Sich auf einen deutschsprachigen Reiseführer zu verlassen ist etwas ungenau. Das Kartenmaterial entspricht nicht höchsten Qualitätsansprüchen, und einige Sehenswürdigkeiten sind gar nicht aufgeführt, oder falsch beschrieben.
Einige Beispiele: Das Naturkunde Museum ist eigentlich das Naturhistorische Museum der Aegaeis, es wurde aufgebaut weil an dieser Stelle Knochen aus prähistorischer Zeit gefunden wurden. Der Ort Mythilinii selbst ist landwirtschaftlich geprägt und liegt ca. 12 km von Kokkari. Wer im Naturhistorischen Museum war und die Windmühlen von Mythilinii nicht gesehen hat sich zu fest auf den Reiseführer verlassen. Windmühlen gibt es auf Samos noch 4 die so gut erhalten sind das es sich lohnt sie zu restaurieren. 2 sind in Mythilinii und 2 in Vathy. Oberhalb Ormos liegt noch eine Ruine einer Windmühle. Die Windmühlen von Mythilinii sind im Jahr 2000 einem Waldbrand zum Opfer gefallen.
Die Panagia Spigliani oberhalb Pythagorion ist im Gegensatz zum Reiseführer kein Kloster, sondern eine Kirche sie ist ein Bergheiligtum der Samioten. In diesem Ort fanden während des 2.Weltkriegs die Einwohner von Tigani wie Pythagorion damals noch hiess, Zuflucht vor den deutschen Besatzern. In der Höhle findet jährlich ein Kirchweihfest statt, bei dem in der einen Ecke Suppe gekocht wird. Leider eine der wenigen Möglichkeiten eine echte griechische Suppe zu kosten(sehr schmackhaft).
Wer einen wunderschönen Strand sucht der sollte sich nicht auf den Reiseführer verlassen, es gibt so Geheimtipps die man nirgendwo in Reiseführern deutscher Sprache findet. Mein Tipp ist die Psalida Beach auf der Insel Samiopoula. Auf der Insel leben 3 Personen, Captain Vassilis mit seiner Mutter und seiner Frau. Es gibt mehrere Boote die täglich ab 10.Uhr nach Samiopoula führen. Immer 10 Uhr Captain Vassilis , gelegentlich Captain Andreas und Captain Yannis, und ab 10:30 Captain Antonis . Alle ab dem Hafen von Pythagorion . Man kann sich bereits am Vorabend ab 18:00 für eine Barbecue Tour einschreiben.
In der antike war vorwiegend der Süden der Insel besiedelt, weshalb man die meisten Sehenswürdigkeiten auch hier findet. Die Stadt Samos lag auf dem Grund des heutigen Pythagorion. Diese Stadt hatte in der antike zeitweise zwischen 50000 bis 70000 Einwohner. Wer an dem Hafen entlang geht findet an der Nordseite auf der Höhe der Taverna Samiopoula eine steile Treppe mit 106 Stufen ein atemberaubender Anblick. Der Wirt der Taverna Samiopoula gibt interessierten gerne Auskunft über diese Treppe den Iras, er kann sich mehrsprachig verständigen. Die Hafenanlage von Pythagorion ist grossteils noch aus der Zeit von Polykrates, es ist der erste von Menschenhand geschaffene Mittelmeerhafen. Einzig die lange Hafenmole südlich ist aus neuerer Zeit.
Die kleine Hafenmole östlich auf der die Pythagoras Statue steht ist jedoch noch original. Was nirgendwo erwähnt wird ist das auf einem Platz namens Eirinis noch eine Pythagoras Büste steht.
Die Kapitäne im Hafen von Pythagorion sind auch eine Sehenswürdigkeit Kapitän Yannis und sein Bruder Andreas sind für ihre Kunststücke mit Zicklein bekannt. Captain Antonis, oder Adonis Trifon wie er richtig heisst zückt oft seine Bouzuki und spielt einige Lieder. In der Nähe der Metamorphosis Kirche in Pythagorion findet man den Bouzouki Shop von Yannis Loulourgas, er gibt auch Kindern Musikunterricht mit Geige, Bouzouki und Gitarre, und das auf offener Strasse. Auch einen Ausflug wert sind die Inseln, Fourni und Ikaria, die zur Präfektur Samos gehören. Auf diesen beiden Inseln wächst der Messwein des Papstes.
Seit einigen Jahren kann man in Autovermietungen auch Fahrräder mieten. Wobei die Fahrräder von Aramis den besten Eindruck auf mich machen. Gerade das etwas langsamere Tempo lässt einem die schöne Landschaft bewusster wahrnehmen. Vor allem italienische Touristen machen von diesem Angebot gebrauch.
Die besten Reiseführer für Samos sind leider in schwedischer Sprache. Gerade dieses Jahr waren die Reisefotografen Hendrik Ericsson und Hendrik Gustafsson auf Samos um eine Neuauflage vorzubereiten. Zudem war noch ein belgischer Fotograf auf Samos, doch diesen habe ich nicht gesehen. Der Vorteil von Gustafsson ist er lebt in der Schweiz, und kann deshalb perfekt deutsch und italienisch. Schmeisst den Reisführer weg und beginnt die selbst Insel zu entdecken. Wenn man mit den einheimischen spricht entdeckt man Orte die man in keinem Reiseführer findet.
welche stabile Währung? Schon die DM musste während fast 3 Jahrzehnten immer durch Schweizer Franken gestützt werden. Somit leidet die EU unter Kohl , oder noch genauer gesagt unter Blähungen.