• Bernat
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    Zielexperte/in für: Mallorca
    geschrieben 1430597939000

    Viele sind der Meinung dass “Es Trenc” der schönste Strand der Insel sei. Bei den Reisetipps (HC) liest man von “Schönster Strand auf Mallorca”, “Karibikfeeling am Mittelmeer”, “Muss man gesehen haben”, “Traumhafter Strand im Südosten Mallorcas”, “Wunderschöner Naturstrand” oder “Einfach nur wunderschön”.

    In der letzten Zeit werden diese Qualifikationen jedoch durch andere ersetzt. Jetzt häufen sich Kommentare wie “Total enttäuscht vom überfüllten Traumstrand”, “So toll ist es dann aber nicht”, “Dieser Strand ist eine Katastrophe”, “Ungepflegt, teuer, überlaufen” oder “Jämmerlich, schmutzig, erbärmlich”.

    Was stimmt denn nun? Meine Meinung habe ich schon verschiedene Male in verschieden Threads (Strand Es Trenc, Es Trenc - Ökosytem in Gefahr) zum Ausdruck gebracht. Tatsache ist, dass der Massentourismus über Jahrzehnte diesen Strand quasi ‘kaputt’ gemacht hat. Seit vielen Jahren rate ich allen die den “Traumstrand Mallorcas schlichthin” besuchen wollen ihre Erwartungen nach unten zu schrauben und mit den Füssen auf dem Boden zu bleiben.

    Es Trenc ist ein 2 Kilometer langer Sandstrand zwischen Colonia de Sant Jordi und Ses Covetes. Das spezielle an diesem Strand ist, dass er von einem Naturschutzgebiet umrandet ist, und es somit keine Hotels/Gebäude/Bauten am Strand gibt. Der Strand liegt in der Gemeinde Campos. Campos hat – ausser ein paar Fincahotels –so gut wie keinen Tourismus und somit auch keine bedeutenden Einnahmen, muss aber – andererseits – alle Kosten die mit “Es Trenc” verbunden sind (Zufahrten, Verkehrsregelung, Sicherheit, etc., etc.) tragen. Die Gemeinde ist vom “EsTrenc”, milde ausgedrückt, “begeistert”.

    Im Hochsommer besuchen, so die Gemeinde Campos, bis zu ca. 100.000 (??, moglicherweise eine Null zuviel) Touristen täglich den Strand von Es Trenc. Welcher ‘Karibikflair’ bei diesen Massen auftritt kann man sich leicht vorstellen. Die beiden Zufahrten (über die Salinen neben der Strasse Campos - Colonia Sant Jordi auf der östlichen Seite oder über Ses Covetes auf der westlichen Seite sind total verstopft, ewiger Stau zu den Hauptstosszeiten ist vorprogrammiert, Parkmöglichkeiten sind extrem eingeschränkt und die wenigen Möglichkeiten arten in Abzocke aus (siehe die oben erwähnten Threads). Offiziell gab es bisher – in Ses Covetes, 130 Parkplätze die dieses Jahr bis auf knappe 300 erweitert werden. Aber auch das ist ein Tropfen auf den heissen Stein. Die Gemeinde vesucht den Inselrat dazu zu bringen Enteignungen von Grundstücken in Ses Covetes zu genehmigen um weitere Parkmöglichkeiten zu schaffen, aber das ist mit den jetzigen Auflagen unmöglich. Dem Privatbesitzer eines Grundstücks (in geschütztem Gebiet) der in den letzten Jahren ca. 1000 Parkplätze - illegalerweise – zur Verfügung gestellt hat (zahlenderweise natürlich) wird die Genehmigung verweigert. Man spricht davon den Verkehr nach La Rápita umzuleiten wenn alle Parkplätze voll sind, oder sogar Parkplätze in Campos bereitzustellen und von dort aus einen Pendelverkehr mit Bussen einzurichten. Das Chaos auf der ‘anderen’ Seite (Zufahrt über die Salinen) ist nur unwesentlich anders.

    Jahr für Jahr wiederholt sich dieses ‘Schauspiel’. Man findet keine zufriedenstellende Lösung. Der Massentourismus hat den “traumhaften Karibikstrand” zu einer besseren Müllhalde mit Parkplatzabzocke gemacht. Von Naturschutzgebiet kann hier keine Rede mehr sein.

    Ich würde hier eine ganz radikale Entscheidung treffen: den generellen Zugang zum Strand schlichthin verbieten, den Strand und das ihn umgebende Naturschutzgebiet – nebst Dünenlandschaft - wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen und den Zutritt genau so kontrolliert regeln wie den Zutritt zu anderen Naturschutzgebieten, z. Bs. der Insel Cabrera: kontrollierter Zugang von einer extrem beschränkten Besucherzahl pro Tag, zahlenderweise. Alles andere ist – meiner Meinung nach – fast pervers und ein Paradebeispiel wie man in kürzester Zeit die Natur und die Umwelt kaputt machen kann.

    Es ist besser zu schweigen und als Idiot verdächtigt zu werden, als zu reden und dadurch alle Zweifel zu beseitigen (Abraham Lincoln)
  • Loadmaster
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    geschrieben 1431262728000

    Ich hab den Hype um Es Trenc nie verstanden.

    Ich würde nicht soweit gehen, den Strand ganz zu schliessen. Aber der Individualverkehr muss weg, keine Frage.

    Die Kommune sollte die Parkplatzbewirtschaftung selbst übernehmen und eine begrenzte Anzahl Parkplätze für einen satten Preis anbieten (z.B. 25.-€/Tag). Das würde schon viele abhalten, mit dem Auto zu kommen - am Strand von Formentor z.B. funktioniert das bei Parkgebühren von 8-10.-€/Tag schon heute ganz gut, viele Badegäste kommen mittlerweile mit dem Linienbus oder mit dem Ausflugs-Schiff. Parken am Strassenrand wird dort relativ konsequent verfolgt (ist bei der harten Fahrbahnkante aber auch nur mit robusten Geländewagen möglich. (@Mietwagenfahrer: don´t do it, alle Vermieter kennen diesen Stunt...).

    Ein Shuttle-Bus zu Es Trenc ab Campos oder Llucmajor, wo die Leute ihr Auto stehen lassen können, wäre in meinen Augen ein gutes Konzept.

    Gut, man müsste dort eine grosse Wiese in Parkraum umwandeln, aber das sollte das kleinere Übel sein.

    Ausserdem wissen viele nicht, dass ab Palma/Arenal Linienbusse nach Es Trenc fahren. Diese Möglichkeit müsste massiv kommuniziert und beworben werden ("Happy Beach Bus" :p ), und die Linien dichter getaktet werden. Dazu noch eine Bus-Linie aus dem Norden (z.B. aus Cala Ratjada), und allen - Gästen, Anwohnern und Natur - ginge es ein bisschen besser am Es Trenc.

  • Waldschrat
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    geschrieben 1431439637000

    ;) Na,der Tip mit dem Linienbus nach Es Trench ist ja mal ganz große Klasse! Obwohl ich schon seit Jahren Urlaub auf der Insel mache,ist mir das noch nie aufgefallen . Man lernt eben immer noch dazu .

    Seit dem ich die Menschen kenne,liebe ich die Tiere
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