Ein paar Beispiele ohne Wertung meinerseits:
Neu Delhi/Gandhigedenkstätte: Eine gutgekleidete Frau kommt zu mir und heftet mir ungefragt eine kleine indische Papierflagge an die Bluse, wofür sie Geld für eine Schule haben will. Da mir das supekt vorkommt, frage ich meinen Fahrer nach seiner Meinung: Er grinst und sagt, ich soll's vergessen - ist ein altbekannter Trick!
Buenos Aires/Ampelkreuzung: ich werde von schmutzigen, arm aussehenden Kindern umzingelt und angebettelt. Ein Mann kommt sofort zu mir und gibt mir zu verstehen, dass das professionelle Bettler sind und ich auf gar keinen Fall was geben soll. Er war ziemlich wütend auf die Bettlerkinder und hat sie weggejagt.
Buenos Aires/Plaza de Mayos: Zwei gutgekleidete Frauen kommen auf mich zu und heften mir eine kleine Fahne (diesmal die argentinische) ans Revers und wollen dafür Geld. Gottseidank kannte ich diese "Nummer" schon.
Ägypten/Fahrt nach Sakkara mit dem Bus: bevor wir aussteigen nimmt uns unsere äg. Reiseleiterin ins Gebet, dass wir auf GAR KEINEN Fall etwas geben sollen, da es die Würde der Ägypter untergräbt.
Quito/Plaza de San Francisco: ein junger Mann kommt auf mich zu mit eindeutig gefakten Unterschriftslisten und will Geld für ein soziales Projekt. Ich frage, wo das Projekt ist: hier in Quito. Prima, dann lassen Sie uns doch gleich mal hingehen. O, ich habe gar keine Zeit. Übrigens waren die Deppen, die da unterschrieben und bis zu 10 USD gespendet hatten, ausnahmslos deutsche Namen und das auch für viele von uns schwierige Wort "Behindertenwerkstatt" konnte er sogar auf Deutsch.
Sankt Petersburg/betriebswirtschaftliche Uni: ich nehme an einem Sprachkurs für Geschäftsrussisch teil und gleich in der ersten Stunde werde ich unterwiesen, AUF GAR KEINEN FALL in den ersten drei Tagen Bettlern etwas zu geben bzw. auch nur auf deren Geplapper zu antworten. Erst wenn ich mich quasi "eingesehen" habe, kann ich was an wirklich Bedürftige geben-Orientierung: Handeln von Einheimischen. Und tatsächlich standen jeden Tag die gleichen Verdächtigen an der gleichen Stelle - professionelle Bettler, die aber das Geld abliefern müssen. Habe dann ab und an in einem Metroeingang etwas gegeben, als ich sah, dass Einheimische auch etwas geben. Die Muttchen, die aus blanker Not betteln, haben übrigens nie eine Leidensstory parat, sondern das Kopftuch TIEF in die Stirn gezogen - aus Scham.
Frankfurt/Main: ich gehe in einer Nebenstraße der Zeil, als mir eine sehr gut und teuer gekleidete ältere Frau (nicht aus D) mit lauter Goldzähnen die Hand zum Geldempfang ganz unvermittelt entgegenstreckt. Bei mir genau an der richtigen Adresse, denn ich habe ihr einfach meine Hand entgegengehalten. Die war so baff, dass sie sich verzog.
Grenze Kambodscha/Thailand: aus dem bettelarmen Kambodscha von Thais gekaufte!!! Kinder MÜSSEN hier die Touris anbetteln. Je mehr die Touris geben, um so mehr Kinder lohnt es sich zu kaufen (den Eltern abzukaufen).
Letztes Beispiel: Stadt Bakhtapur in Nepal: Diese Stadt habe ich fluchtartig verlassen, da es von Bettlern nur so wimmelte und es nicht möglich war, auch nur 5 Minuten die alten, übrigens mit deutschen Steuergeldern restaurierten bzw. vorm Verfall gerettenen Gebäude anzusehen. Die Bettler, die sich selbst als "Students" ausgaben wollten mit mir ihr Englsich praktizieren und dafür Geld von mir. Selten so gelacht. Übrigens gab es genug Blödmänner und -frauen, bevorzugt aus dem Commonwealth, die das Spiel mitgemacht haben und sich dabei toll vorkamen.
Das ließe sich beliebig fortsetzen. Denkt Euch Euren Teil.