Ich habe mit Bucher Reisen leider sehr negative Erfahrungen gemacht. Bei der Buchung bzw Abwicklung ist es zu mehreren unerfreulichen Vorfällen gekommen.
Ich war Mitte Jänner mit meiner Freundin in Kuba (Varadero). Obwohl wir die Unterlagen ca eine Woche vor Reiseantritt bekamen, war kein Visum für Kuba dabei, angeblich zu kurzfristig. Obwohl es sich bei diesem "Visum" ja eigentlich nur um einen Vordruck handelt und keinerlei Überprüfung (wie wenn man bspw ein russisches Visum benötigt) stattfindet. Aber gut, wir haben das Visum am Schalter vor dem Abflug bekommen, was mich zwar nervös gemacht hat (was, wenn die einzige Angestellte des Schalters am Airport erkrankt und nicht kommt?) aber letztlich hat es dann funktioniert.
Die nächste Enttäuschung dann im Flugzeug. Es handelt sich um einen insgesamt zehnstündigen Langstreckenflug mit einer Zwischenlandung je Strecke. Während alle anderen Fluggäste ihre Mahlzeiten bekamen, wurde mir mitgeteilt, aufgrund meiner Buchung wären keine Mahlzeiten inklusive. Sehr peinlich, wenn man seiner Freundin zu Weihnachten und zum Geburtstag so eine Reise schenkt und diese wird dann vor ihr und den Sitznachbarn als Pfennigfuchserei dargestellt. Was nämlich nicht stimmte, ich hatte den normalen Tarif gebucht. Nach Rückkehr gab Bucher diesen Irrtum auch zu. Nur das Entschädigungsangebot war eine Frechheit: insgesamt 40 EUR für acht entfallene Mahlzeiten samt je einem Getränk. Das möchte ich sehen, dass man in einem Flugzeug (in diesem Fall war es Eurowings) ein warmes Essen inkl. Getränk um 5 EUR erhält :-). Ich hatte, und ich denke das ist legitim, 100 EUR für acht Mahlzeiten plus acht Getränke verlangt. Statt also als Kompensation für diesen selbst verschuldeten Buchungsfehler großzügig zu sein, wird dem Kunden, der ca. 3000 EUR bezahlt hat, noch ein lachhaftes Angebot angemacht, durch das man sich noch zusätzlich ver..... fühlt.
Im Hotel (ROC Barlovento, Varadero) angekommen mussten wir feststellen, dass sich im Hotel an den besten Plätzen zwei Baustellen befanden. Einerseits vorne am Strand eine Art Tischlerei, in der bergeweise Holz bearbeitet wurde, sodass permanente Sägegeräusche am Strand zu hören waren. Und kurz nach der Ankunft eine zweite Baustelle, wo bei einem Pool die Bodenfliesen erneuert wurden, verbunden mit heftigem klopfen, bohren und hämmern. Ein erholsamer Aufenthalt an diesem Pool war völlig ausgeschlossen.
Ich habe beides ausführlich dokumentiert, mit Videos und Photos. Die Judikatur zum Reiserecht sieht vor, dass bei Baustellen im Hotel saftige Entschädigungen gebühren. Bis zu 60% wurde den Gästen zugesprochen. In unserem Fall gab es eine permanente Lärmkulisse am Strand sowie an einem von zwei Pools, wobei letztere auch noch im Zimmer zu hören und jene der Tischlerei auch noch am zweiten Pool (wo sich, wegen der Zustände am Pool 1, alle Gäste drängten, allerdings natürlich nur für einen Teil Platz war - es ist das Pool, das am Bild zu diesem Beitrag eingeblendet wird).
Zur Bearbeitung meiner Beschwerde nach Rückkehr benötigte Bucher Reisen zehn Wochen. Zehn Wochen, um festzustellen, ob es in einem Hotel, das man anbietet, Baustellen gibt oder nicht. Im Ergebnis wurde die Beschwerde abgelehnt, weil ich nicht reklamiert hätte. Was so nicht stimmt, ich habe es gleich auf einem an die Gäste verteilten Fragebogen geschrieben und einmal auch mündlich unserem Reiseleiter (der übrigens, um auch etwas Positives zu sagen, super Deutsch konnte!) gesagt. Es ist nur sinnlos, dies zu beweisen - hätte ich in Kuba einen Kopierer suchen sollen und alles kopieren bzw schriftlich dokumentieren? Ganz abgesehen davon, dass die Beschwerden, an wen immer ich sie gerichtet hätte, natürlich sinnlos waren. Denn weder wird die Tischlerei verlegt werden noch die Bauarbeiten unterbrochen, nur weil es der Michi aus Wien verlangt.
Somit bot mir Bucher Reisen "aus Kulanz" einen Gutschein für Bucher Reisen (
bzw Thomas Cook an, im Wert von 160 EUR. Ein im Vergleich zu den bestehenden Gerichtsurteilen lächerlicher Betrag, der noch dazu dazu führt, dass Bucher weitere Einnahmen aus einer zukünftigen Reisebuchung erhielte.
Weiters teilten sie mir in ihrem Brief mit, dass sie nicht an einem Verfahren zur Streitschlichtung teilnehmen würden. Ich kenne mich mit den deutschen Regelungen nicht aus, aber offenbar gibt es Veranstalter, die teilnehmen, und andere schließen das aus. Als Konsument sollte man wissen, dass es Bucher Reisen eben nicht tut.
Ich werde mich mit diesen "Angeboten" nicht zufrieden geben. Eines kann ich aber jedenfalls schon sagen, wenn bei einer über Bucher gebuchten Reise etwas nicht klappt, braucht man als Kunde starke Nerven, Beharrlichkeit und einen langen Atem!