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  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 21.10.09, Mekong Delta - Saigon

    Hart, härter, unser Bett... So in etwa kann man die Beschaffenheit der Matratzen am besten beschreiben. Wie viel erholsamen Schlaf wir diese Nacht hatten, lässt sich auch ganz gut davon ableiten. Aber nach einer Katzenwäsche sieht das alles schon wieder besser aus. Beim Frühstück können wir dann aus vollen Zügen die verschiedensten Früchte genießen und uns für die Fahrt zu den schwimmenden Märkten stärken.

    Schnell noch alles zusammenpacken und dann sind wir schon wieder auf dem Weg zu unserem Boot. Wir tuckern die Seitenarme des Mekong entlang, bis wir wieder auf den Hauptstrom treffen. Den schwimmenden Markt erkennt man schon von weitem, da er aus vielen großen Booten besteht, die alle ihre Produkte feilbieten. Aus der Ferne sieht man schon die dargebotenen Waren an langen Bambusstangen gen Himmel ragen. Die kleineren Boote der verschiedenen Bauern und Händler runden das geschäftige Treiben ab. Wir kurven zwischen den schwimmenden Ständen herum und lassen die Eindrücke auf uns wirken. Wie überall im Land herrscht rege Betriebsamkeit und keiner kommt wirklich zur Ruhe. Und die kleinen Boote mit ihren Außenbordmotoren tragen das ihrige dazu bei, dass man das Gewusel auch hört.

    Unweit des Marktes legen wir am Ufer an und steuern auf eine kleine, unscheinbare Hütte zu. An der Straße werden Reiscracker mit Sesamsamen verkauft. In der Hütte haben wir die Möglichkeit, bei der Produktion von Reispapier zuzusehen. Diese eintönige Arbeit wird von zwei Arbeiterinnen ausgeführt. Eine sitzt vor einem großen Topf, in dem Wasser kocht und über den ein Leintuch gespannt ist. Darauf wird die wässrige Reisstärkemasse dünn aufgetragen. Diese wird durch das 12-stündige Einweichen von Reis gewonnen. Durch den Wasserdampf gart die aufgestrichene Reismasse dann innerhalb von 30 Sekunden komplett durch. Danach werden die Reisfladen auf Bastmatten gelegt und in der Sonne getrocknet.

    Ein Stück weiter können wir ein paar zierlichen Vietnamesinnen beim Herstellen der leckeren Kokosbonbons zusehen. Die zähe, zuckrige Kokosmasse wird zu langen, dünnen Schnüren geknetet und dann in kleine Stücke geschnitten. Anschließend verpacken die Mädels jedes einzelne Bonbon von Hand in hauchdünnes Reispapier. Eine Wahnsinnsarbeit für einen recht kargen Lohn. Aber zumindest ein Päckchen dieser Bonbons findet den Weg in meinen Rucksack.

    Letzte Station dieser Leckereien-Tour ist ein kleiner Hof, in dem Puffreis hergestellt wird. Dazu erhitzt ein Arbeiter in einem großen Kessel eine Menge Sand. Nach einiger Zeit wird dem Sand Kokosfett beigemischt und weiter eingeheizt. Wenn der Sand die optimale Temperatur erreicht hat, wird der Reis hinzugefügt. Nach kurzem Rühren poppt die ganze Masse innerhalb von ein paar Sekunden zu Puffreis auf. Mit einem Sieb wird der Reis von Sand und Spelz getrennt und gleich weiterverarbeitet zu gesüßtem Puffreis oder zu Barren mit Nüssen, Beeren etc. Natürlich darf ein kleiner Verkaufsstand nicht fehlen, aber wir widerstehen der Versuchung

    Nach diesen leckeren Eindrücken und bepackt mit mehreren frischen Süßwaren, besteigen wir unseren Bus und machen uns auf den Weg zur ,in dieser Region sehr berühmten, Schlangenfarm. Hier werden alle möglichen Giftschlangen gehalten und auch gemolken, um die wichtigen Gegenmittel gegen Schlangenbisse zu erhalten. Angegliedert ist auch eine Klinik, die auf die Behandlung von Schlangenbissopfern spezialisiert ist. (neue Zeile)
    Hier schauen wir uns zuerst eine Dokumentation der Farm an, die auch ein paar anschauliche Beispiele der Opfer von Schlangenattacken/Schlangenbissen enthält. So ein Biss ist wirklich kein Spaß. Gleich nach Ende des Films gehen wir zum Restaurant und fragen nach, ob es möglich wäre, Schlange zu essen. Keine zwei Minuten später hält der Koch ein Exemplar in die Luft und wir haben uns entschieden: Die soll es sein. Im Anschluss können wir uns frei im Gelände bewegen und uns den angegliederten Zoo ansehen. Wobei „Zoo“ doch etwas übertrieben ist. Die armen Tiere hausen in engen Käfigen, die keinerlei Schutz vor der stechenden Sonne bieten und auch keine Möglichkeit, um sich irgendwie zu beschäftigen. Die Affen, Enten, Bären etc. vegetieren vor sich hin und sehen auch ziemlich heruntergekommen aus. Warum eine Schlangenfarm einen eigenen Zoo haben muss, bleibt uns schleierhaft.

    Zurück im Restaurant werden wir schon von den leckeren Düften aus der Küche umweht. Als Einstimmung stehen auf unserem Tisch zwei Gläser, die zum einen Schlangenblut und zum anderen die Galle des Tiers enthalten. Na Danke! Aber in Vietnam werden diese beiden Flüssigkeiten zum Erhalt der Potenz gerne getrunken. Ich denke, es wird in Zukunft auch ohne klappen. Aber da kommt auch schon der Koch um die Ecke und als ersten Gang bekommen wir Schlangenhackfleisch serviert. Lecker gewürzt schmeckt es ganz gut, aber nicht außergewöhnlich. Der zweite Gang besteht aus einer Suppe, in der die restliche Schlange komplett verarbeitet wurde. Kleine Fleischstücke wechseln sich mit Stückchen der Leber und größeren Hautstücken ab. Das Fleisch schmeckt recht neutral und die Haut ist einfach nur gummig. Also nicht wirklich ein wahrer Genuss. Aber versuchen wollten wir es und jetzt sind wir eine Erfahrung reicher. Der Nachtisch ist dann doch recht bizarr: Es werden frittierte Schlangenknochen gereicht. Schmecken nach nichts, aber sind recht kross gebraten und werden ähnlich wie Chips nebenzu geknabbert.

    Auf dem Rückweg nach Saigon halten wir noch an der Vinh Trang Pagode, in der als besonderes Wahrzeichen ein riesiger, weißer Buddha im Tempelvorhof steht.. Bei brütender Hitze schlendern wir durch den sonnigen Garten und Vorhof und bestaunen das Bauwerk. Aber wir sind auch froh, als wir nach 15 Minuten wieder in den klimatisierten Bus dürfen. Kurz vor der Stadtgrenze halten wir nochmals an und bestaunen in einem Wassergraben hunderte von Lotusblüten. Zu dieser Jahreszeit sind sie recht selten, da sie eigentlich schon verblüht sind.

    Am Abend unternehmen wir zum Abschied noch eine kleine Hafenrundfahrt, die sich eher als Touri Nepp herausstellt. Die Fahrt ist kostenlos, aber man muss an Bord etwas Essen, was einem zu sehr teuren Preisen angeboten wird. Auf der Rechnung erscheint dann auch noch ein Extraposten, mit dem man die kostenlose Fahrt dann doch wieder irgendwie verrechnet. Die Fahrt an sich ist recht schön und man kann einen schönen Blick auf die beleuchtete Skyline Saigons werfen. Leider haben wir während unseres Aufenthalts in Saigon keine Zeit gehabt, die berühmten Tunnel von Cu Chi zu besuchen. Wieder ein Grund mehr, eventuell nochmals zurück zu kommen.

    Sonstiges Asien

  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 20.10.09, Mekong Delta

    Auf geht´s zur Lebensader von ganz Südostasien: dem Mekong Delta. Es fließt durch Laos, Burma, Kambodscha und Vietnam. Und wir wollen heute Abend eine Nacht bei einer einheimischen Familie in deren Haus verbringen.

    Zuvor steht uns aber wieder der Verkehr der Stadt im Weg. Wir kämpfen uns hupend durch die Massen an Mopeds und kommen so dem Rand der Stadt langsam aber sicher näher. Kurz außerhalb machen wir Halt bei der Thanh That Ben Cuc Pagode, die der Cao Dai Sekte gehört. Hier erschlägt einen die Fülle an Farben beinahe. Das allgegenwärtige ********** springt uns gleich ins Auge, wobei dies in der hiesigen Kultur einfach ein Sonnensymbol darstellt. Die Pagode selbst ist größtenteils in Blau gehalten, die Verzierungen in Gelb, Grün und Rot. Diese vier Farben spiegeln sich auch in den Roben der Priester wider.

    Auf unserem Weg nach Cai Be, dem Ort, an dem wir unser Schiff betreten werden, hält unser Bus noch an einem Restaurant. Dort kann, wer will, sich noch stärken. Wir lassen das lieber sein und schauen uns die Anlage an. Ganz nett, aber halt eine Touristenfalle, an der anscheinend alle Busse halten müssen. Wir sind auch ganz froh, als wir wieder weiterfahren.

    Nach kurzer Zeit erreichen wir dann auch endlich den Mekong. Eine braune Brühe wälzt sich da Richtung Meer und darauf herrscht reger Verkehr. Alle Arten von Schiffen kreuzen unseren Weg, vom kleinen Fischerboot bis hin zu großen Frachtern. Eines haben fast alle Boote gemeinsam: zwei große Augen am Bug des Schiffes. Diese Augen sollen dem Glauben nach die bösen Wassergeister fernhalten. Klappt anscheinend, denn uns ist nix passiert.

    Links und rechts am Ufer reihen sich Häuser an Fabriken, das tägliche Leben ist vom Strom geprägt. Die Häuser stehen auf Stelzen und oft kann man einen Blick in das Innere der einfachen Behausungen werfen. Auch die Wege so manches Bedürfnisses können eindeutig nachvollzogen werden. Rechter Hand taucht eine Ziegelei auf und wir steuern zielbewusst darauf zu. Kurz zuvor kreuzt uns noch eine Fähre, die brechend voll mit Mopeds und deren Fahrern beladen ist.

    Die Ziegelei brennt zum einen die normalen Ziegel, zum anderen aber auch Tongefäße und Zierfiguren für den Garten. Die Brennöfen werden mit Reisspelzen geschürt, so wird von dieser Pflanze so gut wie alles verarbeitet. Alles in allem eine nette Abwechslung, aber so richtig sehenswert war das nicht.

    Interessanter ist da schon die jetzt angesteuerte Baumschule. Dort werden viele verschiedene Pflanzen und Bäume angebaut, um sie auf dem Markt zu verkaufen. Hier kann man auch mal die Durians, Jackfruits und Sternfrüchte sehen, wenn sie noch am Baum hängen. Faszinierend ist auch die Bananenblüte, da wir mit ihr am Abend einen Salat zubereiten werden. Am Ende unseres Rundganges erwartet uns noch eine kleine Folkloreeinlage. Versüßt wird uns diese recht leidenschaftslos vorgetragene Vorführung durch Kostproben von Pomelos, Jackfruits und Longans.

    Wir verabschieden uns und fahren auf den Mekong weiter Richtung unserer Insel. Auf schmalen Nebenkanälen des Flusses schlängeln wir uns durch dichte Vegetation und müssen kleineren Schiffen öfters Platz machen. Irgendwann geht es nicht mehr weiter. Wir steigen aus und legen den restlichen Weg zu unserem Mittagsaufenthalt zu Fuß zurück. Dank den Gezeiten fällt der Pegel des Flusses mittags so stark, dass die kleinen Kanäle fast austrocknen und man zu einem zwei- bis dreistündigen Stopp gezwungen ist. Aber da sich der Magen eh durch häufiges Knurren meldet, kommt uns der Aufenthalt gerade recht. Wir marschieren an kleinen Bauernhöfen vorbei und kommen nach 15 Minuten an dem beschaulichen und gemütlichen Restaurant an. Zur Begrüßung erwartet uns schon eine große Flasche mit dem berühmt berüchtigten Schlangenschnaps. Das Gefäß fasst locker 10 Liter und auch die eingelegte Schlange ist nicht von schlechten Eltern. Knapp einen Meter wird die bestimmt haben. Aber bevor wir uns an diese Leckerei machen, essen wir erstmal leckere gebratene Nudeln mit diversen Fleischbeilagen.

    Nach dem Essen werfen wir uns in die rundherum angebrachten Hängematten und wagen uns zögerlich an den Schnaps. Er schmeckt ganz gut und man kann nur ein paar Kräuter ausmachen, Schlange hat man nicht geschmeckt. Bevor es weitergeht, hängen wir hier erst noch ne knappe Stunde ab und lassen die Seele baumeln.

    Ohne weitere Unterbrechung fahren wir zu unserer Insel, auf der wir bei einer einheimischen Familie übernachten. Auf unserem letzten Stück zu Fuß rennen uns mehrere Kinder ganz aufgeregt nach. Wir laufen an mehreren Familienbetrieben vorbei, welche die überall wachsenden Longans trocknen und von den Kernen befreien. Die anfallende Schale wird gleich wieder zum Schüren verwendet. Das Haus unserer Familie ist eines der ältesten in der Gegend und besteht schon seit gut 150 Jahren. Die Einrichtung ist größtenteils noch erhalten und strahlt ein schönes, antikes Flair aus. Unsere Übernachtungsgelegenheit ist da schon eher zweckdienlich. Wir sind in einem großen Raum untergebracht, der an die 10 Betten enthält. Wobei Betten übertrieben ist. Es handelt sich um normale Tische, auf die eine Matratze und ein Leintuch gelegt worden sind. Die nötigen Moskitonetze sind über jedem der „Betten“ angebracht, damit man die Nacht zumindest ohne Plagegeister verbringen kann. Es gibt auch eine Honeymoon Suite, die wir beide beziehen dürfen. Hier herrscht schon fast Luxus, da man eine Tür zum anderen Raum hat. Die Dusche gleich nebenan ist dagegen eher gewöhnungsbedürftig. Ein weiß gekachelter Raum mit WC, Waschbecken einem Duschkopf und einer großen Regentonne. Aber auf dem Areal sind noch weitere Duschmöglichkeiten, die etwas vertrauenserweckenden aussehen.

    Am Abend haben wir unseren Kochkurs, der daraus besteht, Frühlingsrollen zu drehen, Kürbisblüten zu füllen und einen Salat aus der Bananenblüte zu kredenzen. Den Rest erledigt die Frau des Hauses. Und das ist eine ganze Menge. Zu Beginn gibt es eine leckere Gemüsesuppe, gefolgt von unseren mit Hackfleisch gefüllten Kürbisblüten und den Frühlingsröllchen. Im Anschluss folgt gegrillter Pangasius und frische Tigerprawns. Den Abschluss bildet ein Obstsalat, den aber eigentlich niemand mehr braucht, da man schon nach den Frühlingsröllchen restlos satt war. Den restlichen Abend verbringen wir zusammen mit unserem Reiseleiter Thang, der uns seine bisherigen Videoaufnahmen unserer Reise vorführt. Dabei probieren wir vietnamesischen Wein, der geschmacklich nicht überragend, dafür aber umso süffiger ist.

    Sonstiges Asien

  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 19.10.09, Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt)

    Da wir gestern etwas länger auf der Straße unterwegs waren, steht heute die Stadtbesichtigung an. Deshalb müssen wir leider auf den Besuch von Cu Chi, die berühmten Tunnel der Vietcong, verzichten.

    Wir werfen uns gleich zu Beginn in den allmorgendlichen Berufsverkehr und fahren zum Rathaus, vorbei an allen möglichen Botschaften. Das Rathaus ist im französischen Stil gebaut, wie viele Gebäude in der Stadt. Um einen kleinen Rundblick auf die nähere Umgebung zu bekommen, entern wir einfach schnell das nebenan liegende Nobelhotel und fahren mit dem antiken Aufzug zur Terasse hoch. Vorbei an zahlungskräftigen Nobeltouristen, die wir beim Frühstücken aufschrecken, streben wir der Brüstung entgegen und müssen einfach zugeben, der Blick von hier oben ist ... langweilig. Man sieht das Rathaus von oben, einen Teil der Hauptstraße und das war´s.

    Da laufen wir dann lieber weiter zur Oper, durch immer dichter werdenden Verkehr. Hier staut sich alles und die Mopeds weichen schon auf den Fußweg aus. Frank (aus unserer Reisegruppe) meint, er müsste einen dieser Rollerfahrer belehren, was aber nicht von Erfolg gekrönt ist.

    Zur Kirche Notre Dame fahren wir mit dem Bus, da die Entfernungen in dieser Großstadt teilweise enorm sind. Der Name und die Bauweise lassen nur einen Schluss zu: Die Franzosen haben sich hier ausgetobt. Die Madonna im Inneren mit ihrem Neon-Heiligenschein stammt aber definitiv von den Vietnamesen.

    Gegenüber der Kirche liegt die Hauptpost, die von Gustav Eiffel mit entworfen wurde.

    Nächste Station ist der Wiedervereinigungspalast, in dem der Vertrag zum Zusammenschluss von Nord- und Südvietnam unterschrieben wurde. Der quadratische Bau ist typisch für den Sozialismus.

    Etwas Handwerkskunst muss auch bestaunt werden und wir fahren zu einer der vielen Lackfabriken des Landes. Hier werden teilweise sehr hochwertige Arbeiten hergestellt. Die Palette erstreckt sich von Tabletts, über Flaschenhalter, Untersetzer hin zu Bildern und Möbeln. Die besten Arbeiten bestehen aus bis zu 100 Lackschichten, die jeweils eine Woche zum Trocknen benötigen. Die Bilder entstehen aus Perlmutt oder Eierschalen, die auf das Bambusholz aufgeklebt werden. Für die Möbel kann man auch gerne mal mehrere Tausend Dollar hinblättern.

    Nun aber hinein ins chinesische Viertel. Der Tempel Hoi Quon Tue Thanh ist einer der schönsten hier. Dessen Giebel sind komplett mit kleinen, mythologischen Figuren verziert. Der freie Innenraum riecht nach Räucherstäbchen, die hier zu hunderten abgebrannt werden. Es gibt auch Monatsräucherspiralen, die an der Decke hängen und wirklich bis zu 30 Tage brennen. Hier lassen wir auch unsere Wünsche zurück und hoffen, dass sie in Erfüllung gehen.

    Der chinesische Markt ist ein Großmarkt, auf dem sich die anderen Händler mit Waren eindecken. Davor zieht noch schnell eine laute Prozession vorbei, die zu einem Begräbnis unterwegs ist. In den Hallen des Marktes herrscht großes Gedränge und eine ohrenbetäubende Geräuschkulisse. Es fängt an zu regnen, sofort werden überall Planen gespannt und dann geht das Treiben munter weiter. Hier wird so gut wie alles gehandelt: Obst, Gemüse, Trockenfisch, Einlagen für Reisschnaps, getrocknete Seegurken. Inmitten des Marktes lassen wir uns dann kulinarisch verwöhnen. An einem der Suppenstände gönnen wir uns eine Suppe mit Fisch und Fleischeinlage. Günstig und richtig authentisch.

    Den Nachmittag haben wir zur freien Verfügung und so schauen wir uns das Kriegsmuseum an. Schon der Innenhof empfängt einen mit Panzerhaubitzen und alten Hubschraubern der Amerikaner. Im Innenraum sind dann Bilder des Kriegsverlaufs, verschiedene Waffen und nüchterne Zahlen über Bombenabwürfe und Verluste der jeweiligen Seite zu sehen. Bedrückend sind die Bilder der Dioxinopfer. Millionen Liter des hochgiftigen Pflanzengifts „Agent Orange“ wurden im Krieg über Vietnam versprüht und damit auch mehr als hundert Kilo Dioxin. Alleine ein Gramm davon kann tausende Menschen vergiften und sogar töten. Durch das Essen und das Wasser nahmen und nehmen die Menschen teilweise immer noch die Giftstoffe auf. Folgen davon sind missgebildete Kinder, die auch heutzutage noch geboren werden. Dieses Erbe wird das Land noch einige Zeit verfolgen.

    Zum Abendessen wollen wir in ein Restaurant, das Anthony Bourdaine (ein Koch der durch die Welt reist und landestypische Spezialitäten vorstellt) als eines der besten der Stadt empfohlen hat. Nach 30 Minuten durch Quergassen und Parks stehen wir vor dem Laden und müssen feststellen, dass er geschlossen hat, wegen Umbau. Also machen wir uns wieder auf den Weg zurück und kommen nochmals an der Oper vorbei. Genau gegenüber liegt das Café Givral, das durch einen Roman relativ berühmt wurde. Hier treffen wir Ulla und beschließen, gemeinsam ein Restaurant zu suchen. Nach längerem Stöbern in unseren Reiseführern gehen wir los und müssen zum zweiten Mal heute Abend feststellen, dass wir einfach kein Glück haben. Dieses Restaurant gibt es gar nicht mehr.

    Unsere Suche endet dann in der Nähe unseres Hotels in einem Restaurant, das Barbecue anbietet. In jedem Tisch ist ein Grill eingebaut und man kann gemütlich vor sich hingrillen. Das tun wir auch ausgiebig und so können wir den Abend doch noch gemütlich ausklingen lassen. Die Suche nach einem Cocktail wird dann aber doch eher die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, denn wir finden keine einzige Bar mit einem entsprechenden Angebot. Auch die nett gemeinten Hinweise so mancher Restaurantbesitzer stellen sich als wenig erfolgversprechend heraus und so schlendern wir dann ohne Cocktail noch etwas durch den Nachtmarkt, bis wir fertig in unsere Betten fallen.

    Sonstiges Asien

  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 18.10.09, Nha Trang – Saigon (Ho-Chi- Minh-Stadt)

    Pünktlich zur Abreise wird das Wetter wieder besser und die Sonne kommt zwischen den Wolken durch. Gut gelaunt und wohlgenährt machen wir uns auf den Weg.

    Nach ca. 2 Stunden Fahrt kommen wir an einem schönen Chamturm vorbei und halten an. Das Gelände ist abgesperrt, da die Restaurierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Etwas gutes Zureden und eine kleine Aufmerksamkeit später sind wir dann doch drin und haben die Möglichkeit, die Sache etwas näher zu betrachten. Eine grandiose Landschaft bildet einen schönen Hintergrund, der Turm setzt das Highlight. Da muss der Fotoapparat gezückt werden.

    Es geht weiter und schon bald steht der nächste Stopp an: ein wunderschöner Strand bei strahlend weißem Himmel. Die Wellen sind recht hoch, so dass man nicht ins Wasser kann, aber hier wären sogar wir schwach geworden. Es werden schnell noch ein paar Muscheln gesammelt und schon schwingen wir uns wieder in den Bus, um eine Drachenfrucht-Plantage anzusteuern. In Vietnam wachsen zwei verschiedene Sorten mit weißem oder rotem Fruchtfleisch. Im Gegensatz zu den bei uns erhältlichen Früchten, haben diese reifen Früchte sogar einen Eigengeschmack. Drachenfrüchte sind Kakteengewächse und werden hier in riesigen Plantagen angebaut. Am Verkaufsstand sind Berge davon aufgestapelt und wir dürfen frisch geerntete Früchte probieren. Außerdem gibt es noch verschiedene Kekse und Süßigkeiten der Region und auch hier werden wir unser Geld los.

    Zwischendurch platzt noch ein Reifen, aber das Problem wird schnell behoben, da wir nebenan gleich zum Essen einkehren. Das Restaurant ist auf viele Gäste ausgelegt, aber heute sind wir anscheinend die einzigen. Das Essen kommt schnell und ist lecker, der Ausblick ist schön direkt aufs Meer, was will man mehr?

    Wieder zurück auf der Straße begegnen wir den unterschiedlichsten Tiertransporten, u. a. wieder Schweinen und Enten in Körben auf den kleinen Mopeds. Eigentlich ist für heute Nachmittag noch die Stadtbesichtigung in Saigon angesetzt, aber nachdem der Verkehr immer dichter wird, müssen wir einsehen, dass wir das leider auf den nächsten Tag verschieben müssen. Eine einzige, lange Kolonne von Bussen und LKWs schiebt sich auf die Stadt zu, links und rechts werden wir ununterbrochen von wild hupenden Mopeds überholt. Verkehrschaos à la Vietnam. Dieses Chaos verlassen wir erst wieder 3 Stunden später, als wir am Hotel ankommen. Schnell das Zimmer beziehen und dann gleich wieder raus ins Getümmel. Unweit unseres Hotels liegt der Ben Than Markt und ab 18 Uhr öffnet in der Nähe ein Nachtmarkt seine Pforten. Dieser umfasst alle nahegelegenen Querstraßen, umschließt den geschlossenen Ben Than Markt, und auch die Straße direkt vor unserem Hotel.

    Zum Essen gehen wir nur um die Ecke ins „Pho 2000“. Ein Schnellrestaurant, in dem schon Bill Clinton zu Gast war. Davon zeugen auch mehrere Fotos an den Wänden.

    Zum Abschluss wird noch der Nachtmarkt unsicher gemacht, da vor 24 Uhr eh mit wenig Ruhe zu rechnen ist. Solange dauert der Markt und damit auch die Geräuschkulisse.

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  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 17.10.09, Nha Trang

    Unser zweiter freier Tag empfängt uns mit bewölktem Himmel und Regen. Deshalb lassen wir es erstmal gemütlich angehen und frühstücken etwas ausgiebiger. Da sich das Wetter aber anscheinend nicht bessern will, packen wir unsere Regenklamotten ein und düsen los. Keine 100 Meter weiter stellen wir fest, dass Regenklamotten bei knapp 30 Grad definitiv nicht die beste Lösung sind. In null Komma nix bin ich durchgeschwitzt und will nur wieder raus aus dem Zeug. Wie überall in Vietnam säumen kleine Läden die Straße und hier werden wir auch fündig nach einem Regenschirm. Ein Import aus China für einen Dollar ist gerade gut genug für uns. Nur gut, dass wir zu Hause bestimmt 15 weitere Regenschirme haben.

    Versehen mit einem Stadtplan machen wir uns auf den Weg Richtung Innenstadt, weg vom beschaulichen Strand, hinein in das vietnamesische Verkehrschaos. Wie selbstverständlich überqueren wir vielbefahrene, vier- und sechsspurige Straßen, schlängeln uns durch den fließenden Verkehr, als hätten wir nie etwas Anderes getan. Man gewöhnt sich echt schnell daran.

    Über eine Nebenstraße treffen wir auf eine der Hauptstraßen der Stadt. Im krassen Gegensatz zum Grau des Wetters und der Umgebung sticht eine kleine Bäckerei mit ihren farbenfrohen Kuchen heraus. Da ist es naheliegend, dass wir die Auslage näher betrachten müssen. Es gibt zig verschiedene kleine Kuchen und Gebäckstücke in allen erdenklichen Farben und eine kleine Auswahl wird gleich mitgenommen. Ein Zuckerschock ist vorprogrammiert.

    Keine 200 Meter weiter ist auch schon die angestrebte Long Son Pagode. Für die Besichtigung fällt laut Reiseführer kein Eintrittsgeld an, aber die geschäftigen Mädels vor Ort wollen uns weismachen, dass wir dafür Postkarten kaufen müssten. Aber Hartnäckigkeit zahlt sich aus und wir wimmeln mit der Zeit alle ab. Der Pagode vorgelagert ist ein schöner Platz mit verschiedenen Statuen und Blumen. Aber interessanter ist der Aussichtsplatz etwas weiter oberhalb (Dort trohnt ein großer, weißer Buddha, der weithin sichtbar ist. Über glitschige Treppen, vorbei an einer Glocke, die von einer Nonne geschlagen wird, erklimmen wir die Plattform. Zusammen mit uns schwirrt eine vietnamesische Schulklasse herum. Sobald wir stehen bleiben, schleichen sich ein paar Jungs und Mädels an und versuchen möglichst unauffällig ihre Haut mit der unsrigen, hellen zu vergleichen. Aber das Kichern trägt nicht dazu bei, unauffällig zu wirken. Wir lassen uns davon nicht stören und schauen uns noch die kleine Pagode innerhalb des Buddhas an. Draußen werden wir schon wieder von der Klasse erwartet. 😄

    Auf dem Weg zurück zum Eingang finden wir noch einen riesigen, liegenden Buddha, der sehr schön gearbeitet ist. Weitere Sehenswürdigkeiten sind eher rar und so haben wir uns nur noch die Kathedrale von Nha Trang vorgemerkt. Da die Bäckerei auch wieder auf dem Weg liegt, wird gleich noch mal Nachschub gekauft, damit der Zuckerspiegel nicht absinkt. Die Kathedrale ist wenig beeindruckend, sieht eben aus wie jede andere Kirche auch. Einzig auffällig sind die Ventilatoren, die über jeder Sitzreihe angebracht sind.

    Da es erst Mittag ist, wollen wir noch zum Hafen schauen. Den Weg dorthin schlendern wir am Strand entlang. Unterwegs kommen wir an verschiedenen geschlossenen Hotels und Restaurants vorbei. Es ist wirklich nicht viel los. Am ganzen Strand sehen wir vielleicht 60 Leute, was aber auch am Wetter liegen kann. Es ist weiterhin bewölkt und immer wieder fällt etwas Regen. Ganz bis zum Hafen kommen wir nicht, da eine eklige Brühe quer über den Strand Richtung Meer fließt und wir keine Lust haben, durch diese Suppe zu laufen. Auf dem Rückweg stoppen wir in einem der wenigen geöffneten Restaurants. Hunger habe ich keinen und so begnüge ich mich mit einem Kaffee und einem besonderen Eis: Durianeis. Gleich eins vorneweg: Der Geschmack ist äußerst gewöhnungsbedürftig und verfolgt mich noch den gesamten Nachmittag. Wollte ich probieren, brauch ich aber nicht mehr. Den restlichen Tag verbringen wir mit faulenzen, am Abend gehen wir nochmals gut und lecker Essen. Nach diesen beiden ruhigen Tagen werden wir den morgigen Tag wieder länger im Bus verbringen, da es weitergeht, nach Saigon.

    Sonstiges Asien

  • süd vietnam?
    AEVFrankeA AEVFranke

    Hallo 🙂

    Im Norden soll auch das Hochland rund um Sapa ganz sehenswert sein, allerdings war ich da leider nicht.

    Ob es in der Mitte Vietnams im November regnet ist schwer zu sagen. Wir waren letztes Jahr im Oktober unterwegs und hatten genau 2 Tage Regen in Nha Trang, ansonsten war es zwar öfters bewölkt, aber trocken. Ich persönlich finde, das man gerade Hue oder Hoi An nicht verpassen sollte.

    Im Süden ist das Mekong Delta wirklich sehr schön. Haben dort bei einer einheimischen Familie übernachtet und sind in der Früh zu den schwimmenden Märkten gefahren. Eine Fahrt auf dem Mekong, mitten durch das Leben, das sich dort an den Ufern abspielt war schon ein Erlebnis.

    Ich persönlich würde da lieber auf eine Woche Baden Thailand verzichten und mich da etwas umsehen.

    LG
    Stefan

    Sonstiges Asien

  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 16.10.09, Nha Trang

    Heute ist erstmal ausschlafen angesagt. Zwei freie Tage stehen auf dem Programm und wir wollen uns noch zusammen die Thap Ba Ponaga Chamtürme ansehen. Das Wetter ist eher mittelmäßig, etwas Sonne, aber auch immer wieder Regenschauer. Doch bei 30 Grad macht Regen nicht so viel aus.

    Wir sind ohne Bus unterwegs und laufen die knapp 3 Kilometer an der Uferpromenade entlang. Hier herrscht relativ wenig Verkehr und es geht weitgehend geordnet zu. Am Rand des Hotelviertels sieht man die Slums der Fischer, die in ärmsten Verhältnissen hausen. Wellblechhütten kleben am Ufer des Flusses und des Strands, dazwischen liegen ihre Boote und die zum trocknen ausgelegten Fische. Und über diese Kulisse ragen die Türme von Thap Ba Ponaga in der Ferne auf. Noch schnell über die Brücke und schon sind wir da. Aber leider nicht nur wir, sondern auch ca. 20 Busse eines Kreuzfahrtschiffes, das heute angelegt hat. Hier kann man Massentourismus in seiner Reinform erleben. Guides mit Schildern in der Hand führen schnell Gruppen mit 30 Leuten durch das Areal. Schuhe ausziehen bei den Tempeln gibt es nicht und jeder zweite hat ein Regencape an. Die Preise für Getränke und Eis sind auch gesalzen, wobei hier der Kreuzfahrttourist so richtig abgezockt wird. Ein Beispiel: Ein Eis kostet 2 Dollar, ich habe dafür aber nur 25.000 Dong (1 Dollar) bezahlt. Aber wer tauscht schon sein Geld in einheimische Währung, wenn er nur einen Tag im Land verbringt.

    Die verschiedenen Türme sind recht ansehnlich, in mehreren befinden sich auch buddhistische Tempel. Vor dem Besichtigen müssen wir natürlich die Schuhe ausziehen, um dann in einen schwülen, mit Räucherstäbchen verqualmten, engen Raum zu kommen, in dem eine große Buddhastatue den größten Teil einnimmt. Daneben sitzt eine alte Frau vollkommen ins Gebet versunken, die keinerlei Kenntnis von uns nimmt.

    Ohne die Massen und den damit verbundenen Geräuschpegel wäre die Besichtigung bestimmt angenehmer gewesen, aber wir haben sie ja überstanden. Am Strand entlang schlagen wir dann wieder den Weg zurück ins Hotel ein. Ein bisschen werden die Füße ins Wasser gehalten, aber da der Taifun den ganzen Meeresgrund aufgewühlt hat, sehen die Wellen eher einer Dreckbrühe ähnlich als einer Einladung zum Baden.

    Den restlichen Tag verbringen wir mit dem Sortieren und Zuordnen der Fotos. Am Abend flanieren wir etwas durch das Vergnügungsviertel und kehren in ein kleines Restaurant ein, das etwas ruhiger liegt und uns nicht gleich mit ohrenbetäubender Musik oder dem Angebot „Hamburger und Pizza“ empfängt. Wir sind die einzigen Gäste und unterhalten uns ganz gut mit der Besitzerin. Nach dem Servieren setzt sie sich an den Nebentisch und öffnet ein Glas mit kleinen, grünen Früchten. Wir schauen etwas neugierig und sofort steht sie auf und und bietet uns an, sie zu probieren.. Alle schauen etwas skeptisch und ich muss natürlich als Erster zugreifen. Der Geschmack lässt sich schwer beschreiben, leicht säuerlich und ein bisschen nach Gurke, Aubergine. Ein deutsches Wort dafür gibt es nicht, auf Vietnamesisch heißt die Frucht „coc“. Wieder was dazugelernt, Neugier zahlt sich eben aus. 😄

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  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 15.10.09, Quy Nhon – Nha Trang

    Der Morgen begrüßt uns mit Sonnenschein und wir haben einen schönen Blick auf das naheliegende Meer. Der zweite Lichtblick des Tages ist dann auch das Frühstück. So eine reichliche Auswahl wie hier hatten wir bisher noch nicht. Mehrere Köche stehen für uns bereit um frische Omelettes oder Nudelsuppen in allen Variationen zuzubereiten. Diverse Wurst- und Käsesorten stehen zur Auswahl und man kommt nicht dazu alles zu probieren. Das ist mal ein gelungener Start in den Morgen.

    Unser heutiger Tag ist relativ entspannt, es steht nur der Transfer nach Nha Trang auf dem Plan. Kaum sind wir aus der Stadt heraus, schon umgibt uns wieder das typische vietnamesische Landschaftsbild. Hier und dort stehen Palmen, dazwischen erstrecken sich große Flächen mit Reisfeldern. Farbtupfer stellen die Wasserbüffel dar, die immer wieder vereinzelt auf den Feldern zu sehen sind.

    Mittagspause legen wir an einem Strand ein. Hier haben wir erstmal eine Stunde Zeit, um uns am Wasser zu entspannen. Duschen etc. gibt es hier nirgends, so dass wir alle darauf verzichten, baden zu gehen. Aber die Füße werden sofort ins Meer gehängt.
    Eingesäumt von Felsen liegt hier ein unberührter Sandstrand. Und in den Felsen tummeln sich hunderte von Krebsen. Da steigt gleich der Hunger nach Meeresfrüchten. 🙂

    Die Stunde vergeht wie im Flug und auch der Hunger macht sich langsam bemerkbar. Das Mittagsessen gibt es diesmal in der vietnamesischen Servierweise: Alle Schüsseln kommen auf den Tisch und jeder nimmt sich was er will. Dies wird den Touristen leider fast nie angeboten, aber wir haben es schon öfter in Garküchen bei Einheimischen gesehen. Die Portionen sind (wie fast immer) sehr reichlich und wir setzen die Fahrt pappsatt fort. Der weitere Weg führt immer wieder an der Küste entlang und gibt teilweise spektakuläre Blicke auf das Meer frei. In den Dörfern entlang der Küste kann man sehen, dass Fischfang die Haupteinnahmequelle ist. Auf großen Reisiggestellen werden sie dort überall an der Sonne getrocknet. Viele dieser Fische werden für die Produktion der Fischsoße (nuoc mam) verwendet. Eine dieser Fabriken besuchen wir jetzt. Im „Verkaufsraum“ kann man Flaschen in allen Größen erstehen. Von 100 ml bis hin zu Plastikflaschen mit mindestens 3 Litern Inhalt ist alles zu bekommen. In einer Vitrine sind alle möglichen Arten von Trockenfisch zu bestaunen. Umwerfend aber ist der Geruch, der hier herrscht. Die Soße wird gewonnen, indem man die Fische in einen Bottich gibt und mit Salz vermengt. Die Masse wird mit Steinen beschwert und dann ruht die Sache mal ein paar Monate. Das Salz entzieht den Fischen das komplette Wasser und die daraus resultierende Flüssigkeit ist die Fischsoße. Je älter und „gehaltvoller“ die Flüssigkeit in den Bottichen ist, umso grässlicher stinkt sie zum Himmel. Verwunderlich ist nur, dass die Soße wirklich gut schmeckt. Ich würde gerne ein Fläschchen mitnehmen, aber leider machen sie nicht den dichtesten Eindruck. Und Kleidung, die nach Fischsoße stinkt, brauche ich im Urlaub nicht wirklich.

    Nun machen wir uns aber endgültig auf den Weg nach Nha Trang. Am Strand sehen wir verschiedene Fischerboote. Darunter auch runde, im Durchmesser vielleicht 2 Meter messende Nussschalen, mit denen die Fischer regelmäßig aufs Meer fahren. Sicher schauen die nicht aus, aber anscheinend erfüllen sie ihren Zweck.

    Kurz darauf fahren wir schon in die Stadt Nha Trang ein. Entlang der langen Uferpromenade geht es ins Touristenviertel. Rechts der Straße reihen sich Hotels und Restaurants auf wie an einer Perlenkette. Und links liegt der Strand, allerdings komplett verwaist. Die Wirtschaftskrise und der Taifun vor 2 Wochen haben die Touristenzahlen extrem zurückgehen lassen. Mehrere Hotels haben komplett geschlossen und auf den Straßen sieht man so gut wie keine Europäer.

    Wir beziehen unser Hotel unweit des Strandes, in einer schönen, ruhigen Seitenstraße. Nachmittags schlendern wir etwas am Strand entlang und am Abend treffen wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Entlang der Promenade lachen uns die verschiedensten Restaurants an, aber wir gehen es heute mal ganz urig an. Am Straßenrand sitzt eine Fischerin und bietet frische Tigerprawns, Krebse sowie Hummer an, daneben glüht unter einer Palme ein Grill. Der Preis für die Tigerprawns ist unschlagbar. Das Stück kostet einen Dollar! Schnell einigen wir uns darauf, dass wir alle haben wollen. Um die Ecke in einer Hofeinfahrt stehen dann auch schon die Plastikstühle und der Tisch für uns bereit. Daneben ein Kübel mit Eis und Bier. Was braucht man mehr? Aus der Hecke neben der Straße zieht unsere Köchin dann noch mehrere Teller mit diversen Kräutern und macht uns daraus eine Mischung für die gegrillten Meeresfrüchte. Frisch vom Grill mit Kräutern und Salz schlemmen wir wie die Gourmets. Trotzdem gehen wir im Anschluss noch in ein Restaurant und schlagen hier nochmals zu. Dazu wieder das obligatorische Tiger Bier, da kann man es sich doch gut gehen lassen.

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  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 14.10.09, Hoi An – Quy Nhon

    Wer hätte das gedacht. Während wir noch unsere Koffer packen, klingelt es an der Türe und wer steht vor uns? Unsere kleine Schneiderin, voll beladen mit unseren Hosen und dem Anzug. Schnell noch alles probieren und dann auch im Koffer verstauen. Aber, haben wir auch etwas Anderes erwartet?!

    Wir genießen unser letztes Frühstück im Freien und fahren schon recht zeitig los. Unser Tagesziel lautet Quy Nhon als Zwischenstopp nach Nha Trang. Die Etappe kann sich sehen lassen: Knapp 450 Kilometer werden zurückgelegt.

    Schon kurz nachdem wir Hoi An verlassen haben, bietet sich unseren Augen das typische vietnamesische Bild: Links und rechts der Straße weite Flächen mit Reisfeldern, dazwischen Wasserbüffel und Bauern mit ihren Reishüten. Viel Abwechslung für die Augen gibt es da nicht. Unterwegs begegnen wir mehreren Mopeds, die u.a. massenweise Hühner oder Gänse in Körben transportieren. Auch eine „Herde“ Enten wird vor unserem Bus über die Straße getrieben.

    Einen ersten Zwischenstopp machen wir beim Cham Tempel Chieu Dem. Vor dem Tor posiert ein Brautpaar für die Hochzeitsfotos. Als sie uns sehen, muss alles schnell gehen, damit die Touristen nicht die Session stören. Wir lassen die beiden erstmal Richtung Tempel ziehen und schauen uns das angrenzende Museum an, während mehrere Kinder um uns herumspringen. Hier sind einige Fresken und Figuren ausgestellt, die rund um die Chamtürme gefunden wurden.

    Die Türme hier stehen denen von My Son in nichts nach, nur dass diese hier weniger bewachsen und überwuchert sind. Trotzdem schon faszinierend, wie fein die Darstellungen der Tänzerinnen sind. In einen der Türme kann man auch hinein, wobei man im Inneren nichts Besonderes sehen kann.

    Jetzt machen wir uns auf, einen der schrecklichsten Orte in Vietnam zu besuchen, My Lai. Das Dorf erreichte traurige Berühmtheit durch die komplette Auslöschung durch die Amerikaner. Über 500 Menschen, darunter viele Frauen, Greise und Kinder wurden an einem Nachmittag hier hingemetzelt. Zur Vertuschung wurde das Dorf niedergebrannt, zerbombt und danach noch mit Bulldozern platt gemacht. Heute erinnert ein Museum mit Fotos der damaligen Kriegsfotografen, mit diversen Fundstücken aus den Häusern der Menschen und einer riesigen Gedenktafel mit allen Namen der Toten an dieses Massaker. Beim Rundgang bekommt man schon ein beklemmendes Gefühl. Zuvor haben wir noch einen kleinen Film gesehen, der das Zusammentreffen eines GIs von damals mit einem der wenigen Überlebenden zeigt.

    Dort, wo früher das Dorf stand, findet man eine große Gedenkstatue, sowie mehreren Gedenktafeln, die vor Attrappen von zerstörten Häusern angebracht sind. Diese sollen den Besuchern zeigen, wie viele Menschen hier gelebt und umgekommen sind. Die Sinnlosigkeit eines Krieges wird einem hier wieder so richtig bewusst gemacht.

    Mit etwas gedrückter Stimmung verlassen wir diesen Ort und fahren nun endgültig Richtung Quy Nhon. Unterwegs halten wir noch an einem Stand, der den regionalen Reisschnaps mit einer besonderen Einlage verkauft: Hier werden alle möglichen Tiere, Kräuter und Wurzeln darin eingelegt. Unter anderem sehen wir Schlangen, Seepferdchen, Seesterne, Skorpione sowie ganze Echsen eingelegt in diesem Reisschnaps. Als Geschenk sind diese Flaschen aber keine gute Idee, denn sie werden bei der Einreise in die EU am Zoll gleich konfisziert. Nicht selten werden bedrohte oder geschützte Tierarten in die Flaschen gesteckt.

    Eine Stunde später erreichen wir unser Hotel direkt am Strand. Da dort heute eine Hochzeit stattfindet, werden wir zum Abendessen in ein schnell umfunktioniertes Zimmer verfrachtet. Richtig wohlfühlen können wir uns hier aber nicht. Die Klimaanlage kühlt den Raum auf gefühlte 13 Grad, die Essensauswahl ist begrenzt, wir kommen uns total beobachtet vor, da die beiden abgestellten Kellner uns immer im Blick haben. Besser wird es dann, als wir uns für eine Stunde an den Hotelpool verziehen und dort noch einen Kaffee zu uns nehmen. Fledermäuse schwirren über unsere Köpfe und aus dem Hotel klingt die Musik der Hochzeitsgesellschaft zu uns herüber. Da unsere Zimmer aber in den oberen Stockwerken liegen, haben wir dort wenigstens ein bisschen Ruhe.

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  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 13.10.09, Hoi An – My Son – Hoi An

    Frühstücken bei schönem Wetter im offenen Pavillon ist einfach was Schönes. Vor allem, wenn es um 7 Uhr schon an die 26 Grad hat. Wir können heute leider nicht ausschlafen, da unser Bus nach My Son schon um halb 9 auf uns wartet. Dass dieser dann noch knapp eine Stunde durch Hoi An fährt und dabei 20 andere Hotels abklappert, kann man ja nicht wissen. Aber auch das überstehen wir und dann geht es auf nach My Son.

    My Son ist eine alte Anlage der Cham. Dieser Volksstamm war vor ca. 800 Jahren in Teilen der heutigen Staaten Kambodscha, Laos, Thailand und Vietnam vertreten. Charakteristisch sind die Tempel und Bauten aus roten Ziegelsteinen und die filigranen Verzierungen. Kleine Vorsprünge, Figuren von Tänzerinnen oder auch Statuen von Göttinnen sind fein gearbeitet und erinnern teilweise an die noch feiner gearbeiteten Fresken in Angkor Wat. Unser Guide leitet eine gemischte Truppe und erklärt alles in Deutsch und Englisch.

    Die Anlage selbst ist in verschiedene Gruppen gegliedert, wobei die erste die am besten erhaltene ist. Die zweite Gruppe ist noch ganz ansehnlich, aber bei der letzten kann man die Folgen des Kriegs noch sehr gut erkennen. Wir fotografieren wie wild, umrunden Tempel, steigen in sie hinein, posieren hinter kopflosen Figuren und suchen nach dem besonderen Motiv. Mittendrin unser Guide, der leider recht monoton versucht uns die Kultur der Cham näherzubringen. Nach der ersten Gruppe entscheiden wir uns gegen den Guide und erkunden den Rest der Anlage auf eigene Faust. Rings um uns ist tropischer Wald und zwischen den Stämmen kann man schon die nächsten Ruinen erkennen. Von den Bäumen hängen Sternfrüchte und Longans herab, der Boden ist mit Mimosen bedeckt.

    Die letzte Anlage ist mit Bombenkratern übersät und überall liegen Trümmer der Tempel herum. Einige sind gerade im Wiederaufbau und einer ist abgestützt um zumindest die nebenstehenden Gebäude nicht zu gefährden. Man merkt mal wieder, wie wenig Kultur im Kriegsfalle zählt.

    Nach knapp 2 Stunden machen wir uns auf den Rückweg und sehen unterwegs wieder voll beladene Mopeds, die Massen an Betelnüssen zum Markt transportieren.

    Unser Nachmittagsprogramm besteht aus shoppen in Hoi An und dem Besuch des hiesigen Marktes. Kaum in der Stadt angekommen, werden die ersten Sachen gekauft. Ich besorge mir Essstäbchen und ein paar Stände weiter werden wir bei Seidentischläufern fündig. Natürlich handeln wir wie die Wilden, da man zuerst extrem überhöhte Preise vorgesetzt bekommt.

    Auf dem Markt kommen wir an einer Halle vorbei, die komplett aus Stoffen und Schneidern besteht. Wir schlendern weiter durch viele schmale Gassen und an jeder Ecke gibt es kleine Schneidereien, die einem ihr Angebot recht lautstark anpreisen. Da wir uns schon eingedeckt haben, wollen wir eigentlich nichts mehr kaufen, aber als uns dann ein schwarz gekleideter, unverkennbar homosexuell angehauchter Vietnamese mit roten Fingernägeln und einem wahnsinnigen Hüftschwung auf der Straße anspricht, ist es um Angi geschehen. Wir landen im Laden und alle Ausreden helfen nicht weiter. Im Endeffekt lässt Angi sich ein Oberteil schneidern, das nach knapp 50 Minuten auch wirklich fertig ist. In einer Schneiderei im Hinterhof des Marktes arbeiten drei Frauen an einer alten Singer-Nähmaschine, um damit möglichst schnell fertig zu werden. Die Anprobe erfolgt im Schlafzimmer der Familie und es wird auch noch ein Erinnerungsfoto mit allen geschossen.
    Den restlichen Nachmittag schlendern wir noch etwas durch Hoi An und um 18 Uhr müssen wir zu unserer Schneiderei vom Vortag, um meine Hosen und das Business Kostüm anzuprobieren. Tja, beim Anzug muss etwas geändert werden und wir sind zuerst ein wenig ratlos. Morgen um 8 Uhr fahren wir von hier weg und haben keine Möglichkeit, nochmals vorbei zu schauen. Hier kommt uns die Flexibilität der Vietnamesen entgegen. Die Änderungen werden über Nacht durchgeführt und am nächsten Morgen um 7 Uhr wollen die Angestellten die Klamotten dann bei uns vorbei bringen. Na da lassen wir uns doch mal überraschen, ob das klappt. Bezahlt haben wir schon und nun vertrauen wir einfach mal unserer Schneiderin.

    Den Abend lassen wir gemütlich mit Ulla und Eduard in einem kleinen Restaurant gegenüber unseres Hotels ausklingen.

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  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke

    Hallo Rockerbraut,
     
    danke für dein positives Feedback 🙂
     
    Genau aus diesem Grund hab ich mir auch vorgenommen, einen Reisebericht zu schreiben. So ist man sofort wieder im Urlaub und kann länger davon zehren 🙂
     
    Kann dich beruhigen, es geht noch weiter. Die Reise hat 24 Tage gedauert, es kommen also noch ein paar Eindrücke nach 🙂
     
    Gruß
    AEVFranke

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  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 12.10.09, Hue – Hoi An

    Was für ein Glück, dass mich mein Kuchen bereits zum Frühstück wieder freudig erwartet. Ich strafe ihn trotzdem mit Nichtachtung und wende mich wieder den Nudeln und dem Reis zu. Das Frühstück haut uns nicht vom Hocker und kann im nächsten Hotel eigentlich nur besser werden.

    Kaum sind wir aus der Stadt Hue raus, bietet sich wieder das typische landschaftliche Bild Vietnams. Weite, grüne Reisfelder hier und dort Wasserbüffel und vereinzelt Bauern mit ihren Reishüten auf den Feldern. Eine Abwechslung bieten die vereinzelten Gräber auf den Feldern. Hier werden die Bauern auf ihren Feldern beerdigt, damit die Toten auch nach ihrem Ableben noch über die Familie wachen können.

    Eine weitere Abwechslung stellen die vermehrt auftretenden Soldatenfriedhöfe dar. Daran erkennt man, dass man durch ein schwer umkämpftes Gebiet des Vietnamkrieges fährt. Einen dieser Friedhöfe sehen wir uns genauer an. An vielen Gräbern stehen keine Namen, da auf nordvietnamesischer Seite viele Guerillakämpfer ohne Ausweis und „Hundemarke“ gegen die Amerikaner und Südvietnamesen gekämpft haben.

    Einen kurzen Zwischenstopp legen wir am Strand von Da Lang ein. Hier kann man die gewaltige Zerstörungskraft des Taifuns sehen, der vor knapp 2 Wochen dort gewütet hat. Am Stand steht fast keine Palme mehr und alles ist immer noch mit massenweise Treibgut verunstaltet. Hier kommen wir mit einem Vietnamesen ins Gespräch, der uns berichtet, dass sein Haus komplett weggerissen wurde. Gleichzeitig präsentiert er uns seine Sammlung aus ausländischen Münzen und Scheinen und fragt uns nach ein paar Exemplaren aus Europa. Ein paar Cent-Stücke haben wir lose im Geldbeutel und geben sie ihm. Wenn er jeden Touristen danach fragt, dann wird er sich schon ein nettes Zubrot verdienen.

    Unser Weg führt uns nun über ein kleines Gebirge, das den Norden vom Süden trennt. Der Pass darüber wird Wolkenpass genannt und war einer der am meisten umkämpften Flecke während des Vietnamkriegs. An der Spitze stehen neben vielen Verkaufsständen auch noch ein paar verfallene ****** der Amerikaner, die hier oben einen Aussichtsposten hatten. Wir steigen kurz aus und schauen uns diese aus der Nähe an. Irgendwie ein beklemmendes Gefühl, wenn man an einer der Schießscharten steht und nach draußen sieht. Man hat freien Blick über ein weites Stück Land und möchte sich nicht vorstellen, was für Szenen sich hier abgespielt haben.

    Nach dem Wolkenpass kommen wir in den Bereich der Marmorberge. Hier wurde früher (wie der Name es bereits verrät) Marmor aus den Bergen gewonnen. Heutzutage wird jenes Gestein nur noch hierher transportiert und vor Ort verarbeitet. Das ganze Dorf besteht aus vielen Marmor verarbeitenden Werkstätten. Natürlich besuchen wir eine davon und kaufen eine Kleinigkeit als Mitbringsel. Interessanter ist da schon die Chua Tum Thai Pagode, die auf einem der Berge gelegen ist. Der Weg dorthin ist gesäumt von riesigen Marmorfiguren. Die Pagode selbst strahlt wieder in allen möglichen Farben. Einige Wächterfiguren sind besonders farbenfroh in Blau- und Rottönen gehalten und es gibt mehrere Figuren, die wie glasiert wirken. Hunde und Drachenfiguren sind über den gesamten Vorplatz verteilt. Noch eindrucksvoller ist die Dong Huyen Khong Höhle mit einem kleinen Altar darin. Die Höhle erreicht man durch einen von Fledermäusen bewohnten, stockdunklen Durchgang, der auch noch mit tückischen Stufen versehen ist. Der Eingang der Höhle wird links und rechts von böse blickenden Wächterfiguren gesäumt. Die Luft hier ist stickig und ziemlich schwülwarm. Bis zum Vietnamkrieg wurde die Höhle von innen erleuchtet. Heutzutage ist dies nicht mehr nötig, da durch Mörserbeschuss die Kuppe des Berges weggesprengt wurde und durch mehrere Löcher das Sonnenlicht eindringt. Im Anschluss steigen wir noch zu einem Aussichtspunkt auf und haben einen schönen Rundblick auf die nahegelegenen Marmorberge. Unter uns liegt die Stadt, aus der die Geräusche der Marmorfabriken erklingen.

    Nach knapp einer Stunde Fahrt erreichen wir gegen 13 Uhr Hoi An. Zuerst machen wir eine Garküche unsicher und genießen für nicht mal einen Dollar pro Person eine riesige Schüssel Suppe. Dann wird ins Hotel eingecheckt. Hier haben wir die Möglichkeit, für morgen einen Ausflug nach My Son zu buchen. Die Cham Türme dort interessieren uns sehr und darum investieren wir die 20 $ pro Person auch gerne. Nun aber hinein ins Getümmel von Hoi An, einer noch sehr schön erhaltenen Altstadt .

    Erster Anlaufpunkt ist die berühmte „Japanische Brücke“. Die ganz in rot gehaltene Holzbrücke steht schon seit mehreren Jahrhunderten und verbindet das japanische mit dem vietnamesischen Viertel. Die Hunde- und Affenfigur an den Enden der Brücke symbolisieren jeweils das Jahr des Beginns und des Endes des Brückenbaus. (Jahr des Hundes bzw. des Affen) Weiter geht es zum Tan Kuy Haus. Dies ist eines der ältesten noch erhaltenen Häuser am Ort. Es wird von einer Familie in x-ter Generation bewohnt und in Schuss gehalten. Das Haus lässt wunderbar die ursprüngliche Bauweise erkennen. Vietnamesische Häuser werden in der Langbauweise errichtet, d.h. das Gebäude ist nur ca. 3 - 4 Meter breit, kann dafür aber bis zu 40 Meter lang sein. Dabei reihen sich die einzelnen Zimmer aneinander, teilweise unterbrochen durch kleine Innenhöfe. Wir werden mit einer Tasse Tee empfangen und lassen uns die Geschichte des Hauses von seinen Bewohnern erzählen. An einer Wand sind die Marken der Hochwasser vermerkt. Der letzte Taifun ließ das Wasser über 2 Meter hoch steigen. Wenn man den Ort betrachtet, kann man fast nicht glauben, dass man außer etwas Schlamm auf den Straßen sonst nichts mehr davon sieht. Hinter dem Haus, direkt am Fluss, sitzt ein alter Fischer in seinem Boot und grinst uns mit seinen beiden Zahnstummeln an. Ein Foto und einen kleinen Obolus später ziehen wir weiter durch die Stadt. Die örtliche Pagode namens Diem Thiam Quan unterscheidet sich nicht wirklich von den bereits besuchten. Wir besichtigen noch kurz ein kleines Museum in dem Bilder und Ausstellungsstücke aus der Geschichte Hoi Ans ausgestellt sind. Damit ist der offizielle Teil beendet und wir durchstreifen Hoi An noch etwas auf eigene Faust. Besonders angetan haben es uns die verschiedenen Schneidereien und die Kunsthandwerkerstände. Hoi An ist bekannt für seine Seide und die kann man auch an jeder Straßenecke bekommen. Nach 2 Stunden wollen wir dann doch vorerst zurück zum Hotel, um uns etwas frisch zu machen. Zum Abendessen geht es dann nochmals in das Zentrum der Stadt, was einen Fußmarsch von knapp 15 Minuten entfernt ist. Gleich neben dem Hotel befindet sich die Schneiderei Sunny Silk II, in die wir „nur mal so“ reinschauen wollen. Tja, aus „nur mal so“ werden dann 1,5 Stunden. Angi überlegt sich ein Business Kostüm und ich mir eine Hose. Na gut, nach etwas Überredungskunst werden dann 3 Hosen draus. Es wird alles verdammt schnell angefertigt, so dass wir schon morgen unsere Sachen probieren können. Ist ja auch notwendig, da es übermorgen schon wieder weiter geht. Den Abend lassen wir in einem schönen Restaurant direkt am Fluss ausklingen.

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  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 11.10.09, Hue

    Wiedersehen macht Freude. Aber nur, wenn es sich nicht um den schimmligen Kuchen vom Vortag handelt. Der hat aber anscheinend Sehnsucht nach mir und begrüßt mich gleich mal am Buffet. Na dann: Guten Morgen.

    Heute steht ein freier Tag auf dem Plan, aber Thang (unser Reiseleiter) bietet an, dass wir gemeinsam auf den Markt gehen könnten. Diese Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen, denn so lernt man mal die ganzen exotischen Früchte besser kennen. Schon auf dem Weg dorthin kommen uns mehrere Frauen mit ihren typischen Tragekörben entgegen. Rund um den Markt herrscht bereits reges Treiben, da hier ja jeder schon ab 5 Uhr unterwegs ist.

    Schon am Eingang sehen wir viele Früchte, die uns bisher noch nicht geläufig sind. Unter anderem probieren wir hier Rambutan und Longans, beides Früchte die der Litchi recht ähnlich sind. Gekühlt sehr lecker, aber hier am Markt doch eher recht warm und deshalb nicht so lecker. Im Markt werden wir von den Gerüchen halb erschlagen. Links und rechts von uns breiten alle ihre Früchte und ihr Gemüse aus, von Wasserspinat, über Gurken, Ingwer, Kokosnuss und Zuckerrohr ist hier alles zu bekommen. Hier probieren wir ganz junge Kokosnuss, was eine Delikatesse ist. Aber leider nicht für uns. Sieht aus wie ein Klumpen Schaumstoff und schmeckt auch irgendwie danach. Interessanter ist da schon die angrenzende Fisch- und Fleischabteilung. Da wird gehackt und geschnippelt was das Zeug hält, frische Fische, Meeresfrüchte und Frösche wohin man sieht. Und es herrscht ein Lärm und ein geschäftiges Treiben, dass man schier taub wird.

    Nach erfolgreichem Überleben streben wir wieder den eher ruhigeren Zonen des Marktes zu. Hier wird alles verkauft, was man in entferntester Weise irgendwann einmal brauchen könnte. Hin und wieder kommt man an Garküchen vorbei oder es werden mitten im Gang Früchte verkauft. Bei einer Verkäuferin machen wir Halt und probieren eine Jackfrucht. Schmeckt klasse, sollte man aber nicht mit der Durian (Stinkfrucht) verwechseln. Die Jackfrucht hat kleine Stacheln, die Durian große. Und weshalb die Durian auch Stinkfrucht heißt, merkt man spätestens, wenn man sie anschneidet :-).

    Nach gut 2 Stunden verlassen wir den Markt und treiben uns alleine in Hue herum. Wir wollen eine kleine Pagode besuchen und etwas abseits der Touristenströme die Stadt erkunden. Unweit des Marktes befindet sich die Dieu-Te Pagode in einer Nebenstraße. Überall sieht man Menschen, die die Spuren des Taifuns beseitigen, der hier vor knapp 2 Wochen gewütet hat. Viele Straßen sind noch mit einer dünnen Lehmschicht bedeckt, die jetzt mühsam weggeschippt und weggewaschen wird. Dort, wo die Touristen hauptsächlich verkehren, merkt man fast nichts davon, aber etwas abseits wird gerade erst angefangen. Die Pagode ist recht nett, aber leider geschlossen, so dass wir nur etwas durch den Garten pilgern, aber keinen Blick in sie werfen können. Also laufen wir weiter zu anderen Sehenswürdigkeiten: der Chien-Ung Pagode sowie dem Heiligtum Hoi Quan Quang Dong. Der Weg dorthin ist wesentlich länger als aus dem Stadtplan ersichtlich und ziemlich ernüchternd. Denn beide sind geschlossen und nur von außen zu betrachten. Jetzt haben wir die Wahl: Entweder wir laufen den gleichen Weg zurück, oder wir gehen bis zur nächsten Brücke, die gleich da sein sollte. Sollte!!! Nach einer halben Stunde und bei knapp 40 Grad in der prallen Sonne kommen wir auch wirklich dort an. Kein Problem, man kann ja überall etwas zu Trinken kaufen. Oder auch nicht, denn in der Mittagszeit hat fast kein Laden geöffnet. So trotten wir am Straßenrand bei Hitze und Staub wieder Richtung Hotel. Unterwegs finden wir dann doch noch einen Laden, der offen hat - der aber auch gesalzene Preise für die Flasche Wasser verlangt. Also schauen wir einfach mal, ob es nicht wo anders auch noch Wasser für uns gibt. Überraschenderweise haben doch einige andere Läden ebenfalls noch auf und verlangen sogar humanere Preise. Die bekommen dann auch unser Geld.

    Am späten Nachmittag schlendern wir wieder durch die Gassen der Stadt und ich nehme mir 2 Whiskys für zu Hause mit. Einen pur und den anderen gemischt mit Reisschnaps. Die beiden werd ich mir zu Hause (daheim) so richtig schmecken lassen. Den Abend lassen wir zusammen in einem Lokal ausklingen, das sehr touristisch angehaucht, aber trotzdem fast leer ist. Woran das liegt, keine Ahnung, das Essen ist hervorragend. Zum Schluss wollen wir noch einen Reisschnaps probieren. Auf der Karte ist dieser mit knapp 2 $ ausgezeichnet und das wären wir auch bereit zu zahlen. Auf Nachfrage stellt sich aber heraus, dass die Flasche (200 ml) 2 $ kostet, nicht das Glas. Na dann, her damit :-).

    Morgen haben wir eine längere Fahrt vor uns. Wir werden den Wolkenpass überqueren und gegen Nachmittag in Hoi An ankommen.

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  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke
    1. Tag: 10.10.09, Hue

    ... ratter, ratter, schepper, ratter, ratter, schepper ... So erholsam kann eine Zugfahrt sein. Die Sonne scheint schon um halb 6 in unser Abteil und von da an kann keiner mehr wirklich schlafen. Die Luft ist wegen der nicht leicht zu regulierenden Klimaanlage zuerst drückend schwül, dann im nächsten Moment wieder zu kalt. Abwechslung muss sein.

    So gegen 8 Uhr erreichen wir durchgeschüttelt den Bahnhof in Hue. Unser kleiner Bus erwartet uns schon und wir fahren zuerst zum Hotel, um uns etwas frisch zu machen und zu frühstücken. Nun gut, es gibt schon etwas Essbares, aber der schimmlige Kuchen verdirbt einem dann doch den Hunger. Also halten wir uns eben an die gebratenen Nudeln und den Gemüsereis.

    Unser Hotel befindet sich in einer Querstraße unweit des Parfümflusses und gleich in Reichweite des Vergnügungsviertels. Kurze Heimwege sind garantiert.

    Mit einer Bootsfahrt auf dem Parfümfluss starten wir in den Tag. Den Namen trägt der Fluss, da er in der Regenzeit Unmengen an Pollen aus dem Hochland mit sich führt und teilweise auch danach riecht. Wir riechen heute nichts davon, wobei der Fluss schon ziemlich viel Wasser führt und die Regenzeit erst kurz vorbei ist.

    Genau gegenüber unserer Anlegestelle liegt der Markt von Hue und am Ufer davor liegen viele vertäute Boote. Die meisten davon sehen aus wie Hausboote, wobei die Lebensumstände dort schon sehr ärmlich sind. Vorbei an diesen Booten fahren wir flussaufwärts und steuern unseren ersten Besichtigungspunkt an: die Thien Mu Pagode. Noch ist es relativ ruhig und wir sind nur mit wenigen anderen Touristen hier. Der Pagode vorgelagert, überragt ein hoher Turm das ganze Areal. Links und rechts des Turmes finden wir wieder die obligatorischen Trommeln, die Frank mal wieder nicht in Ruhe lassen kann. Die anschließende Pagode ist wie alle anderen auch reichlich verziert und extrem bunt. Die vorherrschende Farbe ist, wie überall, die Farbe rot.

    Nach einem kurzen Aufenthalt geht es weiter zur größten Attraktion vor Ort, der verbotenen Stadt. Hue war zeitweise die Kaiserstadt von Vietnam und hier haben die Einwohner im 18. Jahrhundert eine kleinere Version der verbotenen Stadt von Peking nachgebaut. Durch ein Tor in der Stadtmauer kommt man in den ersten Innenbereich. Dort trifft man auf insgesamt 9 heilige Kanonen. Diese befanden sich zu Zeiten des Kaisers zur Verteidigung auf den Mauern. Die Franzosen haben diese dann aber bei der Machtübernahme demontiert und seither stehen sie an den beiden Eingangsstraßen. Den inneren Festungsmauern vorgelagert ist der Flaggenturm, auf dem weithin sichtbar die vietnamesische Flagge gehisst ist. Genau gegenüber befindet sich das Eingangstor in die verbotene Stadt, das sogenannte Mittagstor. Durch dieses zentral gelegene Tor betreten wir die Stadt und besichtigen zuerst das Gebäude mit den Empfangs- und Repräsentationsräumen. Jenes ist komplett restauriert, da es im Vietnamkrieg weitgehend zerstört wurde. Genauso erging es der gesamten Anlage: Sie wurde damals zum größten Teil zerbombt und wird in den nächsten Jahren wieder aufgebaut. Mehrere Gebäude stehen überhaupt nicht mehr, andere sind zumindest teilweise unversehrt. Laut unserem Reiseleiter soll die Anlage innerhalb von 10 Jahren wieder komplett aufgebaut werden.

    Vorbei an 2 großen Teichen mit unzähligen Fischen gehen wir zur Halle der höchsten Harmonie. Hier steht leider nicht mehr allzu viel. Mehrere kleine, steinerne Drachen stehen in der Landschaft und man erkennt erst bei näherem Hinsehen, dass sie allesamt aus Plastik sind. Rechter Hand sieht man die Halle der Mandarine, in der heute ein Kiosk sowie ein kleines Museum untergebracht sind.

    Nächster Anlaufpunkt ist das Theater, in dem zu Zeiten des Kaisers täglich Aufführungen stattgefunden haben. Mitten im Raum steht ein prachtvoller Thron und es sind einige kaiserliche Gewänder zu bewundern. Gegen einen recht teuren Obolus kann man sich hier verkleiden und sich dann als Kaiser mit Gefolge fotografieren lassen. Aber 20$ war es uns dann doch nicht wert.

    Der Lesepavillon ist wieder ein optisches Highlight. Über und über ist er verziert mit Mosaiken und auch die Figuren auf dem Dach sind allesamt mit Tonscherben beklebt. Dieser Pavillon wurde von den Bomben der Amerikaner weitestgehend verschont und ist noch im Originalzustand erhalten.

    Der Palast der Kaiserin ist gerade im Aufbau und überall arbeiten die Handwerker an der Fertigstellung. Hier kann man mal sehen, wie viel Arbeit in die Restaurierung gesteckt wird.

    Zum Ende des Rundgangs kommen wir in einen Bereich, der noch nicht restauriert wurde und in dem man noch die Brandspuren des Krieges sehen kann. Mehrere Tore stehen teilweise zerstört und komplett verrußt neben unversehrten Gebäuden und geben ein surreales Bild ab.

    Während wir die Eindrücke noch auf uns wirken lassen, warten wir außerhalb der Anlage auf unseren Bus, der uns jetzt zu den Kaisergräbern etwas fern der Stadt bringen wird. Insgesamt gibt es 4 oder 5 dieser Gräber, wir werden uns aber nur das Grab von Tu Duc ansehen. Unterwegs halten wir an, um uns einmal die Produktion von Räucherstäbchen anzusehen. Diese werden hier noch in Handarbeit gefertigt. Die Herstellung läuft folgendermaßen ab:

    Zuerst wird eine Paste angerührt, die die duftenden Bestandteile wie Sandelholz, Zimt etc. enthält. Mithilfe eines Spatels wird diese dann auf die kleinen Holzstäbchen angebracht. Danach werden sie in Bündeln an die Sonne gestellt, um zu trocknen. Angi darf sich gleich mal an die Arbeit machen und schlägt sich ganz wacker. Sieht ziemlich leicht aus, ist es aber nicht. Natürlich decken wir uns gleich mal mit ein paar Päckchen ein.

    Dank meinen fotografischen Eskapaden sagen die Akkus leise Servus und ich muss mich völlig „nackt“ auf die Besichtigung des Kaisergrabs machen. Die Anlage besteht aus einem großen Areal, in dem sich unter anderem ein See befindet. Dort wachsen tausende von Seerosen und Lotusblumen. Einer Legende nach, ließ Tu Duc von seinen Konkubinen den Morgentau von den Blüten sammeln, um sich daraus einen Tee zuzubereiten.

    Über eine Treppe kommen wir zu einem höher gelegenen Areal. Dort steht eine große Steilstele, auf der das Leben des Kaisers wiedergegeben wird. Diese Lebensgeschichte schrieb der Kaiser selbst, da das Grab schon lange vor seinem Tod gebaut wurde. Umbaut von mehreren Mauern findet man dann das Grab Tu Ducs, welches im Gegensatz zu der Anlage wenig beeindruckend ist. Ob sich des Körper wirklich innerhalb des Grabes befindet, kann auch heute nicht mit Sicherheit gesagt werden.

    Den Nachmittag beenden wir mit gemütlichem Shoppen und am Abend treffen wir uns alle wieder und gehen zusammen zum Essen. Hier probieren wir das erste Mal eine Fanta Xa Xi (Sarsi). Ein sehr interessanter Geschmack, der dem Geschmack von Jägermeister ähnlich ist.

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  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
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    1. Tag: 09.10.09, Halong - Hanoi

    Der Morgen in Halong begrüßt uns mit einem wolkenverhangenen Himmel, mit wenig Aussicht auf Sonne. Die Uhr zeigt gerade mal 7.30 Uhr, aber es ist schon drückend schwül und warm. Das Frühstück hier lässt schon sehr zu wünschen übrig. Außer Marmelade und Brot gibt es leider nichts, man könnte meinen man wäre in Frankreich. Den Einfluss kann man manchmal einfach nicht verdrängen.

    Kurz nach 8 Uhr düsen wir schon los, um unser Schiff im Hafen zu entern. Hier herrscht bereits ein heilloses Durcheinander, da sich viele Reisegruppen so früh hier einfinden, um auf die Tagestour zu gehen. In Halong liegt der einzige Hafen, von dem aus die Touren gestartet werden. Wir warten nicht lange und schon begeben wir uns zu unserem Schiff. Ein kleiner Kahn mit Oberdeck zum Sightseeing und Unterdeck zum Essen.

    Wir tuckern aus dem Hafen und lassen zig Ausflugsschiffe hinter uns. Man will sich gar nicht ausmalen, was hier los wäre, wenn alle Schiffe ausgelaufen sind. Und dank den Dieselmotoren vergisst man auch recht schnell, dass man sich hier in einem Weltnaturerbe befindet. Es ist eine sehr zwiespältige Angelegenheit. Einerseits benötigt man die Natur hier, um Touristen und damit Geld anzulocken, andererseits zerstören die Touristenmassen nach und nach die Natur und damit auch die Grundlage der hiesigen Wirtschaft. Hier müsste schnellstens ein Gleichgewicht geschaffen werden, aber wie überall auf der Welt zählt hier auch nur der Ertrag.

    Vor der Küste breiten sich auf einigen hundert Quadratkilometern mehr als 3000 Kalkfelsen aus. Einer Legende nach, soll hier ein Drache ins Meer gestürzt sein, um das vietnamesische Volk zu beschützen. Die einzelnen Felsen sollen den versteinerten Drachenrücken darstellen. Auch ohne diesen Hintergrund sieht das Panorama faszinierend aus. Egal wohin man blickt, überall ragen Felsen aus dem Wasser heraus. Hier und dort erblickt man eines der Ausflugsboote und dazwischen auch mal ein Hotelschiff, auf welchem man mehrere Tage durch die Bucht fahren kann. Es werden mal wieder mehr als genug Fotos der Gegend geschossen, aber irgendwie bietet jeder Blickwinkel wieder eine neue schöne Ansicht, die man gerne festhalten will.

    Erster Anlaufpunkt auf der Rundfahrt ist die Tropfsteinhöhle Hang Thien Chung. Bereits auf der Fahrt dorthin müssen wir feststellen, dass die Höhle „die“ Attraktion der Umgebung ist. Je näher wir kommen, umso mehr Schiffe steuern die gleiche Richtung an. Am Kai vor der Höhle liegen dann an die 30 Schiffe vor Anker und dank verschiedener Durchsagen und musikalischer Untermalung herrscht hier eine Atmosphäre wie auf einem belebten Bahnhof. Zusammen mit gefühlten 500 koreanischen Touristen, die sich alle gleichzeitig etwas zu erzählen haben, besichtigen wir die Tropfsteinhöhle. Die farbenfrohe Illumination ist überwältigend, aber auch die schwülwarme Luft trägt dazu bei, dass einem der Mund offen stehen bleibt. Eine knappe halbe Stunde lassen wir die Eindrücke auf uns wirken und treten dann wieder hinaus in die Sonne. Ca. 100 Meter weiter gibt es noch eine Höhle zu besichtigen, was aber keinen zu interessieren scheint. Diese ist nicht groß ausgeleuchtet und wird deshalb auch von niemandem besucht. Ein Grund mehr, um sich da mal genauer umzusehen. Wir machen den Rundgang alleine und reihen uns danach wieder in die Massen Richtung Kai ein. Unterwegs probieren wir eine Spezialität, die man bei uns so nicht bekommt. Frisches Zuckerrohr als Süßigkeit für Zwischendurch. Ein Stück in den Mund, kauen, den süßen Saft schlucken und die restlichen Fasern ungeniert in die Gegend spucken 😉 .

    Wir fahren wieder los und steuern als nächsten Stopp eines der schwimmenden Dörfer an. Hier verbringen die Einwohner ihr ganzes Leben auf dem Wasser. Nur für Besorgungen von Baumaterial oder für weiterführende Schulen verlassen die Menschen ihre Umgebung. Der Lebensunterhalt wird durch Fisch- und Krebszucht bestritten. Und eine dieser Fischfarmen schauen wir uns jetzt an. Holzplanken auf schwimmenden Fässern bilden den wackligen Untergrund dieser Farm. Löcher im Boden, mit Netzen darin, bilden die natürlichen Aquarien für die Waren Fisch und Krebs. Heute sehen wir zum ersten Mal eine Urkrebsart, die hier auch gegessen wird.

    Wieder zurück auf dem Schiff steigen uns schon die Düfte aus der Küche in die Nase. Während wir im unteren Deck frischen Fisch und gebratene Garnelen zu uns nehmen, fahren wir weiter durch die einmalige Landschaft. Vorbei an diversen Felsformationen, z. B. „die Ente“, nähern wir uns auch schon wieder dem Hafen. Aber ohne eine vorherige Verkaufsveranstaltung werden wir natürlich nicht entlassen. Wieder werden uns alle Arten von Textilien angeboten und auch lauter echte Perlen, zu besonders günstigen Preisen. Naja, bei anderen klappt das vielleicht, bei uns nicht.

    Um 13 Uhr steigen wir wieder in den Bus und fahren zurück nach Hanoi. Hier machen wir einen kleinen Abstecher zur Oper, die wir noch kurz besuchen. An deren Ausgang werde ich von einer Obstverkäuferin angesprochen und keine 30 Sekunden später habe ich schon die beiden Verkaufskörbe auf der Schulter. Schnell werden ein paar Fotos geschossen und als Bezahlung kaufe ich noch ein paar Bananen. Schon sitzen wir wieder im Bus und fahren zum Bahnhof. Hier geht es recht gesittet zu und wir decken uns noch mit Getränken und Essen für unsere Zugfahrt ein. Mutig holen wir uns an einem der Stände ein Brot, gefüllt mit Hähnchenstücken und verschiedenem Gemüse. Schmeckt gut und hatte auch keine Nachwirkungen. Zur Not haben wir ja noch einen Reisschnaps im Gepäck :).

    Im Zug beziehen wir unser Abteil für die nächsten 13 Stunden. Vier Leute, aufgeteilt auf 4 knapp bemessene Pritschen und gerade noch genug Platz für das Gepäck. Wir trinken zusammen noch einen Schluck Schnaps und genießen ein kühles Bier. Der Zug schlängelt sich derweil mit wahnwitziger Geschwindigkeit (bis zu 60 km/h) durch schmale Schneisen in der Stadt und durch weitläufige Reisfelder. Wir versuchen etwas Schlaf zu bekommen, aber es ruckelt die ganze Zeit recht heftig und auch die Jagd nach den Kakerlaken lässt einen eher nicht zur Ruhe kommen.

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  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
    AEVFrankeA AEVFranke

    Hallo Cathrin,

    danke für die Info, werd meinen Bericht dahingehend abändern 🙂

    lieben Gruß
    AEVFranke

    Sonstiges Asien

  • Neu im Profil: Reiseberichte + Artikel
    AEVFrankeA AEVFranke

    Hallo zusammen,
     
    ich würde mich schon freuen, wenn die Beschränkung auf 30.000 Zeichen aufgehoben würde. Habe 2 Reiseberichte geschrieben, die aber leider etwas ausführlicher sind und so zwischen 70.000 - 90.000 Zeichen haben. Eine Stückelung ist wenig sinnvoll.
     
    Gruß
    AEVFranke

    Archiv

  • Reiseberichte ---online!
    AEVFrankeA AEVFranke

    Stelle meinen Reisebericht über Vietnam/Kambodscha gerade im Forum Sontiges Asien ein da er viel zu lang ist für die Reiseberichte die man so einstellen kann.
     
    Mal schaun, vielleicht ändert sich da noch was. Den Bericht von Peru kann ich zum Reisezeitpunkt auch nicht mehr einstellen, da nur 2 Jahre rückwirkend möglich sind.

    Allgemeine Fragen

  • Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap
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    1. Tag: 08.10.09, Hanoi – Halong

    Beim Frühstück genießen wir nochmals die schöne Aussicht über Hanoi und sind schon gespannt auf das, was uns heute erwartet. Unser heutiges Reiseziel lautet Halong, mit Zwischenstopp in der trockenen Halong Bucht.

    Um jedoch auf eine der Schnellstraßen zu kommen, müssen wir uns zuerst durch den Verkehr Hanois kämpfen. Egal zu welcher Tageszeit man unterwegs ist, es ist immer die Hölle los. Wir fahren so gegen halb 9 los und um uns herum geht es schon wieder zu wie in einem Bienenschwarm. Wir kommen an diversen Kreuzungen vorbei, die für unser Ermessen schlicht und einfach verstopft sind. Dieser Meinung sind die Vietnamesen nicht und deshalb geht es hier auch immer irgendwie weiter. Alle schlängeln sich aneinander vorbei, hupen was das Zeug hält und kommen dann überraschenderweise unverletzt am anderen Ende wieder heraus. Gerade die großen Straßen stadteinwärts sind heillos überfüllt und es preschen gefühlte Millionen von Mopeds an uns vorbei Richtung Zentrum.

    Noch ein paar Plattenbauten und dann verlassen wir Hanoi. Wir überqueren den roten Fluss und fahren Richtung Nordosten unserem Ziel Halong entgegen. Unterwegs sehen wir unseren ersten vietnamesischen Tiertransport. Ein Moped mit 2 Körben auf dem Gepäckträger, darin 4 oder 5 Ferkel auf dem Weg zum Markt. Hier ein alltäglicher Anblick, für uns ein wahrer Hingucker. Es sollte nicht der letzte Transport dieser Art auf unserer Reise sein.

    Nach und nach verändert sich die Landschaft. Links und rechts erstrecken sich kilometerweit Reisfelder, die immer mehr von Kalkfelsen durchsetzt sind. Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir unser erstes Etappenziel, die Bich Dong Pagode. Wir sind recht früh dran und deshalb auch die einzigen Touristen vor Ort. Die Händlerstände sind teilweise noch nicht geöffnet und wir sind ganz froh, dass wir unbehelligt zur Pagode kommen. Um uns herum ragen Kalkfelsen in die Höhe und alles ist von kleinen Bächen durchzogen. Über eine kleine Brücke erreichen wir einen der Felsen und als wir um die Ecke biegen, stehen wir im Innenhof der Pagode. Der Tempel ist in den Felsen hineingebaut und es herrscht reges Treiben. Ein ohrenbetäubender, monotoner Singsang schallt uns entgegen. Wir wollen die Gläubigen nicht stören und machen uns deshalb daran, zum zweiten Tempel hinauf zu steigen. Uns begegnen neugierige und auch misstrauische Blicke, als wir an den Gläubigen vorbei gehen. Nach einem kurzen Anstieg stehen wir vor dem zweiten Teil der Pagode. Dieser kleine Tempel ist auch direkt in den Stein gehauen und wieder farbenreich gestaltet. Es riecht nach Räucherstäbchen und auf den Altären vor den diversen Gottheiten liegen Opfergaben wie Reis, Obst oder Gemüse.

    Durch einen kleinen Nebeneingang kommt man in eine düstere Höhle. Links und rechts von uns hört man leise Tropfgeräusche, die auf Fledermäuse hinweisen. Zum Glück erwischt uns nichts und wir kommen in eine weitere Höhle, in der wieder ein kleiner Altar steht. Nachdem wir auch diese Höhle durchquert haben, kommen wir an der Spitze des Felsens heraus und haben einen grandiosen Blick auf die nähere Umgebung. Unter uns erstreckt sich eine weite Ebene aus Reisfeldern, durchzogen von kleinen Bächen und darin verstreut liegen zig dieser Kalkformationen. Nach einer kleinen Verschnaufpause gehen wir den Weg zurück. Aus dem großen Tempel erklingen immer noch dieselben monotonen Klänge wie zu Beginn. Vorbei an den jetzt aufgebauten Verkaufsständen geht’s zurück zum Bus und wir fahren weiter zur trockenen Halongbucht.

    Hier erwartet uns ein dreistündiger Ausflug mit dem Ruderboot. Am Steg lauern uns schon die Händler auf, die diesmal ein kleines Geschäft mit mir machen. Ich lege mir den obligatorischen Reishut der Vietnamesen zu. Im Nachhinein eine sehr gute Investition, da er wirklich erstklassig vor Sonne schützt. Nun aber hinein ins Ruderboot. Wir werden auf 3 Boote aufgeteilt (also 2 Reisemitglieder pro Boot) und schon geht es los. Die trockene Halong Bucht ist ein Gewässer, das maximal 50 cm tief ist und sich durch eine Kalksteinschlucht schlängelt. Zwischendurch sieht man auf den Felsen kleine Tempel stehen oder Zeburinder am Ufer grasen. Nach einer kurzen Fahrt stoppen wir am Ufer und es steigt eine zweite Person zu uns. Ab sofort werden wir beide von 2 Leuten rumgeschippert. Das faszinierende dabei: Es wird anwechselnd mit den Füßen und den Händen gerudert. Bei den Menschen hier sieht es verdammt leicht aus, aber als Frank (ein Reisemitglied) es probiert, scheitert der Versuch kläglich. Während unseres Ausflugs durchqueren wir auch drei Grotten, die teilweise bis auf wenige Zentimeter an unsere Köpfe heranreichen. Bei der letzten Grotte erwarten uns schon fahrenden Händler, die uns Getränke und die üblichen Waren wie Webbilder, Klamotten etc. andrehen wollen. Hier heißt es einfach standhaft bleiben, denn sonst stürzen sich alle auf einen. Auf dem Rückweg begegnen wir einer großen koreanischen Gruppe, die mit knapp 20 Booten unterwegs sind. Wir hatten großes Glück, dass wir fast alleine unterwegs waren und so die Schönheit der Natur genießen durften. Nach knapp 3 Stunden sind wir dann aber froh, dass wir das Boot wieder verlassen dürfen, denn die kargen Holzbänke haben den Hintern doch recht arg gefordert. Vor Ort gehen wir gleich noch ins Restaurant und stärken uns erstmal. Ich esse hier ein Gericht mit Ziegenfleisch, welches für mich viel Arbeit mit sich bringt. Auch hier wurde wieder alles verwendet was nach Fleisch aussieht, sich dann aber eher als Schwarte, Haut etc. herausstellt.

    Gut gestärkt geht es weiter in Richtung Halong, wo wir unser heutiges Hotel beziehen werden. Die Stadt selbst ist nicht wirklich sehenswert, da das wahre Schauspiel sich vor der Küste abspielt. Hier liegt das Weltnaturerbe Halong Bucht, welches aus über 3000 kleinen Felsinseln besteht. Wir kommen so gegen 19 Uhr an und checken erstmal ein. Danach begeben wir uns an die Küstenstraße, um uns etwas die Zeit zu vertreiben. Diese Straße besteht aus vielen Restaurants sowie aus Ramschläden und Touristenmärkten. Es gibt nichts wirklich Interessantes zu sehen und deshalb machen wir uns auf die Suche nach einem ansprechenden Restaurant. Wir legen uns fest auf eines, in welchem nur Vietnamesen sitzen. Es stehen ein paar Plastiktische und -stühle auf der Straße und an einer Wand befinden sich einige Aquarien mit der Auswahl des Restaurants. Hier essen wir fangfrische Tigerprawns, Krebse und Kalamares. Ein Genuss für jeden Meeresfrüchteliebhaber. Nach dem Gaumenschmaus genehmigen wir uns noch eine Dose Bier gegenüber unserem Hotel und verschwinden dann auch langsam aber sicher in unsere Betten. Morgen schippern wir durch die Halong Bucht und genießen die sagenhafte Landschaft.

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    AEVFrankeA AEVFranke

    Kann meine beiden Reiseberichte auch nicht eistellen, außer ich stückel die auf mindestens 3 Teile. Hab leider etwas mehr geschrieben und komme da auf gut 70.000 Zeichen.
     
    Hab meinen aber im Word geschrieben und kann so wieder darauf zurückgreifen.

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