Liebe Erika1,
Gott-sei-Dank sind wir nicht alle einer Meinung! Meinung haben ist wichtig, Meinung ausdrücken noch wichtiger - es kommt halt auf den Ton und Inhalt an - beides stimmt bei dir. Daher darf ich noch ein paar kurze Gedanken anhängen...
"Erika1" wrote:
Ich denke weiterhin, daß ein jedes RB die technische Ausstattung für Reisebuchungen hat, eine Programmierung ist ganz sicherlich nicht notwendig. Es werden evtl. Gebühren fällig für die Nutzung der Programme bzw. Portale.
.. gemeint habe ich damit die Technik, im Internet eine Buchungsmaschine einzurichten, Tools für Dynamic Packing usw. also jene Dinge, die Online-Internet-RB's von einem herkömmlichen RB unterscheiden. Jedes RB hat meist ja die RB-interne Software wie AMADEUS oder GALILEO. Aber die können nicht und nur sehr bedingt auf die Programme der Internetanbieter zugreifen (Kapitel führe zu weit...).
"Erika1" wrote:
... Sie haben es nur verpaßt, ihren Kunden etwas anzubieten, was diese im Internet nicht bekommen können. Damit meine ich nicht die Tasse Kaffee oder das Glas Sekt. Wie wäre es mit geänderten Öffnungszeiten - späterer Beginn, dafür abends und am Wochenende länger? Dann haben die Kunden Zeit für ihre Urlaubsplanung. Wie wäre es mit Themen- oder Info-Veranstaltungen? Gerade im Winter... "Samstagnachmittag - Reiseziel XYZ", kostenlose Informationen, Videofilm, Fragen beantworten. Genau das, was ein RB sonst für einzelne Interessenten tut.
... bei immer geringerer Handelsspanne? Bei immer mehr Personen, wie du selbst richtig erkennst, die sich im RB nur beraten lassen wollen aber nicht buchen? Wie soll sich das rechnen? Wie finanzieren?
Abends und am Wochenende auch noch offen?
Wann dann Freizeit?
Wann Familie?
Wir wären dann wieder beim Thema "Servicewüste" - der Konsument verlangt, verständlich für mich einerseits, nach immer mehr Service (der aber kostenfrei sein muss), um, für mich dann nicht mehr verständlich, mit den Gratis-Infos, Gratis-Beratungen um ein paar Euro günstiger - wo anders - zu buchen?
"Erika1" wrote:
Wäre ich selbst in der RB-Branche beschäftigt oder selbständig, hätte ich schon vor einigen Jahren begonnen, mir etwas einfallen zu lassen, damit ich Kunden an mich binde, und würde nicht ständig darauf herumreiten, welch tollen Service ich biete.... oder bieten könnte.
...liebe Erika1 - hat sie, hat sie, die Branche! Ich selbst hatte in den 90er Jahren Samstag offen, auf Wunsch am Samstag war ich bis 18 Uhr erreichbar, abends bis 20 Uhr wenn es sein musste, hatte Beratungen zu Hause bei den Kunden gemacht, hatte anläßlich meines 10jährigen Bestehens von Jänner bis Juni jedes Monat eine Veranstaltung an einem anderen Ort (Heurigen, Schloss Leopoldskron, Eisarena, Kino usw.) und und und
-- ? -- gebracht ??? Kundenbindung???
Viele schöne Worte, viele Glückwünsche für die Zukunft, ... aber wissen's, mein Mann bekommt über die Firma bei einem RB Prozente,... wissen's, wir haben schon woanders gebucht, aber die konnten keine Infos geben, da sind wir auf Ihr RB aufmerksam geworden... Toll, wie Sie das machen, aber wir sind eingefleischte Kunden vom RB XYZ, da verstehen Sie sicher, dass wir weiterhin dort buchen... und und und
Natürlich gab es auch Kunden, die alle Serviceleistungen schätzten. Nur die wurden immer weniger. Die "Wechselbucher" nahmen zu.
Es wird sicherlich noch da oder dort Reisebüros geben, die über einen hohen Stammkundenanteil verfügen. Aber die Mehrheit - wie oben - reklamiert gerne mehr Servicegedanken in den RB's, ohne eigentlich die Absicht zu haben, auch dort zu buchen.
Erika1, ein unendliches Thema. Und ich will mich auch nicht auf eine Seite alleine stellen - auch die andere Seite (internet) hat durchaus seine Daseinsberechtigung. Aber, wie schon früher erwähnt, wer weiß, wohin uns arbeitsmarktlich ... diese Entwicklung führen wird?
Aufhalten? Nein, sicher nicht. Bewußtmachen? Ja, das will ich!
Gruß
Peter
PS: wie meine Kinder klein waren, war ich fast nie zu Hause: im Büro, auf Reiseleitungen - Kundenbinden halt - meine Frau? die war alleine zu Hause... und sie und die Kindern haben es mir auch gesagt, dass sie darunter leiden! Viel zu spät, um noch wirklich was zu ändern. Drumm habe ich ab 1999 etwas geändert. Aber Gott-sei-Dank haben wir uns trotz allem lieb, sonst wäre ich nicht schon 26 Jahre verheiratet... (die menschliche Komponente von zig Tausend Mitarbeitern im RB...).