Rundreisen mit Arzt
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habe gelesen,daß es rundreisen in ferne länder mit arztbegleitung gibt.
hat jemand schon damit erfahrungen gemacht?
welche reiseanbieter haben sich darauf spezialisiert? -
Hallo,
in Studiosuskatalogen hab ich schon gesehen, dass einzelne Rundreisen mit Arztbegleitung stattfinden - ist aber bei diesem Veranstalter die Ausnahme, vielleicht ja trotzdem für Euch eine mögliche Variante. -
...schon mal in den bestehenden Thread zu einem dieser Reiseveranstalter geschaut? Dort findet man bereits einige Hinweise und kann auch gerne ggf. noch weitere Fragen stellen...

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Hallo Klaus-Dieter,
ich habe mal einen tollen Wellnes-Kurzurlaub mit Mediplus gemacht. Damals ging es für mich und meinen Mann "nur" nach Südtirol, was nicht unbedingt weit entfernt ist. Aber es war 3 Tage Erholung pur!Wenn ich mich recht entsinne, haben die auch ein recht großes Angebot an ärztlich betreuten Reisen zu verschiedenen Reisezielen. Wohin genau, kann ich dir aus dem Kopf jetzt nicht sagen, aber auf der homepage oder im aktuellen Katalog erfährst du bestimmt mehr.
Jedenfalls ist Mediplus schon auf Gesundheitsreisen unterschiedl. Art spezialisiert. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei?herzliche Grüße
Bauzi -
klaus-dieter+co. wrote:
habe gelesen,daß es rundreisen in ferne länder mit arztbegleitung gibt.
hat jemand schon damit erfahrungen gemacht?
welche reiseanbieter haben sich darauf spezialisiert?Hallo klaus-dieter,
ich bin ebenfalls auf der suche nach RR mit Arzt. Bitte teile mir doch mit, was dir geraten wird und welche unternehmen es gibt. vielen dank Anta -
Wenn so eine Rundreise mit Arzt mal so richtig was kosten darf, dann bieten sich die Hapag-Lloyd Kreuzflüge an:
Infos dazu -
Vergiss auf jeden Fall Mediplus, wenn Du Dich auf einen Arzt verlassen willst und darauf bauen willst, im Notfall qualifizierte Hilfe zu bekommen.
Ich bin Rettungssanitäter und war mit Mediplus als normaler Reisegast in Indien, ein Arzt begleitete unsere Gruppe.
Er war weder bei einem Unfall einer Gruppenteilnehmerin vor Ort (er hatte es vorgezogen, im Hotel zu bleiben), noch hatte er eine für Notfälle adäquate Ausrüstung.
Selbst eine Liste der vor Ort tätigen indischen Ärzte sowie der Krankenhäuser fehlte ihm.
Stattdessen schaffte er es, ein seit fünf Jahren abgelaufenes Medikament einer Mitreisenden zu verabreichen.
Ab dem dritten Tag, als alle gemerkt hatten, wie vertrottelt und fachlich unengagiert er war, kamen alle Mitreisenden mit Problemen zu mir.
Im Gegensatz zum Arzt hatte ich Verbandmaterial, Pulsoxy, Blutdruckmessgerät, Zuckertest und EKG dabei.
Selbst vorsorgen ist der erfahrungsgemäss bessere Weg, statt sich auf den Mediplus-Arzt zu verlassen.
Für mich ist diese als Sicherheit verkaufte Leistung ein reiner Marketinggag, hinter dem nichts als heisse Luft steht. -
Joohh, reisefreude15 - ich fahre auch immer mit Verbandmaterial, Pulsoxy, Blutdruckmessgerät, Zuckertest und EKG in den Urlaub....

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Wenn ich Rundreisen mit Arzt buche, dann sicher nicht ohne Grund.
Un da wird bestimmt der ein oder andere sein "persönliches Notfallköfferchen" dabei haben. So merkwürdig ist das bestimmt nicht. -
Das Feedback von 'reisefreunde15' geistert ja nun durch einige Unterforen und Threads und hat wohl eher mehr mit dem persönlich empfundenen Verlauf der Reise zu tun.
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@ Ahotep: Ganz meine Meinung.
Aber davon abgesehen: Ich habe das ganze Zeugs mitgenommen, weil die Risiken in Indien nunmal -wenn man vorher etwas recherchiert- bekannt sein sollten.
Es gibt -speziell bei einer Rundreise- auf dem Land sehr wenig vernünftig ausgestattete Arztpraxen und noch viel weniger Krankenhäuser, die einigermassen europäischem oder internationalem Standard entsprechen. Einen funktionierenden Rettungsdienst gibt es auf dem Land überhaupt nicht. Wenn überhaupt eine Ambulanz kommt, dann erst nach Stunden und dann hat diese keine Trage, sondern zwei Sitzbänke. Sauerstoff oder gar medizinisches Gerät im Fahrzeug? Fehlanzeige, wie selbst erlebt. Ausgebildetes Personal? Fehlanzeige, ein Fahrer ohne Führerschein.
Man ist demzufolge durchaus auf sich alleine gestellt oder muss darauf vertrauen, daß das Hotel -wenn man gerade dort sein sollte- einen Arzt erreicht und daß der dann auch einigermaßen kompetent ist. Unterwegs im Bus gar gibt es überhaupt keinen örtlichen Ansprechpartner, der qualifizierte Hilfe leisten könnte, für die Strecke selbst kennt auch der Reiseführer keine Hilfeadressen.
Bei uns war es so, daß das nächste bedingt erträgliche Krankenhaus auf der Rundreise oftmals mehr als 2 Stunden Fahrt vom Hotel entfernt war.
Der indische Strassenverkehr ist mit dem, was man ansonsten auf der Welt erlebt, zudem nicht vergleichbar. Das Unfallrisiko ist um ein Vielfaches höher, da weder Verkehrsregeln eingehalten werden, noch die Fahrzeuge verkehrssicher sind oder jemand eine Führerscheinprüfung absolviert hat. Es wird gefahren, was das Zeug hält und entsprechend viele Unfälle sieht man, gar nicht selten mit noch im Fahrzeug eingeklemmten Personen, denen Hinzugekommene ohne jede medizinische Kenntnisse halt "helfen".
Das ganze Land ist chaotisch und dieses Chaos macht vor dem Gesundheitswesen nicht Halt.
Insofern ist etwas Nachdenken vorher angesagt, ist jede medizinische Notfallausrüstung äusserst sinnvoll, denn hinterher -wenn der worst case eingetreten ist- ist das Wehklagen gross. Hier halte ich es auch in Anbetracht der Gegebenheiten für zwingend erforderlich, daß der begleitende Arzt eine wirklich sinnvolle Notfallausrüstung dabeihat, daß er eben de facto echte Notfallmaßnahmen einleiten kann. Nur aus diesem Grund bezahlt man als Reisender einen nicht geríngen Obulus für eben diesen Arzt, der in solchen Hochrisikogebieten begleitet. Daß Mediplus das gänzlich anders sieht und offensichtlich keinerlei ausstattungsbezogene Vorgaben erlässt oder gar eine Kontrolle der ärztlichen Verhaltensweise durchführt, halte ich in Anbetracht der durch die Werbung bei den Reisenden geweckten Erwartungshaltung für grob fahrlässig.
Ich habe genau aus diesen geschilderten Gründen das mitgenommen, was ich auch hier in Deutschland im Auto spazierenfahre - nicht, weil ich es brauche, sondern weil ich aus meiner -ehrenamtlichen- Arbeit im DRK wahrlich oft genug mitbekomme, was zu welchem Zeitpunkt sinnvoll ist. Hier zuhause liegt bei mir im Auto sogar permanent ein Defi, der mir allerdings für Indien dann doch zu gross war -notfalls gehts eben auch per Hand.
In Indien hat sich gezeigt, wie sinnvoll es war, den Kram mitzunehmen (es passt ja alles incl. des -zugelassenen- Hand-EKGs in eine mittelgrosse Kameratasche).
Das EKG brauchte ich bei einer Mitreisenden und einer jungen Inderin, die in einem Tempel wegen Dehydrierung umfiel (der mitreisende Arzt kommentierte das Ganze mit den Worten: "So etwas hätte ich auch gerne"- das wars dann.)
Pulsoxy nimmt keinen Platz weg, Blutdruckmessegerät sowieso nicht und Zuckertester erst recht nicht.
Alles also klein und kompakt und doch im Notfall eine klare Hilfe beim Versuch der Diagnose.
Warum nur sollte man also Derartiges gerade auf einer solch extrem speziellen Reise nicht mitnehmen?
Immer nur an sich selbst denken hilft Anderen nicht weiter.
Im Übrigen hatte ich mit den Geräten keinerlei Probleme bei Einfuhr und Ausfuhr, ebensowenig beim deutschen Zoll.
Daß nicht jeder so denkt, daß sich nicht Wenige einfach darauf verlassen, daß schon nichts passieren wird, ist mir klar. Daß aber andererseits dann vorausschauendes und sinnvolles Handeln in einem Posting quasi belächelt wird, ist schon arg verwunderlich und lässt bei mir manchen Gedanken zu. -
bernhard707 wrote:
Das Feedback von 'reisefreunde15' geistert ja nun durch einige Unterforen und Threads und hat wohl eher mehr mit dem persönlich empfundenen Verlauf der Reise zu tun.In diesem Fall, im Hinblick auf die medizinischen Gegebenheiten, hat dies nichts mit dem Reiseverlauf als Solches zu tun.
Ausserdem "geistert" meine Meinung lediglich in einem Beitrag zum Reiseveranstalter herum, der in einen anderen -bereits vorhandenen- Thread verschoben wurde.
Daß ich hier zum Thema "Arztbegleitung" auf die aufgeworfene Frag antworte und die entspr. Erfahrungen schildere, dürfte legitim sein. Oder sehe ich das falsch?
Um nochmals auf das Ursprungsthema zurückzukommen:
Eine kompetente medizinische Begleitung ist für Personen, die ein bekanntes Gesundheitsrisiko mit sich tragen sowie bei Reisen in Hochrisikogebiete meines Erachtens überaus sinnvoll. -
@reisefreude15
"Daß nicht jeder so denkt, daß sich nicht Wenige einfach darauf verlassen, daß schon nichts passieren wird, ist mir klar. Daß aber andererseits dann vorausschauendes und sinnvolles Handeln in einemPosting quasi belächelt wird, ist schon arg verwunderlich und lässt bei mir manchen Gedanken zu."
Ich möchte nicht, das bei dir die "falschen" Gedanken aufkommen, ja ich habe das belächelt, das bedeutet aber noch lange nicht, das ich mich darauf verlasse, das nichts passiert. Ich bin selber nicht der Gesündeste und habe viele Jahre Fernreisen gemieden und denke, gerade das ist vorausschauendes und sinnvolles Handeln - nämlich manche Dinge nicht zu tun.
Und um auch auf das Ursprungsthema zurückzukommen:
Personen, die ein bekanntes Gesundheitsrisiko mit sich tragen sollten bei Reisen in Hochrisikogebiete meines Erachtens sich vorher die überaus sinnvolle Frage stellen, ob es nicht Reisegebiete gibt, die das Risiko gering halten und eine medizinische Versorgung gewährleisten. -
Die ärztliche Reisebegleitung ist sicherlich sinnvoll, wenn man entweder eine ungewöhnlich abgelegene Region als Expedition/Tour bereist oder aber ein persönliches Risiko im Sinne einer chronischen Erkrankung möglichst perfekt abgedeckt wissen will. Ob da allerdings ein „mitreisender Arzt“ dieses Profil in Hardware, Ausbildung und Medikation spezifisch abdecken kann, wage ich mal zu bezweifeln, wenn er eine komplette Reisegruppe zu betreuen hat. Erweiterte Diagnostik ist nur dann sinnvoll, wenn sich daraus auch eine Therapie-Option ergibt – bedeutet beim BZ-Test auch das Vorhandensein von Glucose-Infusion und peripherem Zugang. Beim EKG auch die entsprechende antiarrhythmische intravenöse Medikation und das Fachwissen um Dosierung und Nebenwirkungen. Eine exzellente medizinische Versorgung während einer Reise beginnt meines Erachtens bereits VOR der Reise. Mit einer sorgsamen persönlichen Anamnese, einer auf das Reiseland zugeschnittenen Impfberatung, der allgemeinen Prophylaxe der landestypischen Risikofaktoren und einer Beratung zu Auslandskrankenversicherung, Bergungskosten- und Rückholversicherung. Dass der begleitende Arzt dann natürlich grundsätzlich bei allen Aktivitäten mit dabei ist, versteht sich von selbst.
Umfassende Betreuung ist allerdings nicht billig und kein Konzept „von der Stange“, wenn man sein individuelles Wohlergehen darin inkludiert sehen möchte. Die Reisekosten des Arztes dürften seinem Honorar dabei in etwa die Waage halten. Dies scheint mir jedoch die solidere Lösung zu sein, als auf die Kompetenz des „arztbegleitete Reisen“ eines Veranstalters zu hoffen.