Wadi Dana im Gegenlicht - Dana National Park
Wadi Dana im Gegenlicht - Dana National Park
 
Der Ort Dana wirkte auf mich wie ein Trainingslager für Erdbebenhelfer. Es ist für uns fast unvorstellbar, dass in diesem Dorf tatsächlich Menschen leben. Wadi (deutsch: Tal) Dana, mit dem Dorf Dana, ist eines der jordanischen Naturschutzgebiete. Vom Ort aus kann man mit Hilfe einheimischer Bergführer auf verschlungenen Wegen in die Berge wandern, vorbei an bizarren Felsformationen und gigantischen Schluchten. Dabei sind z.T. sehr große Höhenunterschiede zu überbrücken. Schmale Hirtenpfade führen in unberührte Natur und eine grandiose Landschaft. In Wadi Dana leben viele Wildtiere, zB. Wölfe, Grosskatzen, Steinböcke, etc. ********************************** Hier ein aktueller Bericht aus der FAZ: Turmhoch wohnen über dem Wadi (21. Januar 2004) Nur kurz muß man die alte Königsstraße in den Bergen verlassen, um in der Tiefe der Schluchten ein Dorf zu entdecken, das sich wie ein Vogelnest an eine Klippe schmiegt. Vor 300 Jahren bauten sich hier in Dana wandermüde Beduinen ihre Behausungen, allerdings mit Sinn für Aussicht: Am Dorfrand öffnet sich ein gähnender Abgrund und gibt den Blick frei in einen spektakulären Canyon. Die Häuser, die sich aneinanderdrängen, bestehen aus einem einzigen Raum, auf dem flachen Dach flattert Wäsche. Niedrig und gleichförmig sind die Bauten, nur ein einziges Haus ragt daraus empor. Es hat zwei Stockwerke, deshalb bezeichnet es sein stolzer Besitzer als Turm. Schlafen unter Märchengestalten: Handgemalte Zeichen auf den Hauswänden weisen den Weg zum " Tower Hotel" , ein verrostetes Pepsi-Schild und eine Holzbank vor der Tür schließlich sind die untrüglichen Zeichen der Gastronomie. Mit einem einladenden Lächeln winkt Hamseh, der zwölfjährige Neffe des Inhabers, den Gast ins Innere, durch einen bunten Perlschnurvorhang tritt man aus der grellen Hitze in einen angenehm kühlen Raum. Von der verwinkelten Treppenstiege gehen insgesamt sieben kleine Zimmer ab. Ein Doppelbett paßt jeweils hinein, ein Schrank und ein Tisch. An den Wänden hängen gewebte Teppiche mit arabischen Märchengestalten, daneben Poster der Tourismusbranche. Das Beste aber ist das Fenster mit dem Blick auf die dramatische Schönheit des Naturschutzgebietes Dana. Nabil Nwafleh, der Besitzer des Hotels, sitzt in einem Erker im Obergeschoß. Angenehm kühl weht der Wind durch die offenen Fenster, der süße schwarze Tee dampft auf dem Tisch. " In diesem Haus bin ich geboren" , erzählt Nabil stolz. Erst vor einem Jahr hat er die Wohnräume zu einem kleinen Hotel umgerüstet. Und tatsächlich finden nicht nur jordanische Nachbarn, sondern auch europäische Gäste hierher. Davon zeugen Briefe und Erinnerungsfotos an der Wand. " Die Europäer lieben die Ruhe hier oben in den Bergen" , meint Nabil, und sie kommen natürlich auch wegen des einzigartigen Naturschutzgebietes. Vom 1614 Meter hohen " Jebel al-Ataitah" bis hinab zum flachen Wüstental des Wadi Araba kann man an einem Tag drei Klimazonen durchstreifen. Wanderwege führen durch eine Canyonlandschaft, Heimat für 600 Pflanzenarten, 200 Reptilien und Säugetiere. Mit etwas Glück begegnet man sogar einem Steinbock, einer Streifenhyäne oder einem Geier. Eine solche Wanderung macht hungrig, und dann kommt die jordanische Küche zum Zuge. " Natürlich kochen wir alles selbst" , meint Nabil. Der niedrige Holztisch ist bedeckt mit kleinen Schälchen, aus denen es nach Hummus duftet, einem Püree aus Kichererbsen, gemahlenen Sesamsamen, Knoblauch und Zitrone. Salate aus frisch gehackter Petersilie, Tomaten, Frühlingszwiebeln, Minze, Bulghur und Zitronensaft warten darauf, den Gaumen zu verzücken. Als Hauptgericht wird heute abend Mansaf gereicht, das jordanische Nationalgericht: über dem offenen Holzfeuer gebratenes Lamm auf einer Reisplatte mit Pinienkernen, übergossen mit einer Joghurtsoße. Nach einem solchen Mahl sitzt der Gast mit Nabil im Erker des Turmhotels. Wir sind alle Reisende auf dieser Welt. Zufrieden zieht er an seiner Wasserpfeife und blickt aus dem Fenster. Auf der Dorfstraße reitet ein Junge auf einem Esel vorbei, ein alter Mann sitzt im Schatten der Moschee. Von den Bergen klingen die Glocken der Ziegenherden herüber und die kehligen Rufe der Hirtenjungen. Noch kommen wenige Touristen hierher ans Ende der Welt, aber Nabil Nwafleh wartet gleichmütig und voll Gottvertrauen. " Wir alle sind Reisende auf dieser Welt" , meint er und fügt schmunzelnd hinzu: " und manche brauchen eben ein Hotel." Information: Dana Tower Hotel. Dana, Tafila, Jordan, Telefon: 00962/3/368402, Fax: 00962/3368237. Das Hotel hat sieben Doppelzimmer, eine Dusche auf dem Flur und einen Gasherd, auf dem man sich Mahlzeiten kochen kann. Übernachtung mit Frühstück fünf Dinar (umgerechnet sechs Euro), Abendessen aus der heimischen Küche zwei Dinar (2,40 Euro). Text: Von Martin Glauert / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2004, Nr. 18
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von Guido
Alter 56-60

Reisezeit:
im Januar 01
Hochgeladen am:
27.07.04
Motiv:
Naturreservat/Zoo
Bild-ID
1090950366
Bewertung
3.8 von 6.0 (bei 7 Nutzern)
Angesehen:
6799 mal
Sonstiges Landschaftmotiv
Wadi Dana im Gegenlicht

Bewertungen Dana National Park

5.0
Sonnen
schöne Wanderungen möglich, tolle Landschaft Reisetipp lesen
  -
April 15
,
Sabine, Alter 51-55

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