Mit meiner Liebeshymne an Ägypten meinte ich weniger die Abläufe in und um irgendwelche Hotels.
@ Tambedou
Du bist etwas zu kurz hier unterwegs, um das Thema "Utopia-Reisen" zu kennen. Schau mal unter Reiseveranstalter nach...
(sorry an alle, die das Thema nicht mehr "lesen" können)
Eigentlich wollte ich damals auch nur "mal Urlaub machen"- dumm nur, dass der deutsche Reiseveranstalter pleite war und trotzdem immer weiter Reisen verkauft und Leute nach Ägypten geschickt hat. Dumm war auch, dass das Reisegeld von ca. 160 Leuten sonst wo gelandet ist, nur nicht in Ägypten.
Mal eine ganz neue Erfahrung, wenn weder Hotels gebucht sind, noch irgendwelche Leute vor Ort wissen, wer du bist.
Was glaubst Du, Tambedou, wer uns in den 7 Tagen Survivel-Urlaub geholfen hat, bis es uns möglich war, die Rückflüge umzubuchen?
Unsere Landsleute haben sich einen Dreck darum geschert, dass wir dort unten festsitzen und ernsthafte Probleme haben.
Obwohl in Deutschland schon vor unserer Abreise Anzeigen bei der Polizei vorlagen (was aber nicht veröffentlich wurde), wurde gegen diesen Veranstalter nichts unternommen.
Nicht einmal das Auswärtige Amt oder die deutsche Botschaft in Kairo ließen sich dazu herab, uns irgendwelche Hilfestellung oder wenigstens einen Rat zu geben, was wir unternehmen könnten.
In dieser Zeit haben wir die Ägypter lieben gelernt. Alle haben ihr Möglichstes gegeben, um uns diese Woche so weit angenehm zu machen, wie es unter diesen Umständen überhaupt möglich gewesen ist. Hotel-Manager boten uns Übernachtungen zum halben Preis an, telefonierten sich für uns die Stimme aus dem Hals, wir wurden von Einheimischen zum Essen eingeladen, Reiseleiter aus anderen Gruppen, Kellner, Zimmerboys und Leute von der Strasse erkundigten sich, was sie für uns tun könnten...
und weil wir relativ schnell pleite waren, taten sie das "sogar" ohne irgendeine Art von Trinkgeld oder Gegenleistung.
Die Tourism-Police hat uns in dieser Zeit quasi adoptiert.
Ich werde diese 7 Tage nie vergessen.
Ich glaube, ich habe auch noch nie so viel Schwarztee getrunken und gewartet, wie in dieser Woche.
Aber gerade das ist es, was mir an Ägypten so gefällt: dort bricht man nicht gleich wegen jeder Kleinigkeit in Panik aus, es geht alles, manchmal chaotisch und eben langsamer, als man es aus Deutschland kennt und letztendlich funktioniert doch alles, irgendwie...
Trotz allem Ärger und 2500 € Schaden bin ich im nachhinein froh, diese Zeit erlebt zu haben, weil ich dadurch erleben durfte, was Gatfreundschaft bedeutet und wie Ägypten wirklich ist.
Grüssle
Lapis