Vorkassenprinzip abschaffen?
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Eine Tarifierung nach Zahlungstermin gibt es ja bereits für Flug(Bahn)tickets, wie vorher erwähnt: Kurzfristig = preislich unattraktiv, aber eben mit der größten Wahrscheinlichkeit einer Erbringung der Leistung. Das "Risiko" ist aufgeteilt im bestehenden System.
Ohne den ganzen Schlamassel um verzögerte Rückzahlungen während der ersten Phase der Pandemie würde das Thema sicherlich kaum Aufmerksamkeit generieren. -
Das ist das Eine, aber es gab diese Debatte auch schon nach großen Insolvenzen (Thomas Cook und Air Berlin) wo Verbraucher auch ewig lang auf Erstattung gewartet haben und das wohl zum Teil heute noch tun.
Da lobe ich im Übrigen mal die vielgescholtene Bahn - deren Erstattungssystem, sei es bei Verspätungen, sei es bei Zugausfällen, funktioniert sehr reibungslos und vor Allem schnell!
Wie Günter schreibt beharrt natürlich die Anbieterseite auf Vorkasse - Stichwort Planungssicherheit. Und wenn die Veranstalter das vorfinanzieren müssten (Zinsen!) und das Risiko, welches sie nun tragen, absichern müssen (Ausfallversicherung! Beitreibungskosten etc.) würde das eine Reise um mind. 10 - 15% verteuern. Das kann dann auch nicht im Sinne der Verbraucher sein.
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@Günter
Na dann soll die Schufa doch entscheiden können. Das ist im Endeffekt auch nur ein kleiner elektronischer Vorgang.
Auf der anderen Seite gibt es aber in anderen Bereichen weitaus teurere Leistungen/Waren zu kaufen, wo die Schufa nicht gefragt wird - warum dann ausgerechnet hier ?Unterm Strich haben sich die Airlines doch selber in diese Situation gebracht, weswegen die Diskussion immer wieder geführt wird.
Seit Monaten streichen sie tausende Flüge und verkaufen mit diesem Wissen trotzdem munter ihre Leistungen weiter, die sie wegen fehlender Kapazitäten gar nicht erbringen können.
Die Kunden müssen (teilweise Monatelang) ihre Privatkredite mühsam eintreiben und hinzu kommt, dass sie im Gegensatz zur Pauschalreise im Insolvenzfall der Airline noch nicht einmal geschützt sind.Sollte (!) es eines Tages eine Airline geben, die ohne Vorauszahlung Flüge verkauft, wird man sehen wie schnell die Mitbewerber urplötzlich
nach ziehen können. -
@Günter
Na dann soll die Schufa doch entscheiden können. Das ist im Endeffekt auch nur ein kleiner elektronischer Vorgang.
Auf der anderen Seite gibt es aber in anderen Bereichen weitaus teurere Leistungen/Waren zu kaufen, wo die Schufa nicht gefragt wird - warum dann ausgerechnet hier ?Unterm Strich haben sich die Airlines doch selber in diese Situation gebracht, weswegen die Diskussion immer wieder geführt wird.
Seit Monaten streichen sie tausende Flüge und verkaufen mit diesem Wissen trotzdem munter ihre Leistungen weiter, die sie wegen fehlender Kapazitäten gar nicht erbringen können.
Die Kunden müssen (teilweise Monatelang) ihre Privatkredite mühsam eintreiben und hinzu kommt, dass sie im Gegensatz zur Pauschalreise im Insolvenzfall der Airline noch nicht einmal geschützt sind.Sollte (!) es eines Tages eine Airline geben, die ohne Vorauszahlung Flüge verkauft, wird man sehen wie schnell die Mitbewerber urplötzlich
nach ziehen können.Danke @Holly-man...So schauts aus!
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Sagte ich ja bereits - bevor einer Tickets für 1€ verscherbelt hat hielt das auch keiner für möglich.
Allerdings dürfte die Airline mit der Lyra nicht jene sein, die in Sachen keine Vorkasse dem Markt eine Nase dreht - und das aus gutem Grund. Nehmen wir an, die Tickets ohne Vorkasse werden zu einem wirtschaftlich darstellbaren Preis veräußert, dürfte sich das bereits auf die Gunst der Verbraucher auswirken. Kein Wunder herrscht in der Branche Gelassenheit ...
Die Wahl hast du heute schon - keiner sagt, du könntest dein Ticket nicht 24h vor Antritt der Flugreise kaufen. Warum tut man´s nur in höchster Not? Kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen: Weil´s wirklich schmerzlich teuer ist!
Genauso würde das eben nach Abschaffung der Vorkasse aussehen.
Manchmal möchte ich mich vor Verbraucherschützern schützen! -
Eine Abschaffung der Methode Vorauszahlung erbringt für den Verbraucher in der Breite keine Vorteile, mit einer Wahlmöglichkeit ist er deutlich besser gestellt.
Just my 2 cents! -
Gerade die sollte man sofort bezahlen. Müssen die Veranstalter ja auch in Echtzeit einkaufen. Klassische Pauschalreisen und Frühbucher, wird es weiterhin geben

Wie lange soll dann eigentlich so ein check in dauern? Bei einigen hapert es mit dem Bezahlen ja schon an der Supermarktkasse und die halten den Verkehr auf. PIN verwechselt oder vergessen, Karte nicht angemeldet, Zahlung nicht möglich usw. Und es gibt ja auch Menschen ohne Kreditkarte, Paypal usw.
Und in letzter Sekunde erscheinen dann einige nicht am Schalter, weil sie es sich anders überlegt haben und die leeren Plätze können nicht mehr verkauft werden.@Ahotep
Sollte es tatsächlich dazu kommen das es nur mehr dynamische Angebote gibt die sofort bezahlt werden müssen könnte ich mir vorstellen das es einen Personenkreis geben wird der dan keine Reisen mehr buchen kann da er bisher die Restzahlung aus seinem Urlaubsgeld geleistet hat. Zumindestens würde es für diese Personen sehr teuer werden wenn Sie erst nach erhalt des Urlaubsgeldes kurz vor Reiseantritt buchen können.
Gruß
Karl -
@wukovits
Wenn es sie geben würde... Gibt es aber nicht .
Und ich denke, dass dem Urlauber in Bezug auf Rechte eher so einiges erleichtert wurde.
Dass es derzeit aufgrund der allgemeinen Lage nicht immer einfach ist, sein Recht geltend zu machen, ist mir bewusst. Das betrifft allerdings nicht nur Reisen. -
@wukovits
Wenn es sie geben würde... Gibt es aber nicht .
Und ich denke, dass dem Urlauber in Bezug auf Rechte eher so einiges erleichtert wurde.
Dass es derzeit aufgrund der allgemeinen Lage nicht immer einfach ist, sein Recht geltend zu machen, ist mir bewusst. Das betrifft allerdings nicht nur Reisen.@wukovits
Habe mich etwas unklar ausgedrückt.
Meine Bemerkung "wenn es sie geben würde... usw." bezog sich auf deinen Satz "d_ynamische Angebote, die sofort bezahlt werden müssen_"
So gut wie sofort bezahlen muss man m. W. bisher nur bei sehr kurzfristiger Buchung. -
Ein kompletter Verzicht auf das Vorkassenprinzip wird - wie bereits mehrfach dargestellt wurde - nicht möglich sein. Letztendlich steht hinter dem Ganzen das Problem - und das ist in der Tat eines - dass die gesamte Leistung vor deren Erbringung bezahlt wurde. Das ist unabhängig von dynamischer Produktion oder klassischem Veranstaltergeschäft - bei Abflug ist das Geld für den Verbraucher weg.
Hier wären aber auch andere Lösungen denkbar, die das Risiko im Falle der Nichterfüllung (manchmal auch nur gefühlter Nichterfüllung ...) einzig auf den Verbraucher (neudeutsch: das Verbrauchende ...
) abwälzt. So könnte ein Teil des Reisepreises, so 10 % z.B. - auf ein Treuhand- oder Sperrkonto gezahlt werden. Klappt alles erhält der Veranstalter nach Reiseende den Betrag, gibt es Streitigkeiten bleibt das so lange gesperrt bis der Streit - wie auch immer - beigelegt ist. Das würde einiges erheblich verkürzen, auch auf Veranstalterseite. Denn die müssten dann schneller in die Puschen kommen um das Geld zu erhalten und der Verbraucher könnte nicht einfach Mondbehauptungen aufstellen wie "Essen war zu kalt" oder was sonst auch immer so vorgetragen wird. -
Nein, das tut es nicht. Bei Nur-Flug habe ich heute schon - wie auch bei der Bahn - die Möglichkeit am Reisetag am Schalter ein Ticket für einen tatsächlich auch stattfindenden Flug zu erwerben - das ist dann halt teurer aber eben mein Wahlrecht. Bei einer Pauschalreise habe ich dieses Wahlrecht so nicht.
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Die neue Absicherung von Kundengeldern im Sinne der EU VO basiert auf einer derartigen Methode, NeckarSchwabe.
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Ah, interessant, wusste ich so nicht - man wird doch jeden Tag schlauer! Aber das ist dann eine Globalabsicherung für Insolvenzen etc. und keine individuelle für Reisemängel.
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Korrekt. Allerdings ist eine Absicherung für Mängel wohl auch nirgendwo ein Thema. Ich denke gerade an den Verriss eines Paares, das sich in einem ausgewiesenen Familienhotel über die Anwesenheit zahlreicher Kinder beschwerte. Wie soll man eine treuhänderische Rücklage für solche subjektiven Vorbehalte rechtfertigen?
Undenkbar!
Das Problem waren ja Insolvenzen oder Streichungen aufgrund von Corona und die schleppende Erstattung bzw. der Clinch um die Gutscheinlösung. Außerhalb solcher elementaren Störungen geht es wirklich zumeist nur um Petitessen von gesalzener Butter, die nicht zu Nutella passt oder die zu weiche Matratze. -
Ein kompletter Verzicht auf das Vorkassenprinzip wird - wie bereits mehrfach dargestellt wurde - nicht möglich sein. Letztendlich steht hinter dem Ganzen das Problem - und das ist in der Tat eines - dass die gesamte Leistung vor deren Erbringung bezahlt wurde. Das ist unabhängig von dynamischer Produktion oder klassischem Veranstaltergeschäft - bei Abflug ist das Geld für den Verbraucher weg.
Hier wären aber auch andere Lösungen denkbar, die das Risiko im Falle der Nichterfüllung (manchmal auch nur gefühlter Nichterfüllung ...) einzig auf den Verbraucher (neudeutsch: das Verbrauchende ...
) abwälzt. So könnte ein Teil des Reisepreises, so 10 % z.B. - auf ein Treuhand- oder Sperrkonto gezahlt werden. Klappt alles erhält der Veranstalter nach Reiseende den Betrag, gibt es Streitigkeiten bleibt das so lange gesperrt bis der Streit - wie auch immer - beigelegt ist. Das würde einiges erheblich verkürzen, auch auf Veranstalterseite. Denn die müssten dann schneller in die Puschen kommen um das Geld zu erhalten und der Verbraucher könnte nicht einfach Mondbehauptungen aufstellen wie "Essen war zu kalt" oder was sonst auch immer so vorgetragen wird.@neckarschwabe sagte:
Letztendlich steht hinter dem Ganzen das Problem - und das ist in der Tat eines - dass die gesamte Leistung vor deren Erbringung bezahlt wurde.
Könntest Du das mal genauer spezifizieren. Nenne mir bitte mal die Leistungen, die von den LVU's vorab für "meinen" Flug bezahlt werden müssen, weswegen sie mein Geld vorab benötigen.
Das von Dir genannte "Problem" wird m.M.n nur vorgeschoben.
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Ich habe hier nicht alles verfolgt (aus Gründen...), aber ich fände es doof, wenn ich erst am Schalter am Flughafen bezahle und dann erst, nachdem alle bezahlt haben und der Kapitän genug Geld dabei hat, das Flugzeug aufgetankt wird oder die Getränke beim Shop um die Ecke geholt werden.


