Natürlich wird in Kenia alles gerne genommen,das ist gar keine Frage. Aber ist es auch sinnvoll?
Thema Schulhefte: Es gibt ganz klare Vorgaben,was die Schüler für Material IN DER SCHULE zu verwenden haben. Und das sind nun mal die grauen Hefte,die es vor Ort zu kaufen gibt. Da werden deutsche Hefte für ein einzelnes Kind nicht geduldet. 70 Kinder in einer Klasse an einer öffentlichen Schule sind keine Seltenheit.
Ich habe die Public School in Ukunda vor eingen Jahren besucht. 70 Kinder in einer Klasse waren normal. Der Lehrer sagte mir,dass nur kenianisches Schulmaterial zugelassen ist. Ich hatte für alle Kinder einen Weltatlas, Tafelkreide, einen Fußball und 10 Springseile mitgenommen. Davon haben alle was.
Schulmaterial ( z.B.Hefte) aus Deutschland sind dann nur etwas für den Hausgebrauch. Kleidung aus Europa gibt es zu Hauf auf dem Markt in Ukunda zu kaufen. Einheimische Bekannte von mir haben mir diese Sachen selbst gezeigt. Es wird alles zu Geld gemacht,wenn man Hunger hat. Handys, Kleidung etc....
Eine weitere Unsitte (sorry,ich möchte niemandem zu nahe treten) ist das Verschenken von Plüschtieren. In kürzester Zeit sind diese voller Ungeziefer,da die Wohnverhältnisse und das Klima optimale Rahmenbedingungen dazu bieten.
Versteigert die nett gemeinten Gaben Eurer Bekannten lieber bei den Onlineportalen und kauft vor Ort das, was die Menschen im Moment am dringendsten benötigen....Lebensmittel! Denn die sind im Moment von den wenigsten Leuten noch bezahlbar.... Und für Menschen, die Bekleidung benötigen,bekommt man auf den örtlichen Märkten für wenige Schillinge ordentliche Kleidung. Diese erzeugt keinen Neid und muß auch nicht dem deutschen Standard entsprechen. Denn der ist nicht das Maß der Dinge.
Ich unterstelle allen, die Dinge nach Kenia mitbringen, die allerbesten Absichten. Aber bedenkt bitte,dass Neid ein in Kenia nicht zu unterschätzender Faktor ist.
Neid auf Dinge, an die wir nicht im entferntesten denken.