Alles zum Thema überbuchte Hotels
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chepri wrote:
ÜBERBUCHUNGEN LASSEN SICH NICHT VERMEIDEN
ergänzen um: "solange das System nicht geändert wird. Dazu besteht aber keine Veranlassung, denn die Masse der Pauschalreisenden läßt es sich (noch) gefallen".
Hallo,
im Prinzip hast Du ja recht. Doch die Konsequenzen, wenn das System geändert wird wären genauso fatal. Nach meinen ganz persönlichen Schätzungen müsstest Du mit Preissteigerungen um ca. 50 % bei den Hotels rechnen. Hast Du dir schon mal deren offizielle Preise angeschaut. Die oft deutlich darunter leigenden der Veranstalter funktionieren nur mit diesem System.
Weiterhin würde die Auswahl leicht zurückgehen (ein Teil würde vermutlich durch die neue Technik aufgefangen) und das Risiko aller Beteiligten würde steigen. Keine Hotelüberbuchungen, aber dafür Hotels und Veranstalter, die plötzlich und unerwartet in die Pleite rutschen.
Fragt sich, ob der normale Urlauber dies wirklich auf dauer so haben möchte. Denn die schöne neue Welt ohne Überbuchungen und mit gleichbleibenden Preisen, die wird es nciht geben können.
Gruß
Berthold
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Hi,
diese Konsequenzen sind mir durchaus bewußt. Ob sie dann auch wirklich so kommen würden, wenn die Masse das Roulettespiel oder "Hotel-wechsel-dich" nicht mehr mitmacht, müßte der Markt zeigen.
Hast Du dir schon mal deren offizielle Preise angeschaut.
Ich kenne sie und würde sie auch bezahlen, wenn ich in ein "Kataloghotel" möchte. Zu beinahe 100% verbringe ich aber jetzt meine Urlaube in Hotels, die für RV´s nicht interessant sind, zum weitaus größten Teil in den spanischen "Paradores". Deren Buchungssystem, aber auch Stammkundenprogramm ist vorbildlich und bisher hat man mir jeden Wunsch erfüllen können. Überbuchg? Ausgeschlossen!
LG chepri
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@ Berthold
Du wirst bemerkt haben dass mein 'Roman' über die 'Overcontracting' Praxis absolut wertfrei von irgendwelchen (eigenen) Meinungen ist. Deshalb spreche ich immer vom 'Spielchen' zwischen Veranstaltern und Hotels. Kurzfristig KANN man dieses 'Spielchen' NICHT STOPPEN, auch wenn man das wollte (zumindest was die klassischen Ferienhotels anbelangt).
In klarar Vorraussicht was die Zukunft - irgendwann einmal und gezwungenermasssen - bringt, haben de grossen Veranstalter vorgesorgt und sich 'mit dem Rücken zur Wand' gestellt (z. Bs. in dem sie sich an Hotels beteiligen), dann verdienen sie zumindest mit, egal ob der Kunde in ihrem Hotel über sie bucht oder direkt kommt (nebenbei können sie dadurch auch gleichzeitig dafür sorgen dass ihre direkte Konkurrenz IHR hotel NICHT buchen kann).
Seit Jahrzehnten 'träumen' die Hoteliers in den Zielgebieten davon auf die Reiseveranstalter verzichten zu können. Dem kommt man zwar immer näher (Internet, Erfahrung der Kunden, etc. etc.), aber das GEHT EINFACH NICHT SO WIE MAN DAS WILL. Zudem gibt es noch andere Faktoren die das ganze erschweren: rechtiche Verantwortung und Belangbarkeit wenn etwas schief läuft, 'neutrale' Kundenberatung entfällt, mögliche Sprachprobleme, etc., etc.
Das ist so ähnlich wie der Wunsch in einem Zielgebiet wie Mallorca davon zu sprechen von "QUANTITÄT" zu "QUALITÄT" überwechseln zu wollen. GEHT NICHT (das heisst, nur in winzigen Schritten) !! Auch darüber spricht man hier seit Jahrzehnten .... während man weiterhin hofft immer mehr Besucher zu bekommen, aber bei relativ gleichbleibendem Preis-Leistungsverhältnis (wenn das nicht sogar zurückgeht?).
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ADEgi wrote:
chepri wrote:
ÜBERBUCHUNGEN LASSEN SICH NICHT VERMEIDENergänzen um: "solange das System nicht geändert wird. Dazu besteht aber keine Veranlassung, denn die Masse der Pauschalreisenden läßt es sich (noch) gefallen".
Ist schon klar. Ich glaube aber dass die Mehrzahl der 'Normalurlauber' (Touristenprofis natürlich ausgenommen) nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung hat wie und warum dieses 'Spielchen' getrieben wird (sonst würde man hier z.Bs. auch nicht fragen ob es Reiseveranstalter gibt die mehr überbuchen als andere).
Fehler beim Zitieren korrigiert!
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Hallo Bernat,
wenn Du etwas zurückblätterst, dann wirst Du ebenfalls ein ausführliches Posting von mir finden, daß sich mit Deinem fast weitgehend deckt. Einzig Deines klingt noch etwas mehr nach persönlichen Einblicken in die Reisebranche.
Problem ist aber auch, daß eine Lösung nicht Deutschlandweit kommen kann, denn wenn, dann müsste Sie mindestens Europaweit, für manche Ziele gar Weiltweit erfolgen. Denn was nützt es wenn beinspielsweise Deutschland das so regeln würde und plötzlich alle ab Österreich, Holland, der Schweiz und allen anderen Nachbarländern fliegen würden, weil es dort kostengünstiger ist. Außerdem belegen dann andere Nationen die Hotels und die Deutschen dürfen dann noch kommen, wenn gerade ncoh Platz wäre. Keine Überbuchungen mehr, aber auch deutlich weniger Auswahl.
Über die neuen virtuellen Veranstalter wird die Überbuchungsquote zwar auf Dauer etwas zurückgehen, jedoch dann mit höheren Risiken für Hotels und Fluggesellschaften. Es wäre fatal anzunehmen, daß diese sich dieses Risiko nicht in barer Münze bezahlen lassen würden.
Gruß
Berthold
@Chepri
Für Paradores gibt es übrigens auch entsprechende Veranstalter. Da ich mit einem der Größten davon sehr auf Kriegsfuß stehe und Du ja ohnehin weiter individuell buchen möchtest, brauche ich den hier aber nicht nennen. Weißt Du aber wahrscheinlich ohnehin selber. -
@ Berthold
Muss wohl Dein langes Posting beim durchzappen klatt übersehen haben. Ich sehe dass Du da auch vom 'Spiel' sprichst. Genau so ist das. Auf den Aspekt der 'Garantieverträge' (und viele andere Aspekte des 'Spiels' zwischen Veranstalter und Hotelier bzw. des 'Overcontracting/Overbooking') bin ich bewusst nicht eingegangen um die Sache nicht noch mehr zu komplizieren.
Mein "persönlicher Einblick in die Reisebranche" ist 'reiner Zufall': Ich war jahrelang - unter anderem - für 'Overcontracting/Overbooking' der damals bedeutensten Urlaubshotelkette Spaniens verantwortlich. Jahre später dann für das offizielle Unterkunftsprogramm der Weltausstellung EXPO SEVILLA '92.
(wollte dieses Posting per P/N schicken, aber das geht bei Dir wohl nicht?)
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Ist schon ein bischen her ....aber ich bedanke mich jetzt doch mal für alle Antworten!Ich habe jetzt das Bahia Estella Caribe in Las Terrenas (Samana)gebucht.Das steht wohl sehr einsam und das einzige Hotel (Schwesterhotel)daneben wird schon lange umgebaut und hat nicht geöffnet .Was passiert wenn in der Nähe trotz Überbuchung kein Hotel sich befindet?Darf man einen Gast an einen ganz anderen Ort als gebucht verfrachten?Oder lassen die Obrigkeiten in dem Hotel dann keine Überbuchungen zu
Gibt es da eine bestimmte Entfernung die zum eigentlichen Hotel eingehalten werden muß? Liebe Grüße Angie P.S .....finde übrigens Kessi's letzten Beitrag sehr gut aber leider ist man darauf garnicht eingegangen
und vielen Dank Bernat für deinen Suuuuper Beitrag
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Kessi wrote:
@Admins: Könnte man mal so eine kleine Sammlung mit den ganzen "Hotel-Überbuchungs"-Threads machen wie es auch bei den Flugverspätungen gemacht wurde. - Bzw. eben einen sehr ausführlichen Infoauszug zu dem Thema und hier oben festtackern?Danke Angie-Baby, dass Du auch der Meinung bist, dass man meinen Vorschlag überdenken könnte bzw. würde ich mich über ne Antwort von den Admins sehr freuen.
Sehr gut finde ich auch, dass Du Dich nun nochmal meldest und bei denjenigen bedankst, die Dir helfen wollten.
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Sorry - überlesen - aber jetzt umgesetzt !

Liebe Grüße,
Sandra -
Wollte auch mal meinen Senf in Sachen Überbuchung loswerden.
Ich finde es eine bodenlose Frechheit, wenn Hotels überbucht sind und Gäste in andere Häuser abgeschoben werden. Wenn ich im Laden eine Hose kaufe, wird mir auch nicht, nachdem ich bezahlt habe, plötzlich eine grüne anstatt einer blauen eingepackt. Begründung: wir haben die blaue bereits gestern schon verkauft, ist nur noch nicht abgeholt worden! BLA!!
Ich finde, die Reisen sollten absolut verbindlich sein. Ohne wenn und aber. Schließlich bezahle ich für eine Leistung und erwarte diese dann auch.
Genauso empfinde ich das Übergehen einer Sitzplatzreservierung. Wenn die Airlines nicht im Vorfeld wissen, mit welchem Vogel die Route geht, sollten sie gar keine Reservierungen annehmen, ansonsten absolut verbindlich! -
Ich empfehle wg. dieser Thematik das Urteil des Landgerichtes Frankfurt zu lesen: AZ 2/24 S 139/07.
Das Gericht hat in der verhandelten Sache entschieden, das die RV eine unverzügliche Informationspflicht haben, und vor der Reise den Umstand der Überbuchung mitteilen müssen.
Der Klägerin wurden 45% des Reisepreises zugesprochen, weil das Ersatzhotel qualitativ nicht dem gebuchten Hotel entsprach ( was genau wurde aber nicht näher definiert ). Und zusätzlich erhielt sie noch 15% des Reisepreises wegen des Verstosses gegen die Informationspflicht. Das Urteil wird Folgen haben.
Gruss Gabriela -
Hoch interessantes Urteil! Zum ersten Mal geißelt ein Gericht die gängige Praxis, Kommunikationsdefizite zwischen den RV und den Hotels, und als Folge davon die massiven Hotelüberbuchungen, auf dem Rücken der Gäste auszutragen.
Urteile im Reiserecht sind Einzelurteile. Sollte sich diese Rechtsprechung allgemein durchsetzen, ist zu erwarten, daß die RV umdenken müssen.
