Rücktrittsversicherungen bei dynamischen Reisen?
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Seit einiger Zeit wird hier im Forum über eine sich immer mehr ausbreitende Form der Reisebuchungen diskutiert. Ich meine die "dynamischen Reisen".
Diese Reisen sind oft etwas billiger als herkömmliche Pauschalreisen, verlangen aber ab dem Buchungszeitpunkt schon Stornokosten von oftmals 80 Prozent. Bei "normalen" Pauschalreisen betragen diese Kosten in aller Regel bis 30 Tage vor Reisebeginn nur 20 Prozent.
Meine Frage: Decken die üblichen RRV auch diese hohen Kosten ab, oder haben sie schon durch Leistungseinschränkungen oder Sondertarife auf diese hohen Stornokosten reagiert?
Viele Grüße
Manfred
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Also, Auskunft des Reisebüros von HolidayCheck:
Die Versicherung greift und es werden keine Unterschiede gemacht.
Die meisten Stornierungen kommen ohnehin im Zeitraum eine Woche vor Abreise durch plötzliche Erkrankung zustande, Und da nähern sich die Stornokosten der traditionelle Veranstalter zu den dynamisch arbeitenden dann schon deutlich an! -
Insgesamt läßt sich aber in Gesprächen mit den Jungs und Mädels der Versicherungen feststellen, dass die teilweise deutlichen Preissteigerungen der Reiserücktrittskostenversicherungen in den letzten 12-18 Monaten zu weiten Teilen durch die "dynamischen" Reisen getrieben/verursacht worden sind.
Viele Grüße.
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Hallo SilviaL
gib mal "dynamic packaging" als Suchbegriff in der Forum-Suche ein, dann wirst Du fündig!
LG
Sokrates

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Wenn Günter Recht hat (und ich zweifle nicht daran), dass der Großteil der Stornokosten eine Woche vor Abreise entsteht, wo die Stornokosten ziemlich identisch sind, dürften die "Maßschneidereien" nicht für die deutlichen Preiserhöhungen verantwortlich sein. Vermutlich sind sie aber doch, weil die cleveren Versicherungsmathematiker sofort sagen "Ja aber es könnte doch sein, dass hier höhere Kosten auf uns zukommen. Und weil die Versicherer ebenso wie die Veranstalter ja immer nur unser Bestes wollen, werden vorsichtshalber mal Beitrage in weiser Voraussicht dem geänderten Markt angepasst.
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Danke Günter, das leuchtet mir ein.
Gruß
Manfred
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chepri wrote:
"Ja aber es könnte doch sein, dass hier höhere Kosten auf uns zukommen. Und weil die Versicherer ebenso wie die Veranstalter ja immer nur unser Bestes wollen, werden vorsichtshalber mal Beitrage in weiser Voraussicht dem geänderten Markt angepasst.Das war ja nicht die Frage Chepri----der IST Zustand war das Thema.
Ich bin aber ganz Deiner Meinung : Es wird teurer werden!
Zumal Virtuell oder Dynamisch weiter drastisch zunehmen wird. Es ist für die Veranstalter viel zu verlockend, ins "Regal" zu greifen(Flug und Hotel) und erst dann zusammenzufügen, wenn der Kunde es will, bei der Buchung!
Schlanke, kostensparende Produktion und Reisen günstig anbieten, der Wettbewerb wird zusätzlich Druck auf die alten Pauschalpreise machen, die ja meist schon ein halbes Jahr zuvor (min.) kalkuliert wurden. -
Man kann es auch so sagen:
Jeder, der eine Reiserücktrittskostenversicherung bei herkömmlichen Pauschalreisen abschließt, zahlt automatisch einen höheren Preis, um die Risiken der überproportional hohen Rücktrittsgebühren der Dynamic- Packaging-Angebote mitzufinanzieren.
Und vielen Dank an Günter für die Klärung der Haftungsfragen. Ihr vertretet ja
immerhin um 75 Reiseveranstalter. Da braucht sich dann niemand Sorgen machen,
wenn seine Anzahlung bei mehr als 30 Tagen vor Abreise den Betrag von 20 Prozent übersteigt.Steht aber im Widerspruch zu Expertenmeinung, z.B. der Europäischen Versicherung, wie bereits im Thread "Finanzielles Risiko trotz Reisepreis-Sicherungsschein ?" verlinkt und wie es aktuell in einigen Verträgen der Versicherer ja auch ausdrücklich vermerkt ist.
Gruß privacy
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Willkommen bei Deinem Lieblingsthema, zu dem Du immer leidenschaftlich was zu schreiben hast, lieber privacy.
Ich weiß auch, dass Dich dieses Thema besonders belastet.
Aber die klare Aussage aus der Chef-Etage des drittgrößten Reisebüro dieser Republik dürfte ja was wert sein. Die meisten Rücktritte entstehen definitiv kurzfristig -wenige Tage vor Abreise. Und da sind die Kosten- ebenfalls klare Aussage der Chefin unserer Reisebüros- eben fast annähernd gleich, egal ob dynamisch/virtuell oder traditionell pauschal gebucht. Da dürfte es wohl keine Einwände geben.
Und zu diesem Zeitpunkt ist der Reisepreis bereits voll bezahlt. Da spielen dann Anzahlungen überhaupt keine Rolle mehr.
Übrigens gelten inzwischen auch bei Discount Travel, dem Restevermarkter der TUI 40 % Anzahlung! Und nicht nur für die:
Auszug aus den Reisebedingungen/AGB der TUI:"Für gesondert gekennzeichnete Top-Angebote sowie ausgewählte, kurzfristige bzw. preisreduzierte Angebote, Specials, Sparreisen und Reisen der MarkeDiscount Travel gelten folgende Stornogebühren:
bis zum 31. Tag vor Reiseantritt 40 %
ab dem 30. Tag vor Reiseantritt 55 %
ab dem 22. Tag vor Reiseantritt 65 %
ab dem 15. Tag vor Reiseantritt 75 %
ab dem 8. Tag vor Reiseantritt 85 %
ab dem 2. Tag vor Reiseantritt bis zum Tag des Reiseantritts oder bei Nichtantritt der Reise 95 % des Reisepreises.Also nicht nur die Virtuellen!
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Ich werde leider aus dieser Diskussion hier nicht ganz schlau. Meiner Meinung nach divergieren die AGB der virtuellen Veranstalter mit denen der Versicherer. Entweder müssten die Versicherer ein neues Produkt anbieten, was die erheblich höheren Risiken abdeckt, oder sie berufen sich auf ihre AGB, was bedeuten würde, das sie nur wie bisher im Rahmen "normaler" Stornierungskosten regulieren. Warum sie dann aber ihre Prämien erhöhen sollten, wenn sie eben nicht im Risiko stehen kann ich nicht verstehen.
Ich war bisher der Meinung, das der Bucher über einen virtuellen Veranstalter selbstverständlich eine Reiserücktrittsversicherung abschliessen kann, aber für überschiessende Regressforderungen aus Stornierungen selbst aufkommen muss.
Das die meisten Stornierungen relativ kurzfristig vor Urlaubsbeginn erfolgen leuchtet mir ein, ebenso, das dann die Kosten sich beiderseitig Richtung 100% bewegen. Es geht aber ja auch um längerfristige Buchungen, und da klafft die Lücke. Man muss sich nur mal hier im forum die div. Beiträge in den threads über die virtuellen RV anschauen. Stornokosten sind dort ein Hauptthema.
Gruss Gabriela
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privacy wrote:
Jeder, der eine Reiserücktrittskostenversicherung bei herkömmlichen Pauschalreisen abschließt, zahlt automatisch einen höheren Preis, um die Risiken der überproportional hohen Rücktrittsgebühren der Dynamic- Packaging-Angebote mitzufinanzieren....wohl dem, der eben diese nicht jedes mal abschließen muß, weil er/sie diese sowieso schon hat. Die Gebühren sind bei mir bislang nicht gestiegen...

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@gabriela:
Lies bitte die TUI Stornobedingungen nochmals durch. TUI ist kein virtueller Veranstalter!Und Sonderangebote, preisreduzierte Angebote, Specials etc. werden sehr häufig gebucht.
Zudem: Man bucht ja nicht um zu stornieren. Es betrifft eben nicht nur die Virtuellen, das hab ich hier ja versucht darzustellen!
Für mich haben diese Diskussionen sowas wie die verzweifelte Suche nach dem Pferdefuß.
Hier noch die Zahlungsregelung der TUI, geht in die gleiche Richtung:
"2.2 Bei Vertragsabschluss wird gegen Aushändigung der Bestätigung die Anzahlung in Höhe von i. d. R. 20 %, **bei gesondert gekennzeichneten Top-Angeboten sowie ausgewählten, kurzfristigen bzw. preisreduzierten Specials, Sparreisen und Reisen der Marke Discount Travel 40 % des Gesamtpreises fällig.**Die Kosten für Reiseversicherungen werden in voller Höhe zusammen mit der Anzahlung fällig." -
Mir steht es nicht zu, die Richtigkeit zwischen den Aussagen seitens dem Vorstands-vorsitzenden einer der größten Reiseversicherungen Europas einerseits und der Chefetage des drittgrößten Reisebüros für den deutschen Markt auf der anderen Seite zu gewichten.
Dass die Rücktrittskosten in den letzten 4 Wochen vor Reiseantritt nahezu gleich hoch sind, war nie das Thema und steht auch gar nicht zur Diskussion.
Ob aber jemand fürchten muß, seine Anzahlungen zwischen 20 und 100 Prozent entsprechend der Rückfrage des Threaderöffners vor den zitierten 30 Tagen zu riskieren, indem er ggf. zur Überzahlung aufgefordert wird oder dies selbst freiwillig
zahlt, da muß sich jeder ein Bild machen und das für sich beurteilen.Wollen wir gemeinsam hoffen, daß angesichts des wirtschaftlich schwierigen
Umfelds kein Reiseveranstalter in diese Situation gerät. Selbst wenn es dann nur einige betreffen sollte, so ist jeder evtl. Geschädigte einer zuviel.Gruß privacy
