Flottenumstellung bei Air-Berlin
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Hallo,
wie ich kürzlich vernommen habe, beabsichtigt der Testsieger Air-Berlin seine Flotte weiter zu verjüngen. Allerdings sollen hier alle (!) Boeing 737-400 bzw. 737-800 durch Airbus A320 ersetzt werden, da sie moderner und um 4 % sparsamer seien. Ich persönlich finde es schade, wenn die Ära Boeing 737 bei Air-Berlin (sicher mittelfristig) zu Ende geht. Damit dürfte sich auch die Tel-Nr. (01805-737800) der Buchungs-Hotline ändern (.....320???). Wie seht ihr das?
Viele Grüße Stephan -
Hallo,
danke für den Hinweis. Boeing scheint immer mehr Aufträge zu verlieren. In den letzten Jahren sank Airbus mit leichtem Zuwachs auf rd. 300 Bestellungen lief. Allein der neue A380 (149 Bestellungen liegen vor) wird für weiteren Aufwind bei Airbus sorgen, dazu die Flottenumstellungen.
Trotz alledem geht wohl damit die Aera Air Berlin + Boeing zu Ende. Schade. -
Leider gingen beim Übertrag einige Worte verloren. Deshalb nochmal der gesamte Text. SorryHallo,
danke für den Hinweis. Boeing scheint immer mehr Aufträge zu verlieren. In den letzten Jahren sanken die ausgelieferten Maschinen bei Boeing von jährlich 500 auf 200 Stück, während Airbus mit leichtem Zuwachs auf rd. 300 Bestellungen lief. Allein der neue A380 (149 Bestellungen liegen vor) wird für weiteren Aufwind bei Airbus sorgen, dazu die Flottenumstellungen.
Trotz alledem geht wohl damit die Aera Air Berlin + Boeing zu Ende. Schade. -
Hallo!Leider kenne ich die Hintergründe bei beiden Airlines nicht. Und zwischen dem, was im internen Entscheidungsapparat abläuft und dem, was letztendlich nach außen verkündet wird, können durchaus Welten liegen.
Es kommt vermutlich kein Nikki Lauda (Fly Nikki kooperiert mit AB und hat ebenfalls 10 A-320 geordert) daher und gibt bekannt, dass seine Airline eben nur noch Airbus fliegt, weil deren Angebot z.B. 3% unter dem des Wettbewerbs liegt, man an den Konditionen seines Koorperationspartners partizipiert und evtl. weitreichende Nebenabreden getroffen wurden. Dem Kunden gegenüber macht es sich natürlich besser, wenn man einen solchen Wechsel aus Überzeugung verkauft.
Sowohl easyjet als auch Air Berlin haben recht große Flotten und beide sind im Marktsegment „low cost“ tätig. Es würde mich nicht wundern, wenn hier "Flottenprogramme" eine Rolle gespielt haben und ein solcher Wechsel von kaufmännischen Gesichtspunkten diktiert wurde.
Das technische Relevanzen hier den überwiegenden Ausschlag gaben, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Dennoch: Das ist alles REINE Spekulation!
Beste Grüße
Von Lutz -
"Es würde mich nicht wundern, wenn hier "Flottenprogramme" eine Rolle gespielt haben und ein solcher Wechsel von kaufmännischen Gesichtspunkten diktiert wurde."
Davon bin ich absolut überzeugt. Der Hersteller, mit dessen Modellen unter dem Strich Kosteneinsparungen einhergehen, bekommt den Zuschlag. Was AB angeht, meine ich sogar, dass die Umflottung auch so der Öffentlichkeit gegenüber begründet wurde.
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Zum Thema passt ein Artikel im Air Berlin Magazin 1/05:
Unter der Überschrift "Eine millardenschwere Entscheidung"
"Die Boeings 737-800 gehören bei Air Berlin aber noch längst nicht zum alten Eisen. Mit einem Durchschnittsalter von drei Jahren sind sie immer noch das Rückgart für eine der jüngsten Flotten Europas. "Für die nächsten Jahre setzen wir auf eine Zwei-Flotten-Strategie", erklärt Air Berlin-Chef Joachim Hunold. Denn: Wie viele von den neuen Airbussen für das Wachstum des Unternehmens und wie viele zum Austausch der vorhandenen Boeings eingesetzt werden sollen, will er der Entwicklung des Marktes überlassen. Er rechnet vor: "Von den 70 Festbestellungen sind zehn für Niki bestimmt, bleiben also noch 60 für Air Berlin. Wenn wir bis zum Jahr 2011 unsere derzeitige Flotte von 45 Maschinen 1:1 durch Airbusse ersetzen würden, blieben für das Wachstum in dieser Zeit nur 15 Flugzeuge übrig, also drei pro Jahr. So schwach sind wir aber in der Vergangenheit noch nie gewachsen. In jedem Fall behalten wir aber die Freiheit, uns den Gegebenheiten des Marktes anzupassen. Wir sind auch durch die Neubestellungen nicht zum Wachstum gezwungen."
Auf die Frage, warum Air Berlin dann überhaupt einen solchen Großauftrag platziert habe, antwortet Hunold: "Wir müssen uns auch künftig mit unseren größten Konkurrenten in Europa messen. Die haben jeweils mehr als hundert neue Flugzeuge bestellt und bei diesem Auftragsvolumen natürlich entsprechend günstige Konditionen bekommen. Wir können nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn unsere Flugzeuge, umgerechnetauf den Sitzplatz, nicht teurer sind als die Konkurrenz."[...] "Quelle: Air Berlin Magazin 1/2005, Seite 98/99, von Peter Hauptvogel
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Hallo,
vielen Dank für den interessanten Beitrag zur Flottenumstellung. Wenn Air Berlin künftig mit weiteren Maschinen wachsen will, sind für die nächsten Jahre nicht nur engere Taktungen, sondern auch neue (und dank der Konkurrenz auch preisgünstige) Ziele zu erwarten. Den Kunden wird´s freuen. "Fliegen ohne Air Berlin, ist wie Preis ohne günstig".
Viele Grüße Stephan