Amateur braucht Hilfe
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Hallo zusammen,
vorab möchte ich mich schon einmal für meine Unwissenheit entschuldigen. Mit Sicherheit sind einige meiner Fragen auch durch mehr Recherche (was ich gemacht habe) zu beantworten, gesamt betrachtet fehlen mir jedoch viele Dinge die mich verwirren.
Zwischen Ende August und Anfang September plane ich mit meiner Freundin eine ca. 3 wöchige Reise in Afrika. Unser bisheriges Wunschvorhaben sieht so aus dass wir eine 2 wöchige Safaritour machen wollen, am liebsten auf eigene Faust mit Mietwagen und anschließend eine Woche an einem schönen Strand in einem schönen Hotel noch etwas entspannen.
Unser Budget für Hotels, Mietwagen etc. (Flüge und sonstiges an Geld was man vor Ort braucht wollen wir separat rechnen) liegt bei ungefähr 2.000€ pro Kopf. Als erste generelle Frage: Kommen wir damit überhaupt hin, ist das realistisch?
Als nächstes haben wir geschaut wohin es am besten gehen soll. Namibia und Südafrika sollen zu dieser Zeit sehr gut sein vom Wetter, hat jemand eine Empfehlung welches der Länder (oder ob es ein ganz Anderes ist) für eine Safari für "Anfänger" in Afrika am geeignetsten ist? Würde es überhaupt Sinn machen alleine mit Mietwagen so eine Tour zu machen (wir sind beide gute Autofahrer)? Und könnt ihr mir sagen wo man am Ende ein schönes Hotel an einem ruhigen Strand findet (Bitte nicht diese Hotels wo 2.000 Menschen nebeneinander gequetscht liegen) und was man unterwegs am besten für Unterkünfte nimmt bzw. wo man diese finden und buchen kann? Wie könnte würde eurer Meinung nach die optimale Tour aussehen?Für alle Anderen Tipps und Informationen bin ich natürlich sehr dankbar, ewiger Dank sei garantiert

Beste Grüße
Julian -
Hallo Julian,
in Südafrika und mit ein wenig Abstrichen auch in Namibia wird es mit Eurem Budget eventuell knapp klappen. Beide Länder sind allerdings keine Strand-liege-Destinationen. In Namibia oder genauer gesagt im Etosha NP ist es ziemlich leicht auch große Tiere an den Wasserlöchern zu sehen. Teilweise sogar vom Camp aus (Okaukuejo).
Im Krüger in Südafrika gibt es mehr Tiere, mehr Tierarten aber auch mehr Büsche, was die Tiere schlechter entdeckbar macht.
Größter Unterschied ist die Landschaft. Nicht jeder sieht gerne die trockene Landschaft der Etosha Pfanne - ihren Reiz hat die aber!Bei Unterkünften würde ich immer Nationlparkunterkünfte buchen. In Südafrika bei Sanparks, in Namibia bei NWR (Beides auch über deutsche RVs möglich). Euer Budget ist nicht allzu hoch, da werdet Ihr auch öfter auf B&Bs ausserhalb ausweichen müssen (ist in SA leichter).
Wenn es nur darum geht einen schönen Strand zu sehen und nicht darum dort eine Liege und Sonnenschirm vorzufinden, würde ich als ideale Tour ansehen.
Flug nach JNB
Fahrt zur Panoramaroute
Krüger (6 Nächte, 3 Camps)
Swaziland
Hluhluwe-Imfolodzi
St. Lucia
Rückfahrt evtl. über Drakensberge
Rückflug von DUR oder JNBOder man kann dan Krüger mit den Seychellen verbinden. Es gibt immer wieder Angebote, die JNB und Seychellen verbinden. Ob das Budget für die Unterkünfte auf den Seychellen reicht, kann ich nicht beurteilen.
Gruß,
karlkraus
Rückflug -
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Hallo,
als Pauschalreise bei einem großen Anbieter würde ich das nicht buchen. Eher bei einem kleinen Spezialisten, der auch auf Sonderwünsche eingeht. Wenn Du jedoch schon Erfahrung damit hast, Dir Flüge, Mietwagen und Unterkünfte selber zu buchen, würde ich das in Südafrika immer selbst machen. Ich finde es gibt kaum ein Land, wo das so einfach ist.
Budget: Flüge: 500 - 1000 € pP
MW: 300 - 1200 pro Wagen
Unterkünfte 60 - 100 € pN.
Verpflegung: Restaurants etwas günstiger als in D., Lebensmittel in etwa gleiches Niveau insgesamt, Sprit deutlich billiger.Das nur als Anhaltspunkte, nach oben gibt es natürlich kaum Begrenzungen.
Gruß,
karlkraus
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Klasse, vielen Dank. Kennst du vielleicht Internetseiten wo man z.B. Routenvorschläge findet mit entsprechenden Unterkünften an den jeweiligen Punkten? Lohnt sich Südafrika oder eine Tour durch Namibia und Botswana mehr? Unser Ziel ist es halt wirklich richtig Safari zu erleben.
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Hallo,
SATravel oder RhinoAfrica wären spezialisierte Anbieter mit Routenvorschlägen.
In meinen Augen lohnt sich sowohl Südafrika als auch Namibia für eine Safaireise. Einzig die großen Herden Kenias solltest Du nicht erwarten. Botswana würde sich auch lohnen, dürfte aber deutlich ausserhalb Deines Budgets liegen.
Da Du ja explizit Safari machen möchtest, würde ich meine vorgeschlagene Route ein wenig ergänzen. Ich nehme einmal ein privates Reserve mit 'rein. Bei der empfohlenen Lodge handelt es sich, verglichen mit ähnlichen Anbietern, um eine Lodge mit hervorragendem Preis/Leistungsverhältnis. Besonders die sehr gute Vollverpflegung und die guten Drives mit einem tollen Guide machen es lohnenswert.
Flug nach JNB oder besser direkt weiter nach Nelspruit.
2 N Panoramaroute in Sabie (Villa Ticino) oder Graskop (Zur alten Mine)
3 N Muweti Bush Lodge
2 N Letaba (Unterkunft über sanparks.org)
2 N Satara (dito)
2 N Lower Sabie (dito)
2 N Mlilwane Game Reserve in Swaziland buchbar über biggameparks.org
2 N Ithala Game Reserve (Unterkunft über ezemvelo)
2 N Hluhluwe-Imfolodzi, Camp Mpila oder Nselweni (dito)
4 N St. Lucia (Elephant Coast GH oder Lodge Afrique oder Maputaland GH oder ...)
Rückflug ab Durban oder mit (Zwischenübernachtung) von JNBGruß,
karlkraus
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Hallo,
besser würde ich nicht sagen -anders und teurer wären meine Vokabeln.
In Südafrika ist der Reiz, dass man sehr gut selber fahren kann und Tiere selbst entdecken. Dazu ist es günstiger. Wobei Kenia, wenn ich das richtig verfolgt habe, wohl um den durch Sicherheitsdebatten ein wenig eingebrochenen Tourismussektor ein wenig anzukurbeln, die NP-Park Gebühren senkt oder gesenkt hat. Dennoch liegen sie noch deutlich über südafrikanischem Niveau. Genau wie die Preise für Unterkünfte.
Man muss sich die Frage stellen, was man möchte. Große Herden von Huftieren in Steppenllandschaft und mit Guide unterwegs- dann Kenia.
Extreme Tiervielfalt aber dann häufig in buschiger Landschaft und selber fahren - dann Südafrika.
Das ist eine vereinfachte Darstellung. Es gibt noch viele Pros und Cons für Ost- und Südafrika. Am besten wäre es beide zu machen und dann zu entscheiden, was einem besser gefallen hat.

Gruß,
karlkraus
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Hallo Julian!
"Tiertechnisch" sind die ostafrikanischen Länder Uganda, Kenia, Tansania, Ruanda schon etwas anders, als die Länder im südlichen Afrika. Ausnahmen: Namibia (Etosha NP), RSA (Krüger NP, Addo, Marakele NP und noch einige andere kleine Parks), Botswana (Chobe NP, Teuer!).
Es gibt viele Anbieter, die gutgeführte Safaris in Ostafrika anbieten. Selbstfahren empfehle ich nicht. Aber viel teurer wird es in Ostafrika bestimmt. Faszinierend sind wirklich die verschiedenen Tierherden, mit etwas Glück sieht man Prädatoren bei der Jagd. In der RSA hat man oft überall Gestüpp in den Parks (Dornbuschsavanne), die Beobachtung der Tiere ist dann halt schwieriger.
Aber Du wirst schon das Richtige finden.Gruß Steffen
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Nur mal so am Rande, falls Ihr doch noch am Schluß gerne ein wenig relaxen wollt, wir haben im letzten Urlaub ein Pärchen kennengelernt, die zuerst eine Rundreise in Südafrika nach Euren Vorstellungen gemacht haben und dann noch ne Woche Badeurlaub auf Mauritius.
Solltet Ihr aber nicht nen reinen Badeurlaub wollen, sondern eine tolle Insel mit genialer Vegetation, dann würde ich die Woche auf Reunion dranhängen, vier Tage mit dem Mietwagen durchs Landesinnere und am Schluß dann nochmal 3 an einem schönen Strand im Westen, könnten gut passen. Es gibt auf Reunion recht günstige Privatunterkünfte und Pensionen.
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Vielen vielen Dank für Eure Tipps!!
@karlkraus: Bin Deine vorgeschlagene Route mal bei Google Mpas durchgegangen und habe mir die Preise angeschaut. Sieht sehr gut aus, würdest Du sagen dass man da einen richtigen Safari Trip hat und die Route wirklich so durchziehen kann? Ist es eigentlich so dass wenn man mit dem Auto fährt sich Trips mit Anbietern vor Ort sparen kann oder muss man diese trotzdem machen um Tiere etc. zu sehen?
@passer1: Wieso würdest Du selbstfahren nicht empfehlen?
@doc3366: Vielen Dank für den Tipp, hatten auch schon mit dem Gedanken Mauritius gespielt, denke wir werden es versuchen, die Frage ist nur ob es von der Zeit hinhaut

LG
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Hallo,
ich nehme an, dass die Empfehlung zum nicht selbst fahren sich auf Ostafrika beschränkt.
Ja, meine Route ist machbar, ein Safaritrip und man kann sie nicht nur so "durch ziehen", sie ist auch sehr schön.

Man kann alles selbst fahren, muss keine Anbieter dazu nehmen. Wenn Du tatsächich Muweti machst, lernst Du ja auch Drives mit einem Guide kennen und kannst dann entscheiden, ob Du vor Ort noch Touren buchst. Nicht alle Guides und nicht alle Touren sind aber so gut, wie im Muweti.
Gruß,
karlkraus
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Hallo,
"besser" hast Du ja schon in Anführungszeichen gesetzt. Es ist auch wieder eher anders. Allerdings sind die Landschaften in Südafrika doch vielfältiger als in Namibia und auch die Tiervielfalt ist dadurch natürich größer. Grün ist es i.d.R. in Namibia nur in den Waterbergen und im Caprivi Streifen (inzwischen umbenannt in Zambesi Region).
Ein paar Tipps noch für Buchungen:
- Die Hütten, die mit "U" (Randlage) oder "V" (View) enden sind die attraktiveren im Krüger. Viele davon sind auch schon gebucht. Man kann es dann über z.B. TUI als Baustein versuchen oder regelmäßig nachsehen, ob etwas frei wird. Schau Dir einmal die Buchungen der "U" und "V" Unterkünfte in Deiner Reisezeit an. Du wirst sehen, vieles ist schon gebucht. Wenn Du tatsächlich nach SA fliegst und Krüger Camps selber buchst und bestimmte Kategorien nicht mehr bekommst, schicke mir eine PN.
- Der direkte Kontakt zum Anbieter bringt i.d.R. bei den kleinen B&Bs und Lodges günstigere Preise als über große Anbieter wie boo...
- Bei Mietwagen die Bedingungen genau studieren. Es gibt eine Unzahl an unterschiedlichsten Versicherungsleistungen und teilweise ist auch die wichtige Haftpflicht sehr niedrig.
Gruß,
karlkraus
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Hallo!
Karlkraus hat natürlich recht und meine Empfehlung auf den Verzicht auf einen Mietwagen bezieht sich hauptsächlich auf Kenia/Tansania/Uganda und mit Einschränkung auf Botswana und Sambia. Und die fahren da wie die Doofen...
In Namibia und RSA ist es natürlich kein Problem mit dem Mietwagen. Doch als "Safari-Neuling" ist es vielleicht doch besser auf einen Guide zurück zu greifen. Denke auch an Deine Gesundheit! Stichwort Impfungen und Mückenschutz!
Gruß Steffen