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  • Rucksacktour in Indonesien - zwei Frauen allein?
    PescheP Pesche

    Hallo Sonnenschein

    Egal ob Asien, Südamerika, Afrika und weitere Kontinente -- als Individualtouris (mit und ohne Rucksack!) buchen wir immer vor Ort. Wenn es uns an einer Destination gefällt, bleiben wir längere Zeit, wenn es uns nicht gefällt, reisen wir weiter. So einfach ist das. Unterwegs findet man immer wieder Gleichgesinnte und Einheimische, die unbezahlbare Tipps abgeben. Uebrigens, es muss ja nicht unbedingt ein Hotel sein. Die schönsten Erlebnisse haben wir in einfachen Pensionen und in Privatunterkünften erlebt!

    Gruss
    Pesche

    Indonesien

  • Liegestühle, Bäume, Tische ... warum ist alles "reserviert"?
    PescheP Pesche

    Hallo zusammen

    Nachstehenden Beitrag habe ich vor langer Zeit in das Form gestellt. Ist aber immer noch hochaktuell!:

    Wer hat das nicht schon erlebt? Frühmorgens in der Ferienanlage herrscht emsiges Treiben. Gestalten huschen um den Pool und schmücken die Liegen mit den schönsten und farbenfreudigsten Badetüchern. Beistelltische und Sonnenschirme werden zusätzlich mit Badeutensilien verschönert und als besetzt markiert. Und dann herrscht wieder Ruhe.

    Etwas später trudeln dann die ersten Gäste, sogenannte Frühaufsteher ein und stellen verwundert fest, dass praktisch sämtliche Liegen schon besetzt sind obwohl weit und breit keine Eigentümer der Badetücher und Badeutensilien in Sicht. Eingeweihte wissen: Diese “Spezies” befinden sich nach ihren schlafwandlerischen Tätigkeiten frühmorgens am Pool wiederum im Land der Träume!

    Und jetzt muss einmal klar und deutlich und allen Unkenrufen zum Trotz gesagt werden:

    Das mit dem “Liegen reservieren” finde ich super. Je mehr innerhalb einer
    Familie reserviert werden, desto besser!

    Damit man mich jetzt nicht missversteht -- wir haben noch nie Liegen reserviert, weil wir uns in der Regel nur kurzzeitig in den Anlagen aufhalten, auch wenn sie noch so schön sind und lieber auf eigene Faust die nähere und weitere Umgebung erkunden. Dennoch begeben wir uns zwischendurch an den Pool, vorzugsweise an die Poolbar und amüsieren uns jeweils köstlich. Verglichen mit den, in der Regel dümmlichen und niveaulosen Abendanimationen sind diese Lifevorstellungen am Pool unterhaltsamstes Theater.

    Titel des Theaterstückes: “Kampf um die Liegen!“ in drei Akten. Akt 1: Beschlagnahmung der Liegen! Akt 2: Verteidigung der Liegen gegen die Angreifer! Akt 3: Siegesfeier resp. Kapitulation! Die Mitwirkenden unfreiwilligen Schauspieler, Weiblein und Männlein von klein bis groß, dünn bis dick, schön bis hässlich und gleich welcher Nationalität, entlocken uns immer wieder ein Schmunzeln das sich manchmal bis zu lautem Gelächter weiter entwickelt. Was wiederum bewirkt, dass die Akteure uns jeweils entrüstet mit bitterbösen Blicken bestrafen.

    Meine abschließende schüchterne Bitte an alle Liegenreservierer: Bleibt eurem Tun treu, verteidigt euer Territorium bis zum letzten Atemzug -- ihr beschert uns damit vergnügliche und unterhaltsame Stunden!

    Alternative:
    Ein Bekannter mietete irgendwo in Italien während der gesamten Feriendauer für seine Familie Strandliegen mit Sonnenschirm. Voller Stolz erklärte er mir, dass er bereits nach einigen Tagen von der 15. Liegestuhlreihe in die 3. Liegestuhlreihe vorrücken durfte. Glück muss der Mensch haben!!

    Gruss
    Pesche

    Türkei (alt)

  • Roller mieten auf Bali
    PescheP Pesche

    Hallo Anke

    Als etwas exotische “Touris” haben wir das Inselchen kreuz und quer mit einem Miet-Jeep erkundet. Wenn ihr im prodelnden Straßenverkehr von Kuta, wie die Einheimischen links und rechts in Millimeter Abständen Pkw’s überholt und die Rückspiegel dieser Fahrzeuge immer wieder touchiert und verstellt und das alles ohne zu stürzen, habt ihr den Bali-Rollertest bestanden! 😉 Viel Vergnügen auf eurem Roller-Trip.

    Gruß
    Pesche

    Indonesien

  • Dringend: Abendkleidung auf Kreuzfahrtschiffen!
    PescheP Pesche

    Hallo zusammen

    Schmunzelnd habe ich die Reaktionen einiger Forenteilnehmer betreffend Abendkleidung auf Kreuzfahrtschiffen zur Kenntnis genommen. Nachstehend einen Auszug aus einem vor einiger Zeit in das Forum gestellten Reisebericht:

    Obwohl meine Frau und ich von Kreuzfahrten im allgemeinen wenig bis nichts halten, entscheiden wir uns anlässlich einer Ferienmesse, eine zweiwöchige Kreuzfahrt auf dem Indischen Ozean zu buchen. Die aufgestellten African Safari Club Hostessen versichern uns glaubhaft, dass es sich bei dem Clubschiff um ein familiäres kleines Kreuzfahrtschiff mit Maximum 250 Passagieren und 130 Besatzungsmitgliedern handelt. Das Durchschnittsalter der Gäste sei relativ jung, die Kleidervorschriften, ausgenommen beim festlichen “Captains Dinner” leger und die Bordaktivitäten auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet.

    Vor Reiseantritt erkundige ich mich noch bei Kreuzfahrtprofis um zusätzliche Tipps betreffend “standesgemäße” Rentner-Klamotten. Die Profis empfehlen uns sportlich elegante Kleidung und für das obligate “Captains Dinner”, dunkler Anzug mit Krawatte für den Herrn und für die Dame langes oder kurzes elegantes Abendkleid oder Abendanzug. Da ich seit meiner Pensionierung im Gegensatz zu meinen beruflichen Tätigkeiten prinzipiell in fremden Landen nicht mehr in 4/5-Sterne Herbergen ******** und Veston mit dazu passender Krawatte bei unseren Ferientrips zu Hause im Kleiderschrank einsperre, entschließen wir uns für eine legere, mehr oder weniger sportliche Kleidung.

    Als kulinarischer Genießer schätzte ich während der gesamten Reise die exzellent zubereiteten und servierten Wahl-Mehrgangmenus, vergleichbar mit Gaut Millau-Gourmettempel in unseren Breitengraden. Buffetresrestaurants waren auf unserem Liner zum Glück ein Fremdwort!

    Und noch ein kleines Detail: Eines Abends finde ich folgendes Schreiben in unserer Kabine:

    Sehr geehrter Herr und Frau .....
    Kapitän Vagelis Aravantinos würde sich freuen, Sie morgen abend zum “CAPTAINS DINNER” ins Belvédere Restaurant an seinen Tisch einladen zu dürfen.
    Treffpunkt: 20 00 Uhr in der Marco Polo Lounge zum Cocktail.
    Wir bitten um Bestätigung bis morgen 16 30 Uhr an der Réception. Herzlichen Dank.

    Gang zur Réception und zernirschte und kleinlaute Entschuldigung: <<Wir haben nichts anzuziehen für das “Captains Dinner!” und müssen leider passen>>. Die Sekretärin des Kapitäns schmunzelt und informiert mich: <<Der Kapitän wünsche ausdrücklich, dass wir an seinem Tisch Platz nehmen. Ich hätte mich intensiv für die nautischen Ausrüstungen interessiert und bestelle jeweils zum Dinner einen Bordeaux, den auch er sehr genieße>>. Und betreffend Kleidung: <<Kein Problem -- wir sollen anziehen was uns passt und wenn ich es wünsche, könne sie mir eine Krawatte entlehnen!>>. Ich wünsche nicht!

    Der Abend war für meine Frau und mich ein voller Erfolg. Und ich genoss die, etwas neiderfüllten Blicke einiger in Gala-Abendkleidern steckenden nicht so privilegierten Gäste.

    Gruß
    Pesche

    Kreuzfahrten

  • Cuba im Umbruch
    PescheP Pesche

    Hallo zusammen

    Dylan schrieb:

    "Der Exil-Kubaner Mauricio Tamargo, Direktor der "Föderalen Kommission für Forderungen" im Justizministerium der USA, die "Foreign Claims Settlement Commission" (FCSC), ist zuständig für die Verwaltung von US-Ansprüche auf Eigentum, welche einstmals von Feindesmächten beschlagnahmt wurden – und wird sie bei gegebener Zeit einklagen."

    Dem Statement von "Belicosos Finos" kann ich voll zustimmen. Und was man noch wissen muss:

    Vor der Revolution präsentierte sich folgende Lage der Insel: 40% der Zuckerproduktion, 90% der Minen, 80% der Eisenbahnen in der Hand nordamerikanischer Unternehmer sowie Kontrolle der Vergnügungseinrichtungen mit ihren Spielpalästen und Bordellen durch die Mafia. 600 000 Arbeitslose und rund 500 000 Landarbeiter, die nur während der Zuckerrohrernte vier Monate lang Arbeit hatten.

    Umstritten, aber notwendig war deshalb auch die erste Agrarreform im Jahre 1959: Enteignung des feudalen Großbesitzes mit ihren Abzockern (Entschädigung über 20 Jahre gemäss Steuererklärung!). Rund 100’000 Bauern erhalten Neueigentum und damit eine Existenzgrundlage. Weiter verstaatlicht die neue Regierung Raffinerien, Elektrizitäts- und Telefongesellschaften die nur an ihrem persönlichen Profit interessiert waren und nicht im geringsten bereit, Geld in das Bildungs- und Gesundheitswesen für alle Kubaner, egal aus welcher sozialen Schicht zu stecken.

    Ich bin mir bewusst, dass diese Tatsachen die wenigsten heutigen Touristen interessieren. Gleichwohl muss es einmal gesagt werden!

    Gruß
    Pesche

    Kuba

  • Cuba im Umbruch
    PescheP Pesche

    Hallo zusammen

    Fidel und sein Freund und Mitstreiter Che Guevara haben imponierende Leistungen erbracht. Leistungen, die von vielen Kritikern des Systems bewusst oder unbewusst unter den Tisch gekehrt werden. Wer in der Revolution Castros nichts anderes zu sehen mag als ihre terroristische und despotische Seite und die Gräueltaten unter dem Diktator Batista verdrängt, ist auf beiden Augen blind. Im vorrevolutionären Kuba vegetierten breiteste Bevölkerungsschichten auf dem Land dahin -- ein Bild, das sich dem Besucher in vielen Ländern Lateinamerikas noch heute bietet.

    Der Durchschnittskubaner sieht aus heutiger Optik lediglich die große Diskrepanz zwischen dem eigenen und dem Lebensstandard der Touristeninvasionen. Das ist verständlich. Kuba ist im Umbruch. Ob zum guten oder zum schlechten wird sich weisen.

    Tatsache ist, 97% aller Kinder besuchen die Schule und das ist für Lateinamerika alles andere als selbstverständlich. Der “Normtouri” besucht heute Massendestinationen zu Schnäppchenpreisen, bucht organisierte Rundreisen, logiert in 4/5-Sterne Herbergen, stellt sich überlebenswichtige Fragen wie: Ist der Pool sauber, hat die Dusche einen Vorhang, hat es einen Haartrockner, sind die Drinks gut, wo kann man billig Shoppen und verschließt seine Augen für die traurigen Verhältnisse in vielen Südamerikanischen Staaten. Wir haben in Kuba einige Schulen besucht und waren beeindruckt. Als Früchte des Bildungssystems suchen gutausgebildete Kubaner als sogenannte Flüchtlinge, resp. Wirtschaftsflüchtlinge ihr Heil in den USA und realisieren erstaunt, dass in diesem Wunderland lange nicht alles glänzt (inkl. dem Präsidenten!). Andere stellen sich uneigennützig in den Dienst des Landes und tragen dazu bei, dass Kuba weltweit eine Spitzenposition in der Biotechnologie und in der Medizin einnimmt. Diese nicht wegzudiskutierenden Tatsachen werden immer wieder verschwiegen und würden nicht in das Bild des Despoten Fidel passen.

    Diese imponierenden Leistungen auch nach dem Zerfall des Zwangsverbündeten UDSSR wegzudiskutieren wären genau so unsinnig, wie den politischen Druck auf Kritiker zu leugnen. Das Regime hat nicht nur Kräfte gefesselt, sondern auch Kräfte entbunden. Eben darum fühlt man sich dauernd hin- und hergerissen zwischen Ablehnung und Bewunderung von Fidel und Che, wenn man darangeht, die Umrisse des Systems zu analysieren. Für die Zeit nach Fidel habe ich so meine Bedenken. Der Kommunismus hat ausgedient. Das vorrevolutionäre von der Mafia kontrolliertes USA-Bordell lässt grüßen. Aber warten wir mal ab. Ich lasse mich gerne positiv überraschen.

    Gruß
    Pesche

    Kuba

  • Suche ferienwohnung in hammamet!!!!
    PescheP Pesche

    Hallo Munkelchen

    Mein Tipp: Vor Ort etwas suchen. Wir haben Häuser und Appartements in Nabeul, unweit Hammamet besichtigt, mit zum Teil unglaublich günstigen Mietpreisen. Z.B. ein Appartement mit grossem Balkon und herrlichem Meerblick für rund 100 Euro im Monat oder ein Haus am Meer für 800 Euro im Jahr!! Die Vermieter waren Einheimische. Ein/zwei Tage Hotel buchen und mit einem Miet-Pkw auf Suche. Nicht jedermanns Sache, aber es lohnt sich!

    Gruss
    Pesche

    Tunesien

  • Bern muss aufwachen!
    PescheP Pesche

    Hallo XENIA

    Etwas kleinlaut und zerknirscht muss ich noch etwas gestehen:

    Nach meiner Ausbildung bestand auch die Gefahr, dass ich abrupt aus Bern herausfalle und nie mehr zurückkehre.

    Es kam aber anders. Aufgewachsen im Quartier “Holligen” zog es mich nach meiner Ausbildung in die große weite Welt. Ein Unternehmen mit drei Buchstaben zwischen Bern und Zürich war mir dabei behilflich. Wir produzierten und verkauften diese komischen Maschinen, die verantwortlich waren für das unsichtbare “ETWAS” aus der Steckdose. Ich bereiste einige Länder rund um den Globus und “das Bärnerbuebli” staunte. Die Stadtautobahn in Caracas, so ganz anders als die Kreuzung am Bubenbergplatz und der “Loeb-Egge“, oder die Wolkenkratzer in New York, verglichen mit den Wohnblöcklein in Holligen, ganz zu schweigen vom Huangpu-Fluss in Shanghai, verglichen mit der Aare, den Zuckerhut in Rio, verglichen mit dem Gurten oder die weiten Steppen Afrikas, verglichen mit der Berner Allmend.

    Mit den immer schnelleren und billigeren Verbindungen nach Übersee wurde unser Planet zum Dorf und ich kehrte, nach einem zum Glück nur kurzen Exil-Aufenthalt in Zürich, heim in mein Städtchen und wurde sesshaft.

    Ich hatte großes Glück. Ein “Bärner Meitschi” hatte Bedauern mit dem entwurzelten “Holliger”, heiratete mich und schenkte mir ein Mädchen und einen Knaben. Und oh Schande, beide arbeiten heute im Ausland und sprechen einige dieser eigenartigen Sprachen, die auch ich lernen musste. Dabei hätte Englisch und damit man mich jetzt nicht missversteht -- ich meine selbstverständlich “Mattenenglisch!” vollkommen genügt!

    Bis zu meiner Pensionierung besuchte ich weiterhin beruflich und privat mehrmals pro Jahr Länder in Europa und Übersee. Und auch jetzt als “Grufti” mit noch einigermaßen intakten grauen Hirnzellen, bereisen meine Frau und ich den Globus bis in die hintersten Winkel und suchen die letzten Paradiese. Zur Zeit ist leider ein Stopp angesagt!

    Autsch -- ich muss abbrechen, mein Halskragen ist verrutscht. Und ich darf mich ja nicht aufregen. Schonen, relaxen, ausspannen ist ja angesagt!! Aber du gestattest mir doch ein verschmitztes Augenzwinkern?

    Gruß
    Pesche

    Schweiz

  • Bern muss aufwachen!
    PescheP Pesche

    Hallo zusammen

    Kürzlich habe ich eine “Hommage” an meine Heimatstadt Bern in dieses Forum gestellt.

    Nun bin ich frustriert, habe schlaflose Nächte und frage mich immer wieder, warum?
    Was ist passiert? Ein kürzlich gelesener Artikel eines gewissen “Guido Mingels” (Redaktor: “Das Magazin“) und Exilwahlberners hat mich im innersten aufgewühlt und meinen Glauben, in einer lebenswerten Stadt zu wohnen in den Grundfesten erschüttert.

    Schweizerinnen und Schweizer, die diese Zeilen lesen, werden je nach Optik meinen Frust teilen oder Guido Mingels zustimmen. Bei Ausländerinnen und Ausländern, die mein Statement verwundert zur Kenntnis nehmen, Bern nur vom Hörensagen kennen und nur noch Bahnhof verstehen, entschuldige ich mich in aller Form. Aber jetzt eins nach dem andern “nume nid jufle!”.

    Guido Mingels stellt mal ganz nüchtern fest: Bern ist keine Stadt, sondern ein Zustand, und der ist schwer auszuhalten. Und weiter: Wer aus Bern herausfällt, kehrt nie mehr zurück. Nun, unser guter Guido ist aus Bern herausgefallen und kam zurück, wenn auch nur auf Besuch. Liebevoll beschreibt er die Anfahrt via die Autobahn, vom Grauholz hinunter ins Berner Becken, vergleichbar mit dem Abstieg in den Krater eines erloschenen Vulkans. Die Sandsteinhäuserreihen vergleicht er mit einem Skelett eines gewaltigen, längst ausgestorbenen Tieres. Durch die Gassen stolpern die Bernerinnen und Berner gebeugten Hauptes über die Pflastersteine, die sie hindern an einem aufrechten Gang. Weiter stellt er fest, dass der alternative Dresscode der Stadtjugend nervt. Nur ja nicht chic sein, sagt der Berner, nur ja nicht eitel. Also um das klarzustellen, Guido meint, dass wir das sagen. Und dann geht es weiter, hinunter an die Aare, wo es so schön war, früher, man konnte sich treiben lassen, wie tout Bern es immer noch tut im Sommer. Und dann die erstaunliche Erkenntnis von Guido: Wer sich treiben lässt, muss nicht schwimmen. Hätten die Berner einen See, sie würden ertrinken. Unseren traumhaften Wohlensee hat er glatt unterschlagen!

    Jetzt ist aber unser Guido im Element. Bern sei verliebt, verliebt in seinen Sandstein, der Zeugnis gibt von alter Größe. Bern sei verliebt in seinen Dialekt, den süß-singenden urigen. Nicht zu vergessen aber auch die Verliebtheit der Berner in ihre Verlierer: Die kauzigen Altstadt-Kleingewerbler, die Antiquitätenhändler in den feuchten Kellergewölben, das hässliche Verliererquartier Bümpliz und natürlich die Young Boys unsere “Tschütteler”.

    Zum Schluss erwähnt Guido noch die 18 000 Beamten und heutigen Bundesangestellten resp. New Public Manager (tönt nicht schlecht!), die in der Bundesverwaltung arbeiten. Selbstverständlich gezwungenermaßen , sei doch die Bundesverwaltung der einzige Grund, warum gutausgebildete Berner in Bern bleiben oder Nicht-Berner wiederwillig nach Bern ziehen. Warum bleiben diese klugen Köpfe ohne jeden positiven Einfluss auf das Leben, auf die Mentalität in dieser Stadt, fragt sich der liebe Guido entnervt und gibt auch gleich die Antwort: Weil den Bernern alles Elitäre fremd ist! So jetzt wissen wir es.

    Ja unser Guido Mingels, ein begabtes “Schreiberlein” und ein Name den man sich merken muss, hat sich von Bern gelöst und lebt und arbeitet nun in Zürich, der Stadt des Geldes und der Elite wie er so schön sagt. Und dort soll er auch bleiben!

    Gruß
    Pesche

    Schweiz

  • Hommage "Bali auf eigene Faust!
    PescheP Pesche

    Hallo zusammen

    Vorausgesetzt man ist ein wenig unternehmungslustig und flexibel und nicht unbedingt ein Fan von abgeschirmten Touristenghettos, empfehle ich, Bali auf eigene Faust zu erkunden.

    Bali auf eigene Faust, trotz Warnungen vieler Reiseleiter mit einem Mietwagen zu erkunden hat schon seinen speziellen Reiz. Was man jedoch wissen muss: In Bali herrscht Linksverkehr und die etwas chaotische Fahrweise der Einheimischen ist, zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig. Auch die unzähligen Töfflifahrer die uns in Millimeter Abständen links und rechts überholten und die Rückspiegel immer wieder touchierten und verstellten, brachten mich ins Schwitzen! Aber es macht Spaß, vorausgesetzt man entscheidet sich für einen neueren gut gewarteten 4x4-Jeep.

    Nebst Trips in die Berge bei Penelokan und in den West Bali National Park, haben wir auf mehr oder weniger guten Strassen die Insel umrundet. Ab Gilimanuk besteht die Möglichkeit, inmitten von Lastern mit der Fähre nach Java überzusetzen. Muss man auch erlebt haben! In herrlicher Erinnerung habe ich auch noch die abenteuerliche Küstenfahrt von Kuta via Candi Dasa nach Amed. Für die letzten ca. 30 km benötigen wir allerdings fast einen Tag. Mehrmals nahmen meine Frau und ich an, vom Weg abgekommen zu sein. Hilfsbereite Einheimische und Kinder, die für einen Kugelschreiber bereit waren Auskunft zu erteilen, klärten uns aber immer wieder auf, dass es sich bei den überwucherten Strecken und den mit großen Felsbrocken belegten Fahrrinnen nicht um ein ausgetrocknetes Bachbeet, sondern um die Küstenstrasse handelt.

    Die Hauptstrassen sind relativ gut beschildert. Eine gute Straßenkarte und ein Kompass sind jedoch ein Muss, wenn man dieses paradiesische “Inselchen” auch auf Nebenstrassen, die den Namen Strasse eigentlich nicht verdienen, erkunden will. Sitzt man mal in der Patsche, bleibt stecken oder der Motor streikt und es geht nicht mehr weiter, helfen die sympathischen Einheimischen.

    Unterkunft und Verpflegung von einfach (Losmen: Mit Schöpfkelle und Trog in der Toilette anstelle Dusche!!) bis luxuriös mit allem Komfort und auch privat ist kein Problem. Wir haben rund um die Insel immer wieder kleine Perlen gefunden, die in keinem Reiseführer enthalten sind. Mir läuft heute noch das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an die variantenreiche und schmackhafte indonesische Küche und speziell an die herrlich zubereiteten fangfrischen Fische denke.

    Auch einem fliegenden Händler (Kaki Lima) -- wörtlich übersetzt heißt das Fünf-Bein: “Zwei Beine des Verkäufers und die drei Ständer seines Gefährts” bei der Arbeit zuzuschauen ist ein Vergnügen. Weitere Möglichkeiten, günstig und sehr schmackhaft zu Essen, findet man an einfachen Ständen (Warung) an jeder Ecke und in jedem Dorf und auf den Nachtmärkten von Kuta und Denpasar.

    Zerknirscht muss ich allerdings zugeben, zwischendurch haben wir auch in Luxus-Ressorts logiert. Einen Drink an der Pool-Bar oder ein ausgiebiges Bad in einer mit entsprechenden Wässerchen geschwängerten Badewanne, begleitet mit einem „Cüpli“ und zur Abwechslung mal ein exzellentes Mehrgang-Dinner mit einem dazu passenden Tropfen ist nicht zu verachten.

    Der langen Rede kurzer Sinn -- Mit ein wenig Abenteuergeist und einer Portion Flexibilität, kann Bali ohne weiteres auf eigene Faust mit einem Mietwagen bereist werden -- es lohnt sich und das in jeder Beziehung!

    Gruß
    Pesche

    Indonesien

  • Hotel ohne Strandliegenbeleger?
    PescheP Pesche

    Hallo zusammen

    Nachstehenden Beitrag habe ich schon einmal in ein Forum gestellt. In der Zwischenzeit hat sich nicht viel geändert und ich bleibe ein treuer Fan von Liegenreservierern:

    Wer hat das nicht schon erlebt? Frühmorgens in der Ferienanlage, noch vor Sonnenaufgang, herrscht emsiges Treiben. Gestalten huschen um den Pool und schmücken die Liegen mit den schönsten und farbenfreudigsten Badetüchern. Beistelltische und Sonnenschirme werden zusätzlich mit Badeutensilien verschönert und als besetzt markiert. Und dann herrscht wieder Ruhe.

    Etwas später trudeln dann die ersten Gäste, sogenannte Frühaufsteher ein und stellen verwundert fest, dass praktisch sämtliche Liegen schon besetzt sind obwohl weit und breit keine Eigentümer der Badetücher und Badeutensilien in Sicht. Eingeweihte wissen: Diese “Spezies” befinden sich nach ihren schlafwandlerischen Tätigkeiten frühmorgens am Pool wiederum im Land der Träume!

    Und jetzt muss einmal klar und deutlich und allen Unkenrufen zum Trotz gesagt werden:

    Das mit dem “Liegen reservieren” finde ich super. Je mehr innerhalb einer
    Familie reserviert werden, desto besser!

    Damit man mich jetzt nicht missversteht -- wir haben noch nie Liegen reserviert, weil wir uns in der Regel nur kurzzeitig in den Anlagen aufhalten, auch wenn sie noch so schön sind und lieber auf eigene Faust die nähere und weitere Umgebung erkunden. Dennoch begeben wir uns zwischendurch an den Pool und amüsieren uns jeweils köstlich. Verglichen mit den, in der Regel dümmlichen und niveaulosen Abendanimationen sind diese Lifevorstellungen am Pool unterhaltsamstes Theater.

    Titel des Theaterstückes: “Kampf um die Liegen!“ in drei Akten. Akt 1: Beschlagnahmung der Liegen! Akt 2: Verteidigung der Liegen gegen die Angreifer! Akt 3: Siegesfeier resp. Kapitulation! Die Mitwirkenden unfreiwilligen Schauspieler: Weiblein und Männlein von jung bis alt und gleich welcher Nationalität, entlocken uns immer wieder ein Schmunzeln, das sich manchmal bis zu lautem Gelächter weiter entwickelt. Was wiederum bewirkt, dass die Akteure uns jeweils entrüstet mit bitterbösen Blicken bestrafen.

    Meine abschließende schüchterne Bitte an alle Liegenreservierer: Bleibt eurem Tun treu, verteidigt euer Territorium bis zum letzten Atemzug -- ihr beschert uns damit vergnügliche und unterhaltsame Stunden!

    Gruß
    Pesche

    Dominikanische Republik

  • Als Backpack Touri nach Südamerika
    PescheP Pesche

    Hallo Charly

    Nach dem Lesen deines letzten Postings, wird mir deine Tochter immer sympathischer. Offensichtlich handelt es sich um eine junge, aufgeschlossene und selbständige Frau.

    Und dass sie von den leider heute üblichen , bis ins letzte Detail organisierten “Touri” Reisen nicht viel hält, spricht für sie. Viele sogenannte reiseerfahrene “Touris” wissen gar nicht, was individuelles Reisen ist. Vor Ort bucht man in der Regel einen ebenfalls durchorganisierten Trip. Hautnah erlebt man ein Gastland nur, wenn man die gleichen, manchmal etwas gewöhnungsbedürftigen Transportmittel wie die Einheimischen benutzt, im Bus inmitten von gackernden Hühnern und grunzenden Schweinen, in Hostels oder Privat logiert und die sterilen, von der Bevölkerung abgeschirmten Tourihochburgen meidet.

    Dass deine Tochter Kolumbien nicht individuell bereisen will zeigt, dass sie sich mit der Materie intensiv befasst hat. Kolumbien und insbesondere die Küstenstrasse zwischen Venezuela und Kolumbien mit den obligaten Scharmützel zwischen Drogenkurieren und der Polizei sollte man meiden. Ich habe beide Länder bereist und einheimische Geschäftsfreunde haben mir dringend von einem solchen Trip abgeraten. Und in den Großstädten Südamerikas ist die Kriminalität leider an der Tagesordnung. Wie übrigens auch in unseren Breitengraden!

    Die 4 Wochen Arbeiten auf Freiwilligen Basis, gemeinsam mit jungen gleichgesinnten Menschen in Peru, sind eine hervorragende Lebensschule. Ich habe während meinen Tätigkeiten als Bauleiter in Peru, einige der Teilnehmer kennengelernt. Vorwiegend junge Leute zwischen Abitur und Studium nehmen diese Angebote in Anspruch. Junge Menschen, die nach dem Studium Karriere gemacht haben und heute in Kaderpositionen Projekte in Entwicklungsländern aus einer erfahrungsbedingten Optik durchziehen. Vielleicht wirst du in einigen Jahren sehr stolz auf deine Tochter sein und dich schmunzelnd an deine heutigen Bedenken erinnern.

    Der langen Rede kurzer Sinn -- Überlasse Entscheid und Organisation dieser interessanten Reise, auch wenn es dir schwer fällt, deiner Tochter. So wie es aussieht, weiß sie, was sie will. Und das ist gut so!

    Gruß
    Pesche

    Südamerika

  • Als Backpack Touri nach Südamerika
    PescheP Pesche

    Hallo Charly

    Du schreibst: <<Abgesehen von den Kosten ist meine Tochter doch eher ein Modepüppchen und ob sie, mit den Umständen und Strapazen eines solchen Trips klarkommt, da hege ich doch Zweifel. Zudem weiß sie nicht einmal genau Bescheid über Visum, Einreisebestimmungen usw.>>

    Sollte deine Einschätzung wirklich zutreffen, würde ich von einem Südamerika-Trip als Backpacker abraten. Entsprechende Sprachkenntnisse und Bescheid über die notwendigen Visas sowie die Ein/Ausreisebestimmungen der einzelnen Länder sind das absolute Minimum.

    Weiteres Know-How für das Reisen auf eigene Faust sind: Traveller-Literatur / Straßen-Karten, Gefahren, Impfungen (nötig/empfohlen), Reisemedikamente, beste Reisezeiten, Transportmittel, Mietwagen, Trekking, Reiseversicherungen, Krankenkassenversicherungen, Geld/Kreditkarten, Checklisten sowie die Adressen von Botschaften und Konsulaten wenn mal etwas schief läuft.

    Kann sein, dass sich deine Tochter mit diesen Themen bereits intensiv beschäftigt hat und für meine Ratschläge lediglich ein mitleidiges Lächeln aufbringen würde. Vielleicht siehst du die Situation aus dem Gesichtswinkel eines besorgten Vaters auch etwas zu schwarz. Ich habe während meinen beruflichen Tätigkeiten in einigen südamerikanischen Ländern immer wieder junge aufgestellte Backpackerinnen und Backpacker kennengelernt, die mit gesundem Menschenverstand, aber immer mit guter Vorbereitung solche, manchmal etwas abenteuerliche Trips, alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppen unternommen haben und heute als bestandene Familienmütter- und Väter von ihren globalen Erfahrungen profitieren.

    Mit dem Zitat: <<Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon!>> wünsche ich deiner Tochter eine erlebnisreiche Reise in traumhafte Länder mit lebensfrohen Einheimischen, die sie mit Sicherheit nie vergessen wird und viel Erfolg bei der anschließenden Ausbildung.

    Gruß
    Pesche

    Südamerika

  • Die lustigsten Urlaubserlebnisse
    PescheP Pesche

    Hallo zusammen

    Nachstehend einige Episoden, die ich z.T. schon vor längerer Zeit in das HC-Forum gestellt habe:

    Erlebnisse in Südamerika während meinen diversen Privat- und Geschäftsreisen:

    *Brautbeschaffung in Peru
    Noch vor 10 Jahren fingen in der südamerikanischen Andenregion harte Männer ihre Frauen offenbar mit dem Lasso ein, entnehme ich staunend einem Reisebericht in meiner Tageszeitung.

    Vor rund 40 Jahren -- ich arbeitete damals im Auftrag eines Multi in Peru -- war die "Brautbeschaffung" wesentlich einfacher respektive weniger sportlich. Ein abenteuerlicher Trip kreuz und quer durch die damals noch nicht von Touristen überflutete Gegend rund um die geheimnisumwitterte Ruinenstätte "Machu Picchu" der Inkas, führt mich zu einer Bauernfamilie auf einen abgelegen Hof weitab von jeder Zivilisation. Auf meine bewundernde Bemerkung: <<Deine Tochter ist ein sehr hübsches Mädchen>>, gibt mir der Bauer treuherzig zur Antwort: <<Du kannst sie haben, und der Kaufpreis von (umgerechnet) etwa 5 Dollars ist angemessen!>>.

    Es brauchte meine ganze Überzeugungskraft, dem Bauern plausibel zu machen, dass weder das Aussehen des Mädchens noch der Kaufpreis der Grund für meinen negativen Entscheid waren.

    *Theater um eine Tafel Schokolade
    Erlebt in Peru. Ich kaufe in einem Supermarkt zwei kleine Tafeln Schokolade und ein Brötchen zum "Z’nüni". Hungrig zerbreche ich eine Tafel. Und was sehe ich? Erschrocken schlängeln sich zwei weiße Würmchen an die Oberfläche.

    Zurück in den Supermarkt und heftige Reklamation! Die Verkäuferin sieht mich verdutzt und ungläubig an und sagt treuherzig: <<Warum ein solches Theater wegen zwei Würmlein>>. Sie nimmt mir die Schokolade aus der Hand, entfernt gekonnt die zwei Würmlein und gibt mir die Schokolade mit den Worten zurück: <<Jetzt ist alles ok!>>.

    Andere Länder, andere Sitten!

    *Toilettenpapierwechsel
    Ich beauftrage einen einheimischen Hilfsarbeiter, eine neue Rolle Toilettenpapier in der Toilette einzulegen. Nach etwa 30 Minuten ist der Mann immer noch nicht zurück. Ich finde ihn in der Toilette sitzend -- konzentriert beschäftigt, das Papier der neuen Rolle auf die leere Rolle
    umzuwickeln!

    *Meine Kraft steckt in meinen zehn Kindern
    Einen weiteren kräftigen Mitarbeiter fordere ich auf, beim abladen von Generatoren etwas mehr anzupacken. Er sieht mich treuherzig an und sagt:
    <<Weißt du, meine ganze Kraft steckt in meinen 10 Kindern!>>

    *Fahrprüfung in Caracas
    Im Auftrag meiner Arbeitgeberfirma verbrachte ich längere Zeit in Venezuela. Ein venezolanischer Führerausweis war deshalb obligatorisch. Profis informierten mich, dass ohne Einheimische Prüfungshelfer, die vor dem Prüfungsgebäude in Caracas ihre Dienste anboten, nichts gehe. Mein Prüfungshelfer begleitet mich in das Theoriezimmer und stellt mir den Experten vor. Nach dem Zufallsprinzip kreuze ich auf den Prüfungsunterlagen die Antworten an. Bedingt durch meine damaligen minimalen Spanischkenntnisse verstehe ich von den Prüfungsfragen mehrheitlich nur “Bahnhof”! Der Experte prüft stirnrunzelnd meine Arbeit und sagt kurz und bündig: <<DURCHGEFALLEN!>>. Jetzt folgt der große Auftritt meines Prüfungshelfers. Gemeinsam mit dem Experten begeben wir uns in ein Hinterzimmer. Einige Geldscheine wechseln den Besitzer und oh Wunder, der Experte teilt mir freundlich lächelnd mit: <<SIE HABEN DIE THEORETISCHE PRUEFUNG BESTANDEN!>>. Dann sagt er: <<Jetzt müssen sie nur noch die praktische Prüfung absolvieren. Wo haben sie ihren Wagen parkiert?>>. Meine schüchterne Antwort: <<Ich besitze noch keinen Wagen, aber meine Firma wird mir einen besorgen>> -- beantwortet er wiederum kurz und bündig: <<DANN SIND SIE DURCHGEFALLEN!>>. Nun folgte das bekannte Prozedere. Hinterzimmer, Besitzerwechsel von Geldscheinen und die freudige Information: <<SIE HABEN AUCH DIE PRAKTISCHE PRUEFUNG BESTANDEN!>>

    Glücklich und zufrieden verlasse ich mit meinem Prüfungshelfer das Gebäude und bei einem Drink in seinem Büro, resp. in einer nahegelegenen Kneipe, wechseln wiederum einige Geldscheine den Besitzer.

    PS
    Den venezolanischen Führerausweis, bestückt mit wunderschönen Stempeln und noch schöneren Unterschriften, inkl. einer grauenhaften Foto mit Nummer ( vergleichbar mit Aufnahmen von Verbrechern!) besitze ich heute noch und ist jeden Franken, resp. jeden Bolivar wert!

    *Verhaftung eines Kraftwerkbetriebsleiters
    Während den Fußballweltmeisterschaften arbeite ich in der Kraftwerkunterstation Ciudad Bolivar in Venezuela. Ein Kurzschluss bei einer Trafogruppe legt die gesamte Stromversorgung in der Stadt lahm. Kurz darauf fahren Polizeifahrzeuge mit heulenden Sirenen vor. Unter der Leitung des wutschnaubenden Polizeikommandanten stürmt eine schwerbewaffnete Einheit das Gebäude, sucht den Betriebsleiter und verhaftet ihn. Grund: Der Polizeikommandant konnte das Weltmeisterschaftsspiel am Fernsehen nicht weiter verfolgen. Nun, nach einer Nacht Knast, wurde der Betriebsleiter wieder freigelassen. Auch das ist Südamerika!

    *Ein Feierabendbier in Lima
    Freitagabend, ich arbeite mit Arbeitskollegen in der Telefonzentrale von Piura. Das Telefon klingelt: Ein Arbeitskollege ruft aus Lima an und fragt: <<Kommt ihr auch auf ein Feierabendbier?>> Wir kommen!! Nur noch ein kleines unwesentliches Detail: Die Strecke Piura-Lima entlang des Pazifiks beträgt rund 1’200 km. Für das Feierabendbier sind wir mit dem Geschäftswagen also 2’400 km gefahren! “LOCO” sagt man auf Spanisch oder auf gut Deutsch: “VERRÜCKT!!”

    *Geistliche Filmzensur
    Hin und wieder schauen wir uns in Piura (Peru) im Kino einen Film an. Und jetzt ist der Pfarrer gefragt. Dieser geistliche Hirte lässt sich jeden Film vorführen und nimmt anschließend eine Klassifizierung vor, die er an einem schwarzen Brett bei der Kirche publiziert. Typ: “A”: können seine Schäfchen bedenkenlos konsumieren. Bei Typ: “B” ist Vorsicht angebracht und für Jugendliche nach Auffassung des frommen Mannes nicht geeignet. Und dann der Typ: “C”! Für Konsumenten dieser Streifen mit Gewalt, Krieg und Sex ist das Fegefeuer und die Hölle vorprogrammiert. Ausgenommen natürlich der Pfarrer, der sich diese “Teufelsproduktionen” im Interesse seiner Schäfchen anschauen muss!

    Dazu ist allerdings zu bemerken, mit den Filmhandlungen, egal ob Typ A, B, oder C, gab es gewisse Probleme und die Klassifizierung auch für unseren guten Pfarrer alles andere als einfach. Piura als kleine Provinzstadt wurde von den Filmverleiern mit den ältesten, vergilbten und x- mal abgespielten Kopien bedient. Die miserable Bild- und Tonqualität war das eine, zerrissene und “etwas speziell!” reparierte Filmstreifen das zweite. Damit nicht ein Film von zwei Stunden nach der Reparatur plötzlich nur noch eine Stunde dauert, wurden locker vom Hocker Filmstreifen von anderen Filmen eingepflanzt. Während einem Heimatfilm (Typ A) tauchten plötzlich Panzer auf (Typ B), kurz darauf eine blutige Schlägerei im Wilden Westen (Typ B), dann ein säbelschwingender Pirat (Typ B), dazwischen wieder der eigentliche Heimatfilm (Typ A), jedoch unterbrochen mit Gorillas aus einem Dokumentarstreifen (Typ A) oder ohne jegliche Vorwarnung, eine heiße Liebesszene (Typ C), unterbrochen mit Gruselszenen aus einem Horrorfilm (Typ C). Wir haben Filme angeschaut, in denen die eingesetzten Sequenzen länger waren als der angekündigte Film!

    Alles nach Vorschrift
    Eine militante Gruppierung von Regierungsgegnern sprengte in einer Kraftwerkunterstation der staatlichen Unternehmung CADAFE (VENEZUELA) eine Trafogruppe in die Luft. Nichts außergewöhnliches. Das kommt hin und wieder vor. Die Ministerien geben dann neue Sicherheitsdispositive heraus, die in der Regel nach einigen Monaten wieder versanden. Eine Woche nach dem Terrorakt besuche ich das Kraftwerk Sta-Teresa, in dem ich in den vergangenen Wochen immer wieder einige Stunden gearbeitet habe. Das Kraftwerk ist gut bewacht und der Zutritt nur mit entsprechenden Ausweispapieren möglich. Der Betriebsleiter hat mich dem Kader und den Pfortenwächtern persönlich vorgestellt Das Wachpersonal kannte meinen Vor- und Nachnamen obwohl auch per “Sie”, nur der Vornamen benutzt wird, den Geschäftswagen mit BBC-Logo und meine Tätigkeit als Projektleiter für die Kommunikationssysteme des gesamten landesweiten CADAFE Strom-Netzes. Meistens habe ich mit dem diensttuenden Wachmann bei der Eingangspforte kurz einige Worte gewechselt.

    Ich fahre also mit dem Geschäftswagen auf das immer geschlossene Eingangstor zu. Normalerweise entriegelt der diensttuende Wachmann aus seinem Büro das elektrisch gesteuerte Tor, lässt mich passieren und kommt dann freundlich lachend auf einen kurzen Schwatz an mein Wagenfenster. Heute bleibt das Tor zu. Der immer gutgelaunte Wächter José, mit dem ich schon mehrmals ein kurzes Plauschgespräch geführt habe, nähert sich meinem Wagen und fragt mit ernstem Gesicht: <<Guten Morgen Señior. Wie ist ihr Name und können sie sich ausweisen?>> Verdutzt sage ich: <<Guten Morgen Señior José, was soll das?>> José antwortet mit ernstem Gesicht: <<Ich habe die Anweisung erhalten, jeden Besucher zu fragen nach: Name, Firma und den Grund des Besuches?>> Lachend antworte ich: << Also mein Name ist Señior Pedro, ich arbeite bei der BBC-Venezolana, und bin verantwortlich für die neuen Kommunikationssysteme -- genügt das?>> Immer noch mit ernstem Gesicht antwortet José: <<Nein das genügt nicht -- ich muss ihren Pass sehen, eine Bescheinigung, dass sie bei der BBC-Venezolana arbeiten und die Zutrittsberechtigung, ausgestellt vom Ministerium>>. Etwas verdattert entnehme ich meiner Aktenmappe den Pass, die BBC-Ausweispapiere und die vom Ministerium ausgestellte Zutrittsberechtigung für sämtliche CADAFE Anlagen und übergebe die Dokumente José. Immer noch mit ernstem Gesicht, verschwindet er in seinem Büro. Kurze Zeit später kommt José, jetzt über das ganze Gesicht strahlend zurück und sagt: << Guten Morgen Señior Pedro -- hier haben sie ihre Dokumente zurück -- tut mir Leid, dass ich sie ********* habe, aber ich habe strikte Anweisungen vom Chef, unserem Betriebsleiter erhalten und noch einen schönen Tag!>> Etwas später entschuldigt sich auch noch der Betriebsleiter, mit dem ich per “Du” bin mit den Worten: <<Tut mir leid Pedro für die Verzögerungen -- aber ich habe neue Anweisungen vom Ministerium erhalten und wenn ich mich nicht bis ins kleinste Detail daran halte und ein Neider verpetzt mich, bin ich meine gutdotierte Stelle beim Staat los>>. Meine Antwort: <<Alles klar Pablo, ich verstehe, gehen wir zusammen Mittagessen? -- ich lade dich ein>>. Pablo nimmt die Einladung schmunzelnd entgegen.

    Mit einem Gin Tonic stoßen wir beim Apéro auf den Amtsschimmel beim Ministerium an und diskutieren noch einige geschäftliche Belange. In Venezuela ist es üblich, geschäftliche Dinge beim Apéro zu besprechen. Beim anschließenden Mittagessen ist das Geschäft “TABU” und man kommuniziert, losgelöst von hängigen Problemen, nur noch locker über Gott und die Welt. Super, dieses ungeschriebene Gesetz. Ich habe das auch in unseren Breitengraden ausprobiert. Es funktionierte leider nicht!!

    *Affen mit einer schlechten Kinderstube!
    Mit venezolanischen Geschäftsfreunden unternehme ich einen abenteuerlichen Urwaldtrip. In einer Lichtung sichtigen wir eine Gruppe von Affen. Übermütig turnen diese putzigen Gesellen von Ast zu Ast unter den Wipfeln der Urwaldriesen. Lachend schauen wir dem emsigen Treiben zu. Hin und wieder ist auch „Liebe!„ angesagt,. was uns wiederum veranlasst, etwas despektierliche Kommentare abzugeben. Unser lautes Lachen und die Kommentare scheinen einige Affen nicht zu goutieren. Außerdem sind wir Eindringlinge in ihrem Revier. Dagegen muss man etwas unternehmen. Und sie unternehmen etwas. Einige halten sich die Hand an den Hintern, drücken und sammeln die Ausscheidungen in ihren Händen. Und dann, mit wohlgezielten Würfen bombardieren sie uns kreischend mit den stinkenden Exkrementen. Einige der Wurfgeschosse verfehlen zur Freude der Affen die anvisierten Ziele nicht! Zerknirscht muss ich gestehen: Unsere Freude hielt sich in Grenzen! Ich verzichte auf eine Aufzählung der nicht ganz salonfähigen Kraftausdrücke, mit denen wir die Affen bestrafen. Die Strafe beeindruckte die Affen nicht im geringsten. Und uns blieb nichts anderes übrig als die Flucht zu ergreifen und die erlittenen Demütigungen runter zu schlucken.

    *Auto-Diebe in Venezuela
    In größeren Städten und speziell in Caracas trieben Autogangster ihr Unwesen. Die Polizei war machtlos. Nebst dem Klau von Luxuswagen wie Mercedes & Co von Profis, waren einige Lehrlinge in der Branche spezialisiert auf das entwenden von Raddeckeln, Rückspiegeln und Autoantennen. Dieses Zubehör tauchte dann in den unzähligen Autoshops entlang der Überlandstrassen wieder auf. Zerknirscht muss ich allerdings zugeben, auch ich habe meine permanent entwendeten Raddeckel hin und wieder durch selbstgeklaute wieder ersetzt. Das nennt man praktizierte Selbsthilfe! Meine diversen Ford-Geschäftswagen entsprachen nicht der Klasse “Oberer Luxus” und wurden deshalb auch nicht entwendet. Ein befreundeter deutscher Brückenbauingenieur musste leider Lehrgeld bezahlen. Er beschaffte sich das neuste Mercedes Modell und ließ sich eine akustische Diebstahlausrüstung einbauen: <<Diese ******** sollen nur kommen, die werden noch staunen!>>, erzählte er im Freundeskreis. Und die ******** kamen. Eines Tages ertönte der ohrenbetäubende Lärm der Alarmanlage und unser Ingenieur konnte befriedigend nur noch die flüchtenden Diebe von hinten erblicken. Das kann man mit Profi-Autodieben nicht machen. Es gibt in diesen Kreisen so etwas wie eine Berufsehre. Und sie kamen wieder. Die Scheiben wurden eingeschlagen, der Wagen mit Benzin überschüttet und dann angezündet. Totalschaden!!

    Unser guter Ingenieur kaufte sich auf den Rat von Freunden eine Occasions-Karosse “Modell Mittelklasse” und wurde nicht mehr *********. Ausgenommen entwendete Raddeckel, die er hin und wieder auf meinen Rat durch selbstgeklaute wieder ersetzte!

    Und zum Abschluss noch etwas aus der Nähe:

    *Alarm an der Côte d’Azur
    Zwischen Cavalaire und le Lavandou sichten wir ein urgemütliches kleines Hotel mit herrlichem Blick auf eine kleine Badebucht. Stopp und ab an die Réception. Es klappt, eine ältere Dame übergibt uns den Schlüssel für das Zimmer im obersten Stock. Oben angelangt, schaltet das Licht aus. Es wird dunkel wie in der Nacht. Ich tappe den Wänden entlang und suche den automatischen Lichtschalter. Und ich werde fündig. Aber nicht das Licht geht an, sondern der ohrenbetäubende Lärm eines Feueralarms. Türen gehen auf und halbbekleidete Gäste treten erschrocken auf den Korridor. Zerknirscht sause ich die Treppen runter und bitte die ältere Dame an der Réception den Alarm abzustellen, es sei nichts passiert. Jetzt taucht ein kleines Problem auf. Die ältere Dame, übrigens die Frau des Besitzers weiß nicht wo sich die Steuerung befindet und wie man den Alarm abstellen kann. Für das sei ihr Mann zuständig und der sei abwesend. Per Handy wird der Mann jetzt gesucht. Es dauert gut 30 Minuten bis der Mann aufgespürt und seine Anweisungen durchgeben kann. Die erschrockenen Gäste suchen wieder ihre Zimmer auf und ich genehmige mir auf den Schreck auf der Terrasse ein kühles Bier.

    Sorry, ich wollte eigentlich nur einige Episoden zum Besten geben -- jetzt ist ein Buch entstanden!!

    Gruss
    Pesche

    Archiv

  • Liebe Miteidgenossen!
    PescheP Pesche

    Hallo Fred

    Zerknirscht muss ich dir zustimmen -- Freunde werden wir nie! Ich habe mich in dein Profil eingeklinkt und stelle fest, dass du ein Fan vom FCB bist. Und kein Wort von YB! Im weiteren beneide ich dich um deine russischen Sprachkenntnisse und natürlich um die Musicals in Basel.

    Wir haben aber auch Gemeinsamkeiten, wie ich deinen Lieblings- und Traumreisezielen entnehme. Peru ist ein faszinierendes Land und Mexiko nicht nur kulinarisch eine Reise wert! Südamerika ist, bedingt durch meine beruflichen und privaten Reisen, zu meiner zweiten Heimat geworden.

    Abschliessend noch eine kleine Episode, zugetragen in Basel:
    Ich frage einen Polizisten: <<Wie komme ich am schnellsten zum "Plutere-Plädu"?>> Der Polizist schaut mich verdutzt an und kann mir den Weg erst beschreiben, nachdem ich das berndeutsche Wort übersetze: Plutere = Barfuss und "Plädu" = Platz. Also schlicht und einfach "Barfüsserplatz!"

    Gruss
    Pesche

    Schweiz

  • Juan Dolio - was ist dort los?
    PescheP Pesche

    Hallo Gernot

    Mein Tipp: Die quirlige Stadt San Pedro, ca. 20 km von Juan Dolio entfernt, ist immer einen Besuch wert und das nicht nur am Tag. Ganz San Pedro trifft sich am Samstagabend am Malecon (Strandpromenade) bei Speis & Trank, Musik und Tanz bis in die frühen Morgenstunden. Muss man erlebt haben. "Touris" haben allerdings Seltenheitswert. Eine herrliche Alternative zu der 08/15-"Touri" Szene in Juan Dolio.

    Gruss
    Pesche

    Dominikanische Republik

  • Tipp für eine Bahnfahrt in Sri Lanka!
    PescheP Pesche

    Hallo zusammen

    Wir schlagen unser “Zelt” im komfortablen Strandhotel “Neptun” in Beruwala auf. Obwohl täglich klimatisierte Touristenbusse in das rund 60 km entfernte Colombo fahren, entschließen wir uns, die Strecke mit dem Zug zurückzulegen.

    Wir lösen auf dem etwa 2 km entfernten Bahnhof in Aluthgama ein Ticket. Mit donnerndem Getöse fährt der Express Matara-Colombo auf dem Perron ein. Die Wagen vollgestopft mit Passagieren. Wie Trauben hängen einige auf den Einstiegstreppen. Wo zum Kuckuck finden wir und weitere wartende Passagiere noch einen Platz? Fast nicht zu glauben, wie viel Passagiere in diesen Sardinenbüchsen noch Platz finden.

    Beim Einsteigen bleibe ich auf der Einstiegstreppe stehen. Aber “oha lätz”! Ein einheimischer Passagier gibt mir unmissverständlich zu verstehen: <<Das sei sein Platz!>> Die etwa einstündige Fahrt vergesse ich nie mehr. Eingeklemmt in den dampfenden und schwitzenden Menschenmassen schnappe ich nach Luft. Eine alte Frau liegt auf dem Boden, umklammert die Füße meiner Frau und benutzt ihre Schuhe als Kopfkissen. Meine Frau, etwa einen Meter von mir entfernt murmelt etwas wie: <<Das ist das letzte mal, dass ich mit dir in solchen Ländern Zug fahre!>> Und ich muss ihr zerknirscht Recht geben!

    In Colombo ist erst mal Erholung in einem Bistro angesagt. Nach einer eindrücklichen Stadtbesichtigung treffen wir am Nachmittag wieder auf dem Bahnsteig Richtung Aluthgama ein. Ein Bummelzug, wie wir vernehmen, steht zur Abfahrt bereit. Wir finden einen Fensterplatz und schon setzt sich der Zug in Bewegung. Vorbei an den Slums der Vorstadtquartiere geht es gemächlich von Station zu Station. Wir haben ja Zeit. Passagiere verlassen den Zug, neue steigen ein. Etwa in der Hälfte der Strecke hält der Zug auf einem ländlichen Bahnhof. Alle Passagiere steigen aus. Ein Schaffner macht uns mit englischen Wortbrocken verständlich: <<Hier sei Endstation!>> Auf meine schüchterne Frage: <<Und wie kommen wir jetzt nach Aluthgama?>>, antwortet er freundlich: <<Mit dem nächsten Bummelzug müsst ihr zurück nach Colombo und dann mit dem Express nach Aluthgama>>.

    Wir verlassen den Zug und stehen etwas verwirrt auf dem Bahnhofvorplatz. Plötzlich sichte ich ein kurioses Gefährt, das sich bei näherer Betrachtung als ein uraltes Fiat-Taxi zu erkennen gibt. Wir sind nicht die einzigen. Ein Ehepaar aus Östereich, wie sich herausstellt, begutachtet ebenfalls das klapprige Museumsvehikel und hat anscheinend die gleiche Idee wie wir. Gemeinsam handeln wir mit dem Taxibesitzer einen angemessenen Preis aus und los geht die Kamikaze-Fahrt. Obwohl dieses Ding mit durchgedrücktem Gaspedal auf Maximum 20 bis 30 Stundenkilometer beschleunigt werden kann, mal angenommen, der Geschwindigkeitsmesser funktionierte nicht, wen wundert’s -- überholen wir trotz regem Gegenverkehr in Rallymanier, permanent Ochsenkarren und noch langsamere Fahrzeuge! Für die relativ kurze Strecke benötigen wir gut eine Stunde.

    Und wie man sieht, respektive lesen kann, haben wir diese Fahrt überlebt!! Grosses Glück und mehrere gute Schutzengel sind allerdings Voraussetzung!

    Gruss
    Pesche

    Sonstiges Asien

  • Transsibirienexpress
    PescheP Pesche

    Halo Elke

    Vor einigen Jahren haben meine Frau und ich eine mehrwöchige Bahnreise von Bern (CH) bis Hongkong unternommen und für die Strecke Moskau-Peking einen normalen Linienzug gebucht. Auch wir haben noch eine Winterreise von Moskau nach Wladiwostok vorgesehen. Tipps kann ich leider noch nicht abgeben, aber als Bahnfan benutze ich weltweit nur Linienzüge nach dem Motto: “Selber Reisen -- nicht gereist werden!” Lediglich für Bahntickets und Hotel- oder Privatunterkünfte beauftrage ich ein spezialisiertes Globetrotterunternehmen, die bis zu einem bestimmtem Punkt die Verantwortung übernehmen, dass alles einigermaßen klappt.

    Der Sonderzug, resp. die Kreuzfahrt auf Schienen bietet jeden erdenklichen Luxus. An Bord stehen dem Gast nebst einem privaten Abteil ein umfangreiches Service- und Unterhaltungsprogramm zur Verfügung. Und man ist unter sich! Mit anderen Worten: 99,9% der Gäste sind Touristen aus dem Ausland! Es werden viele Sprachen gesprochen -- nur nicht Russisch!! Der Zug wird während den Stopps in den Bahnhöfen von schwer bewaffneten Polizisten bewacht, die grimmig dafür sorgen, dass keine Einheimischen die Bahnpassagiere in ihrem goldenen Käfig belästigen.

    Wir uns bewusst für die Variante “Linienzug / 2. Klasse” entschieden und keine Minute bereut. Die Fahrt inmitten von aufgestellten Einheimischen und die Kontakte zu mitreisenden Mongolen und Chinesen ist ein einmaliges Erlebnis. Wir wurden praktisch permanent zu unseren russischen Mitreisenden eingeladen und erlebten eine unglaubliche Gastfreundschaft. Für Abstinenten allerdings nicht zu empfehlen! Nebst deutsch, englisch und manchmal auch etwas französisch haben wir uns mit Hand und Füssen verständigt. Und mit Wodka anstoßen kann man in jeder Sprache!

    Die ganze Transsibstrecke, also von Moskau nach Wladiwostok (9297 km!) im Winter, mit Temperaturen bis zu Minus 60 Grad, inmitten von Einheimischen zurückzulegen, hat schon seinen speziellen Reiz.

    Ich wünsche euch eine erlebnisreiche Reise, die ihr mit Sicherheit nie vergessen werdet.

    Gruß
    Pesche

    Sonstiges Asien

  • Liebe Miteidgenossen!
    PescheP Pesche

    Hallo zusammen

    Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen -- lautet ein bekanntes Sprichwort. Dem kann ich nur zustimmen und meine diversen Storys im HC beweisen das ja auch. Auf unseren Reisen rund um den Globus haben wir auch immer wieder liebe Landsleute angetroffen, die uns zum Schmunzeln brachten:

    Da sind mal die Vollbluteidgenossen! In den Speisesälen rund um den Globus leicht erkennbar durch die auf dem Tisch deponierten Schweizer-Mitbringsel wie: Knorr-Aromat, Maggi-Würze, Hero-Konfitüre und natürlich den Nescafe aus der Plastikdose. Und seit der letzten Fussball-WM auch mit rot/weissen Klamotten mit dem Schweizerkreuz! Ich nehme mal an, die gleiche “Spezies” bucht auch volkstümliche Kreuzfahrten in die Karibik & Co mit Jodel, Handorgel- und Alphornklängen und natürlich dem Fondueplausch unter tropischer Sonne! Man spricht “Dialekt” und ist auch in der Karibik & Co unter sich!

    Und dann gibt es die Auswanderer, die aus Frust die Schweiz verlassen haben und dem Besucher voller Überzeugung versichern: Wie gut und luxuriös sie im gewählten Gastland leben und nie mehr in unser kleinkariertes, bünzliges und Vorschriftengeiles “Alpenländli” zurückkehren möchten. Interessant -- zu später Nachtstunde nach der zweiten oder dritten Flasche Wein und mit gelöster Zunge hören wir plötzlich, dass auch im Gastland nicht alles Gold ist was glänzt. Eine definitive Rückreise aber aus finanziellen Gründen leider nicht realisierbar sei!

    Ehrfürchtig höre ich hin und wieder auch jüngeren Zeitgenossen zu, die cool mit einem Cüppli in der Hand, von ihren kürzeren oder längeren Aufenthalten in Weltmetropolen schwärmen und für unsere kleinbürgerlichen Städtchen, mit “Beizlis” die um Mitternacht schließen nur noch ein mitleidiges Lächeln haben und lieber heute als morgen unser langweiliges “Alpenländli” wieder verlassen möchten.

    Und was halte ich nun von der, zwar schönen, aber alles andere als perfekten Schweiz, mit Vorschriften bis zum geht nicht mehr und im speziellen von meinem Heimat-Provinzhauptstädtli Bern?

    Zugegeben, New York, London, Paris, Berlin, Hongkong, Rio, Tokio und unzählige weitere Weltmetropolen in Europa und Übersee strotzen im Gegensatz zu Schweizer Städten nur so von Leben. Und das in jeder Beziehung rund um die Uhr. Einen Theater oder Konzertbesuch nach Mitternacht mit einem anschließenden exzellenten Dinner ist nicht zu verachten. Ein Unterfangen, das in unserem „Städtli“ dank Polizeistunde mit gewissen Problemen verbunden ist. Nach Mitternacht, jedenfalls unter der Woche, ist mehr oder weniger tote Hose angesagt.

    Was ist es aber, was uns an Bern so gefällt und nach jeder Rückkehr aus der prodelnden Fremde immer wieder in den Bann zieht: Sind es die gemütlichen Beizli, die nur Insidern bekannte Kleinkunstszene, das vielseitige Konzert- und Theaterangebot für jeden Geschmack, die einmalige Front (für nicht Berner die „Beizen“ auf dem Bärenplatz), das schönste Flussbad der Welt -- das Marzili, unser Hausberg -- der Gurten, der Tierpark mit den “Büffeli”, unseren Acker-Flughafen -- das Belpmoos, die gutmütigen, etwas langsamen aber selten gehetzten Bürger, die neuen roten Trams, das urchige “Bärndütsch”, ist es das permanent in Renovation stehende Münster, oder der Bärengraben oder ... ? Ich weiß es nicht. Oder ist es vielleicht gerade die provinzielle Durchschnittlichkeit, die uns so wohltuend von den großen Weltmetropolen und den “Möchtegern” Weltmetropolen (Zürich & Co) unterscheidet und Bern, trotz rot/grün dominierter Regierung & Cüppli-Tschäppät zu einer wirklich lebenswerten Stadt macht!

    Gruss
    Pesche

    Schweiz
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