Alles zum Thema überbuchte Hotels
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Danke, maximax,
wenigstens Einer !!!
Ich hatte am letzten Samstag in einem anderem thread und in einem anderen Zusammenhang schon auf dieses Urteil hingewiesen, und in der sich daraus ergebenden Diskussion u.a. Günter eine Wette angeboten, das ab Montag ( Dienstbeginn ) das "Imperium in geballter Kraft" zurückschlagen würde.
Wenn Günter die Wette angenommen hätte ( hat er aber nicht !! ) wäre sie verloren gewesen. Ich bin sowas von erstaunt, das sich keine Reaktionen ergeben. Das bedeutet nach alter Marineregel: Treffer mittschiffs !
Gruss Gabriela -
Maximax ist immer gerne dabei, wenn es um ein paar Seitenhiebe gegen die Reisefraktion geht, gell lieber Wolfgang

Ich hab die Wette deswegen nicht angenommen, weil ich mir darüber im Klaren war, dass das alles ein wenig hochdiskutiert und aufgebauscht wurde. Insbesondere auch von einem anderen User, der hier noch nichts geschrieben hat, aber gerne auch lustvoll gegen die Branche wettert.
Also, cool down, die Revolution findet nicht statt.
Trotzdem ganz interessant gewesen... -
gabriela_maier wrote:
Ich empfehle wg. dieser Thematik das Urteil des Landgerichtes Frankfurt zu lesen: AZ 2/24 S 139/07.
Das Gericht hat in der verhandelten Sache entschieden, das die RV eine unverzügliche Informationspflicht haben, und vor der Reise den Umstand der Überbuchung mitteilen müssen.
Der Klägerin wurden 45% des Reisepreises zugesprochen, weil das Ersatzhotel qualitativ nicht dem gebuchten Hotel entsprach ( was genau wurde aber nicht näher definiert ). Und zusätzlich erhielt sie noch 15% des Reisepreises wegen des Verstosses gegen die Informationspflicht. Das Urteil wird Folgen haben.
Gruss GabrielaIch habe das Urteil nicht gelesen, aber ich gehe davon aus dass der RV VOR ANTRITT DER REISEwusste dass das betroffene Hotel überbucht war, und deshalb die besagte Informationspflicht nicht erfüllt hat.
Wie aber verhält sich das ganze wenn alles VOR ORT passiert, sprich: Gast kommt an, und im Bus (oder am Flughafen) wird er informiert dass sein gebuchtes Hotel überbucht ist? Oder man erklärt es ihm sogar erst wenn er physisch mit **** und Pack an der Rezeption des überbuchten Hotels steht (und der RV bzw. dessen Reiseleitung 'angeblich' nichts davon wusste)?
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deinem Bild nach zu urteilen glaubst du sicher nicht mehr an den Weihnachtsmann. Erst vor Ort könnte sich die Situation herausstellen, das man überbucht sei ? Ja wo leben wir denn ?
Ich schliesse aus dem Urteil, dass das Gericht den RV auferlegt, die Situation einer eventuellen Überbuchung mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln s t ä n d i g zu überprüfen, damit sie v o r Reiseantritt darüber informieren können und müssen.
Gruss Gabriela -
maximax wrote:
Aber ich nehme an, daß der Schock sehr tief sitzt!?
...nicht im geringsten, denn wenn ich in einem Hotel ein Zimmer buche, dann erhalte ich es auch. Was also soll mich an diesem Urteil schockieren?

Eben, nichts davon berührt mich...

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@ Bernat:
um das noch deutlicher zu sagen:
wenn das passiert, was du in deinen Beispielen schilderst, lautet die Antwort darauf ganz einfach: der Reiseveranstalter ist dann für diese Situation verantwortlich !! Das ist eine völlig neue Geschichte, und verändert das Kräftverhältnis beinahe ins Gegenteil, will sagen, die die richtige Richtung !
Gruss Gabriela -
Ich finde das Urteil ganz wunderbar!
Persönlich denke ich auch, dass es einem jedem RV eigentlich bereits vorab bekannt ist/sein müsste, dass ein Hotel überbucht ist.
Aber es lässt sich doch viel leichter mit dem Gast umgehen, wenn er vom Flug erschöpft schon am Urlaubsort ist und nicht mehr die Zeit hat großartig zu handeln, die Möglichkeiten Informationen bezüglich seiner Rechte einzuholen, nicht so einfach gegeben ist usw.........! -
Nahezu alle Überbuchungen kommen nicht vom Reiseveranstalter, sondern finden in der Reservierung der Hotels statt.Warum tun sie das?
Weil sie eben ihre Hotels voll haben wollen und immer ein wenig Schwund bei den Ankünften einplanen. Das funktioniert meist auch- hier ist es vermutlich daneben gegangen!
Ich denke, wir können noch bis zum jüngsten Tag diskutieren, die Details kennen wir nicht.Ich möchte auch nicht wissen, was sich zwischen Veranstalter und Hotel nach Kenntnis der Geschichte abgespielt hat!
Aber was Du aus dem Urteil des Gerichts heraus liest, liebe gabriela ist alleine Deine Sache.Es steht nirgends - oder hab ich was überlesen?!
Kein Reiseveranstalter wird bewusst überbuchen.
Keine Frage, dass es für Kunden unschön ist, so etwas zu erleben und in seinen kostbaren Urlaubs-Wochen auch noch Stress damit zu haben wenn die Unterkunft gewechselt werden muss! Ärgerlich und unangenehm.
Aber Fehler passieren eben auch in einer Branche wie der Touristik.Es ist ein Massengeschäft, vergessen wir das nicht!Pushen wir hier das Thema nicht weiter hoch, denn wir haben nur spärliche Informationen und auf Spekulationen sollten wir uns nicht einlassen. Meine bescheidene Meinung! Und das ist übrigens schon der zweite Thread in dem über ein -und das selbe Thema diskutiert wird...
Damit wird allerdings keine Aussage gehaltvoller!
Schade dass ich nicht gewettet habe. -
curiosus wrote:
.... denn wenn ich in einem Hotel ein Zimmer buche, dann erhalte ich es auch. Was also soll mich an diesem Urteil schockieren?
Eben, nichts davon berührt mich...

Ja Du, curiosus! Du bekommst das gebuchte Zimmer, weil Du kein Pauschalurlauber bist, sondern Dein Hotelzimmer privat buchst.
Mich berührt die Geschichte auch nicht, ich habe in 20 Jahren Individualurlaub noch nie ein überbuchtes Hotel vorgefunden, hatte immer eines der besseren Zimmer des jew. Hotels und war als Privatbucher hoch angesehen. -
... Wir sind beim Hotel, Maximax, das ist der Punkt -da hängen die Fehlerquellen oder die Versuche, den Laden voll zu bekommen!
Dem Pauschaltouristen ist das egal, keine Frage, er bucht die Leistung -Flug, Transfer und Hotel- und er will sie richtigerweise auch genau so haben!.
Individualtouristen wie Du sind bei Hotels wirklich gut/besser angesehen, stimmt.
Weil Du dem Hotel auch mehr bezahlst, als es von einem RV bekommt... -
Günter,
natürlich liegen die Fehlerquellen bei den Hotels, das sehe ich genau so. Kein RV hat ein Interesse daran, seine Kunden zu verärgern.
Aber es ist die Aufgabe der RV, die Hotels zu einer besseren Kommunikation zu zwingen, die den RV in die Lage versetzt, den Gast früher und effektiver über evtl. Überbuchung seines Hotels zu informieren.
In der Industrie wird ähnliches mit Poenalen verschiedener Art durchgesetzt. Voraussetzung ist allerdings das "Primat des Kunden", d.h. er muß gegenüber dem Lieferanten in der stärkeren Position sein. Manchmal habe ich das Gefühl, daß es in der Touristik so ist, daß die RV den Hotels gegenüber eher als Bittsteller auftreten. In diesen Fällen kann natürlich zu Gunsten der Kunden nichts durchgesetzt werden.Ich halte die derzeitige Praxis, daß die Kommunikationsdefizite im Bereich RV/Hotel zu Lasten der Kunden stattfinden, für stark verbesserungsfähig.
Ich grüße Dich
WolfgangP.S. Einer muß der advocatus diaboli sein, dafür ist die Gegenseite dann advocatus angeli. Das ist doch auch was!

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Es ist ein großer Irrtum, dass man nur als Pauschaltourist in einem überbuchten Hotel landet. Uns ist das 2 x bei Städtereisen passiert, als wir unsere Hotels ohne Veranstalter selbst gebucht hatten. Das erste mal haben wir es hingenommen, da das Ersatzhotel besser war als das ursprünglich gebuchte. Beim zweiten Mal haben wir nachdrücklich darauf bestanden, das gebuchte Zimmer auch zu erhalten, und oh Wunder-plötzlich war doch noch eines frei. Ähnliches ist uns vor vielen Jahren auch bei der Buchung eines Ferienhauses in einem schwedischen Feriendorf passiert. Privat Monate im voraus gebucht und als wir ankamen, wurde dieses Haus anderweitig benötigt, weil eine größere Gruppe sind angemeldet hatte. Uns wurde ein Ersatzhaus angeboten, dass auch in diesem Fall viel schöner war als das ursprünglich gebuchte. Ist also manchmal sogar ein Glücksfall!
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Bei der Pauschalreise wird es sich mit der Überbuchung nicht ändern, solange der Reiseveranstalter seine Buchungsdaten erst ca. 4 Wochen vor Anreise des Gastes dem Hotel zur Verfügung stellt.
In meinen Augen müssen die Buchungsdaten unverzüglich nach der Buchung an das Hotel übermittelt werden. Dann kann das Hotel auch rechtzeitig reagieren und einen Buchungsstop verhängen.
LG
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@ holzwurm:
ja richtig, so kommen wir langsam an die wirklichen Konsequenzen des Urteils ( aus heutiger Sicht ) heran. Alle haben lange Zeit "lau gebadet" -Zitat von Herbert Wehner in einem ganz anderen Zusammenhang- und werden sich wohl neu orientieren müssen. Spricht denn hier niemand vom Pauschalurlauber, vom Reisenden, von dem die Branche ihr Geld bekommt ? Das ist endlich mal eine Gerichtsentscheidung zu seinen Gunsten. Mauscheleien und stillschweigend verübte Praxis auf seinem Rücken und zu seinen Lasten werden in Zukunft einer Beweislast unterzogen. Ich verweise noch einmal auf das BGH-Urteil über die Verletzung der Informationspflicht. In Zukunft wird sich niemand mehr aus der Verantwortung stehlen können. Ich wundere mich über so manche Äusserung, die hier getätigt wird. Man hat machmal den Eindruck, als ob der Urlauber "Schlachtvieh" sei, das sich gefälligst ohne Gegenwehr und ohne Widerspruch seinem Schicksal ergeben soll.
Gruss Gabriela. -
maximax wrote:
Günter,n
Ich halte die derzeitige Praxis, daß die Kommunikationsdefizite im Bereich RV/Hotel zu Lasten der Kunden stattfinden, für stark verbesserungsfähig.
Ich grüße Dich
WolfgangP.S. Einer muß der advocatus diaboli sein, dafür ist die Gegenseite dann advocatus angeli. Das ist doch auch was!

Wolfgang klar, die Defizite sind da, allerdings liegen sie eben oft in den Zielgebieten.
Ich hab neulich mal eine gute Information aus berufenem Mund bekommen: Wenn man eine Skala von 1- 100 nimmt, für die Preise, die Hotels bekommen, dann liegen die Zahlungen, die Hotels von deutschen Reiseveranstaltern bekommen unter--festhalten: 40 % dieser Skala.
Also wird in anderen Ländern erheblich mehr bezahlt, z.B von den russischen Veranstaltern...
Korrekterweise müsste die Devise lauten: Deutsche Veranstalter-zahlt mehr an die Hotels! Richtig?
Da sie das gar nicht können, holen sich die Hoteliers ihre Brötchen
anderswo ab. Und jetzt beginnt der Eiertanz, von dem ich gesprochen habe. Der Verbraucher ist nicht bereit, mehr zu zahlen, der Veranstalter muss seine Renditen (ohnehin bei vielen Veranstalter nicht wirklich sehr gut!)erhöhen, er kann es nicht. Also holen sich die Hotels ihre guten Preise anderswo...
Da wird vor Ort belegt was das Zeug hält..
Bis zur Oberkante. Alles ein wenig vereinfacht dargestellt...klar!
Und da die Hoteliers oft eben warten bis zuletzt, um den Laden voll zu haben, klemmt es an der Kommunikation... -
So, gabriela, von dauerndem Wiederholen wird hier nichts besser.
Auch Du drehst Dich jetzt in der Argumentation permanent im Kreis!
Ich denke, wir haben das Thema anständig behandelt...Und wie gesagt, es ist der zweite Thread, in dem wir über dieses Thema die immer gleichen Argumente, gerade von Dir lesen!
Mehr wäre weniger, wir werden in Kürze zumachen... -
Ok, nachdem nichts mehr kommt, machen wir zu.
Interessantes Thema, aber zuletzt leider doch im Kreisverkehr gelandet!
Danke für die Beiträge!