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  • Frage zu Masca Schluchtwanderung
    nokiN noki

    Hallo Tanja,

    .... Du hast ja hier ein richtiges Plädoyer für Masca vorgestellt. Das ist schön, aber leider nicht mehr ganz so wie in Deiner Erinnerung.
    Ich schrieb schon etwas in einem anderen Thread über meine Betrübnis zu dem Zustand nach dem großen Brand. OK, es ist nun fast schon ein Jahr vergangen, aber diese Katastrophe hinterlässt unweigerlich Spuren. Die Inselregierung unternimmt alles mit großen Anstengungen um Masca wieder so attraktiv zu machen wie zuvor. Ob das der richtige Weg ist, wage ich zu bezweifeln, denn es geht denen doch überwiegend um die 'Kohle'! Die urwüchsige Natur bleibt dabei auf der Strecke; man muß ihr einfach Zeit lassen sich neu zu regenerieren.
    Die Masca-Schlucht ist längst wieder freigegeben, und die Stege und Übergänge sind mit großem Aufwand scnellstens erneuert worden.
    Ich hoffe auch ganz stark, dass hier nun nicht ein Barranco ähnlich dem des Infierno entsteht. Angedeutet hatte ich das schon anderweitig. Auch sagte ich schon, dass kaum einer weiß wo das originale Guanchen-Dörfchen Masca wirklich liegt.
    Besucht es noch solange noch ein bisschen von dem übrig ist was diesen besonderen Flair ausmacht!

    Gruß Dieter

    Teneriffa

  • Fotografieren im Flugzeug
    nokiN noki

    Da wurden keine Äpfel und Birnen durcheinandergeworfen!

    [u**]Jeder** stromdurchflossene Leiter, egal ob Gleich- oder Wackelstrom, oder noch weiter gefasst, jeder Transport geladener Teilchen, ist steng gekoppelt und verbunden mit einem elektro-magnetischem Feld um die Bahn der Ladungsträger, auch z. B. bei einem Blitz, herum! Egal um welche Konfiguration es sich handelt, auch bei nur einer Batterie mit einem Lastwiderstand. Das ist ein fundamentales Gesetz! Diese beiden Felder stehen jeweils senkrecht zueinander.
    Lies mal beim ollen Maxwell nach, denn der hat die Gesetze dafür geliefert und bewiesen. Schon Faraday hatte das andeutungsweise erkannt.
    Aber vielleicht findest du ja noch eine neue Lösung der Maxwell'schen Gleichungen! Das würde die ganze Physik dann ad absurdum führen.
    😉
    Aber hier geht es wohl mehr um die Induktion, die durch bewegte, stomdurchflossene Leiter oder solche die mit Wackelstrom betrieben werden in anderen ruhenden Leitern geschieht. Das hat Onkel Lorenz uns schon dunnemals in einem simplen Versuchsaufbau mit einer Leiterschleife in einem Magneten sehr anschaulich und gut demonstriert.

    Dieter

    Fotografie, Unterwasserfotografie, Filmen (alt)

  • Leitungswasser in Alcuida, Mallorca?
    nokiN noki

    @Bernat!

    Zu den ausgeschöpften und erschöpften Brunnen:
    Sehr viele Hotels und auch Privatleute in den nordöstlichen Regionen haben noch eigene Brunnen in Betrieb, wie wir dort auch. Die bakteriologische Qualität wird dabei nicht überprüft, nur auf ausdrückliche Anforderung und Wunsch der Brunneneigner, die aber damit sehr zurückhaltend sind, weil meistens dann festgestellt wird, dass der Brunnen nach der geltenden Formel und Vorschrift viel zu tief gebohrt wurde! Eine grobe Methode, die auch bei Pools angewendet wird, ist die bakteriologische Prüfung mit einer Indikatorlösung auf bestimmte Keime. Besser noch sind die elektronischen TOC-Geräte (TOC => Total Organic Carbon ). Dabei wird der Kohlenstoff aus den biologischen Keimen in einer Messkammer oxidiert, mit UV-Strahlen ionisiert und der Leitwert der Flüssigkeit gemessen. Das sagt dann aber noch nichts über die Art der Keime aus! Der ist dann direkt proportional zur Konzentration der Keime. Es gibt dort eine Vorschrift der Tiefe, die abhängig ist von der Entfernung zum Meer, der sonstigen Versorgungslage und der durchschnittlichen Entnahme, und natürlich der Höhe über dem mittleren Meeresspiegel. Ein sogenanntes 'Wasserverteilungs und -bewirtschaftungsgesetz'.
    Sind die Brunnen durch eine zu hohe Belastung erschöpft, kippen sie unweigerlich um, und das Wasser wird salzig. Das ist nicht reversibel, wie ich dort aus eigener Erfahrung kennengelernt habe. Der Brunnen ist für alle Zeiten 'vergiftet'!
    Das Wasserverteilungsgesetz!
    Einige Provincen leben praktisch auf ainem großen unterirdischen Wasservorkommen, wie z. B. Calvia, Santa Margalida, nahe bei Arta, die Gegend um Muro und Sa Pobla mit seinen vielen Schöpfpumpen, usw. Das ist ein riesengroßes Kapital.
    Diese Provincen sind nach dem Gesetz verpflichtet Wasser an die 'trockneren' Gegenden zu verkaufen. Aber das ist ein reines Spekulationsgeschäft, und niemand hält sich an die Verordnung. Wer viel zahlt, bekommt auch mehr!
    Die allerschlimmsten Verschwender sind die großen noblen Golfanlagen übers Jahr gesehen! Es ist nicht unmittelbar sichtbar, dass sie ständig bewässern, denn dünne perforierte PVC-Rohre verlaufen unter dem Rasen, so dass oberflächlich nichts zu bemerken ist.
    Wir hatten einen Kontrakt mit solch einem Platz über eine Abnahmeuhr laufend. Und als sie nicht zahlen wollten, wurde der Hahn zugedreht. Was meint ihr wohl wie schnell die angelaufen kamen, weil das 'Nobelgreen' sich schon bräunlich verfärbte! So sieht das in der Praxis aus!

    Umkehr-Osmose:
    Das ist ein physikalischer Prozess der zwar voll entsalzenes (demineralisiertes) Wasser liefert wofür aber sehr viel Energie benötigt wird. Das Prinzip ist ganz grob und vereinfacht vergleichbar mit einer Blut-Dialyse durch semipermeable (teildurchlässige) Membranen. Um es aber trinkbar zu machen, müssen unbedingt Mineralien hinzugefügt werden! Meerwasserensalzungsanlagen machen nichts anderes, und der Ausstoss an Volumen ist gemessen an der benötigten Energie sehr unwirtschaftlich.

    Jedem sollte klar sein, dass destilliertes oder auch demineralisiertes (vollentsalzenes) Wasser schon bei einer Trinkmenge bei einem Erwachsenen von nur einem 3/4 bis 1 Liter zu einem akuten gesundheitsgefährlichen und bedenklichem Defizit an Mineralien führen kann! Wenn man das auf Kinder interpolieren würde, könnte es zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommen! Die lebensnotwendigen Mineralien für die Zellen werden aus dem Körper ausgeschwemmt, meistens durch starken akuten Brechdurchfall. Im Kleinkindesalter wird das auch häufig unter dem Oberbegriff Ernährungsstörung benannt, die sehr wohl tödlich verlaufen kann, oder tiefgreifende Hirn- und Organschäden nach sich ziehen kann.
    Ich weiß sehr wohl wovon ich rede, denn unser Sohn hatte das auch akut, aber nicht von entsalzenem Wasser!

    Flaschenwasser:
    Das unterliegt einer staatlichen Kontrollkommission mit allen Analysen.
    Es ist nicht immer Quellwasser, aber es ist für den Trinkgenuss aufbereitet.

    Eure Schlüsse daraus müßt ihr nun selber ziehen!

    Gruß Dieter

    Mallorca

  • U-Bahn Palma
    nokiN noki

    Hallo Bernat,

    danke für die ausführlichen Infos!
    Wie gut, dass es auch dort solche elementaren baulichen Missplanungen und Bauausführungen gibt!
    Das hätte hier doch auch glatt geschehen können! Nach dem Motto:

    Was tut ein Beamter, wenn er in der Nase bohrt? - Er holt das Letzte aus sich heraus! 😄

    Gruß Dieter

    P.S. An Deinen Ausführungen merkt man deutlich, dass Du wirklich ein Insider vor Ort bist!

    Mallorca

  • U-Bahn Palma
    nokiN noki

    @Bernat,

    ...... Ich hörte von mallorquinischen Freunden, die in Palma wohnen, dass der wesentlichste Schaden duch die diversen Überflutungen verursacht sein solle, und nicht primär durch die unzureichenden Be- und Entlüftungen des Dieselqualmes!?

    Was ist da dran? Ich war jetzt nicht vor Ort.

    Gruß Dieter

    Mallorca

  • Mobilität-öffentliche Verkehrsmittel?
    nokiN noki

    ...... Das kann ich eigentlich nur unterstreichen und empfehlen! Einen Leihwagen zu mieten. Die Busverbindungen sind zwar gut und auch preiswert, aber mit "Kind und Kegel" und allem was man dazu braucht und mitnehmen muß wird es wohl bequemer und vielleicht auch preiswerter für ein paar Tage ein Auto zu mieten, möglichst übers Wochenende dann sind bessere Kondidionen! .... Und die Preise und Leistungen vergleichen!

    Gruß Dieter

    Mallorca

  • Puig Major?
    nokiN noki

    Buenas dias Bernat!,

    ... ja, ich erinnere mich noch daran, dass man früher keine Fotos vom Rollfeld und der Landebahn 24R machen durfte, denn direkt am Beginn dieser Bahn befindet sich eine militärische Flugbasis mit großen Hangars, die direkten Zugang zum Flughafengelände hat. Gleich daneben ist eine der Feuerwehrstatonen. Von dort starten auch heute noch Stafeln zu Kontrollflügen über das Mittelmeer.
    Man kann diesen militärischen Bereich sehr gut rechts sehen, wenn die Maschine zum Startpunkt auf Bahn 24R rollt. Das ist die am häufigsten benutzte Bahn in Richtung der Bucht von Palma.
    Hier nur zur Erklärung für alle denen diese Bezeichnungen unbekannt sind, der Startbahn 24R und noch die zweite 24L, letztere meistens nur als Landebahn benutzt. Die Zahl ist der Winkel im Kreis von 360 ° von Norden in dem diese Piste verläuft, also in 240 °, das ist in Richtung Südwest über die Bucht von Palma. Die Zahl ist mit 10 zu multiplizieren für den Kompasswinkel! Das R oder L dahinter bedeutet die Bahn rechts oder links, denn beide Bahnen dort in Palma verlaufen parallel zueinander. Dem entsprechend ist die Gegenrichtung mit 06 R/L bezeichnet.

    Gruß Dieter

    Mallorca

  • Umgebung von Alcudia - Supermärkte - welche?
    nokiN noki

    An der Hauptstrasse in Can Picafort von Alcudia kommend gibt es einen Schleckermarkt ebenso wie auch in Santa Margalida unweit der Plaza, und einen sehr großen Supermarket Mercadona. Weiter zum Ortsausgang befindet sich noch einer, dessen Namen ich gerade nicht weiß. Dort findest du alles, auch deutsche Marken, allerdings etwas teurer. Aldi gibt es auch, aber der ist enorm teuer mit nicht so guter Ware. Wir kaufen immer bei Mercadona ein, weil man dort alles findet. Parkplätze sind reichlich vorhanden.

    Gruß Dieter

    Mallorca

  • Puig Major?
    nokiN noki

    Hallo Bernat,

    es stimmt, dass der Puig Major wesentlich "entschärft" woden ist was den militärischen Aspekt anbelangt. Ganz früher standen unten am Beginn der Auffahrt, an der Kaserne, noch große Verbotsschilder, die Fotos verboten. Ich bin einmal geschnappt worden und nach 5 Std. Verhör zur Überprüfung meiner Personalien und Identität unter Einschaltung des Konsulates in Palma wegen ein paar Fotos festgenommen worden. - Selbst Schuld! -
    Heute ist das viel lockerer. Um den 16 Sept. 07 durfte eine große internationale Gruppe Radfahrer eienes Vereines aus Alcudia ganz rauf bis zu der Radarkuppel, bei 16 % Steigung! Das war sonst nur möglich bis 500 m unterhalb des Gipfels! Natürlich unter militärischer Aufsicht und Organisation!

    Heute befindet sich das militärische Mittelmeerradar gegenüber auf den Bergen bei Arta, wie auch die zivile Flugüberwachung, oder auf dem Puig de Randa zur Anflugkontrolle auf Palma. Hab' sie gerade besucht.

    Gruß Dieter

    Mallorca

  • Wander-Karte über Spanien?
    nokiN noki

    @Perpedess,

    ...... ich glaube Du täuscht Dich da ganz gewaltig in den Entfernungen auf diesem großen Festland Spanien! Von Bilbao bis nach Gibraltar sind es gute 850 Km auf direktem Weg, also Luftlinie! Euer Vorhaben in drei Wochen mit Schwerpunkt auf Wanderungen werdet ihr sehr schnell und gründlich vergessen, wenn ihr erstmal die Hitze zu dieser Zeit in Zentralspanien oder weiter südlich in Salamanca, der Extremadura und in Andalucia erlebt habt. Da werdet ihr froh sein keinen Fuß mehr bewegen zu müssen bei teilweise um und über 40 °C! Um die Mittagszeit bis zum späten Nachmittag ist die Hitze unerträglich. Weit und breit kein Haus und kein Schatten je südlicher ihr kommt und alles gebirgig.
    Da wird euch nur noch die Karte was nützen um einzutragen wann und wo ihr verdurstet oder dem Hitzetod erlegen seid.
    Das überlegt euch nochmal sehr genau und gründlich!
    Das ist wirklich kein Spaß von mir!

    Aber es war wohl ein Flop von euch!!!!!! 😞

    Gruß Dieter

    Wandern / Joggen, Radeln und Reiten (alt)

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Unterwegs im Teno-Gebirge!

    …. Und das mit sechs jungen Frauen und zwei Männern!
    Mancher denkt nun wohl an das moderne Wortgebilde „Zickenalarm“, weil wir nur mit dem Gepäck unterwegs waren, das jeder bereit war zu tragen. Mehr als 7 – 8 kg sollten es nicht sein, denn unterwegs hatten wir Depots eingerichtet.

    Es ergab sich gaaaanz anders!

    Diese Mädels waren eine Studentinnen-Gruppe einer deutschen UNI. Ausgezeichnet vorbereitet und ausgerüstet. Wir beiden Mannsleute und der stille Kontaktpunkt im Hintergrund per Handy hatten auch zunächst ein etwas unsicheres Gefühl. – Ob das wohl gut geht in den 4 bis 5 Tagen? –
    Dazu war es noch später September, also eine Jahreszeit in der man schon mal mit Wetterstörungen rechnen muß. Ein Kompass und eine genaue Karte ist besonders dann ebenso wichtig wie der Sonnenschutz in jeder Form!
    Wir wurden bis auf den nordwestlichen Ausgang des Tales von Masca gefahren und dann unserem Schicksal überlassen. Vaya con Dios!

    • Natürlich hatten wir einen „Rettungsanker“ über das Handy, aber das wussten nur wir Männer.
      Die Route war allen bekannt, so wie auch die Übernachtungsplätze und die Verpflegungsdepots in einigen Schutzhütten. Das hatten wir alles durchgekaut und auch auf die Erschwernisse und Unbequemlichkeiten deutlich hingewiesen!
      Am Sammelpunkt waren alle „Deerns“ guten Mutes, voller Tatendrang und mit einem stabilen Wanderstecken versehen, wie empfohlen.
      (Nicht mit einem dieser dünnen Teleskop-Nordic-Walking-Röhrchen, die sofort abknicken wenn man sie belastet, oder aber die Arretierung versagt und dann sitzt man auf dem Hosenboden! Besonders gut macht sich das an einem Steilhang! Ich warne davor, diese zu benutzen; sie sind dafür nicht geeignet!)
      Nun ging es los direkt in die Wälder der Teno-Höhen. Eine wunderschöne Waldlandschaft mit viel Schatten. Für den Anfang gerade richtig. Der Ausblick auf den westlichen kargen Teil des Teno war einmalig. Es ging gut voran; manchmal musste das Tempo von uns etwas gedrosselt werden, denn sonst stellt sich schnell ein Muskelkater ein. Alles verlief gut nach Plan. Auch die erste Übernachtung in den leichten Nylonzelten an einem kleinen Bach verlief gut. Und wer richtig hungrig ist, ißt auch trockenes Brot und Fleisch aus der Dose mit Wasser, das stark mit Mineralien angereichert war. Am nächsten frühen Morgen, nach der Reinigungs- und Hygieneprozedur ging es weiter, quer in Richtung eines bäuerlichen Anwesens bei La Vica, das wir gegen Mittag erreichten. Man hatte uns erwartet und wir waren willkommen. Dort gab es die erste warme Malzeit, auf offenem Feuer zubereitet. Die Disziplin unserer „Mädels“ war hervorragend. Es machte Spaß! Die Folienzelte und der Inhalt der Rucksäcke wurde in der Sonne ausgebreitet, denn über Nacht war es ziemlich feucht gewesen, und das zieht in die Klamotten ein und alsbald stocken sie dann. Nachmittags wurde es sehr heiß, und so war Pflege angesagt und unsere Handys geladen. Später wanderten wir noch ein Stück weiter in Richtung Carrizal Bajo. Es besteht nur aus ein paar Häusern. Dort ergänzten wir unseren Proviant, auch mit frischem Obst und Wasser. Die Wege dorthin gehen bergauf und bergab durch eine wunderbare Landschaft mit einigen Steilhängen als Ausläufer der Barrancos. Was Luftlinie 3 Km sind, entpuppen sich nachher als 6 – 8 Km! Nächtigen wieder unter freiem Himmel. Am dritten Tag war das Etappenziel Teno Alto. Ganz einsam und abseits gelegen; eigentlich eine größere Ziegenfarm von terrassenförmigen Plantagen an den Hängen umgeben. Diese Strecke ist schon recht anspruchsvoll, und wir mussten immer wieder das Tempo bremsen, damit uns die Girls nicht davonlaufen und irgendwo dann schlapp machen. Vorwiegend bergab ist es anstrengender und geht kräftig auf die Bänder und Gelenke! Wir erreichten das „Örtchen“ erst am späten Nachmittag und wurden freudig erwartet. Natürlich wissen die Bewohner wie beschwerlich diese Tour ist, vor allem für diejenigen, die dort nicht ständig leben. Der Ausblick auf das Land ringsum bis zum Punto de Teno und fast bis nach Buenavista entschädigte für alles. Eigens für uns war eine provisorische Dusche aufgebaut worden. Als Versorgung diente ein Gartenschlauch aus dem ziemlich kaltes Wasser aus einer Zisterne kam, was aber dem Genuß und der Begeisterung keinen Abbruch tat. Bis spät in die Abendstunden saßen wir mit den Familien draußen bei Ziegenmilch, Käse und selbstgebackenem Brot. Ein Genuss! Als wir unsere Zelte aufstellen wollten, schlug man uns vor doch in einer Scheune zu nächtigen, weil es nach Regen aussah. Nun, damit mussten und hatten wir gerechnet. Aber wir behielten uns diese Möglichkeit vor. Jetzt zeigte sich der Vorteil unserer Zelte! Sie waren geeignet per Reißverschluß miteinander verbunden zu werden zu einem großen Zelt. In der Tat, es begann auch bald zu regnen, nicht sehr schlimm, aber immerhin. Und die Temperatur sank kräftig ab. Wenn nun noch ein Gewitter dazugekommen wäre, dann wären wir doch in die Scheune umgezogen. Am nächsten frühen Morgen zogen wir weiter, ein ganzes Stück begleitet von einem Eselkarren, in Richtung Portela Baja, immer auf Wanderwegen bleibend. An einem Depot in einer Schutzhütte „tankten“ wir abermals auf, vor Allem stark mineralhaltige Getränke. Das ist sehr wichtig! Auch dieser vorletzte Tag ging in unseren Zelten zu Ende. Ein paar Reizungen an den Fußgelenken mussten doch noch mit Sportsalbe versorgt werden, ansonsten waren alle zwar etwas müde aber noch topfit!
      Der letzte Tag führte uns wieder in die Wälder des Teno zurück. Es war die anstrengenste Tour zum Abschied aus dem wirklich wunderschönen Tenohochland, das doch so zerklüftet ist. Nahe Erjos in 1100 m Höhe wurden wir wieder aufgesammelt, teilweise mit einem etwas wehmütigem Gefühl, wie es mir vorkam. Wieder am Ausgangsort zurückgekehrt, wurde Nachlese gehalten. - Ein durchweg sehr positives Erlebnis war es gewesen! – Auch für uns beiden Männer, und wir schlossen uns der allgemeinen Begeisterung voller Überzeugung aber etwas schlechten Gewissens an. Hatten wir doch eigentlich mit etwas Komplikationen gerechnet und uns darauf vorbereitet, und nicht mit einer solchen ausgezeichneten, ehrgeizigen und leistungsfähigen „Weibertruppe“! Als wir damit rausrückten lachte man uns glatt aus!
      Kompliment und ein großes Lob!
      Das war wohl ein glattes Vorurteil unsererseits, und ich habe nie wieder an so etwas gedacht, auch nicht bei einem gleichwertigen Marsch durch das Anagar Gebirge.

    Ich wünsche allen, die dort wandern, eine gesunde und glückliche Heimkehr!
    Abermals: Vaya con Dios! Geht mit Gott, aber geht vorsichtig und kein nicht abschätzbares Risiko ein!

    Gruß Dieter

    Teneriffa

  • Handygespräche mit D1
    nokiN noki

    Hallo frieslein,

    ganz so ist es nicht, sondern das Handy wählt bei der automatischen Suche den Anbieter aus von dem es den stärksten Empfang hat mit einer Liste aller empfangenen Anbieter! Und das kann auf Mallorca sehr unterschiedlich sein. Wenn Du Dein Handy bei der Ankunft am Kofferband einschaltest, dann erhälst Du mindestens drei verschiedene Anbieter als Vorschlag: Movistar, Amina und eine Tochter der Telecom bzw. T-online - Vodafone.es oder T-mobile. Dann kannst Du Dir einen auswählen und festlegen. Lässt Du das Handy jedoch auf automatische Betreiberwahl stehen, kann es Dir passieren, dass Dein Gerät andauernd auf einen Anbieter mit besserem Empfang umschaltet - und das nervt, weil Du dauernd eine Begrüßungsmeldung von dem neuen Betreiber erhälst. Die meisten dort haben Movistar. Such Deinen Anbieter mit der Einstellung "manuelle Betreiberwahl" aus und leg' ihn fest.
    Mit dem teuer oder nicht ist das sowieso so eine Sache, denn wenn Du z. B. nach Deutschland telefonierst, bezahlt der Empfänger sowieso ab der Landesgrenze mit und umgekehrt.
    Auf dem Handy kannst Du ja sehen wie der Empfang ist und das ist wichtig, sonst bekommt man oft nur die Hälfte mit außerdem mit großen Störungen.

    Gruß Dieter

    Mallorca

  • roller mieten
    nokiN noki

    So wie Kai es hier schildert ist es schon richtig!

    Die jungen Leute dort bevorzugen die Moutainbikes, möglichst solche die durch ihren Lärm viel Aufsehen erregen. Der Freundin gefällt es! 😉

    Viel besser sind die Roller von Vespa, Piaggio oder anderen bekannten Marken. Auf jeden Fall die Reifen prüfen, die Bremsen, die Beleuchtung und die Baudenzüge für die Bremsen! Vielfach werden Reifen verwendet, die völlig abgefahren sind, ohne Profil. Und dann schwätzt man dem Kunden auf, dass auch bei großen Motorradrennen auf trockenen Strassen mit "Slicks" gefahren wird, also nahezu profillosen Reifen! Das kann glatter Selbstmord sein.
    Lasst euch darauf nicht ein! Sollte der Vermieter auf eure Beanstandungen nicht eingehen wollen, so droht mit der Policia de Trafico. Das hat ungeheuere Wirkung und lässt ihn gaaaanz klein werden.
    Grundsätzlich schneiden die jung-dynamischen Kanarier die Kurven. Stopschilder sind bei ihnen auch noch nicht als ernstzunehmende Verkehrszeichen anerkannt, auch wenn gerade dort sehr häufig kontrolliert wird.
    Die Kliniken liegen voll von solchen "Rennfahrern".

    Natürlich verspricht der Vermieter bei einer Panne euch samt Roller sofort abzuholen. Nur was meint der mit sofort?! Nach 1/2 Tag, 1 Tag, 2 Tage?
    Mir ist das vor längerer Zeit passiert; nur wollte ich diese Situation auch selbst auf die Spitze treiben! Ein sofortiges Nachtquartier war mir sicher. das kann man aber nur machen wenn man sich auskennt und einheimischen Rückhalt hat!
    Deshalb fahrt möglichst nicht weite Entfernungen, sondern bleibt im Radius eines mittleren Taxenpreises. Der Roller geht euch in einem solch krassen Fall gar nichts an; das ist Sache des Vermieters. Man ist nur verpflichtet ihm eine angemessene Zeit zur Abholung einzuräumen und das Gefährt sicherzustellen. Er wird sich hüten diesen dort unbeaufsichtigt zurückzulassen, denn dann sieht er ihn nie wieder.

    Gruß Dieter

    Teneriffa

  • Ich will auf Malle !!
    nokiN noki

    Geographisch gesehen liegt Mallorca etwas schief zu den Himmelsrichtungen zum Norden, in Richting Nordnordosten.
    Daher ist die Gebirgskette bis rauf nach Formentor eigentlich die Linie Nordwest und die gegenüberliegende Küste ist dann Süddosten.
    Die Bucht von Pollenca und Alcudia wäre dann Nordost bis Ost.
    Wie dem auch sei, Palma nennt man allgemein den Süden der Insel und Alcudia den Norden. Der Westen ist das Gebirge und der Osten die Küste mit den meisten Urlaubsorten.
    So zeigt es wenigstens der Kompass an.

    Gruß Dieter

    Mallorca

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Ein Grill- und Campingwochenende auf kanarische Art.

    Die Kanarier lieben es sehr an den Wochenenden und den Tagen einer Feria mit **** und Pack raus ins Grüne zu fahren um dort auf den zahlreichen Grillplätzen einige vergnügte Tage mit der Familie und Freunden zu verbringen.
    Diese großen öffentlichen Grillplätze, die mitunter sehr komfortabel ausgerüstet und angelegt sind, finden sich überall in den Wäldern. An allen Zufahrtsstrassen zu den Las Canadas, von La Esperanza kommend in den Lorbeerwäldern, von Orotava hoch beidseitig der Strasse und von Westen in den Kieferwäldern. Selbst Hinweisschilder weisen den Weg dorthin.
    Was mich sehr erstaunt ist, dass sie mitten in den Wäldern liegen, obgleich doch überall unübersehbar große Tafeln mit dem Verbot von Feuer und Rauchen wegen der Waldbrandgefahr aufgestellt sind! Aber die Plätze haben alle mehrere feste Feuerstellen, und meistens kann man sie direkt mit dem Auto anfahren. Übrigens frisches und harzhaltiges Brennholz darf nicht verwendet werden, da es starke Funken spritzt. Jeder hat aber mindestens einen **** Holzkohle dabei. Dann sieht es auf diesen Plätzen aus als wären die Besucher von ihren Wohnungen ausgewandert mit dem ganzen Hausstand. Provisorische Unterstände oder auch zeltähnliche „Behausungen“ werden aus ein paar Stangen und Tüchern aufgebaut und ein halbes Kücheninventar kommt aus den Autos zum Vorschein. Fest verankerte Zelte sind meineswissens auch nicht erlaubt, ebenso wie laute Radios oder Musikanlagen, die man bis aufs Festland hören könnte, wie es so bei den abendlichen Veranstaltungen in den Hotels üblich ist. Bis an die Dehnungsgrenze der Trommelfelle!
    Nun wird gewerkelt, gebrutzelt und sich vergnügt bis in die sehr späten Abendstunden, oftmals bis Mitternacht. Dort sah ich auch noch alte weingefüllte Botas, das sind lederne Trinkflaschen, -beutel. Dann rollt man die Matten unter den Unterständen aus, unter denen als Polster Blätter und Pinien- Kiefernnadeln dienen, oder bläst die Luftmatratze auf und schläft bis in die Vormittagsstunden. Auch die Polizei und die Feuerwache schaut mal vorbei. In der Regel stehen unweit solcher Plätze auch sehr hohe Wachtürme, unseren Hochsitzen ähnlich, die mit einer Feuerwache (bombero) besetzt sind.
    Bisher hat man aber noch nie gehört, dass von diesen Plätzen eine akute Waldbrandgefahr ausgegangen ist! Das ist erstaunlich, aber man muss sich eigentlich gar nicht so sehr wundern, denn die Benutzer halten alles sehr ordentlich und sauber. Kein Müll liegt herum, keine Getränkedosen usw. Als Aschenbecher dienen mit Wasser und Sand gefüllte selbst mitgebrachte Behälter. Der anfallende Abfall wird auch schön brav von allen wieder mit nach Hause genommen. Ich sah noch nie so sauber hinterlassene öffentliche Plätze wie dort!

    So halten es die Kanarier; die Mallorqiner hingegen fahren an den Wochenenden auf ihre kleine Finca auf dem Lande, so wie man bei uns seinen Kleingarten aufsucht.
    Sind es Tage einer Feria zu Ehren einer/es Heiligen oder Schutzpatrones, wie z. B. Die Feria in Candelaria am 14/15 August, also Festtage mit einem religiösen Hintergrund, dann besucht man zunächst gemeinsam eine Messe.
    Man hat von solchen Fiestas auf den Plätzen noch nie von kriminellen Ausschweifungen oder gar von Eigentumsdelikten gehört.

    Obgleich die Waldbrandgefahr in den Pinien- und Kiefernwälder ungleich viel höher ist, kam es auch dort noch nie zu ernsthaften Gefahren; jedenfalls ist nichts bekannt geworden.

    Das sind so die kleinen Freuden der „Schreber“ auf kanarische Art!
    Da "haust" der Bankdirektor noch neben einem Handwerker in völliger Eintracht und in einer gleichartige Unterkunft wie ein einfacher Arbeiter!
    Picknick machen und Freude haben ist das allgemeine Motto und Motiv!

    Gruß Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Zur Mittagsmesse nach Candelaria!

    ….. Und das mit den Einwohnern einer kleinen Siedlung! Man kann es noch kein Örtchen nennen. Es besteht nur aus fünf kleinen Häuschen, die sehr verstreut liegen. Nur einer im „Dorf“ hat einen Fernseher. Radios gibt es schon mehrere, aber das sind meistens alles Geschenke. Sie leben dort vorwiegend von dem was sie selbst anbauen und was ihre Tiere hergeben, und das ist nicht viel, wenn man nur ein Schweinchen, drei bis vier Ziegen oder Schafe, ein paar Hühner und einige Kaninchen hat, vielleicht auch noch ein paar Bienenstöcke. Die staatliche Rente für ein solches Ehepaar von 3 bis max.400 Euro für jahrzehntelange Arbeit auf den Plantagen und Feldern der Grundbesitzer reicht doch von hinten bis vorne nicht! Und wenn sie noch Ernteerträge verkaufen, dann könnte die Rente gekürzt werden. Auch wenn sie keinen Strom und Holz zum heizen, das sie sich selbst sammeln müssen, wachsende Bäume dürfen nicht abgeschnitten werden, bezahlen brauchen. Zur Zeit ihrer Arbeitstätigkeit gab es noch keine Rentenversicherung. Das spanische Sozialsystem ist voll in der Hand der Kirche mit allen Einrichtungen, und die lässt ihre Schäfchen nicht dem schnöden Mammon verfallen, wie in den großen Städten, wo deren Macht immer mehr an Einfluss verliert.

    Tage vorher schon sind wir dort hin gefahren, es gibt dahin nur einen holperigen Feldweg, um die Bewohner einzuladen mit uns gemeinsam zur Mittagsmesse nach Candelaria zu fahren. Alle waren begeistert; und so verabredeten wir sie mit mehreren Geländewagen an einem Sonntag früh um 7:30 Uhr abzuholen. Die Aufregung war groß, denn das war ein Jahresereignis für sie. Vorher musste noch alles mit der Versorgung des Viehs und des Hauses geregelt werden. Ein paar ganz betagte Bewohner, denen das zu anstrengend war, sagten das zu.
    Und so holten wir sie dann an einem Sammelpunkt ab. Jeder brachte eine Kerze mit.
    Alle Männer hatten Hüte auf, denen man ansah, dass sie frisch entstaubt und aufpoliert waren, und sie hatten ihre beste Kleidung angezogen, die ihnen wahrscheinlich schon zur Firmung gepasst hatte.
    Die alten Damen allerdings trugen uralte Kleider noch von ihren Groß- oder Urgroßmüttern und eine schwarze Mantilla, ein Dreiecktuch, um die Schultern. Wahrscheinlich war die Truhe mit dem Familienerbe geöffnet worden, denn die Kleider schienen mir außerordentlich kostbar zu sein. Ich möchte mal wissen was da noch so an kulturellem und kostbarem Gut in diesen Truhen seit Generationen lagert!
    Auf dem Anwesen meiner Gastgeber gab es noch ein kleines Frühstück und dann kam auch schon der bestellte Bus.
    Nach etwa 1 ½ Stunden Fahrt erreichten wir Candelaria, noch sehr rechtzeitig zur Messe in der Basilica. Ich hielt mich ab nun an ganz abseits. Da wir eine angemeldete Gruppe waren, wurden uns zusammenhängende Plätze im Hauptschiff zugeteilt. Die Messe dauerte etwa eine Stunde, oder etwas mehr. Jedenfalls war die Basilica bis auf den letzten Platz gefüllt, auch von vielen ausländischen Gästen und Touristen, deren andauernde Fotographiererei mit den eingebauten Blitzen mich sehr gestört hat.
    Danach ging es noch an der Virgen de Candelaria hinter dem Altar vorbei und wir besuchten die schon beschriebene Kerzengrotte in der jeder seine mitgebrachte Kerze entzündete und mit einem Gebet aufstellte. Dem Wärter hat das wohl nicht gefallen, denn er hätte uns lieber welche für viel Geld verkauft!

    Die Marienverehrung ist in Spanien ganz allgemein verbreitet. Wenn auch diese kleine Heilige der kanarischen Inseln oftmals als die „Schwarze Madonna“ bezeichnet wird, so ist es doch eine große Beleidigung! Eine heilige Madonna kann dunkelhäutig aussehen, aber mit schwarz werden allgemein Mohren oder Neger bezeichnet, aber nicht Dunkelhäutige maurischen Ursprunges! Das muss man beachten, sonst ist man in einen sehr großen Fettnapf getreten, für den es kaum eine Entschuldigung oder ein Verzeihen gibt.

    Später auf der Heimfahrt waren alle tief in sich versunken. Dieses große Erlebnis war tiefgreifend.
    Zuhause gab es dann ein vorbereitetes Abendessen für alle, und dann wurden sie zu ihren Häuschen gefahren.
    Sehr wahrscheinlich hatte auch der Alcalde (Bürgermeister) des größeren Nachbarortes und die Gemeinde für diesen Ausflug mit in die Kasse gegriffen.

    Es war ein bewegender Tag für alle.

    Gruß Dieter

    Teneriffa

  • Barcelo Santiago - Teneriffa
    nokiN noki

    An teurer dachte ich eher nicht, sondern sie sind einfach besser! Ich empfinde es jedenfalls so! Vor allem mit dem Maßstab und den Details. Und das kann schon sehr nützlich sein. Unsere Karten sind einfach oftmals in der Farbgebung kontrastreicher und uns daher optisch vertrauter, und die Legende ist zudem in Deutsch. Nur mit der Karte von Marco Polo komme ich auch nicht ganz zurecht; sie ist mir in den Farben zu blass, so dass ich nicht während der Fahrt auf einen kurzen Blick die großen Hauptstrassen erkennen kann. Aber das alles ist reine Geschmacksache. Bei unbekannten Routen mache ich mir tags zuvor immer einen Spickzettel, der mich von Ort zu Ort führt. Der klebt dann auf der Mitte des Lenkrades. Dann brauche ich nicht immer zur Karte greifen. Außer man hat einen Beifahrer, der gut Karten lesen kann und ständig weiß wo man sich gerade befindet, und nicht hinterher sagt: Da hätten wir abbiegen müssen! Das würde mich auf die Palme bringen.

    Gruß Dieter

    Teneriffa

  • Barcelo Santiago - Teneriffa
    nokiN noki

    Guten Morgen Kugel und alle User!

    Die Routen von der Westküste nach Puerto de la Cruz hatte ich schon an anderer Stelle beschrieben, aber da lagen die Startpunkte etwas südlicher.
    Euch würde ich zwei Strecken empfehlen: Die Nordroute oder die über die Las Canadas. Unten rum über die Südautobahn und Santa Cruz zu fahren gleicht einem Umweg wie über Köln nach Berlin, obgleich sie sehr gut und schnell zu fahren ist, hättet ihr gewiss keinen Zeitgewinn.

    Also Strecke 1.
    Vom Hotel aus Richtung Norden über Tamaimo, Santiago del Teide nach Tanque bis Icod. Dann immer an der Küste entlang direkt nach Puerto de la Cruz. Man könnte auch ab Erjos noch eine Querverbindung nehmen über La Guancha via Los Realejos, aber diese Strecke führt durch viele kleine Ortschaften und ist daher zeitintensiv. Nur wenn man sich auskennt ist sie wirklich eine Abkürzung.
    Grob geschätzte Fahrzeit ohne Aufenthalt ca. 1 1/2 bis zwei Stunden je nach Verkehr. Lasst euch an der Nordküste wegen der guten geraden Strasse nicht zur Eile verleiten! Es wird dort mächtig geblitzt!

    Strecke 2.
    Wieder nordwärts bis nach Tamaimo. Dann rechts weg nach Chio. Kurz davor in Richtung Teide Las Canadas. Die Strecke fährt sich sehr flott. Das Naturschutzgebiet am Teide vorbei durchqueren und am Ausgang in Richtung La Orotava - Puero de la Cruz abbiegen. Dieser letzte Teil hat ein paar Kehren, die aber nicht schlimm sind und sich zügig fahren lassen.
    Die Fahrzeit würde ich gleich der Nordstrecke ansetzen, vieleicht näher an zwei Stunden.

    Nehmt euch von hier eine gute Generalkarte mit. Das ist sehr hilfreich weil sie viel genauer und besser zu fahren sind.
    Empfehlenswert ist es auch am Wochenende und sehr früh zu fahren, denn dann habt ihr nicht die ganzen Busse und LKW's auf den Strassen. Der Strassenzustand und die Ausschilderungen sind sehr gut!

    Gruß Dieter

    Teneriffa

  • Fotografieren im Flugzeug
    nokiN noki

    PeterKO wrote:
    Also grundsätzlich sendet jeder Stromkreis (außer Gleichstrom) elektromagnetische Strahlen ab, auch Digitalkameras.

    Soweit so gut, aber könnte ich darüber aufgeklärt werden warum ein mit Gleichstrom betriebenes Gerät oder ein Stromkreis keine Elektromagnetische Strahlung haben soll? Wenn es das nicht hätte, würden viele Geräte (Kernspintomografen, Ablenkmagnete und noch sehr vieles mehr) gar nicht funktionieren!
    Was hier wohl gemeint ist, sind die zeitlichen und periodischen Stromändererungen dieser Geräte, und das wird als Frequenz bezeichnet.
    Die Bezeichnung Elektromagnetische Strahlung sagt schon das Wesentliche aus: Jeder fließende Strom in einem Leiter ist mit einem elektrischen und magnetischen Feld verbunden!
    Ändert sich dieses Feld zeitlich, dann kommt es unweigerlich zu Induktionen in anderen elektrischen Leitern, wie z. B. Signalleitungen in Flugzeugen. Darauf basiert jeder Transformator!
    Allerdings nimmt die Wirkung (Feldstärke) mit dem inversen Quadrat des Abstandes ab ( 1 / r^2 ), aber man weiß nie wieviel EM-Strahlung das eigene Gerät sendet!

    Gruß Dieter

    Fotografie, Unterwasserfotografie, Filmen (alt)

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Bei den Pfeifen-Schnitzern und-Drechslern im Orotavatal!

    Das ist eine Kunst und ein seltener Beruf, denn passionierte Pfeifenraucher oder –Sammler sind ein sehr wählerisches „Völkchen“!
    Eigentlich rauchen sie weniger, sondern genießen die Pfeife und den Tabak ihrer Wahl. Es scheint eine Wissenschaft für sich zu sein!? Jedenfalls ist sie sehr subjektiv, was durchaus nichts Negatives bedeutet. Man sagt ja auch, dass Pfeifenraucher sehr geduldige und sympathische Zeitgenossen sind! Mag es sein wie man es sagt!
    Wir wollen eine solche ganz kleine Firma besuchen.
    Also einen Pfeifenhersteller auf Teneriffa!

    Was tun nun diejenigen, die diese alte Kunst des Pfeifenschnitzens noch beherrschen? Sie schließen sich zusammen.
    Einer von den beiden Könnern kommt aus Tirol, der andere aus Frankreich. Es ist ein eher kleiner Betrieb mit nur ein paar Angestellten, aber mit vielen Liebhabern und Kunden, vorwiegend von den britischen Inseln und dem spanischen Festland. Reine Handarbeit ist gefragt, vom Stück Rohholz bis zur fertigen Pfeife. Vorgefertigte Rohlinge z. B. aus Frankreich werden nicht verwendet.
    Jedes „Rauchwerkzeug“ wird individuell nach den persönlichen Wünschen angefertigt. Alles sind demzufolge Unikate. Einen Musterkatalog gibt es nicht, dafür aber mittlerweile ein kleines Geschäft in Santa Cruz und Puerto de la Cruz mit allem Zubehör und unzähligen Tabaksorten.

    Es sind zwei ältere Herren mit ihren Familien, die sich am Hang des Tales angesiedelt haben. Sehr oft ist der französische Partner unterwegs um das Rohmaterial zu beschaffen, und das im ganzen Mittelmeerraum und vorwiegend in Frankreich.
    Es ist das Holz der Mooreiche und das Wurzelholz der Baumheide, auch Bruyere genannt, das hier Verwendung findet. Letzteres sind ziemlich phantasievoll gewachsene und knorrige Wurzelknollen, und es ist sehr teuer und hitzebeständig. Also viel Ausschuss darf es bei der Verarbeitung nicht geben, das wäre dem Geschäft abträglich!
    Die Herstellung einer Pfeife ist ein handwerklich aufwendiger Prozess und erfordert viel Geduld sowie eine gute Vorstellungsgabe des Endproduktes. Und all das haben beide dieser Künstler in sich vereinigt.
    In vielen Regalen eines speziellen Raumes mit einem besonders geeigneten Klima lagert das Rohmaterial, zum Teil schon seit vielen Jahren. Es sieht ganz unscheinbar farblos aus, aber wenn es geschnitten wird, dann wird diese schöne Maserung besonders der Bruyere sichtbar. Keine gleicht der anderen.
    In den Werkstätten lagern viele Roh-Stücke in den verschiedensten Bearbeitungsphasen bis hin zur endgültig polierten, gewachsten und versiegelten Pfeife. Sehr viel Schnitz- und Schleifarbeit ist dazu nötig. Fast gleicht der Werkraum schon einem Zahnarztlabor mit den ganzen kleinen Fräsen, Bohrern und Schleifköpfen an biegsamen Wellen mit hoher Drehzahl. Wobei hier nur der Kopf mit dem kurzen Anschlußstutzen einer Pfeife gemeint ist!
    Bei so vielen Arbeitsgängen ist es nicht verwunderlich, dass allerbestenfalls nur höchstens ein halbes Dutzend davon pro Monat hergestellt werden können. Die Lieferzeiten sind sehr lang, wie auch ebenso die Auftragsbücher.

    Die beiden Künstler leben für und mit ihren Produkten, und wurden des Erklärens nicht müde. Vieles war mir unverständlich und Fachlatein, aber in mühevoller und geduldiger Kleinarbeit wurde mir auch das genau erklärt.
    Manchmal sitzen sie auch draußen vor ihrem Haus und schnitzen. Das sieht dann aus wie bei den Herrgottschnitzern in Oberammergau! Die Werkzeuge sind rasiermesserscharf, denn die Hölzer sind sehr hart.
    Obgleich man sich alle Mühe gab mich zum Pfeifenraucher zu bekehren, blieb ich dennoch standhaft. Den Preis für eine auch nur mittelmäßige Pfeife gab mein Budget einfach nicht her, denn die Preise sind natürlich sehr hoch. Auf den britischen Inseln zahlt man sie aber gerne für ein gutes Stück.
    Eigentlich sah es hier in den kleinen Werkräumen fast ebenso aus wie bei den anderen schon geschilderten Schnitzern, nur die Objekte waren andere.
    Trotz der Abgeschiedenheit dieser Werkstatt pilgern immer wieder Liebhaber hier herauf. Manchmal auch nur zum Staunen und Bewundern.
    Beide Herren lassen sich gerne bei einem Gläschen Wein und ein paar Tapas bei ihrer Arbeit zusehen und haben eine „Engelsgeduld“!
    Der Blick auf die Hänge des Tales mit ihren Zitrusplantagen ist einzigartig.
    Und so etwas alles gibt es auf Teneriffa!
    Nur durch meine Freunde und Gastgeber habe ich überhaupt die Möglichkeit solches kennen lernen und erleben zu können!
    Und dafür bin ich sehr dankbar!
    Fast einen ganzen Tag brachte ich dort zu ohne müde oder überdrüssig zu werden noch mehr zu sehen und zu erfahren, denn wann und für wen ergibt sich schon mal eine solche Chance!

    Gruß Dieter

    Teneriffa
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