Bevor es jetzt Zoff in unpassende Richtung gibt - das Thema selbst finde ich toll und wichtig:
Leider findet man in jeder Generation und in vielen Reisezielen viel zu viele Urlauber mit Anspruchshaltungen, die nicht dem Gastland (ja, jeder Urlauber im Ausland ist ein Gast dieses Landes, das wird allzu gern vergessen), seiner Kultur, seinen natürlichen Ressourcen, seiner Wirtschaftskraft adäquat sind. Auf Ägypten bezogen fängt das an mit exzessiven Verbrauchsansprüchen bezüglich Süßwasser - es ist schwer verständlich, dass sich im Sommer 2008 massenweise Hotelgäste über zu wenig Wasser in den Pools beschwerten, viele Einheimische aber unter Trinkwassermangel litten. Es geht weiter mit Hotelansprüchen - unter 4 Sterne geht gar nichts, Zimmer unter 30 qm werden als Reisemangel gebrandmarkt, die Buffets könne gar nicht voll genug sein, und das in einem Land mit sehr viel, allerdings den meisten Touristen verborgener, Armut, in dem auf besagten 30 qm eine vielköpfige Familie lebt.
Und leider findet man überall viel zu viele Urlauber, denen jegliches Umweltdenken (als Gast!) fremd ist, die sich auch überhaupt nicht dafür interessieren. Sie haben bezahlt für die Reise, und sie nehmen und verbrauchen, was sie vorfinden - nach uns die Sintflut, und wenn die ägyptischen Riffe tot sind, sind Karibik oder Fernost angesagt. Und was in Ägypten die Rifftrampler sind, kennen die Sylter als die Dünenlatscher, die den stabilisierenden Strandhafer ruinieren.
Es gibt in Ägypten einige/wenige Ecolodges. Deren Klientel wird niemals der Massen-Pauschaltourist werden, aber sie operieren profitabel und nachhaltig, während vermutlich ganz viele Massenhotels ständig am Rand zur Pleite schrammen.