Reiseleiter - Reiseleitung
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Die Meinungen über die verschiedenen Reiseveranstalter gehen ja oft weit auseinander.
Wie sieht es aus mit der Reiseleitung? Seid Ihr der Ansicht, Reiseleiter ist Reiseleiter, da gibt es keinen Unterschied?
Oder seid Ihr der Meinung, die ReiseleiterInnen des Veranstalters A seien - irgendwie - anders als die ReiseleiterInnen der Veranstalter X, Y oder Z?
Aufgefallen sind mir z.B. die "Reiseleiter" von Öger, die die Touristen in Schlabber-T-Shirts im Bus begrüßten, locker-flockig fragten "Wart Ihr schon mal in der Türkei???" Weitere Sprüche folgten und vor dem Aussteigen vergaßen sie nicht, auf das Trinkgeld für den Busfahrer aufmerksam zu machen. Hat sich daran etwas geändert? (Ich war im Dezember letztmals in der Türkei)
Und dann gibt es ReiseleiterInnen im Hotel...
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Hallo Erika,
denke es gibt immer solche und solche in jedem Beruf.
Mein Freund ist Reiseleiter und Tourguide im Sinai/Ägypten bei einer der größten Reiseanbieter Deutschlands (will jetzt keine Werbung machen). Er muß immer egal bei welcher Hitze Anzug, Jacket, blaues Hemd, Weste und Krawatte tragen wenn er die Gäste vom Airport abholt. Im Bus erfolgt dann die obligatorische Begrüßung und dann der Ablauf, Geschichte der Region - blabla.
Im Hotel hat man ja meistens dann eine andere "Reisetante" die einem dann die Ausflüge verkauft. In der Regel hat die dann auch "Uniform" an. Auf den Ausflügen ist es was anderes da doch etwas leger mit Jeans und Businesshemd.Bin etwas überrascht wie es da bei Öger zugeht.
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@ Erika1
..."Reiseleiterinnen im Hotel" oder "Reiseleiter innen im Hotel"?

@ all
Meine Erfahrungen mit Reiseleitern liegen schon etwas zurück. Deshalb meine Frage: Die Reiseleiterinnen im Hotel, sind das immer noch die, die den Gästen die oft überteuerten Ausflüge verkaufen? ....verkaufen müssen, weil sie selber so wenig Festgehalt haben, daß sie nicht das Salz in die Suppe verdienen?
Als ich das letzte Mal einen Reiseleiter erlebt habe, gab es noch kein outsourcing, die Damen und Herren waren zumindest noch Festangestellte der Reiseunternehmen, verdienten freilich so wenig, daß sie sich in irgendeiner Weise ein Zubrot verdienen mußten. Was lag da näher als der Verkauf von Ausflügen?Inzwischen ist, wie man hört, die Not der Reiseleiter noch größer geworden, weil der Bereich "Reiseleitung vor Ort" von den Veranstaltern gerne "outgesourct" (schreckliches Wort!) wird, indem man, die eigenen Kosten schonend, auf selbständige Reiseleiter zurückgreift, die als one-man-Firma geführt werden, ihre Kosten selber tragen müssen einschl. der Sozialabgaben etc.
Man hört und liest immer wieder Beschwerden über Reiseleiter/-innen, die mit recht aggressiven Methoden ihre Ausflüge an den Mann bringen, wenn es aber darum geht, Reklamationen der Gäste in Empfang zu nehmen und qualifiziert zu beseitigen, dann sind sie nur schwer greifbar.
Ich weiß, ich weiß, das ist nicht generell so, aber wir sollten ja hier über negative Erscheinungsformen diskutieren. Wo alles vorbildlich abläuft, da ist kein Diskussionsbedarf...
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Nein Wolfgang, ist nicht ganz so, wie Du es Dir vorstellst
Zwei große Reiseveranstalter haben dazu kleine Firmen in der Schweiz gegründet, (aus welchen Gründen wohl ;)) die die Reiseleiter einstellen.Die werden dann auch von dort eingesetzt.
Aber die meisten anderen - und natürlich besoders die kleinen Veranstalter- greifen auf so genannte Incoming-Agenturen zurück, die nicht nur die Reiseleitung vor Ort machen, sie führen auch voll verantwortlich die Transfers von und zum Airport durch.Dafür bekommen sie einen Betrag der meist prozentual pro Reise errechnet wird.
Natürlich erledigen sie auch die Ausflugsabwicklung.
Die Incoming Agenturen - es gibt welche die in fast allen Urlaubs- Destinationen tätig sind - tragen dann im Hotel die Namensschildchen der Veranstalter die sie gerade vertreten.
Ich kenne eine Incoming Agentur, die macht das für fünf verschiedene Veranstalter, mit tollem Erfolg!
Incoming Agenturen sind hochspezialisierte, gar nicht mal so kleine Unternehmen mit erheblichem Detailwissen über die Regionen, oft machen die auch Einkaufsverhandlungen oder Preisverhandlungen in den Hotels für die Veranstalter.
Der Effekt für den Veranstalter ist, dass man bei starkem oder schwachem Buchungsaufkommen immer nur einen Betrag X pro Passagier/Kunde zahlt und nicht für die entsprechende Anzahl der erforderlichen Reiseleiter sorgen muss. Dafür ist eben die Incoming Agentur zuständig und verantworlich. Kostengünstig und schlank für die Veranstalter!
Das mit den one-man Firmen ist vielleicht in abgelegenen Ecken mal
möglich, sicher aber die Ausnahme!Viele Grüße
Günter -
Günter, also keine Einzelkämpfer! Unsere Nachbarn hatten zuletzt mit einem Studienreiseveranstalter Ecuador und die Galapagos-Inseln bereist. Beim Weinchen am Abend erzählte ihnen der Reiseleiter, er sei selbständig und ließe sich von den verschiedenen Veranstaltern bei Bedarf anheuern. Ich war nun unzulässigerweise davon ausgegangen, das sei inzwischen Standard in der Branche. Danke, daß Du mich auf den neuesten Stand gebracht hast!
Gegen das Verfahren als solches mit diesen Incoming-Agenturen ist ja auch gar nichts einzuwenden. Die Veranstalter stehen in einem harten Wettbewerb und müssen sehen, wie sie kostenmäßig zurecht kommen. Schließlich machen das andere Branchen ähnlich.
Es bleibt der Vorwurf, warum die Reiseleiter offenbar so schlecht bezahlt werden, daß sie sich zwingend ein Zubrot verdienen müssen durch den Verkauf von Ausflügen und dabei mitunter recht ruppige Verkaufsmethoden an den Tag legen. Man hört diese Anwürfe immer wieder. Vergleichsangebote mit einheimischen Anbietern zeigen meist, daß die Ausflüge der Veranstalter völlig überteuert sind. Lehnen Urlauber diese Angebote ab, werden ihnen mitunter sogar offen Repressalien angedroht. Gleichzeitig werden Reklamationen der Urlauber lasch behandelt, man erscheint nicht im Hotel zu den Sprechzeiten, verweigert die Unterschrift unter Reklamationsprotokolle und ähnliche Mätzchen.
Ich weiß eigentlich gar nicht, warum ich mich in diesen Thread reinhänge ;), denn eigene Erfahrungen habe ich gar nicht bzw. sie sind veraltet. Aber sicher können andere User hier noch ihre aktuellen Erfahrungen einbringen.
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"curiosus" wrote:
...dumme Frage mal, aber wozu braucht man eine Reiseleitung?Na, um Reklamationen loszuwerden, curiosus

In den Texten der Veranstalter werden die ReiseleiterInnen als besonderer Service angepriesen.
In jedem Urlaubsort werden Büros unterhalten, die dem Urlauber als Anlaufstelle dienen können, wenn er Ausflüge/Autos buchen will oder ein anderes Anliegen hat. Da die Autos und Ausflüge aber in der Regel teurer sind als bei einem freien Ausflugsveranstalter vor Ort, werden die Büros der Reiseleitung vielleicht nicht sooo oft besucht.
Also halten die ReiseleiterInnen in den Hotels ihre Begrüßungsempfänge und Sprechstunden ab und versuchen dort, die Urlauber von der besseren Qualität ihrer Fahrzeug- und Ausflugsangebote zu überzeugen...
In der Türkei habe ich ReiseleiterInnen gesehen, die ihre Leistungen recht aggressiv angeboten haben und beleidigt waren, wenn man abgelehnt hat.
Vielleicht fühlt sich mancher Reisende sicherer, wenn er weiß: deutsch sprechende Reiseleitung vor Ort?
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"Erika1" wrote:
Na, um Reklamationen loszuwerden, curiosus
In den Texten der Veranstalter werden die ReiseleiterInnen als besonderer Service angepriesen.
...ich habe keine Reklamationen bei den von mir ausgesuchten Hotels und kann daher auf dieses "Angebot"
gut und gerne verzichten. 
Obwohl mir der "besondere Service" einer Reiseleiterin --- aber lassen wir das...:D
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Curiosus, eine gut geschulte Reiseleitung wird Dir garantiert charmant, aber eindeutig klarmachen, daß es den "besonderen Service" bei Ihr ganz bestimmt nicht gibt

Zurück zum eigentlichen Thema: Bei aller Kritik an den Reiseleitungen (sehr häufig werden sie hier von Usern sehr unqualifiziert beurteilt - das hat ein Großteil nicht verdient!) bitte ich zu bedenken, daß diese keine reinen Ausflugsverkäufer sind - auch wenn es leider viele schwarze Schafe (meist von örtlichen Agenturen) gibt, die mangels entsprechender Ausbildungen nicht erkannt haben und nie erkennen werden, daß der Beruf der Reiseleitung aus wesentlich mehr als dem Ticketblock besteht. Auch die Erkenntnis, daß nur ein Gast, der von der Reiseleitung in jeder Hinsicht einen guten Service und bei auftretenden Fragen/Problemen im Urlaub eine gute Unterstützung (falls nötig) bekommt, auch gerne und freiwillig einen Ausflug bucht, kommt in der Regel zu spät.
Da ich ja selbst einige Jahre lang bei einem großen Veranstalter, der mich aus heutiger Sicht auch vor und während meiner Tätigkeit sehr gut und umfassend geschult hat, in verschiedenen Destinationen als Reiseleitung tätig war, möchte ich Euch eine kurze Übersicht über die Tätigkeit geben.
In der Regel arbeitet man an 6 Tagen in der Woche. Von ca.09.00 - 13.00 und von ca. 16.00 - 20.00 ist man in den verschiedenen Hotels, die man betreut (in der Regel ca. 10 - 15 Hotels pro Reiseleitung, abhängig von den Gästezahlen und der Saison). In der "Mittagspause" und nach "Feierabend" muß dann noch Büroarbeit erledigt werden, ggf. besucht man noch einen Gast im Krankenhaus/********* oder begleitet einen Gast zur Polizei, kümmert sich um die Überführung eines verstorbenen Gastes (für den man, wenn alleinreisend, durchaus auch mal die Koffer packen muß), etc.. Irgendwas ist immer. 1x pro Woche hat man Flughafendienst und ist nicht selten (je nach Flugplan und Pünklichkeit der Flieger) durchaus mal 18 Stunden ohne nennenswerte Pause am Flughafen, um nach 2 Stunden Schlaf am nächsten Morgen strahlend (der Kosmetikindustrie sei Dank ;)), fröhlich, freundlich und topfit den ersten Begrüßungstreff (30 - 45 Minuten Dauer, 2/3 Infos über Land und Leute & allgemeine Frage, 1/3 Ausflugsverkauf) für die neu angekommenen Gäste zu halten.
Mittagspause am Strand? Mit viel Glück in der Vor- oder Nachsaison.
Ein freier Tag am Strand: Ja, das geht. Allerdings sollte man immer einen "Sicherheitsradius" zu den Hotels, die man betreut, einhalten - als Reiseleitung ist man bekannt wie der berühmte "bunte Hund". (Was ja eigentlich kein Problem ist - aber wenn sich ein Gast zu einem auf Handtuch setzt und mal eben so seine Reklamation loswerden möchte oder unbedingt eine Inselrundfahrt buchen will und sich fürchterlich aufregt, daß man am Strand keinen Ticketblock dabei hat...(kein Scherz) )Wenn man das Notrufhandy in seiner Obhut hat, kann es durchaus sein, daß nachts um 02.00 ein Gast anruft, weil ihm das Toilettenpapier ausgegangen ist
(auch kein Scherz!). Im Schnitt arbeitet man also locker 10 - 16 Stunden am Tag, viel Zeit für Privates bleibt da nicht.Urlaub? Ja, den hat man - zumindest lt. Vertrag. Aber während der Saison (April - Ende Oktober) ist daran nicht zu denken. Wenn man auch im Winter arbeitet (in einem anderen Zielgebiet), fliegt man für 3 - 7 Tage in die Heimat, packt die Koffer aus, blockiert Mutter's Waschmaschine, und packt wieder ein, klappert die diversen Ärzte zwecks Routinecheck ab, uns schon sitzt man wieder im Flieger ins nächste Ziel. Der Urlaub wir dann gutgeschrieben. Nach 3 Jahren Arbeit ohne Urlaub hatten sich bei mir dann stolze 4 Monate
Resturlaub angesammelt)Zu meiner Reiseleiterzeit hatte ich noch das Glück, vernünftig bezahlt zu werden. Ich war lt. Vertrag weltweit einsetzbar, bekam ein kleines Festgehalt aufs Schweizer Nummernkonto
und Tagegeld, Spesen, Ausflugsprovision vor Ort bar ausgezahlt. Privat kranken- und sozialversichert war ich ebenfalls über die Schweiz. Das Festgehalt mußte ich eigentlich nie anfassen, da ich vor Ort (abgesehen von gelegentlichen Shoppingattacken ;)) keine nennenswerte Ausgaben hatte. Wohnung, Gas, Strom, Wasser, Auto, Benzin, etc. wurde komplett vom Arbeitgeber übernommen bzw. erstattet, essen konnte ich in den Hotels, die ich betreute - perfekt!Mir persönlich hat der Job trotz allem sehr, sehr viel Spaß gemacht und ich habe sehr viel - auch und vor allem fürs Leben - gelernt. Ich kann auch jedem nur empfehlen, diese Erfahrung einmal selber zu machen. Allerdings muß man sich auch im Klaren sein, daß ein Job im Süden eben nicht nur aus Spaß, Strand und Party besteht, sondern auch einige negative Aspekte und vor allem und in erster Linie viel Arbeit mit sich bringt.
Die guten, alten, von mir beschriebenen Zeiten sind aber bei vielen Reiseleitern vorbei - auch die Veranstalter müssen sparen. Leider wird auch zunehmend an der Ausbildung der Reiseleiter gespart - m. E. spart man dort am falschen Ende, denn eigentlich ist eine gut geschulte Reiseleitung das Kapital der Veranstalter. Eine gute Reiseleitung löst z. B. einen Großteil der Reklamationen schnell und effektiv vor Ort bzw. verhindert das Entstehen schon im Keim - dadurch spart der Veranstalter auch sehr viel Geld ein
.Viele Reiseleiter, die von örtlichen Agenturen eingestellt sind, bekommen abgesehen von einem kleinen Obulus, der als "Gehalt" bezeichnet wird, nichts von dem, was ich damals hatte. Miete, Auto (das oft erforderlich ist, um die Hotels überhaupt zu erreichen), etc. muß häufig komplett selbst bezahlt werden, im Hintergrund steht oft noch eine Familie, die ernährt werden will, häufig muß im Sommer das Geld für den kompletten Winter herangeschafft werden - ohne entsprechende Einnahmen aus Ausflugprovisionen geht das nicht.
Sicherlich kann und darf das nicht die Sorge des Gastes sein und ganz bestimmt darf ein Reiseleiter sich nicht ausschließlich auf den Ausflugsverkauf konzentrieren - auch der restliche Service MUSS stimmen. Häufig kann ich über Reiseleitungen, die hier teilweise von Usern beschrieben werden und die ich in den Zielgebieten sehe (auch das Beispiel von Erika gehört dazu - komplette Uniform ist am Flughafen und im Begrüßungstreff PFLICHT, genauso, wie Gäste nicht einfach so geduzt werden sollen
), auch nur den Kopf schütteln. Ich möchte die reinen "Ausflugsverkäufer" an dieser Stelle auch keinesfalls in Schutz nehmen, sondern lediglich einen kleinen Einblick in die Hintergründe geben. Es ist bei Weitem nicht so (wie hier häufig behauptet wird), daß diese sich "dumm und dämlich verdienen und die Taschen mit Geld vollschaufeln" - sie brauchen das Geld einfach, um ihren normalen Lebensunterhalt zu bestreiten. -
Sina, das mit dem "besonderen Service" darfst Du nicht ernst nehmen, Du weißt doch, daß bei diesem Thema oft die Phantasie mit den Männern durchgeht.
Sie sind halt alle gleich, außer mir, ich bin da ganz anders! 
Im Ernst: danke für Deinen sehr interessanten, umfassenden Beitrag aus erster Hand. Ich denke, er wird Ausgang für weitere Diskussionsbeiträge sein. Hier wird sich sicher noch eine lebhafte Diskussion ergeben.
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danke für Deinen interessanten Beitrag. Ich glaube die wenigsten von uns kannten den Tagesablauf eines Reiseleiters. Es gibt hier solche und solche und wir haben schon viele gute kennengelernt.
Petra
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In der Tat gibt es solche und solche - es sind alles nur Menschen, und wo Menschen arbeiten, werden auch Fehler gemacht.
Für Otto Normalverbraucher stellt sich der Beruf eines Reiseleiters häufig als eine Art bezahlter Urlaub dar. Völlig klar - er sieht seine Reiseleitung nur in seinem Urlaubshotel, sieht die Besuchszeiten auf der Infotafel und die von der Zielgebietsagentur festgelegten Ausflugspreise und denkt sich: "Genialer Job!"
Der Job ist auch genial - aber wird nicht zu Unrecht als einer der härtesten Dienstleistungsberufe der Welt bezeichnet. Nicht zu Unrecht - denn auch die Gäste sind nur Menschen und jeder ist anders.
Mir hat z. B. mal ein Gast nach der Ankunft am Flughafen Mallorca aus heiterem Himmel ein blaues Auge geschlagen. Es kam mit seinem Köfferchen samt Kofferanhänger meines Arbeitgebers etwas durchgeschwitzt und angetrunken bzw. schon deutlich schwankend als erster aus der Tür, ich bin auf ihn zugegangen, habe ihn freundlich begrüßt und gefragt, welches Hotel er gebucht hat, um ihm die Busnummer zu nennen und den weiteren Weg zum Transferbus zu erklären und zack - hatte ich die Faust im Gesicht
Ich kann doch auch nichts für die langen Wege und die Wartezeiten am Gepäckband auf Mallorca...
Die Anzeige wg. Körperverletzung wurde mir übrigens von meinem damaligen Arbeitgeber "ausgeredet".Sicherlich eines von vielen Extrembeispielen - aber es gibt nichts, was es nicht gibt

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Persönlich habe ich festgestellt, daß es von Reiseveranstalter zu Reiseveranstalter unterschiedlich ist. Bei den günstigeren Anbietern waren die Reiseleitungen ganz anders in Problemsituationen als bei Premiumanbietern. Ohne die günstigen schlecht machen zu wollen, aber bei den teureren waren die Reiseleiter viel hilfsbereiter u. kulanter.
LG -
"Sina1" wrote:
Jaja, sobald eine Frau eine Uniform trägt, seid Ihr Männer alle gleich
Ich freue mich auf die ggf. noch folgende Diskussion und bin gerne dabei

Eine Reiseleiterin in Uniform?

Vielleicht sollte man besser einen Kampfanzug tragen, um nörgelnden Gästen gleich zu zeigen, was sie bei Reklamationen erwartet?
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"carsten wismar" wrote:
Ohne die günstigen schlecht machen zu wollen, aber bei den teureren waren die Reiseleiter viel hilfsbereiter u. kulanter.
LGJa, natürlich, absolute Zustimmung - das liegt aber auch am Schulungsbudget für die Reiseleiter. Die "teureren" Veranstalter investieren noch wesentlich mehr in die Reiseleiterschulungen als die Low-Budget-Veranstalter, wählen das Personal gezielter aus und das Gehalt ist auch besser. Dadurch können die Reiseleiter sich besser auf ihren eigentlichen Job konzentrieren: Service am Gast statt purem Ausflugsverkauf.
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"Urlauber61" wrote:
Eine Reiseleiterin in Uniform?
Vielleicht sollte man besser einen Kampfanzug tragen, um nörgelnden Gästen gleich zu zeigen, was sie bei Reklamationen erwartet?
Nö, das ist gar nicht erforderlich. Vielleicht bin ich Idealistin - aber ich betrachte eine Reklamation immer noch als "Geschenk". Es ist besser, wenn der Gast zeitnah sagt, was ihn stört und man eine Chance hat, die Störfaktoren wie z. B. eine defekte Klimaanlage, eine durchgebrannte Glühbirne, zu harte oder zu weiche Betten, eine verstopfte Toilette, ein nachlässig gereinigtes Zimmer, etc. binnen 24 Stunden zu beseitigen, als wenn der Gast stillschweigend und gefrustet wegen behebbaren Kleinigkeiten zur Konkurrenz abwandert...
Beschwerden à la "Es gibt seit 2 Tagen keine Cola Light mehr" mitten im Unwetterchaos, wenn das ganze Zielgebiet von der Außenwelt abgeschnitten ist, der Notstand ausgerufen wurde und das halbe Hotel unter Wasser steht, mal ausgenommen - da kommt es auf das Wesentliche an
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Schlechte Erfahrungen mit den Reiseleitungen hatte ich bis jetzt nicht.Komischerweise waren die freundlichsten bis jetzt von T Cook(Isla Margarita) und Neckermann (Vietnam).Was nicht heisst,das die anderen unfreundlich waren,aber die beiden waren halt besonders nett,man merkt das schon als Gast.
Einer der nur auf Verkauf aus war,hatte ich mal bei Tui erlebt in der Dom Rep.der "Begrüßungstreff" fand in einem Saal statt,erst wurden die Tipps gegeben und danach mit Dias die ganzen Ausflügen gezeigt.Das war schon nervig.
Bei meiner letzten Reise,war auch TUI,da war die Leiterin aber total ok.Die hat aber beides gemacht: Am Flughafen empfangen,am nächsten Tag das Gespräch und die "Sprechstunden".
Der Reiseleiter über den ich mich mal am meisten amüsiert hatte,war von Tjaereborg in Kenia.Der war freundlich,aber total nervös.Man hat das gemerkt,wie er gesprochen hat und auch rot angelaufen.Dabei war ich der einzigste Gast bei der Begrüßung.Vielleicht war er gerade neu,aber ich fand es herrlich.Bin aber schon froh,wenns ne Reiseleitung gibt.Muß man z.B. mal ins Krankenhaus,ist wenigstens jemand da,der einem hilft.Gerade ,wenn man alleine reist,wäre das schon nützlich.
Habs in Vietnam erlebt,da musste ne Frau wegen Salmonellen in Krankenhaus,der Mann war zwar bei ihr,und beide haben gute Hilfe vom Reiseleiter bekommen.Der Reiseleiter war echt im Stress (da kam ja auch noch der Taifun) u nd trotzdem hat er die beiden nicht im Stich gelassen. -
"curiosus" wrote:
...dumme Frage mal, aber wozu braucht man eine Reiseleitung?Im Urlaub will ich mich erholen, neues kennen lernen, etwas "entdecken", aber sicherlich nicht mich leiten lassen...
Genau. Ganz deiner Meinung, aber .... auch ich war vor vielen Jahren froh, wenn ich mich einer Reiseleitung anvertrauen konnte, weil ja schon eine Reise auf die Kanaren oder Balearen mit Flieger & Co. eine recht spannende Geschichte war, die nicht jeder unbedingt gleich mal so nebenbei macht. Besonders, wenn man als "Normalo" ein-zwei mal im Jahr eine Reise macht.
Heute lachst du darüber, ich auch. Aber viele, viele (die Mehrheit) sind auch heute noch froh, dass ein Ansprechpartner (Deutsch) vorhanden ist und einem hilft.
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...so gesehen, hast Du natürlich Recht. Hinzu kommt aber auch, daß die meisten Hotels inzwischen über entsprechendes Personal (guest relation) verfügen, welches bei Problemen, Fragen und auch Organisation kompetent und behilflich ist. So zumindest meine Erfahrung aus den letzten Jahren...