Eine Reise für alle Sinne
Kulinarischer Roadtrip durch Südafrika: Wein, Wildlife und Weite
Flexibel reisen mit dem passenden Mietwagen
Kapstadt am Morgen, ein Weingut zwischen Bergen am nächsten Tag und wenig später sitzt Du mit Blick aufs Meer vor einem Teller frischer Meeresfrüchte. Südafrika macht es Dir ziemlich leicht, Deinen Roadtrip ums nächste kulinarische Highlight herumzuplanen. Das Schöne daran: Du musst Dich keineswegs zwischen Kulinarik und Natur entscheiden. Auf dieser Route bekommst Du beides. Du startest in Kapstadt, probierst Dich durch die Winelands, fährst an die Küste und anschließend durch die Weite der Kleinen Karoo. Danach geht es über Knysna und die Garden Route bis zum Addo Elephant National Park, wo der Roadtrip mit etwas Glück zwischen Elefanten, Büffeln und Antilopen endet.
Für die gesamte Strecke lohnt es sich circa zwei bis drei Wochen einzuplanen. Etwas länger schadet definitiv nicht, denn spätestens nach dem ersten Weingut oder Strandstopp wirst Du merken, dass Südafrika kein Land ist, das man besonders gut im Schnelldurchlauf bereist.
Route: Kapstadt → Stellenbosch → Franschhoek → Hermanus → Oudtshoorn → Knysna → Tsitsikamma → Addo Elephant National Park
Kulinarischer Auftakt in Kapstadt
Bevor es mit dem Mietwagen richtig losgeht, lohnt es sich, ein paar Tage in Kapstadt zu bleiben. Die Stadt ist nicht nur wegen dem Tafelberg, der Waterfront und der Küste spannend, sondern auch ein ziemlich guter Einstieg in die südafrikanische Küche. Ein guter Ort dafür ist das Bo-Kaap. Das Viertel am Signal Hill ist eng mit der kapmalaiischen Kultur verbunden. Die Küche entwickelte sich über Generationen aus verschiedenen südostasiatischen, afrikanischen und europäischen Einflüssen. Typisch sind Currys, Samosas, Bredies und Gerichte mit Gewürzen wie Kardamom, Zimt, Kurkuma und Koriander.
Falls Dir ein Restaurantbesuch zu wenig ist, kannst Du hier auch einen Kochkurs buchen und selbst lernen, wie einige der Gerichte zubereitet werden. Das macht den Einstieg in den Roadtrip gleich etwas interessanter als die klassische Runde von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Auch Fisch und Meeresfrüchte gehören in Kapstadt unbedingt auf den Speiseplan. Rund um die Waterfront, Sea Point und die Küste findest Du eine große Auswahl an Restaurants.
Ideen für den Aufenthalt: Bo-Kaap, Cape-Malay-Curry, Kochkurs, frischer Fisch, Tafelberg, V&A Waterfront und ein südafrikanischer Wein zum Abendessen.
Stellenbosch: Südafrikas Weinregion entdecken
Von Kapstadt dauert es nicht lange, bis Hochhäuser und Atlantikküste gegen Weinberge und Berge getauscht werden. Stellenbosch liegt ungefähr eine Autostunde von der Stadt entfernt und gehört zu den wichtigsten Weinorten Südafrikas. Die Stadt wurde 1679 gegründet und gilt als zweitälteste Siedlung des Landes. Bevor Du Dich durch die Weingüter probierst, lohnt sich ein Spaziergang durch Stellenbosch selbst. Historische Gebäude im kapholländischen Stil, alte Eichen und zahlreiche Cafés sorgen dafür, dass man problemlos einen halben Tag im Zentrum verbringen kann. Danach geht es in die Weinberge. Rund um Stellenbosch gehören mehr als 150 Weingüter zu den Stellenbosch Wine Routes. Viele bieten neben klassischen Verkostungen auch Kellerführungen, Picknicks oder Food-Pairings an. Falls Du Lust hast, kannst Du Dir auch eine geführte Tour buchen.

Bei der Auswahl der Weingüter lohnt es sich, nicht nur auf die Weine zu achten. Viele Estates haben eigene Restaurants, Farmshops oder Picknickangebote.
Ideen für den Aufenthalt: Altstadt von Stellenbosch, Weinprobe, Picknick auf einem Wine Estate, kapholländische Architektur und ein langer Lunch mit Blick auf die Weinberge.
Franschhoek: Kulinarik vom Feinsten
Für die nächste Etappe musst Du nicht weit fahren. Franschhoek liegt ebenfalls mitten in den Cape Winelands und gilt als eines der kulinarischen Zentren der Region. Die Geschichte des Ortes ist eng mit französischen Hugenotten verbunden, die sich Ende des 17. Jahrhunderts am Westkap niederließen und auch die Weintradition der Gegend mitprägten. Der große Vorteil für alle, die eigentlich wegen des Weins hier sind: In Franschhoek gibt es die Wine Tram. Das Hop-on-Hop-off-System verbindet unterschiedliche Weingüter, sodass der Mietwagen für einen Tag getrost auf dem Parkplatz bleiben kann.
Genau dafür bietet sich hier auch eine zusätzliche Übernachtung an. Du kannst morgens gemütlich starten, mehrere Weingüter besuchen und musst beim Mittagessen nicht darüber nachdenken, ob das zweite Glas noch mit der Weiterfahrt vereinbar ist. Falls Du nach all den Tastings etwas Abwechslung brauchst, kannst Du durch Franschhoek schlendern. Der Ort ist klein, bietet aber eine erstaunlich große Auswahl an Restaurants, Cafés, Galerien und Delis.
Ideen für den Aufenthalt: Wine Tram, Wein- und Käsepairing, kleine Galerien und ein Abend in Franschhoek.
Hermanus: Der berühmte Whale Watching Ort
Nach den Weinbergen geht es an die Küste. Hermanus ist vor allem für die Walbeobachtung bekannt. Zwischen Juli und November halten sich Südliche Glattwale vor der Küste auf und können teilweise sogar vom Land aus beobachtet werden. Aber auch außerhalb der Walsaison lohnt sich der Stopp. Die Lage am Meer bringt eine entsprechende Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten mit sich und rund um die Stadt liegen außerdem weitere Weinregionen.
Für den Vormittag kannst Du einen Spaziergang entlang der Küste einplanen. Danach suchst Du Dir ein Restaurant mit Fisch oder Meeresfrüchten und lässt es Dir gut gehen. Falls Du zwischen Juli und November unterwegs bist, solltest Du etwas mehr Zeit mitbringen. Dann lohnt es sich, entlang der Küste immer wieder die Augen aufs Wasser zu richten oder eine organisierte Whale-Watching-Tour zu buchen. Hermanus gehört zu den bekanntesten Orten entlang der Cape Whale Route.
Ideen für Deinen Aufenthalt: Küstenwanderung, Whale Watching, frischer Fisch, Sonnenuntergang am Atlantik.
Oudtshoorn: Entdecke die Weiten Südafrikas
Nach Meer und Weinbergen verändert sich die Landschaft deutlich. Rund um Oudtshoorn beginnt die Region Kleine Karoo mit trockeneren Ebenen, Bergen und langen Straßen, die ziemlich genau das liefern, was man sich unter der „Weite Südafrikas“ vorstellt. Oudtshoorn ist eng mit der Straußenzucht verbunden und wird häufig als Straußenhauptstadt des Landes bezeichnet. Entlang der Cango Route liegen außerdem Farmen, Lodges, Weingüter und Produzenten von Oliven und Käse.
Ein weiteres bekanntes Ziel sind die Cango Caves nördlich von Oudtshoorn. Wenn Du noch mehr entdecken möchtest, kannst Du außerdem einen Ausflug Richtung Swartberg unternehmen. Die Gebirgskette lässt sich bei einer Fahrt über den Swartberg Pass oder auf verschiedenen Wanderwegen erkunden. Informiere Dich allerdings vorher über den Straßenzustand und darüber, ob Dein Mietwagen für die geplante Strecke zugelassen ist.

In der Kleinen Karoo lohnt es sich, nach kleinen Farmshops Ausschau zu halten. Neben Straußenprodukten findest Du in der Region unter anderem Oliven, Käse und lokale Weine.
Ideen für Deinen Aufenthalt: Kleine Karoo, Cango Caves, lokale Farmprodukte und die Landschaft rund um den Swartberg.
Knysna: Austern und Natur an der Garden Route
Von der trockenen Landschaft der Karoo geht es zurück Richtung Küste und damit mitten hinein in die Garden Route. Knysna liegt an einer großen Lagune und wird kulinarisch oft mit Austern assoziiert. So kannst Du hier beispielsweise eine Austernverkostung einplanen oder Dir die Austern direkt in einem Restaurant bestellen. Dazu ein Glas südafrikanischer Weißwein, Blick aufs Wasser und der kulinarische Teil des Tages wäre eigentlich schon erledigt.
Rund um Knysna ist eine schöne Ausflugsidee beispielsweise zu den Knysna Heads zu fahren und dort die Aussicht auf die Lagune und den Indischen Ozean zu genießen oder eine Bootsfahrt in der Region zu unternehmen. Rund um den Ort liegen außerdem Wälder, Seen und Strände, an denen man wunderbar wandern oder einfach die abwechslungsreiche Natur genießen kann.

Wenn Du keine Austern magst, musst Du Knysna übrigens keineswegs überspringen. Die Restaurantszene bietet natürlich auch Fisch, Fleisch und vegetarische Gerichte.
Ideen für Deinen Aufenthalt: Knysna Heads, Austernverkostung, Lagune, Bootsfahrt und Seafood mit Blick aufs Wasser.
Tsitsikamma: Wanderschuhe statt Weinglas
Der nächste Teil der Garden Route besticht durch einzigartige, wunderschöne Naturlandschaften. Rund um den Tsitsikamma-Abschnitt des Garden Route National Park treffen dichte Wälder direkt auf eine wilde Felsküste. Die gesamte Garden Route verbindet Wälder, Seen und Küstenlandschaften miteinander. Einer der bekanntesten Stopps ist der Storms River Mouth. Hier kannst Du entlang der Küste wandern und zur bekannten Hängebrücke über die Mündung des Storms River laufen. Nach mehreren Tagen mit Weinproben und langen Essenstischen tut ein Tag mit Wanderschuhen vielleicht sogar ganz gut. Und das Mittagessen schmeckt nach ein paar Kilometern entlang der Küste vermutlich ohnehin besser. Hier kann es Sinn machen eine oder mehrere Übernachtungen in oder rund um Tsitsikamma einzuplanen. So musst man die Wanderung nicht zwischen zwei lange Fahretappen quetschen.
Ideen für Deinen Aufenthalt: Storms River Mouth, Küstenwanderung, Übernachtung bei Tsitsikamma
Addo Elephant National Park: Safari-Abenteuer zum Abschluss
Zum Schluss wird aus dem kulinarischen Roadtrip auch noch eine Safari. Der Addo Elephant National Park liegt im Eastern Cape und lässt sich auch mit dem eigenen Mietwagen erkunden. Self-Drive-Game-Viewing ist möglich, alternativ werden geführte Aktivitäten angeboten. Du brauchst also nicht zwingend ein spezielles Safari-Fahrzeug. Wichtig ist allerdings, sich genau an die Regeln des Parks zu halten und das Wildleben der Tiere zu respektieren. In den Wildbeobachtungsbereichen darf man das Auto beispielsweise nur an ausgewiesenen Stellen verlassen und auf den touristischen Straßen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Zusätzlich dürfen Tiere weder gefüttert noch gestört werden.
Bei der Tierbeobachtung sind Elefanten natürlich die Stars, daneben leben im Park unter anderem Büffel, Löwen, Spitzmaulnashörner, Hyänen und verschiedene Antilopenarten. Gerade morgens und am späteren Nachmittag lohnt es sich, langsam durch den Park zu fahren und besonders an Wasserstellen aufmerksam zu sein. Man kann sich auch überlegen in der Nähe oder direkt im Park eine Übernachtung einzuplanen, um die Eindrücke erst einmal sacken zu lassen. Und auch kulinarisch kann man sich an den letzten Tagen nochmal austoben. Nach einem Tag im Auto schmeckt ein südafrikanisches Braai, also das Grillen über offenem Feuer oder Glut, ziemlich passend zum Abschluss des Roadtrips.
Ideen für Deinen Aufenthalt: Self-Drive-Safari, Sonnenuntergang und ein Braai zum Abschluss.
Eine mögliche Routenplanung
- Kapstadt: 3 Nächte
- Stellenbosch & Franschhoek: 3 Nächte
- Hermanus: 1 bis 2 Nächte
- Oudtshoorn: 2 Nächte
- Knysna: 2 Nächte
- Tsitsikamma: 1 bis 2 Nächte
- Addo: 2 Nächte
Wenn Du weniger Zeit hast, macht es eher Sinn einzelne Stopps zu streichen, statt jeden Morgen das Auto neu zu packen. Gerade Stellenbosch, Knysna und Addo profitieren davon, wenn Du mindestens einen kompletten Tag vor Ort hast.
Wann ist die beste Reisezeit?
Für diese Route gibt es nicht den einen perfekten Monat, weil sie durch sehr unterschiedliche Landschaften führt.
September bis November sind besonders spannend, wenn Du Hermanus wegen der Wale einbauen möchtest. Gleichzeitig beginnt am Kap der Frühling und die Landschaft wird vielerorts grüner.
Februar bis April eignen sich gut, wenn Wein und Kulinarik stärker im Mittelpunkt stehen sollen. Im Spätsommer und frühen Herbst ist in den Weinregionen Erntezeit, gleichzeitig sind viele Tage noch warm.
An der Garden Route und rund um Addo kannst Du grundsätzlich das ganze Jahr über reisen. Trotzdem tut man gut daran, vor jeder Etappe die aktuelle Wetterlage zu prüfen, insbesondere wenn Du Bergpässe oder längere Wanderungen einplanst.
Mit dem Mietwagen durch Südafrika: Tipps
Bei einem Roadtrip durch Südafrika gibt es einige Besonderheiten, die Du bei der Planung und unterwegs beachten solltest:
- Linksverkehr: In Südafrika herrscht Linksverkehr. Gerade am ersten Tag lohnt es sich deshalb, keine besonders lange Etappe einzuplanen. So kannst Du Dich erst einmal in Ruhe an die Verkehrslage auf der Straße gewöhnen.
- Einwegmiete: Für diese Route bietet sich eine Abholung in Kapstadt und eine Rückgabe im Raum Gqeberha an. Ob eine solche Einwegmiete möglich ist und welche Gebühr dafür anfällt, hängt allerdings vom jeweiligen Vermieter ab und sollte vor der Buchung geprüft werden.
- Fahrten bei Dunkelheit: Vermeide nach Möglichkeit längere Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit. Neben schlechterer Sicht können je nach Region auch Tiere oder Personen auf der Fahrbahn zum Problem werden.
- Tanken: Beim Tanken solltest Du ebenfalls etwas anders denken als in Europa: In Südafrika wird das Auto an Tankstellen üblicherweise von MitarbeiterInnen betankt. Du musst also normalerweise nicht selbst zur Zapfsäule greifen.
Kulinarische Highlights auf Deiner Südafrika Route
Diese Gerichte lohnt es sich zu probieren:
- 🍛 Cape Malay Curry: Gewürzreiche Küche, die Du besonders gut in Kapstadt kennenlernen kannst.
- 🥟 Samosas: Ein unkomplizierter Snack, der eng mit den kapmalaiischen Einflüssen verbunden ist.
- 🍷 Südafrikanischer Wein: Besonders in Stellenbosch und Franschhoek kommst Du kaum daran vorbei.
- 🧀 Lokaler Käse: Auf Farmen und Weingütern in den Winelands und der Kleinen Karoo zu finden.
- 🦪 Austern: Knysna ist dafür einer der bekanntesten Stopps entlang der Garden Route.
- 🐟 Fisch und Meeresfrüchte: Vor allem in Kapstadt, Hermanus und entlang der Garden Route.
- 🔥 Braai: Die südafrikanische Art des Grillens und ein ziemlich passender Abschluss nach einem langen Roadtriptag.
Fazit: Einmal quer durch Südafrikas Vielfalt
Dieser Roadtrip beginnt mit Curry in Kapstadt, führt Dich zum Wein in Stellenbosch und Franschhoek und wenig später stehen Austern und frischer Fisch auf dem Speiseplan. Dazwischen wechseln sich Atlantikküste, Weinberge, trockene Karoo-Landschaften und die Wälder der Garden Route ab. Und wenn Du zum Schluss langsam mit dem Mietwagen durch Addo rollst und plötzlich ein Elefant vor Dir die Straße überquert, ist das Abendessen vermutlich für einen Moment sowieso Nebensache.
Genau das macht diese Route so spannend: Du musst Dich nicht zwischen Genuss, Landschaft und Safari entscheiden. In Südafrika passt erstaunlich viel davon in einen einzigen Roadtrip.



