Reiseanbieter bietet Rückzahlung an - gerechtfertigt?
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Hans2016
Wo wir hier schreiben, ist mir jetzt aufgefallen, daß das Hotel nur noch 45% an Weiterempfehlung hat.
Das ergibt sich u. a. daraus, dass positive Bewertungen von September 14 und früher nicht mehr in die Berechnung der WER einfließen, da älter als 2 Jahre. -
... was auf die Ansprüche keinerlei Auswirkung hat.
Im Übrigen interessieren sich Gerichte nicht für pauschale Aussagen wie "Horror Hotel" oder "katasprophales Essen", sie erwarten eine Anspruchsbegründung mit präzisen Angaben und Dokumentationen. Auch ein Strand mit etlichen Häufchen ist an sich noch kein dem Veranstalter anzulastender Reisemangel, die Chancen auf eine Erstattung erhöhen sich aber, wenn man an 3 aufeinanderfolgenden Tage dasselbe Häufchen dokumentiert und damit mangelnde Hygiene beschwert.
Brüllende Väter am Grill, im Supermarkt Verpflegung kaufende Servicemitarbeiter, ein Arzt, der zum Verzicht auf Essen und Baden rät ... einmal pusten und die Argumentation ist erloschen. Sofern kein Hans eine nachweislich mit Salmonellen belastete Bratwurst vorweisen kann, macht die Gesundheitsarie alle Hänse nicht nur nicht wieder gut, sie macht sie vielmehr ihrerseits angreifbar.Es hat auch keinen Sinn an der Haltung der Juristen zu zweifeln, die sicherlich nicht den Wert der Gesundheit und das Recht auf ihren Schutz bestreiten. Sie bestehen allerdings auf vollkommen unwiderlegbare Nachweise für Verstöße gegen ihren Schutz. Hat demnach kein Hans eine Bratwurst ins Labor geschmuggelt und kann ihre Kontaminierung nachweisen, werden alle Hänse mit ihren hehren Zielen unweigerlich scheitern.
Der geschätzte Herr Hopperdietzel (Anwalt, Fachgebiet Reiserecht) warf einmal etwas voreilig eine Erkrankungsrate von mindestens 30% in ein Interview, ab welcher die Aussichten eines Obsiegens vor Gericht wahrscheinlicher würde.
Ich halte dagegen ein persönliches Erlebnis in einem Robinson Club. Dort betrug die Erkrankungsrate satte 80%, nicht selten saßen 10 und weniger Aufrechte vor einer Hundertschaft köstlicher Doraden und aßen sich um den Verstand. Täglich mehrmals erschienen Mitarbeiter der örtlichen Gesundheitsbehörden und nahmen Proben von quasi allem, was man sich irgendwie in den Mund stecken konnte - kein Befund.
Übeltäter war ein Norovirus, das - von einem Gast eingeschleppt! - mit erstaunlicher Erfolgsrate buchstäblich den gesamten Club (eingeschlossen die Mitarbeiter!) niederstreckte. Darunter waren auch einige Anwälte, die nach Möglichkeiten zum "Schadenerstatz" gefragt müde abwinkten - und das nicht nur, weil sie von der Krankheit entleibt waren.
Selbst wenn die Behörden den Laden geschlossen und damit allen Gästen den Urlaub gekappt hätten, wäre kein Anspruch gegen den Veranstalter durchsetzbar gewesen, da die Maßnahmen als eine dem Schutze der Gesundheit dienliche außerhalb seiner Sphäre gelten würde.
Ein weiteres beredtes Urteil ist das gegen eine Klägerin, die eine Salmonelleninfektion zwar nachweisen konnte, nicht jedoch deren Quelle im Hotel.
Sie scheiterte.Mam62 hat es einen Bärendienst genannt, welcher den Hänsen mit einem Bestehen auf der Argumentationslinie "Angriff auf die Gesundheit" erwiesen würde. Ich halte diese Begrifflichkeit für recht treffend gewählt.
Zudem möchte ich zu bedenken geben, das Pauschalreisende immerhin durch die §§651 BGB die Möglichkeit haben, im Falle einer mängelbehafteten Reise gegen den Veranstalter zu Felde zu ziehen. Individualbucher hingegen müssten in der beispielhaften Causa in Bulgarien klagen - ich denke das ist kein besonderer Vorteil.
Ganz interessant finde ich allerdings die Idee, die Zahlungen für Pauschal- oder Flugreisen bis zur Vollendung auf ein Anderkonto zu entrichten und somit erst nach tadelloser Leistung verfügbar zu machen. Das ist allerdings entweder ein wenig kurz gedacht oder absolut revolutionär, müssten entsprechend ja auch die Zahlungen der jeweiligen Leistungserbringer entsprechend gegenseitig abgesichert werden.
Jedoch sind derartige Gedanken bezüglich einer der seltenen Ausnahmen des Prinzips Zahlung gegen Leistung gar nicht so vekehrt ... -
Danke für Deine aufwendige Einschätzung und nochmal danke, daß Du die Angelegenheit sachlich beurteilst. Ich glaube, Du kannst es gut nachvollziehen, was den Menschen da unten widerfahren ist.
Andererseits haben wir auch die Realität vor den Augen und bei mir persönlich stand von Anfang an nicht die Rückerstattung im Fokus, weil ich es leider oft gesehen habe, daß Recht haben und Recht bekommen zwei Paar Schuhe sind. Aber als sich mehr und mehr Beschwerden häuften und wir uns mit den anderen kurzgeschlossen haben, kam vielen von uns die Galle hoch. Nicht allein wegen der Mängel aber hauptsächlich wegen der Ignoranz seitens des Reiseveranstalters. Ich spreche hier bestimmt nicht für alle, aber mich persönlich würde es heute nicht befriedigen, einen Betrag X zu bekommen und das wars. Nächstes Jahr wieder das gleiche Risiko? Und wie verhalten sich die anderen Reiseveranstalter? Sie werben ja alle mit einer ähnlich formulierten Rund-Um-Garantie. Wie steht es mit der Reiserücktrittsversicherung wenn man krank wird, gibt es auch da Stolperfallen.Ich erinnere mich, als ich die Familie vor Jahren nach Griechenland schickte. In das Hotel eines Bekannten einer meiner Freunde. Ich habe 3 Wochen vorausbezahlt und vereinbat, daß sie das schönste Zimmer bekommen. Das hatten sie auch, allerdings nur für 1 Woche. Danach wurden sie umquartiert und ich hatte kein Mittel, den Umzug zu verhindern. Seitdem sind wir nur noch mit großen Reiseveranstaltern unterwegs gewesen. Auch mit Alltours. Bis zu diesem Sommer.
Ja, die Idee ist nicht verkehrt, daß man auch den Pauschalurlaub nach tatsächlich erfolgter Leistung bezahlt. Vielleicht wird der Druck auf die Veranstalter - hier im positive Sinne aufgefaßt - irgendwann so groß, daß einer damit beginnt. Man könnte auch einen Pauschalurlaub mit Ratenzahlung vereinbaren, vielleicht könnten sich dann noch mehr Menschen leisten zu verreisen. Vielleicht gibt es die Idee auch schon.
Wenn es denn was Positives gebracht hat und wenn es denn eine Änderung gibt - die positiven Bewertungen vom September lassen es hoffen, dann war die Schreiberei nicht umsonst. Diese Hotelanlage hat sicher bessere Zeiten erlebt und wenn hier der Reiseveranstalter und der Hotelbesitzer in Zukunft besser zusammenarbeiten, dann kann es wieder werden. An uns - den Reisenden wird es sicher niemals scheitern, denn wir haben die Eigenschaft, schnell zu vergessen... Also liegt der Ball jetzt in der Hälfte der Verantwortlichen.
Danke nochmal im Namen von uns allen!!!
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Hans2016:
Man könnte auch einen Pauschalurlaub mit Ratenzahlung vereinbaren, vielleicht könnten sich dann noch mehr Menschen leisten zu verreisen. Vielleicht gibt es die Idee auch schon.Das gibt es schon seit Jahrzehnten. Machen die Banken gerne...

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Hans, wenn man sich die Raten plus Zinsen (!) leisten kann, kann man den Urlaub auch ansparen.
Wenn nicht, dann lebt man auch ohne Urlaubsreise ganz passabel. Und seine Urlaubstage kann man mit etwas Engagement und Interesse auch ganz wunderbar in der heimatlichen Umgebung gestalten. -
Das Ersparte in einen Urlaub zu investieren, der dann nicht den Vorstellungen entspricht ist sicher bitter. Aber wie wird es erst sein, wenn man an so einem verkorksten Urlaub noch einige Zeit hinterher abzahlen muß?
Urlaub auf Raten finde ich ein absolutes NO-GO. -
Zweifellos hätte es dem Verkäufer zugemutet werden können, sich nach fortwährenden Beschwerden proaktiv ins Gespräch zu bringen und seinen Leistungserbringer einzunorden.
Zweifellos hat er sich auch dazu zu bekennen, einen ziemlichen Mist weiter verkauft zu haben und ist die billigste Reise zu teuer, wenn sie in einer völlig abgerockten Bude mit ver- und beschissenem Strand endet.
In ganz seltenen Fällen kann ein Veranstalter im Forum um Stellungnahme ersuchen.
Mangels Zusammenhang von sowohl Veranstalter- als auch Hotelnamensnennung wird damit hier nicht zu rechnen sein. Es sei denn man landete bei der Googlesuche "alltours vergiftet Urlauber" direkt hier ... (tut man nicht - ich hab´s eben erprobt!). -
@vonschmeling,
ich zitiere
"Ganz interessant finde ich allerdings die Idee, die Zahlungen für Pauschal- oder Flugreisen bis zur Vollendung auf ein Anderkonto zu entrichten und somit erst nach tadelloser Leistung verfügbar zumachen. Das ist allerdings entweder ein wenig kurz gedacht oder absolut revolutionär, müssten entsprechend ja auch die Zahlungen der jeweiligen Leistungserbringer entsprechend gegenseitig abgesichertwerden.
Jedoch sind derartige Gedanken bezüglich einer der seltenen Ausnahmen des Prinzips Zahlung gegen Leistung gar nicht so vekehrt"dann aber Bitte die Anzahl desPersonals der Gerichte entsprechend erhöhen, denn die Flut der Verfahren wird sich schlagartig vermehren wenn denn geklärt werden muss, waren die erbrachten Leistungen tadellos oder nicht, teolweise oder garnicht erbracht usw.
Viel Spass.
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... na gut, spätestens an dieser Stelle wird die Umsetzung zerschellen.
Wie gesagt, ich sehe da durchaus Optimierungspotenzial und habe andererseits auch Verständnis für die Gegenseite - beispielsweise den Reiseleiter.
Was soll er machen? Auf der einen Seite tobt der Gäste Unmut über ihn hinweg, auf der anderen sagt der Veranstalter "So ist das eben am Rande von Europa!"?!
Die Behörden scheinen überwiegend korrupt zu sein, sich am Elend von Patienten zu bereichern ist ein Kavaliersdelikt und mitten in all den Konflikten steht er vollkommen machtlos da, weil er keinen Umschlag hat für die Beschwerdeführer.
Keine beneidenswerte Position!
Offenbar kann man es auch in Bulgarien besser erwischen, bleibt also zu hoffen, dass die Veranstalter aus dem negativen Feedback die logische Reaktion herleiten und keine Verträge mehr mit diesen maroden Buden abschließen.
Hat denn schon mal einer in die Angebote 2017 geschaut? -
Genau damit hatte ich gerechnet und relativiert das leider die kolportierte Massenhaftigkeit an Beschwerden bei den fraglichen Veranstaltern:
Es gibt halt ein gefühltes und ein tatsächliches Aufkommen, eine Abbildung nicht aus den Bewertungen und Weiterempfehlungsraten und erst recht nicht aus dem Gejammer eines Incoming Agents über angebliche Ignoranz, sondern aus den faktisch eingereichten Minderungsbegehren und dem faktischem Saldo für aus Sicht des Veranstalters.
Auch ein ausgeprägter Shitstorm wird bei der Größenordnung der erwähnten Anbieter nicht viel mehr als ein müdes Lächeln verursachen, um Bewegung in die Plüschetagen zu bringen muss man wesentlich strategischer agieren. -
Die "Strategie" haben die Hänse allerdings trefflich verpaßt/verpatzt...zweifelhaft aber auch, ob sie (nimmt man mal die Bewertungen als Maßstab) überhaupt funktioniert hätte. Lies man sich die Bewertungen durch, relativiert sich nämlich auch schon so einiges.
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Hallo,
da mein Beitrag wahrscheinlich gelöscht wurde, wollte ich mich über diesen
Thread für eure Hilfe und Tipps bedanken und euch mitteilen was heraus gekommen ist.
Ich hatte in dem anderen Thread beschrieben, das wir bissel Pech mit unserem Hotel in
Elenite in diesem Jahr hatten.
Die Reaktion des Reiseanbieters war ernüchternd.
Die Mängelliste war lang und der Entschädigungsbetrag nicht angemessen.
Der Reiseanbieter wollte uns mit 12 % des Reisepreises abspeisen.
Ihr habt mir dann Tipps gegeben und mich auf die Frankfurter Tabelle aufmerksam gemacht.
Eine Reaktion hab ich mittlerweile,
angeblich ist die Frankfurter Tabelle nichts ausschlaggebend und meine Forderung überhöht.
Sie wollen sich aber trotzdem mit mir einigen und bieten mir
mittlerweile eine Rückzahlung von ca. 25 % an.
Eigentlich möchte ich die Sache auch gerne für mich abschließen.
Denkt ihr die Rückzahlung ist ok?
Und nochmal vielen Dank für eure Hilfe.
Sindy -
Ach und etwas muss ich noch loswerden.
Wenn das Hotel zu dem Zeitpunkt schon schlechte Bewertungen gehabt hätte wo wir gebucht haben, wären wir dort nie hingeflogen.
Immerhin verreisen wir mit einen jüngeren Kind und da achtet man extrem darauf.
Wir haben uns halt darauf verlassen, das wenn man über einen großen Reiseanbieter bucht, das man auch das bekommt was im Katalog steht.
Das war ein Fehler.
Und hätte man mich zu dem Zeitpunkt wo das mit „Gesundheitsrisiko“ los ging, so umbuchen lassen das es in mein finanzielles Budget gepasst hätte, dann hätten wir tatsächlich umgebucht.
Aber zu diesem Zeitpunkt wusste bei Alltours angeblich keiner von den Zuständen vor Ort.
Was auf jeden Fall eine Lüge war!!! Wie es sich im nachhinein herausgestellt hat.
Trotzdem interessiert mich eure Meinung sehr, ob die Entschädigung gerechtfertigt ist (wie oben geschrieben). -
Erst einmal danke für die Rückmeldung, Sindy.
Der Hinweis, die Frankfurter Tabelle sei nicht rechtsverbindlich, erfolgt reflexhaft - ausgenommen man beruft sich seitens des Veranstalters darauf.
Eigentlich sind 25% etwas mager - ich bin aber der Ansicht, dass aussergerichtlich nicht mehr zu holen ist. Und eine Verhandlung würde vermutlich mit einem Vergleich in etwa derselben Größenordnung ausgehen - also nimm´s und mach den **** zu.
Die Bedingungen scheinen ja unter aller Kanone gewesen zu sein - allerdings wird das fragliche Hotel auch für 2017 wieder flockig angeboten. Es hilft also nur konsequentes meiden solcher "Risikogebiete". Sonst ist selbst der billigste Urlaub noch zu teuer!Ich glaube übrigens nicht, dass dein Beitrag gelöscht wurde - weshalb sollte er?!
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Hallo,
da mein Beitrag wahrscheinlich gelöscht wurde, wollte ich mich über diesen
Thread für eure Hilfe und Tipps bedanken und euch mitteilen was heraus gekommen ist.
Ich hatte in dem anderen Thread beschrieben, das wir bissel Pech mit unserem Hotel in
Elenite in diesem Jahr hatten.
Die Reaktion des Reiseanbieters war ernüchternd.
Die Mängelliste war lang und der Entschädigungsbetrag nicht angemessen.
Der Reiseanbieter wollte uns mit 12 % des Reisepreises abspeisen.
Ihr habt mir dann Tipps gegeben und mich auf die Frankfurter Tabelle aufmerksam gemacht.
Eine Reaktion hab ich mittlerweile,
angeblich ist die Frankfurter Tabelle nichts ausschlaggebend und meine Forderung überhöht.
Sie wollen sich aber trotzdem mit mir einigen und bieten mir
mittlerweile eine Rückzahlung von ca. 25 % an.
Eigentlich möchte ich die Sache auch gerne für mich abschließen.
Denkt ihr die Rückzahlung ist ok?
Und nochmal vielen Dank für eure Hilfe.
Sindy@Sindy52 sagte:
Hallo,
da mein Beitrag wahrscheinlich gelöscht wurde, wollte ich mich über diesen
Thread für eure Hilfe und Tipps bedanken und euch mitteilen was heraus gekommen ist.Hallo Sindy52,
Dein letzes Posting in diesem Thread war vom 03.11.2016 - hier -!
Ist natürlich nicht gelöscht, warum auch!

LG
Sokrates