Truppe!?
Es war eine Einladung, die anzunehmen und zu befolgen längst überfällig war.
Und so meldeten wir – ein einheimischer Freund und ich - uns zu diesem Besuch bei ihnen an.Diese Hüter des Nationalparkes Las Canadas sind eine Spezialeinheit der Guardia Civil. Es ist eine große Ehre und gleicht einer Auszeichnung zu ihnen berufen zu werden. Nicht nur absolute körperliche Fitness wird verlangt, sondern auch viele andere Fähigkeiten. Eine besondere Schulung geht ihrem Dienstantritt voran. Dort oben sind sie weitgehenst auf sich alleine gestellt und können nicht gleich nach der „Mama“ rufen wenn mal etwas nicht klappt. Sie sind alles mögliche zugleich: Büroarbeiter, Feuerwehr, Bergsteiger, Sanitäter und natürlich Wächter und Hüter der strengen Parkvorschriften und
-verordnungen, mit weitgehenden Befugnissen versehen. Dementsprechend ist auch ihre Ausrüstung ausgelegt. Trotzdem leben sie in ihrer kleinen „Kaserne“ Casa Cuartel de la Guardia Civil sehr abseits und spartanisch und müssen für alles selbst sorgen. Ebenso wie in den Schutzhütten, die verstreut im ganzen Gebiet verteilt sind.
Es sind harte und motivierte Burschen! Viele, die dort einmal Dienst machten, sprechen voller Stolz von dieser Zeit als Ranger. Sie verstehen sich als Schutztruppe für andere, vorwiegend für die vielen Besucher, nicht unbedingt als Polizeiorganisation, welches ja ihr eigentlicher Auftrag ist!Unser Auto mussten wir am Centro de Servicos del Parque ein Stück entfernt vom Parador abstellen, denn die Unterkünfte liegen mittendrin im felsigen Gebiet mit schlechten Zufahrtswegen. Man erwartete uns schon am frühen Morgen.
Nach einer herzlichen Begrüßung wurde auch nicht lange palavert. Uns wurde eine Kammer zugeteilt, der obligatorische Kompass mit topographischer Karte des Gebietes, ein Sonderausweis, ein wetterfester Overall, ein breitkrempiger Hut und ein Rucksack mit Erster Hilfe-Ausrüstung. Fernglas und Bergstiefel, sowie Wetterbekleidung hatten wir selbst mitgebracht.- Und einige nützliche und schöne Präsente für unsere Gastgeber. -
Das waren aber auch schon die Formalitäten.
Kurz danach hieß es auch schon umziehen und nach Empfang einer Marschverpflegung dann: Aufsitzen zu einer Kontrollfahrt durch einen Teil des Gebietes. In zwei geländegängigen Jeeps mit je drei Rangern ging es los über Stock und Stein. Jeepfahren ist Gewöhnung, sonst tun einem nachher alle Knochen weh.
Längs einer vorgegebenen Route wurden einige Schutzhäuser und deren Notverpflegung (sie stehen jedem offen der Schutz benötigt! Jedoch muß er dieses bei Konsum der Notverpflegung in ein Buch eintragen. Das ist Ehrensache für jeden alpinen Wanderer!) kontrolliert und zwischendurch oft mit den Ferngläsern ein Rundblick auf die Umgebung und besonders die Hauptstrasse und die Miradores (Aussichtsparkplätze) gehalten. Man glaubt es nicht wie gut man von einem erhöhten Punkt aus alles genau beobachten kann. Kein Parksünder wäre denen durch die Lappen gegangen, und hätte er auch nur eine leere Zigarettenschachtel aus dem Auto geworfen. Per Funk wäre sofort eine Streife auf ihn angesetzt worden; und dann hätte er viel blechen müssen. Es gab keine Beanstandungen nur den Vermerk im Protokoll: Keine Vorkommnisse! Wie man mir versicherte ein seltener Fall im Tagesablauf. Jeden Abend wird ein Tagesbericht per Fax an die Zentrale in Santa Cruz gesendet.
Abends machte die Truppe noch einen Marsch in voller Ausrüstung, an dem ich nicht teilnahm. Es hat keinen Wert mit diesen durchtrainierten Leuten mithalten zu wollen. Darum kümmerte ich mich besser mit um die Vorbereitungen des Abendessens und die Entstaubung und Pflege der Bekleidung, auch der anderer.
Später kam noch ein offenbar höherer Offizier vorbei um uns zu begrüßen und den nächsten Tagesablauf zu besprechen, trotz Mail, Fax, Funk und Telefon. Es ist zwar eine militärisch organisierte Spezialeinheit, aber so recht besehen haben wir nie diese Hirarchie gemerkt. Niemand hatte Rangabzeichen sichtbar an seiner Uniformbluse, sondern nur ein einfaches aufgenähtes Namensschild mit seinem Vornamen.
Morgens um 4:30 Uhr heißt es aufstehen, waschen, Rucksack packen für ein längeres Unternehmen und frühstücken. Jeder bekommt das gleiche Verpflegungspaket und Trinkwasser. Danach wird nochmals der Tagesplan durchgesprochen. Ein Team mit 3 Rangern geht von Westen zum Pico Viejo, wir gehen östlich vom Teide auf halber Höhe bis zum Kreuzungspunkt mit den geführten Aufstiegen zum Pico. Bis zur Montana Blanca hoch können wir fahren, aber dann gehen wir Wege, die Touristen nicht ohne Sondergenehmigung begehen dürfen. Die Viejo-Truppe ist zwar viel höher, aber sie können auch viel höher mit dem Jeep fahren.
Nach 2 Std. Marsch erreichen wir die Wegkreuzung mit den Wanderern. Eine kurze Rast, und dann kommt auch schon die erste geführte Gruppe hoch. Die Führer müssen Auskunft geben können über die Genehmigungen und das körperliche Befinden ihrer „Passagiere“. Es wird nicht zweckmäßiges und geeignetes Schuhwerk bei einigen Wanderern beanstandet. Dafür ist der Führer verantwortlich! Und schon kommt die nächste Gruppe, usw. ….. Wir gehen noch etwas weiter aufwärts, bis zu einem Schutzhaus. Kleine Pause, und schon geht es wieder runter nach „Hause“. Dieser Kontrollgang war harmlos und ohne Probleme, im Gegensatz zu denen, die am Pico Viejo waren. Das ist ein tückisches Gebiet, denn viele Seilbahnfahrer laufen dort hin. Der Weg zum Nebenkrater ist zwar gut ausgebaut und nicht schwierig, wenn die Wanderer auf den Wegen bleiben würden. Das Umfeld sind scharfkantige Felsbrocken, die erhebliche Verletzungen verursachen können. Dort gibt es regelmäßig Schürf- und Stauchungsverletzungen.
Zurück im Camp gab es ein kurzes Abendbrot. Danach war Schuhpflege (mit Lederfett) und Reinigung angesagt. Auf der provisorischen Terrasse spielte man Gitarre und genoss den Sonnenuntergang. Alkohol und Tabak sind sehr verpönt, aber nicht verboten.
Später rief dann noch das Parador an wegen ein paar randalierenden und angeheiterten Gästen. Das war ein sehr kurzer Prozess für die Ranger. Meistens brauchen sie nur auftauchen, dann ist schon Ruhe!
Leider geht es selten so harmlos zu wie an diesem Tag. Vielfach heißt es bei glühender Hitze unter großen Anstengungen jemanden mit einem Kreislaufkollaps aus den Felsen zu holen, oder aber die verbotenen Wege in halber Höhe des südlichen Kraterrandes zu begehen um einen Wanderer dort zu bergen, der sich überschätzt hatte und nun auf dem schmalen Pfad, der nur angeseilt von den Rangern begangen werden darf, nicht mehr vor und nicht zurück konnte. Unter ihm ein sehr tiefer Abgrund. Da zeigt sich das ganze Können, die körperliche Fitness und die Motivation dieser Einheit. Es ist eine hervorragend organisierte Mannschaft, - wie sie sagen zum Wohle der Besucher. Das kann ich nur bestätigen!
Wer von ihnen wegen eines Verstosses gegen die Ordnung und Vorschriften dieses Naturschutzgebietes geschnappt wird – und das sind sehr viele – der hat selbst Schuld. Und die Strafen sind sehr hoch bei Verstössen gegen jeden, auch für die eigenen Landsleute!
Die nächsten Tage verliefen nicht so friedlich. Da gab es schon mal einen geprellten oder verstauchten Fuß bei dem ich dann endlich mal mit meinem Erste-Hilfe-Gepäck richtig helfen konnte. Der Wanderer wurde nach einer Bandagierung zurückbeordert bis zu einer Stelle an der ihn ein per Funk bestelltes Auto abholen sollte. Gegen diese endgültige Anweisung der Ranger gibt es keinen Einwand. Ein Autofahrer wurde beobachtet, der eine Tüte mit Müll aus dem fahrenden Wagen an der Müllbox vorbei warf und weiterfuhr. Weit kam er nicht! Meine Begleiter meldeten den Vorfall sofort per Funk an die Kollegen der Streife, und schon hatten sie ihn! Das ist wohl sehr teuer für ihn geworden, denn die Parkverordnungen und Hinweise stehen unübersehbar auf großen Tafeln in allen gängigen Sprachen überall an den Zugängen zum Naturschutzgebiet. Wanderer bekommen Merkzettel mit auf den Weg.
Es ist immer so im Plan vorgesehen, dass an einem Tag ein Teil der Mannschaft Bergstreifen macht und der andere dann die Strassen im Auge hat und umgekehrt.
Lasst euch nie mit den Rangern ein, sie sind hart und gnadenlos auch bei den ausgefallensten Ausreden. Mit denen ist wirklich nicht gut Kirschenessen! Es ist gut dass es sie gibt! Wer mit ihnen in Konflikt kommt, ist selber schuld. Auch wenn es noch so hart klingen mag! Er hat keinerlei Chance, denn ein Prozess ist in 2-3 Tagen im Schnellgericht in Santa Cruz abgehandelt - ganz ohne Psychologen und Analyse seiner schwierigen Jugend!

Dort habe ich sehr vieles gelernt und gesehen, besonders von der Natur, der Fauna und Flora, was man selten bis gar nicht zu sehen bekommt.
Beim Abschied bekamen wir ein „Ranger-Diplom“ mit einer Anstecknadel und unseren Hut als Andenken geschenkt.
Den Hut ziehe ich auch heute noch vor diesen harten Burschen und deren Disziplin, die Teide-Ranger genannt werden! Sie sind fast nicht auffällig oder sichtbar, aber sie sind dort dennoch allgegenwärtig!
Nichts aber auch gar nichts geschieht in diesem Gebiet ohne dass sie nicht informiert werden.Gruß Dieter
- Und einige nützliche und schöne Präsente für unsere Gastgeber. -
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Bei den Pfeifen-Schnitzern und-Drechslern im Orotavatal!
Das ist eine Kunst und ein seltener Beruf, denn passionierte Pfeifenraucher oder –Sammler sind ein sehr wählerisches „Völkchen“!
Eigentlich rauchen sie weniger, sondern genießen die Pfeife und den Tabak ihrer Wahl. Es scheint eine Wissenschaft für sich zu sein!? Jedenfalls ist sie sehr subjektiv, was durchaus nichts Negatives bedeutet. Man sagt ja auch, dass Pfeifenraucher sehr geduldige und sympathische Zeitgenossen sind! Mag es sein wie man es sagt!
Wir wollen eine solche ganz kleine Firma besuchen.
Also einen Pfeifenhersteller auf Teneriffa!Was tun nun diejenigen, die diese alte Kunst des Pfeifenschnitzens noch beherrschen? Sie schließen sich zusammen.
Einer von den beiden Könnern kommt aus Tirol, der andere aus Frankreich. Es ist ein eher kleiner Betrieb mit nur ein paar Angestellten, aber mit vielen Liebhabern und Kunden, vorwiegend von den britischen Inseln und dem spanischen Festland. Reine Handarbeit ist gefragt, vom Stück Rohholz bis zur fertigen Pfeife. Vorgefertigte Rohlinge z. B. aus Frankreich werden nicht verwendet.
Jedes „Rauchwerkzeug“ wird individuell nach den persönlichen Wünschen angefertigt. Alles sind demzufolge Unikate. Einen Musterkatalog gibt es nicht, dafür aber mittlerweile ein kleines Geschäft in Santa Cruz und Puerto de la Cruz mit allem Zubehör und unzähligen Tabaksorten.Es sind zwei ältere Herren mit ihren Familien, die sich am Hang des Tales angesiedelt haben. Sehr oft ist der französische Partner unterwegs um das Rohmaterial zu beschaffen, und das im ganzen Mittelmeerraum und vorwiegend in Frankreich.
Es ist das Holz der Mooreiche und das Wurzelholz der Baumheide, auch Bruyere genannt, das hier Verwendung findet. Letzteres sind ziemlich phantasievoll gewachsene und knorrige Wurzelknollen, und es ist sehr teuer und hitzebeständig. Also viel Ausschuss darf es bei der Verarbeitung nicht geben, das wäre dem Geschäft abträglich!
Die Herstellung einer Pfeife ist ein handwerklich aufwendiger Prozess und erfordert viel Geduld sowie eine gute Vorstellungsgabe des Endproduktes. Und all das haben beide dieser Künstler in sich vereinigt.
In vielen Regalen eines speziellen Raumes mit einem besonders geeigneten Klima lagert das Rohmaterial, zum Teil schon seit vielen Jahren. Es sieht ganz unscheinbar farblos aus, aber wenn es geschnitten wird, dann wird diese schöne Maserung besonders der Bruyere sichtbar. Keine gleicht der anderen.
In den Werkstätten lagern viele Roh-Stücke in den verschiedensten Bearbeitungsphasen bis hin zur endgültig polierten, gewachsten und versiegelten Pfeife. Sehr viel Schnitz- und Schleifarbeit ist dazu nötig. Fast gleicht der Werkraum schon einem Zahnarztlabor mit den ganzen kleinen Fräsen, Bohrern und Schleifköpfen an biegsamen Wellen mit hoher Drehzahl. Wobei hier nur der Kopf mit dem kurzen Anschlußstutzen einer Pfeife gemeint ist!
Bei so vielen Arbeitsgängen ist es nicht verwunderlich, dass allerbestenfalls nur höchstens ein halbes Dutzend davon pro Monat hergestellt werden können. Die Lieferzeiten sind sehr lang, wie auch ebenso die Auftragsbücher.Die beiden Künstler leben für und mit ihren Produkten, und wurden des Erklärens nicht müde. Vieles war mir unverständlich und Fachlatein, aber in mühevoller und geduldiger Kleinarbeit wurde mir auch das genau erklärt.
Manchmal sitzen sie auch draußen vor ihrem Haus und schnitzen. Das sieht dann aus wie bei den Herrgottschnitzern in Oberammergau! Die Werkzeuge sind rasiermesserscharf, denn die Hölzer sind sehr hart.
Obgleich man sich alle Mühe gab mich zum Pfeifenraucher zu bekehren, blieb ich dennoch standhaft. Den Preis für eine auch nur mittelmäßige Pfeife gab mein Budget einfach nicht her, denn die Preise sind natürlich sehr hoch. Auf den britischen Inseln zahlt man sie aber gerne für ein gutes Stück.
Eigentlich sah es hier in den kleinen Werkräumen fast ebenso aus wie bei den anderen schon geschilderten Schnitzern, nur die Objekte waren andere.
Trotz der Abgeschiedenheit dieser Werkstatt pilgern immer wieder Liebhaber hier herauf. Manchmal auch nur zum Staunen und Bewundern.
Beide Herren lassen sich gerne bei einem Gläschen Wein und ein paar Tapas bei ihrer Arbeit zusehen und haben eine „Engelsgeduld“!
Der Blick auf die Hänge des Tales mit ihren Zitrusplantagen ist einzigartig.
Und so etwas alles gibt es auf Teneriffa!
Nur durch meine Freunde und Gastgeber habe ich überhaupt die Möglichkeit solches kennen lernen und erleben zu können!
Und dafür bin ich sehr dankbar!
Fast einen ganzen Tag brachte ich dort zu ohne müde oder überdrüssig zu werden noch mehr zu sehen und zu erfahren, denn wann und für wen ergibt sich schon mal eine solche Chance!Gruß Dieter
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Zur Mittagsmesse nach Candelaria!
….. Und das mit den Einwohnern einer kleinen Siedlung! Man kann es noch kein Örtchen nennen. Es besteht nur aus fünf kleinen Häuschen, die sehr verstreut liegen. Nur einer im „Dorf“ hat einen Fernseher. Radios gibt es schon mehrere, aber das sind meistens alles Geschenke. Sie leben dort vorwiegend von dem was sie selbst anbauen und was ihre Tiere hergeben, und das ist nicht viel, wenn man nur ein Schweinchen, drei bis vier Ziegen oder Schafe, ein paar Hühner und einige Kaninchen hat, vielleicht auch noch ein paar Bienenstöcke. Die staatliche Rente für ein solches Ehepaar von 3 bis max.400 Euro für jahrzehntelange Arbeit auf den Plantagen und Feldern der Grundbesitzer reicht doch von hinten bis vorne nicht! Und wenn sie noch Ernteerträge verkaufen, dann könnte die Rente gekürzt werden. Auch wenn sie keinen Strom und Holz zum heizen, das sie sich selbst sammeln müssen, wachsende Bäume dürfen nicht abgeschnitten werden, bezahlen brauchen. Zur Zeit ihrer Arbeitstätigkeit gab es noch keine Rentenversicherung. Das spanische Sozialsystem ist voll in der Hand der Kirche mit allen Einrichtungen, und die lässt ihre Schäfchen nicht dem schnöden Mammon verfallen, wie in den großen Städten, wo deren Macht immer mehr an Einfluss verliert.
Tage vorher schon sind wir dort hin gefahren, es gibt dahin nur einen holperigen Feldweg, um die Bewohner einzuladen mit uns gemeinsam zur Mittagsmesse nach Candelaria zu fahren. Alle waren begeistert; und so verabredeten wir sie mit mehreren Geländewagen an einem Sonntag früh um 7:30 Uhr abzuholen. Die Aufregung war groß, denn das war ein Jahresereignis für sie. Vorher musste noch alles mit der Versorgung des Viehs und des Hauses geregelt werden. Ein paar ganz betagte Bewohner, denen das zu anstrengend war, sagten das zu.
Und so holten wir sie dann an einem Sammelpunkt ab. Jeder brachte eine Kerze mit.
Alle Männer hatten Hüte auf, denen man ansah, dass sie frisch entstaubt und aufpoliert waren, und sie hatten ihre beste Kleidung angezogen, die ihnen wahrscheinlich schon zur Firmung gepasst hatte.
Die alten Damen allerdings trugen uralte Kleider noch von ihren Groß- oder Urgroßmüttern und eine schwarze Mantilla, ein Dreiecktuch, um die Schultern. Wahrscheinlich war die Truhe mit dem Familienerbe geöffnet worden, denn die Kleider schienen mir außerordentlich kostbar zu sein. Ich möchte mal wissen was da noch so an kulturellem und kostbarem Gut in diesen Truhen seit Generationen lagert!
Auf dem Anwesen meiner Gastgeber gab es noch ein kleines Frühstück und dann kam auch schon der bestellte Bus.
Nach etwa 1 ½ Stunden Fahrt erreichten wir Candelaria, noch sehr rechtzeitig zur Messe in der Basilica. Ich hielt mich ab nun an ganz abseits. Da wir eine angemeldete Gruppe waren, wurden uns zusammenhängende Plätze im Hauptschiff zugeteilt. Die Messe dauerte etwa eine Stunde, oder etwas mehr. Jedenfalls war die Basilica bis auf den letzten Platz gefüllt, auch von vielen ausländischen Gästen und Touristen, deren andauernde Fotographiererei mit den eingebauten Blitzen mich sehr gestört hat.
Danach ging es noch an der Virgen de Candelaria hinter dem Altar vorbei und wir besuchten die schon beschriebene Kerzengrotte in der jeder seine mitgebrachte Kerze entzündete und mit einem Gebet aufstellte. Dem Wärter hat das wohl nicht gefallen, denn er hätte uns lieber welche für viel Geld verkauft!Die Marienverehrung ist in Spanien ganz allgemein verbreitet. Wenn auch diese kleine Heilige der kanarischen Inseln oftmals als die „Schwarze Madonna“ bezeichnet wird, so ist es doch eine große Beleidigung! Eine heilige Madonna kann dunkelhäutig aussehen, aber mit schwarz werden allgemein Mohren oder Neger bezeichnet, aber nicht Dunkelhäutige maurischen Ursprunges! Das muss man beachten, sonst ist man in einen sehr großen Fettnapf getreten, für den es kaum eine Entschuldigung oder ein Verzeihen gibt.
Später auf der Heimfahrt waren alle tief in sich versunken. Dieses große Erlebnis war tiefgreifend.
Zuhause gab es dann ein vorbereitetes Abendessen für alle, und dann wurden sie zu ihren Häuschen gefahren.
Sehr wahrscheinlich hatte auch der Alcalde (Bürgermeister) des größeren Nachbarortes und die Gemeinde für diesen Ausflug mit in die Kasse gegriffen.Es war ein bewegender Tag für alle.
Gruß Dieter
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Ein Grill- und Campingwochenende auf kanarische Art.
Die Kanarier lieben es sehr an den Wochenenden und den Tagen einer Feria mit **** und Pack raus ins Grüne zu fahren um dort auf den zahlreichen Grillplätzen einige vergnügte Tage mit der Familie und Freunden zu verbringen.
Diese großen öffentlichen Grillplätze, die mitunter sehr komfortabel ausgerüstet und angelegt sind, finden sich überall in den Wäldern. An allen Zufahrtsstrassen zu den Las Canadas, von La Esperanza kommend in den Lorbeerwäldern, von Orotava hoch beidseitig der Strasse und von Westen in den Kieferwäldern. Selbst Hinweisschilder weisen den Weg dorthin.
Was mich sehr erstaunt ist, dass sie mitten in den Wäldern liegen, obgleich doch überall unübersehbar große Tafeln mit dem Verbot von Feuer und Rauchen wegen der Waldbrandgefahr aufgestellt sind! Aber die Plätze haben alle mehrere feste Feuerstellen, und meistens kann man sie direkt mit dem Auto anfahren. Übrigens frisches und harzhaltiges Brennholz darf nicht verwendet werden, da es starke Funken spritzt. Jeder hat aber mindestens einen **** Holzkohle dabei. Dann sieht es auf diesen Plätzen aus als wären die Besucher von ihren Wohnungen ausgewandert mit dem ganzen Hausstand. Provisorische Unterstände oder auch zeltähnliche „Behausungen“ werden aus ein paar Stangen und Tüchern aufgebaut und ein halbes Kücheninventar kommt aus den Autos zum Vorschein. Fest verankerte Zelte sind meineswissens auch nicht erlaubt, ebenso wie laute Radios oder Musikanlagen, die man bis aufs Festland hören könnte, wie es so bei den abendlichen Veranstaltungen in den Hotels üblich ist. Bis an die Dehnungsgrenze der Trommelfelle!
Nun wird gewerkelt, gebrutzelt und sich vergnügt bis in die sehr späten Abendstunden, oftmals bis Mitternacht. Dort sah ich auch noch alte weingefüllte Botas, das sind lederne Trinkflaschen, -beutel. Dann rollt man die Matten unter den Unterständen aus, unter denen als Polster Blätter und Pinien- Kiefernnadeln dienen, oder bläst die Luftmatratze auf und schläft bis in die Vormittagsstunden. Auch die Polizei und die Feuerwache schaut mal vorbei. In der Regel stehen unweit solcher Plätze auch sehr hohe Wachtürme, unseren Hochsitzen ähnlich, die mit einer Feuerwache (bombero) besetzt sind.
Bisher hat man aber noch nie gehört, dass von diesen Plätzen eine akute Waldbrandgefahr ausgegangen ist! Das ist erstaunlich, aber man muss sich eigentlich gar nicht so sehr wundern, denn die Benutzer halten alles sehr ordentlich und sauber. Kein Müll liegt herum, keine Getränkedosen usw. Als Aschenbecher dienen mit Wasser und Sand gefüllte selbst mitgebrachte Behälter. Der anfallende Abfall wird auch schön brav von allen wieder mit nach Hause genommen. Ich sah noch nie so sauber hinterlassene öffentliche Plätze wie dort!So halten es die Kanarier; die Mallorqiner hingegen fahren an den Wochenenden auf ihre kleine Finca auf dem Lande, so wie man bei uns seinen Kleingarten aufsucht.
Sind es Tage einer Feria zu Ehren einer/es Heiligen oder Schutzpatrones, wie z. B. Die Feria in Candelaria am 14/15 August, also Festtage mit einem religiösen Hintergrund, dann besucht man zunächst gemeinsam eine Messe.
Man hat von solchen Fiestas auf den Plätzen noch nie von kriminellen Ausschweifungen oder gar von Eigentumsdelikten gehört.Obgleich die Waldbrandgefahr in den Pinien- und Kiefernwälder ungleich viel höher ist, kam es auch dort noch nie zu ernsthaften Gefahren; jedenfalls ist nichts bekannt geworden.
Das sind so die kleinen Freuden der „Schreber“ auf kanarische Art!
Da "haust" der Bankdirektor noch neben einem Handwerker in völliger Eintracht und in einer gleichartige Unterkunft wie ein einfacher Arbeiter!
Picknick machen und Freude haben ist das allgemeine Motto und Motiv!Gruß Dieter
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Unterwegs im Teno-Gebirge!
…. Und das mit sechs jungen Frauen und zwei Männern!
Mancher denkt nun wohl an das moderne Wortgebilde „Zickenalarm“, weil wir nur mit dem Gepäck unterwegs waren, das jeder bereit war zu tragen. Mehr als 7 – 8 kg sollten es nicht sein, denn unterwegs hatten wir Depots eingerichtet.Es ergab sich gaaaanz anders!
Diese Mädels waren eine Studentinnen-Gruppe einer deutschen UNI. Ausgezeichnet vorbereitet und ausgerüstet. Wir beiden Mannsleute und der stille Kontaktpunkt im Hintergrund per Handy hatten auch zunächst ein etwas unsicheres Gefühl. – Ob das wohl gut geht in den 4 bis 5 Tagen? –
Dazu war es noch später September, also eine Jahreszeit in der man schon mal mit Wetterstörungen rechnen muß. Ein Kompass und eine genaue Karte ist besonders dann ebenso wichtig wie der Sonnenschutz in jeder Form!
Wir wurden bis auf den nordwestlichen Ausgang des Tales von Masca gefahren und dann unserem Schicksal überlassen. Vaya con Dios!- Natürlich hatten wir einen „Rettungsanker“ über das Handy, aber das wussten nur wir Männer.
Die Route war allen bekannt, so wie auch die Übernachtungsplätze und die Verpflegungsdepots in einigen Schutzhütten. Das hatten wir alles durchgekaut und auch auf die Erschwernisse und Unbequemlichkeiten deutlich hingewiesen!
Am Sammelpunkt waren alle „Deerns“ guten Mutes, voller Tatendrang und mit einem stabilen Wanderstecken versehen, wie empfohlen.
(Nicht mit einem dieser dünnen Teleskop-Nordic-Walking-Röhrchen, die sofort abknicken wenn man sie belastet, oder aber die Arretierung versagt und dann sitzt man auf dem Hosenboden! Besonders gut macht sich das an einem Steilhang! Ich warne davor, diese zu benutzen; sie sind dafür nicht geeignet!)
Nun ging es los direkt in die Wälder der Teno-Höhen. Eine wunderschöne Waldlandschaft mit viel Schatten. Für den Anfang gerade richtig. Der Ausblick auf den westlichen kargen Teil des Teno war einmalig. Es ging gut voran; manchmal musste das Tempo von uns etwas gedrosselt werden, denn sonst stellt sich schnell ein Muskelkater ein. Alles verlief gut nach Plan. Auch die erste Übernachtung in den leichten Nylonzelten an einem kleinen Bach verlief gut. Und wer richtig hungrig ist, ißt auch trockenes Brot und Fleisch aus der Dose mit Wasser, das stark mit Mineralien angereichert war. Am nächsten frühen Morgen, nach der Reinigungs- und Hygieneprozedur ging es weiter, quer in Richtung eines bäuerlichen Anwesens bei La Vica, das wir gegen Mittag erreichten. Man hatte uns erwartet und wir waren willkommen. Dort gab es die erste warme Malzeit, auf offenem Feuer zubereitet. Die Disziplin unserer „Mädels“ war hervorragend. Es machte Spaß! Die Folienzelte und der Inhalt der Rucksäcke wurde in der Sonne ausgebreitet, denn über Nacht war es ziemlich feucht gewesen, und das zieht in die Klamotten ein und alsbald stocken sie dann. Nachmittags wurde es sehr heiß, und so war Pflege angesagt und unsere Handys geladen. Später wanderten wir noch ein Stück weiter in Richtung Carrizal Bajo. Es besteht nur aus ein paar Häusern. Dort ergänzten wir unseren Proviant, auch mit frischem Obst und Wasser. Die Wege dorthin gehen bergauf und bergab durch eine wunderbare Landschaft mit einigen Steilhängen als Ausläufer der Barrancos. Was Luftlinie 3 Km sind, entpuppen sich nachher als 6 – 8 Km! Nächtigen wieder unter freiem Himmel. Am dritten Tag war das Etappenziel Teno Alto. Ganz einsam und abseits gelegen; eigentlich eine größere Ziegenfarm von terrassenförmigen Plantagen an den Hängen umgeben. Diese Strecke ist schon recht anspruchsvoll, und wir mussten immer wieder das Tempo bremsen, damit uns die Girls nicht davonlaufen und irgendwo dann schlapp machen. Vorwiegend bergab ist es anstrengender und geht kräftig auf die Bänder und Gelenke! Wir erreichten das „Örtchen“ erst am späten Nachmittag und wurden freudig erwartet. Natürlich wissen die Bewohner wie beschwerlich diese Tour ist, vor allem für diejenigen, die dort nicht ständig leben. Der Ausblick auf das Land ringsum bis zum Punto de Teno und fast bis nach Buenavista entschädigte für alles. Eigens für uns war eine provisorische Dusche aufgebaut worden. Als Versorgung diente ein Gartenschlauch aus dem ziemlich kaltes Wasser aus einer Zisterne kam, was aber dem Genuß und der Begeisterung keinen Abbruch tat. Bis spät in die Abendstunden saßen wir mit den Familien draußen bei Ziegenmilch, Käse und selbstgebackenem Brot. Ein Genuss! Als wir unsere Zelte aufstellen wollten, schlug man uns vor doch in einer Scheune zu nächtigen, weil es nach Regen aussah. Nun, damit mussten und hatten wir gerechnet. Aber wir behielten uns diese Möglichkeit vor. Jetzt zeigte sich der Vorteil unserer Zelte! Sie waren geeignet per Reißverschluß miteinander verbunden zu werden zu einem großen Zelt. In der Tat, es begann auch bald zu regnen, nicht sehr schlimm, aber immerhin. Und die Temperatur sank kräftig ab. Wenn nun noch ein Gewitter dazugekommen wäre, dann wären wir doch in die Scheune umgezogen. Am nächsten frühen Morgen zogen wir weiter, ein ganzes Stück begleitet von einem Eselkarren, in Richtung Portela Baja, immer auf Wanderwegen bleibend. An einem Depot in einer Schutzhütte „tankten“ wir abermals auf, vor Allem stark mineralhaltige Getränke. Das ist sehr wichtig! Auch dieser vorletzte Tag ging in unseren Zelten zu Ende. Ein paar Reizungen an den Fußgelenken mussten doch noch mit Sportsalbe versorgt werden, ansonsten waren alle zwar etwas müde aber noch topfit!
Der letzte Tag führte uns wieder in die Wälder des Teno zurück. Es war die anstrengenste Tour zum Abschied aus dem wirklich wunderschönen Tenohochland, das doch so zerklüftet ist. Nahe Erjos in 1100 m Höhe wurden wir wieder aufgesammelt, teilweise mit einem etwas wehmütigem Gefühl, wie es mir vorkam. Wieder am Ausgangsort zurückgekehrt, wurde Nachlese gehalten. - Ein durchweg sehr positives Erlebnis war es gewesen! – Auch für uns beiden Männer, und wir schlossen uns der allgemeinen Begeisterung voller Überzeugung aber etwas schlechten Gewissens an. Hatten wir doch eigentlich mit etwas Komplikationen gerechnet und uns darauf vorbereitet, und nicht mit einer solchen ausgezeichneten, ehrgeizigen und leistungsfähigen „Weibertruppe“! Als wir damit rausrückten lachte man uns glatt aus!
Kompliment und ein großes Lob!
Das war wohl ein glattes Vorurteil unsererseits, und ich habe nie wieder an so etwas gedacht, auch nicht bei einem gleichwertigen Marsch durch das Anagar Gebirge.
Ich wünsche allen, die dort wandern, eine gesunde und glückliche Heimkehr!
Abermals: Vaya con Dios! Geht mit Gott, aber geht vorsichtig und kein nicht abschätzbares Risiko ein!Gruß Dieter
- Natürlich hatten wir einen „Rettungsanker“ über das Handy, aber das wussten nur wir Männer.