Mir hat der Beitrag von "frequent flyer" auch sehr gut gefallen, weil er offen und ehrlich seine Meinung sagt und man als Nicht-Reisefachmann auch etwas daraus lernen kann.
Der Begriff "Internetbuchung" ist nicht einheitlich zu verwenden, er führt, wie mir scheint, manchmal zu einer großen Begriffsverwirrung, so daß im Verlaufe der Diskussion oft aneinander vorbei geredet wird.
Eine "Internetbuchung" kann, so weit ich das gelernt habe, einmal eine Buchung direkt bei dem Callcenter eines Veranstalters sein, zum anderen aber auch eine Buchung über die "Internet Booking Engine - IBE". Dann gibt es zusätzlich auch noch Spezial-Online-Unternehmen, die die gleichen Zugänge zu Reiseangeboten ermöglichen. Zu guter Letzt gibt es dann noch die Möglichkeit der Direktbuchungen bei Hotels, Fluggesellschaften und Ausflugsveranstalter vor Ort über deren Websites bzw. eMail-Adressen.
Ich habe den Eindruck, daß die Mehrheit der Beiträge auf "Buchung bei einem Callcenter" eines Veranstalters abzielen.
Oder irre ich mich da?
Ob den Reisebüros langfristig von dieser Seite die "größte Gefahr" droht, bleibt abzuwarten. Was mir in der Diskussion zu etwas kurz kommt, ist der oben erwähnte Bereich "Direktbuchung bei Hotels...", weil ich glaube, daß mit der weiter zu erwartenden Internet-Durchdringung der Bevölkerung auch diese Buchungsmethode sehr stark an Bedeutung zunehmen wird.
"frequent flyer" geht in seinen Ausführungen ganz kurz auf dieses Thema ein. Er warnt vor direkten Baustein-Buchungen "wegen der finanziellen Sicherheit vor Ort" und weil diese "nicht zwangsläufig günstiger" sind. Weiterhin weist er darauf hin, daß die "Veranstalter mit den Hotelbetreibern
Meistbegünstigungsklauseln abschließen", die den Gästen beste Preise garantieren,und schließlich weist er darauf hin, daß schließlich "nicht jeder Flug Euro 29,00" koste.
Lieber frequent flyer, erlaube mir bitte, auf Deine aus meiner Sicht wackligen Argumente noch einmal einzugehen.
Was meinst Du mit "finanzielle Sicherheit vor Ort"? Daß das gebuchte Hotel inzwischen insolvent geworden ist und seine Pforten geschlossen hat? Oder daß es überbucht ist?
Daß ein von mir vorgebuchtes Hotel pleite gegangen wäre, habe ich in der Wirklichkeit in über 25 Jahren noch nie erlebt, es wäre aber auch gar kein Beinbruch, denn ich habe noch nie eine Anzahlung auf eine Hotelbuchung geleistet und würde mir in einem solchen Falle kurzerhand und ohne eigenen Schaden ein anderes Hotel suchen. Bei Überbuchungen, so lese ich hier im Forum immer wieder, werden Gäste auf der Suche nach einem adäquaten Ausweichquartier oft stundenlang durch die Prärie gekutscht. Ich erinnere dabei an mehrere ellenlange Threads hier im Forum, die überwiegend bei einem Richter landeten.
Welche Vorteile sollte hier eine Buchung im Reisebüro haben?
Schließlich ist der Sicherungsschein, den das Reisebüro im Namen des Veranstalters überreicht, auch nicht mehr als eine Beruhigungspille, die auch noch vom Kunden indirekt bezahlt wird. Wann wird das Ding jemals in Anspruch genommen?
Daß selber direkt gebuchte Reisen zwangsläufig in jedem Fall preisgünstiger sind, habe zumindest ich nie behauptet. Sie sind es allerdings weit überwiegend!
Die Sache mit der "Meistbegünstigungsklausel" ist völlig implausibel. Mit einer solchen Klausel "verpflichtet sich ein Verkäufer, falls in Verträgen mit Dritten diesen günstigere Bedingungen hinsichtlich der Preise eingeräumt werden, diese auch dem jew. Käufer einzuräumen". Abgesehen von der Beweisnot des "jew. Käufers, die dieser hätte, trifft diese Klausel nicht auf Geschäfte mit Privatpersonen zu. Mit "Dritten" sind hier naturgemäß Konkurrenten gemeint.
Daß nicht jeder Flug Euro 29,00 kostet, ist eh klar! Es geht hier darum, daß sich die Veranstalter vor allem bei Fernreisen hinsichtlich des Flugpreisanteils reichlich warm anziehen. Sie kalkulieren einen satten Preis, nehmen aber die günstigeren Flugpreise zum Zeitpunkt des Reiseantritts gerne mit.