@holly-man sagte:
Die RV haben schon Milliardenhilfe bekommen,
Wie kommst Du denn auf das schmale Brett? TUI und FTI haben Finanzierungszusagen der KfW unter der Voraussetzung, dass die Hausbanken 20% der Haftung übernehmen (Quelle z.B. Handelsblatt). Da ist noch keine Liquidität geflossen und wird auch so schnell keine fließen. Des weiteren müssen natürlich vor Auszahlung auch die Gesellschafter bluten und die werden auch Zeit brauchen, um Ihre Beiträge zu mobilisieren. Deshalb kann ich nur wiederholen: Egal wir Ihr Euch auch aufregt, aktuell könnt Ihr dem nackten Mann (Reiseveranstalter) nicht in die Tasche greifen, das sind nun mal Realitäten, die zu akzeptieren sind, unabhängig von Recht haben und Recht bekommen.
Das hat auch nichts mit Missmanagement zu tun, die Lufthansa z.B. war ein hochliquides Unternehmen. Wenn man aber von heute auf morgen keine Einnahmen, sondern nur noch Ausgaben hat, dann ist auch die größte Liquidität in kürzester Zeit dahingeschmolzen.
Und der hier auch schon erfolgte Ruf nach einer Regulierung wie im Finanzsektor ist natürlich völlig daneben: Habt Ihr nur ansatzweise eine Vorstellung, wie teuer und aufwändig die Bankenregulierung ist? Auch wenn es der ein oder andere vielleicht nicht hören will, aber Reisen ist nicht systemrelevant! Da wird also niemand eine aufwändige Regulierung draufsetzen.
Und wie ich schon mal geschrieben haben: Wie der Kreditzweck z.B. der 1,8 Mrd. € für TUI bestimmt ist, weiß hier im Forum niemand, ich könnte mir aber gut vorstellen, dass eine Rückzahlung von Anzahlungen ausdrücklich nicht inkludiert ist und daher so vehement auf die Gutscheinlösung gedrängt wird...
Wenn alle auf Ihr Recht bestehen (Stichwort keine rückwirkende Gesetzesänderung) dann gibt es immer noch einen Ausweg: Schutzschirmverfahren für alle Reiseveranstalter. Der Insolvenzplan könnte dann z.B. die Alternativen Gutschein oder quotale Barauszahlung vorsehen, Staatshilfe könnte als Massekredit gewährt werden, in meinen Augen ohnehin die sauberste Lösung, ich fürchte nur, so viele Insolvenzverwalter haben wir in Deutschland gar nicht, um die Verfahren alle abzuwickeln. Und wer meint, über die 3x110 Mio. € der Sicherungsscheine hinaus den Staat in Haftung nehmen zu können: Die EU Verordnung schließt das für eine Masseninsolvenz der Reisebranche ausdrücklich aus (entsprechende Quellenverweise hatte ich seinerzeit im TC Thread gepostet). Nur für TC allein hat man diese Karte -zugegebenermaßen entgegen meiner Erwartung- nicht gezogen, jetzt würde ich aber fest davon ausgehen.