• harti
    Dabei seit: 1087776000000
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    geschrieben 1106605124000

    Hallo zusammen,

    ich möchte heute einen "Stein lostreten". Und zwar zum Thema Trinkgeld. Über dieses Thema ist sicher schon jeder Urlauber (teilweise mit direkten Hinweisen) gestolpert.

    Hier ein paar Beispiele:

    1:

    Kaum am Flughafen im Zielland angekommen, stürzen sich zig Arbeiter auf das Kofferband, um ungefragt die Koffer (noch aus der Hand der Touristen) zu entreißen, vom Kofferband zu nehmen und gegen ein Trinkgeld dem Touristen wieder zu überlassen. Als Tourist ist man im ersten Moment überrumpelt.

    2:

    Schon beim Toilettengang auf dem Flughafen des Gastlandes wird Toilettenpapier gegen Trinkgeld verkauft (nur zwei Blätter - man muss ja sparen...), die Toiletten selbst sehen aus, wie.....lange nicht mehr gepflegt.

    3:

    (Klein-)Busfahrer machen bereits beim Transfer ins Hotel unmißverständlich klar, dass sie dafür ein Trinkgeld erwarten (ich frage mich, ob es nicht schon genügt, die Leistung einmal im Reisebüro zu bezahlen).

    4:

    In einigen Gaststätten ist die Bedienung nicht im ausgewiesenen Preis auf der Speisekarte enthalten. Diese wird mit 10 - 15 % extra erwartet. Dazu natürlich noch ein Trinkgeld. Der Gast zahlt für seine Speisen 3 x.

    5:

    Das Zimmermädchen erwartet im Regelfall ein Trinkgeld, egal wie sauber das Zimmer ist.

    6:

    Auf Kreuzfahrtschiffen wird in der Regel erwartet, dass der Passagier 10 EUR Trinkgeld am Tag hinterlässt.

    7:

    Reiseleiter und Busfahrer erwarten bei Rundreisen oder Tagesausflügen pro Person und Tag 1 - 2 US-Dollar.

    8:

    Bei Anschlußflügen zeigt ein Flughafenbediensteter, wo der Anschlußflug weitergeht. Natürlich nur gegen ein Trinkgeld.

    9:

    Bei der Rückreise am Abflughafen ist am Röntgengerät ein "Helfer" der ungefragt die Koffer (!) auf das Röntgengerät legt. Natürlich erwartet er hierfür ein Trinkgeld.

    Um nicht mißverstanden zu werden: Mir geht es nicht um hervorragende Leistung, die zu Recht extra vergütet werden sollte, sondern um bereits bezahlte Leistungen bzw. Minidienstleistungen, die ungefragt aufgedrängt werden und hierfür die Hand aufgehalten wird. Es gibt viele Touristen, die sich überrumpelt fühlen. In Deutschland gibt es viele Menschen in Dienstleistungsberufen, die - trotz hervorragender Arbeit - kein Trinkgeld bekommen. Andererseits sollen sie für ohnehin bereits (meist nicht gerade günstig) bezahlte Reisen nochmal obendrauf legen.

    Wie seht ihr das? Hoffe auf rege Beteiligung.

    Viele Grüße Stephan

  • salvamor41
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    geschrieben 1106610391000

    Hallo Stephan,

    im Gegensatz zu uns Mitteleuropäern bekommen in vielen Ländern, u.a. auch in den USA, die Angestellten in den  Dienstleistungsberufen der Reisebranche entweder gar kein Gehalt oder ein Minigehalt ähnlich unseren 1 Euro-Jobs. Oft sind sie gar keine Angestellten der Hotels etc., sondern sind, auch wieder ähnlich wie bei uns, "Ich-AGs", die teilweise mehrere Jobs machen, um sich über Wasser zu halten. Die Leute leben also 100%ig von den Trinkgeldern der Gäste. Man sollte deshalb, wenn man in diese Länder fährt, von vornherein ein gewisses Trinkgeld-Budget mit einplanen.

    Aber warte mal ab, die beschriebenen Verhältnisse werden wir bald auch bei uns haben! Daß jemand mit einem einzigen Job und einem Festgehalt seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, wird schon bald der Vergangenheit angehören. 

    Gruß salvamor

    ><o(((°> Don't feed the Trolls <°)))o><
  • TvB
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    geschrieben 1106614799000

    Ich habe ein Problem damit, wenn auf dreiste Art das Geben von Trinkgeld regelrecht eingefordert wird. Trinkgeld zu geben muss eine freiwillige Sache bleiben. Das soll nun aber kein "Persilschein" für Geizige sein ;)

  • Sokrates
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    Administrator Zielexperte/in für: Istanbul
    geschrieben 1106639019000

    Guten Morgen, Salvamor.

    Du hast vollkommen recht mit Deinen Ausführungen und ich habe mich z.B. in den USA auch darauf eingestellt. Ärgerlich sind allerdings die Abzockversuche von Leuten, die landestypische Entlohnungen erhalten, trotzdem aber keine Gelegenheit auslassen, um den "dummen" Touristen zu neppen. Versuche mal ein Taxi vom "Großen Basar" in Istanbul in die Altstadt zu bekommen. Wenn man auf die Frage des Fahrers:"Was zahlst Du?" antwortet:"Das, was auf dem Taxameter steht!", kann man zu Fuß gehen. Die Fahrt kostet nämlich nur ca. 2 Neue Lira und die Festpreisangebote der Fahrer schwanken zwischen 5 und 10.    :rage:

    Egal welche Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Nationalität - ich habe mit fast keinem Menschen Probleme. Probleme habe ich nur mit A....löchern!
  • Bulgarienfan
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    geschrieben 1106641351000

    Wir sind in Bulgarien mit dem Trinkgeld relativ großzügig. Wir wissen nämlich, wie wenig die Kellner und Kellnerinnen dort verdienen. Und bei den Preisen dort braucht man wirklich nicht geizig zu sein.

    Viele Grüße vom Bulgarienfan

    Einmal Bulgarien - immer Bulgarien! Once in Bulgaria - forever in Bulgaria! Веднъж в България – завинаги в България! Однажды в Болгарии – навсегда в Болгарии!
  • Sternedieb
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    gesperrt
    geschrieben 1106642324000

    Tja.....

    andere Länder - andere Sitten...

    Man nehme Japan - da solltest du KEIN Trinkgeld geben - denn da wird es als Beleidigung empfunden....

    Als Zusatz eine Frage an die Runde:

    Sind wir Deutschen nicht selbst an der Lage Schuld?

    Ich stell bewusst mal nur die Frage - die Begründung kann geliefert werden... ;-)

  • Misto64
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    geschrieben 1106647788000

    Hallo zusammen,

    auch ich halte mich oft im Jahr in Ländern auf in denen Angestellte von Hotels, Flughäfen, Restaurants usw. mal gut und mal schlecht verdienen. Ich habe mir aber im Laufe der Jahre angewöhnt, nicht auf Bedrängen oder Aufforderung Trinkgeld zu geben. Wie im ersten Beitrag geschildert, drängen sich natürlich gerade in armen Ländern Menschen auf um Trinkgelder bzw. Bakschisch für welche Dienstleistung auch immer zu bekommen. Im Normalfall reich aber bei angebotenen Dienstleistungen ein "No thank you" aus, um z.B. den Rolexverkäufer oder den vermeintlichen Kofferträger wieder los zu werden. In allen anderen Fällen, sei es im Restaurant, im Taxi oder im Hotel,behalte ich mir vor nach Leistung das Trinkgeld zu zahlen. Denn es ist leider eine Unsitte geworden, das pauschal von den "reichen" Touristen trinkgekder verlangt werden, egal ob z.B. die Bedienung im Restarant gut oder schlecht war. Also Leute, Trinkgelder sind keine Almosen, sondern sollen, egal ob in Deutschland oder wo anders auf der Welt, eine gute Leistung belohnen, oooooder.

    Gruß

    Michael

  • Holginho
    Dabei seit: 1086652800000
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    geschrieben 1106652112000

    Prima salvamor!

    Wieder ein kleines, fundiertes Stückchen "Aufklärungsarbeit" am leider oftmals schrecklich ahnungslosen und 8mutwillig?) uninformierten "deutschen(?)" Urlauber.

    Ich gebe die Hoffnung einfach nicht auf, das leider jetzt viel zu viele Urlauber dann irgendwann doch ´nicht mehr dumm in "ihr" (wird ja nicht selten wörtlich genommen) Urlaubsland einreisen, und sich mal bequemen, sich wenigsten etwas zu informieren...und zwar darüber hinausgehend, wo man das meiste essen (äquivalent Alkohol), die günstigsten Markenimitate etc. findet.

    Dann wird "unser" Bild im Ausland vielleicht auch (noch?) ein wenig besser.

    Ja, natürlich gibt es auch immer wieder mal "schwarze Schafe", aber die überwiegende Mehrheit der Trinkgeldempfänger ist auf diese Gelder angewiesen - und dabei geht es nicht um die Anschaffung von Luxusgütern, die bei uns oftmals ganz selbstverständlich sind, sondern um den Erhalt einer (Groß-)Familie.

    Die Jobs in und um die Touristikbranche sind in vielen Ländern so beliebt, eben weil es dort die Möglichkeit gibt, etwas mehr zu verdienen. Die vielen männlichen Ägypter ziehen bestimmt nicht aus Spaß und Dollerei nach Hurghada und verzichten oft monatelang auf ihre Familien - ein Beispiel von unzähligen anderen.

    Hallo sokrates!

    Deine Ausführungen sind sicherlich irgendwo richtig. Nur, die Gebühren sind halt wirklich auf die Preise im "innertürkischen" Verkehr ausgerichtet.

    Ist es denn nicht legitim, das sie versuchen, mehr zu bekommen? Findet nicht, gerade hier in Deutschland, umgekehrt immer mehr "Geiz-ist-geil-Tourismus" statt? Versuchen "wir" nicht auf unsere Art auch immer mehr für immer weniger zu bekommen?

    Nachdenklich, Holger

    PS: Selbstverständlich sind Trinkgelder keine Geschenke für "nichts", sondern sollten immer eine Gegenleistung enthalten.

    “Mit dummen Menschen streiten ist wie mit einer Taube Schach zu spielen...“ Rest bei Bedarf googeln!
  • salvamor41
    Dabei seit: 1086652800000
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    geschrieben 1106652338000

    Ja klar, Scheich Sokrates, gerade die Taxifahrer sind oft

    "3x ausgeschlafene" Zeitgenossen, die sich auf's Abzocken von Touristen spezialisiert haben. Das ist nicht nur in der Türkei so, sondern gilt auf der ganzen Welt. Wir sind da sehr rigide, fragen vorher, was es ca. kostet und steigen konsequent wieder aus, wenn uns jemand besch... will.

    Aber ich denke auch wiederum, daß man gelegentliche Abzockversuche nicht verallgemeinern sollte. Wir haben nämlich, auch bei den verrufenen Taxifahrern, schon sehr höfliche, ehrliche und hilfsbereite gehabt.

    Die Höhe des Trinkgeldes sollte man natürlich auch situativ entscheiden, aber gar kein Trinkgeld zu geben, wird vor allem in den USA als eine Provokation aufgefaßt.

    Gruß salvamor 

    ><o(((°> Don't feed the Trolls <°)))o><
  • salvamor41
    Dabei seit: 1086652800000
    Beiträge: 4964
    geschrieben 1106660535000

    Den Hintergrund Deiner Frage habe ich nicht verstanden.

    An welcher Lage sollen wir Deutsche selber schuld sein?

    ><o(((°> Don't feed the Trolls <°)))o><
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