• mocoberlin
    Dabei seit: 1165017600000
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    geschrieben 1184000150000

    An alle Versicherungsexperten unter Euch: eine Kollegin bat mich ihr bei der Beantwortung folgender Frage zu helfen: ihr Mann verunglückte am Wochenende schwer in Östereich.Unabhängig davon, dass er noch nicht transportfähig ist, möchten Beide, dass er in Innsbruck im Krankenhaus verbleibt, da sie dort offensichtlich mehr Erfahrungen mit den sturzbedingten Folgen haben. Eine Rückfrage bei der Krankenversicherung hier in Berlin ergab, kein Problem, die Entscheidung trifft der Patient, sie tragen die Kosten. Aber nun schaltet sich die Unfallversicherung ein und sagt, Rücktransport so schnell wie möglich, um die Kosten der gesamten Behandlungen zu senken, auch über den Kopf des Versicherten hinweg.Jetzt ist natürlich die Frage, wer trägt überhaupt welche Kosten, da es ja offensíchtlich ein Unfall war? Und wenn es die Unfallversicherung ist, können sie sich weigern die Kosten zu tragen, wenn man vor Ort verbleiben möchte und sie nicht?

    Hat vielleicht - ich hoffe es natürlich nicht- jemand von Euch schon einmal so eine Erfahrung machen dürfen und wie ist es ausgegangen? Mit googeln bin ich dem Thema nicht näher gekommen, da es meisst nur auf Versicherungsvermittlung hinausgeht.

    moco
  • Erika1
    Dabei seit: 1088985600000
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    geschrieben 1184010502000

    Ist es eine private Unfallversicherung?

    Gesetzliche oder private Krankenversicherung?

    War es ein Arbeits- oder Freizeitunfall?

  • mocoberlin
    Dabei seit: 1165017600000
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    geschrieben 1184013104000

    Eine private Unfallversicherung, aber vom Arbeitgeber bezahlt, die KV ist gesetzlich und es war/ist im Urlaub- also ein Freizeitunfall.

    moco
  • Erika1
    Dabei seit: 1088985600000
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    geschrieben 1184022018000

    Dann will ich mal versuchen, das aufzudröseln:

    In erster Linie entscheidet der Arzt, ggf. gemeinsam mit dem Patienten. Über die Transportfähigkeit entscheidet der Arzt alleine, allerdings ist der Patient nicht zwingend an diese Entscheidung gebunden - er handelt dann auf eigene Verantwortung.

    Wer die private Unfallversicherung bezahlt, spielt keine Rolle.

    Die deutschen privaten Unfallversicherer zahlen keine Behandlungskosten. Sie zahlen für das, was vereinbart werden kann: Krankenhaustagegeld/Genesungsgeld, Invalidität, Tod, Bergungskosten, ggf. kosmetische Operationen, Übergangsgeld, eine Unfallrente...

    Kurz: es geht die private Unfallversicherung nichts an, wie und wo und wie lange die Behandlung erfolgt. Sie muss zahlen: weltweit rund um die Uhr, es sei denn, es wurden Einschränkungen vereinbart wie z.B. nur Arbeitsunfälle oder nur Fahrten zur Arbeit etc. Das kann man in den Bedingungen nachlesen.

    Die gesetzliche KV überlässt Entscheidungen - freie Arzt- und Krankenhauswahl - komplett dem Patienten. Sie zahlt für die Behandlung heute Regelsätze, die nicht von der Aufenthaltsdauer in der Klink abhängig sind.

    Ein finanzielles Problem könnte entstehen, wenn die deutsche gesetzliche Krankenkasse nicht die vollen Sätze an die österreichische Klinik erstattet, die diese in Rechnung stellt. Diese Differenz müsste der Patient tragen -

    es sei denn, er hat eine Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen. Entweder separat für diese Reise oder er hat ein solche über z.B. eine Kreditkarte.

    Deine Frage ist nur so zu beantworten: kein Versicherer, ob gesetzlich oder privat, kann Einfluss auf die Behandlung eines Patienten nehmen.

    Deine Kollegin sollte sich keinesfalls einschüchtern lassen. Das Wichtigste ist die Gesundheit ihres Mannes und damit Rat und Empfehlung des Arztes. Mit dem Recht an sich kann man sich hinterher auseinandersetzen...

  • mocoberlin
    Dabei seit: 1165017600000
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    geschrieben 1184062717000

    Danke, für die umfassende Antwort!

    Wir haben gestern noch ne Menge rumtelefoniert und sind zum gleichen Schluss gekommen- die Entscheidung trifft der Patient und kein anderer.Alles was die KV nicht übernimmt, zahlt die Auslandskrankenversicherung. Zum Glück hat man ja nie bzw. selten mit solchen Geschichten zu tun und da kann einen schon so ein Anruf verunsichern- wie der von der Unfallversicherung!

    moco
  • Erika1
    Dabei seit: 1088985600000
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    geschrieben 1184080403000

    Freut mich, dass nun alles geklärt werden konnte!

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