Ein Reisebericht

Sri Lanka: Wenn Rundreise auf Badeurlaub trifft

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Affen in der alten Königsstadt Anuradhapura in Sri Lanka
Hanuman-Languren in der alten Königsstadt Anuradhapura in Sri Lanka © Joachim Negwer

"Lisi, meinst Du wirklich, dass Schnacken auf Parfüm stehen?"

Ich weiß bis heute nicht, warum ausgerechnet das die letzte Frage war, die ich vor unserem Sri-Lanka-Urlaub gestellt habe.
Wahrscheinlich, weil auf unserem Wohnzimmertisch ungefähr zwanzig Zettel vom Reisebüro lagen und einer davon tatsächlich empfahl, auf auffällige Duftstoffe zu verzichten – schließlich könnte das laut Reisebüro eine Horde Moskitos oder kleptomanische Affen anziehen. Also blieb der Lieblingsduft zu Hause. Ob das am Ende einen Unterschied gemacht hat? Sagen wir so: Die Moskitos waren später definitiv nicht unser größtes Problem. Aber dazu kommen wir noch.

Vollkommen geruchsneutral und schmucklos starteten wir also nach München, von dort weiter nach Dubai und schließlich in die singhalesische Hauptstadt Colombo. Dank der gesammelten Meilen meiner Eltern durften wir in Dubai die Businesslounge nutzen – und das kam um 2 Uhr nachts ausgesprochen gelegen, denn der Hunger hat bekanntlich wenig Gespür für
Uhrzeiten. Also verschlangen Lisi und ich das dortige Buffet mit einer
Konsequenz, die man wohl nur aufbringt, wenn man weiß, dass die Rechnung jemand anderes zahlt.

Kleine Information vorab: In diesem Reisebericht findest Du meine Erkenntnisse aus einem Familienurlaub in Sri Lanka (hier bestehend aus vier Personen). Der Urlaub war in eine Rundreise und in einen Strandurlaub aufgeteilt: Also erstmal 7 Tage Erkundungstour mit anschließendem Badeurlaub für 6 Tage.

Lenas Tipp

Wenn Du öfter per Flugzeug verreist, lohnt es sich, Meilen zu sammeln. Im besten Fall ergibt sich daraus ein Loungebesuch oder sogar ein unerwartetes Upgrade in die Business Class – im schlechtesten Fall hast Du trotzdem mehr als der Rest des Flugzeugs ;)

Schlaftrunken, aber gut gesättigt ging es für uns weiter nach Colombo. Während wir auf den Weiterflug warteten, gingen Lisi und ich unserer langjährigen Reiseroutine nach und statteten den Toiletten des Flughafens einen Besuch ab – selbstverständlich gefolgt von einem fachmännischen Vergleich mit sämtlichen Sanitäranlagen früherer Reisen. Wer das für übertrieben hält: Hätten wir das nicht gemacht, hätten wir nie entdeckt, dass Dubai anstelle der uns vertrauten Klobrillen wandmontierte Wasserschläuche verbaut. Laut unserem sachkundigen Urteil eine hygienische und durchaus effiziente Lösung.

In Colombo angekommen wurden wir von unserem Guide Kamil empfangen, der uns als Erstes dazu anhielt, singhalesische SIM-Karten zu erwerben. Guter Rat – den ich leider nur zur Hälfte befolgt habe.

Kleine Anekdote am Rande:

Hätte mir jemand damals erklärt, was passiert, wenn man vergisst, sämtliche Anrufe über die lokale SIM-Karte oder ein WLAN-Netzwerk abzuwickeln, wären am Ende der Reise keine 400 € auf meiner deutschen Handynummer aufgelaufen. Aber manchmal lernt man Dinge eben auf die kostspielige Tour.

Lenas Tipp

Stelle deswegen vor der Abreise sicher, dass beide SIM-Karten korrekt eingerichtet sind und jeder Anruf über die lokale Nummer oder ein WLAN-Netzwerk läuft. Die Handyrechnung danach ist keine besonders angenehme Urlaubserinnerung.

Gemeinsam mit Kamil besuchten wir noch einen singhalesischen Lebensmittelmarkt, um uns mit Flaschenwasser und ersten heimischen Früchten einzudecken – ein schöner erster Einblick in den lokalen Alltag, bevor die eigentliche Rundreise beginnen sollte.

Lenas Tipp

Informiere Dich vor Deinem Besuch auf Sri Lanka, welches Flaschenwasser bedenkenlos trinkbar ist. Aus unserer Erfahrung lässt sich das abgefüllte Flaschenwasser in Hotels mit mindestens vier Sternen in der Regel trinken. Achte jedoch stets darauf, ob das angebotene Wasser nach Chlor riecht und ob Eiswürfel in Getränken nach industriell gefertigten Würfeln aussehen – das ist ein verlässliches Qualitätsmerkmal.

Doppellbettzimmer im Grandbell Hotel in Colombo - Sri Lanka © Lena Kramer
Hotelbett im Grandbell Hotel in Colombo - Sri Lanka © Lena Kramer

Vom Großstadttrubel zum Löwenfelsen

Nach einer Nacht in Colombo im Grandbell Hotel begann unsere Rundreise erst richtig. Nächstes Ziel: Sigiriya. Die Autofahrt dorthin war gleichzeitig unsere erste Gelegenheit, Sri Lanka jenseits der Stadtgrenzen kennenzulernen. Schon nach kurzer Zeit veränderte sich das Bild schlagartig: Die Hochhäuser wichen kleinen Dörfern, Reisfeldern, farbenprächtigen Tempeln und Menschen, die ganz selbstverständlich mitten am Straßenrand ihrem Alltag nachgingen.

Während wir aus dem Fenster schauten, erzählte uns Kamil von seinem Leben in Sri Lanka – und genau diese Gespräche sind mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Natürlich hätten wir vieles auch einem Reiseführer entnehmen können. Aber zu hören, wie jemand über sein eigenes Land
spricht – über den Alltag, über Traditionen, über das, was sich verändert hat und was geblieben ist – macht einen grundlegenden Unterschied. Plötzlich waren es keine abstrakten Sehenswürdigkeiten mehr, sondern Orte mit Menschen und Geschichten dahinter. Ich glaube, genau deshalb erinnere ich mich an manche Autofahrt fast ebenso gern wie an so manche Attraktion.

Am Nachmittag erreichten wir schließlich das Elephas Resort in Sigiriya. Nach der langen Anreise tat es schlicht gut, erst einmal anzukommen – da am nächsten Morgen eines der Highlights der gesamten Reise auf uns wartete.

Früher aufstehen lohnt sich

Wer Aufnahmen vom Sigiriya-Felsen kennt, weiß vermutlich bereits, warum er zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Sri Lankas zählt. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – würde ich jedem empfehlen: Brich möglichst früh auf. Nicht nur, weil zu dieser Stunde deutlich weniger Besucherinnen und Besucher unterwegs sind, sondern vor allem wegen der Temperaturen. Die zahlreichen Treppenstufen sind auch morgens schon schweißtreibend genug; mittags möchte ich mir den Aufstieg ehrlich gesagt nicht vorstellen.

Je höher wir kamen, desto beeindruckender entfaltete sich die Aussicht. Irgendwann steht man dort oben und blickt über Dschungel, Seen und Palmensilhouetten bis zum Horizont – und erst in diesem Moment begreift man wirklich, wie unglaublich grün Sri Lanka ist. Der Aufstieg selbst gehört für mich genauso zum Erlebnis wie die Aussicht: Man bleibt immer wieder stehen, mal für ein Foto, mal einfach, um Luft zu holen – und genau darin liegt, so glaube ich, der eigentliche Reiz.

Hier findest Du das erste Hotel in Colombo!

Lenas Tipp

Starte möglichst früh in den Tag und nimm ausreichend Wasser mit. Du wirst es spätestens auf den letzten Treppenstufen zu schätzen wissen.

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Sri Dalada Maligawa - Zahntempel, Kandy, Sri Lanka
Sri Dalada Maligawa - Zahntempel, Kandy, Sri Lanka © Shutterstock

Kandy: Mehr als nur ein Zwischenstopp

Nach Sigiriya führte unsere Route weiter nach Kandy – und wenn ich heute auf die Reise zurückblicke, würde ich für diese Stadt sogar eine Nacht mehr einplanen. Kandy hat uns weit mehr begeistert, als wir im Vorfeld erwartet hatten, und das lag weniger an einem einzelnen Highlight als vielmehr daran, wie viele unterschiedliche Eindrücke sich hier auf engem Raum verdichteten.

Selbstverständlich stand der berühmte Zahntempel auf dem Programm. Schon bevor wir das Gelände betraten, fiel auf, wie viele Menschen sich dort versammelt hatten: Gläubige mit frischen Blumenopfern, Familien, die auf den Beginn der Zeremonie warteten, eine Atmosphäre, die zwischen andächtig und geschäftig changierte. Gleichzeitig war es laut, eng und ausgesprochen warm. Was mich am stärksten beeindruckt hat, war jedoch nicht die Architektur, sondern die Selbstverständlichkeit, mit der Religion hier Teil des Alltags ist. Man merkt sehr schnell, dass der Tempel keine touristische Kulisse ist.

Ein Ort mit dem ich gar nicht gerechnet hatte

Fast noch überraschender war für mich das Natural Gems and Gemmological Museum. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was mich dort erwarten würde – und genau das machte den Besuch so eindrücklich. Zu verstehen, wie Edelsteine entstehen, wie sie verarbeitet werden und welche wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung sie für Sri Lanka haben, war fesselnd auf eine Art, die ich nicht erwartet hätte. Gerade weil man sich im Vorhinein kaum mit diesem Thema beschäftigt, bleibt ein solcher Besuch besonders im Gedächtnis – als eine jener angenehmen Überraschungen, über die man noch Wochen später spricht.

Tee Plantage Nuwara Eliya, Sri Lanka
Tee Plantage Nuwara Eliya, Sri Lanka

Plötzlich waren Pullover und dicke Decken angesagt

Vor der Reise hatte ich Sri Lanka gedanklich mit tropischer Hitze gleichgesetzt. Die Ankunft in Nuwara Eliya korrigierte dieses Bild auf charmante Weise. Je weiter wir ins Hochland fuhren, desto spürbarer wurde der Temperaturabfall – irgendwann erwiesen sich Leinenhose und T-Shirt als ausgesprochen schlechte Entscheidung. Zum Glück hatten wir warme Kleidung eingepackt. Das sei an dieser Stelle wirklich jedem ans Herz gelegt, der eine Rundreise plant: In den höher gelegenen Regionen des Landes wird es abends erheblich frischer als an der Küste.

Unser Hotel, das Galway Heights, passte leider nicht ganz zu diesen Wetterverhältnissen wegen unpassender Wärmeisolierung an den Badfenstern. Nach den schwülen Tagen im Tiefland empfing uns die kühle Bergluft wie ein wohltuender Tapetenwechsel. Und dann natürlich die Teeplantagen – jene Landschaft, die man von unzähligen Fotografien kennt und die in der Realität tatsächlich so aussieht: sanfte Hügel in endlosen Reihen von Teepflanzen, Frauen bei der Ernte, eine Stille, die fast unwirklich anmutet. Was mich jedoch mindestens ebenso faszinierte wie die Szenerie, war zu begreifen, wie viel Handarbeit hinter einer einzigen Tasse Tee steckt. Seit dieser Reise denke ich tatsächlich jedes Mal kurz daran, wenn ich zu Hause den Kessel aufsetze.

Lenas Tipp

Packe für das Hochland unbedingt warme Kleidung ein und informiere Dich vorab über die Ausstattung Deiner Unterkunft – ob die Zimmer beheizt werden können oder zusätzliche Decken vorhanden sind, ist in dieser Region keine Kleinigkeit.

Außerdem kannst Du auf dem Weg nach Ella nach sogenannten Spice Gardens Ausschau halten in denen Du Führungen zu singalesischen Gewürzarten und "medizinischen" Anwendungen buchen kannst. Auch hier empfiehlt es sich, sich im Vorhinein über Online-Bewertungen über die Qualität dieser Führungen zu informieren.

Ansicht auf die Nine Arches Bridge bei der Stadt Ella. Diese ist von grünen Wäldern umgeben. © Lena Kramer
Ansicht auf die Nine Arches Bridge bei der Stadt Ella © Lena Kramer

Die Stadt Ella hätte mehr Zeit auf der Rundreise verdient

Ursprünglich war für Ella keine Übernachtung vorgesehen – ein Entschluss, den ich im Nachhinein bereue. Schon nach kurzer Zeit hatten wir das Gefühl, dass man hier problemlos zwei oder drei Tage verbringen könnte, ohne auch nur annähernd alles gesehen zu haben. Der Ort strahlt eine Entspanntheit aus, die einen sofort in den Bann zieht.

Natürlich durfte auch die berühmte Nine Arches Bridge nicht fehlen. Als wir eintrafen, warteten dort bereits zahlreiche Menschen auf den nächsten Zug – und das ist, bei nüchterner Betrachtung, eigentlich alles, was passiert. Und dennoch entsteht in diesem Moment eine kollektive Spannung, die sich nur schwer erklären lässt. Was mich jedoch wirklich fasziniert hat, war nicht das Spektakel der wartenden Menschenmenge, sondern der Zug selbst: Er fährt mit weit geöffneten Türen über die Brücke, und die Passagiere springen im buchstäblichen Sinne auf – und wieder ab – während er noch rollt. Das hat eine ganz eigene, ungezähmte Energie, die man so in Europa schlicht nicht erlebt.

Wer in Ella noch mehr Adrenalinkick sucht, dem sei der Little Adams Peak ans Herz gelegt. Der Aussichtspunkt bietet einen atemberaubenden Panoramablick über die umliegenden Hügel und Teeplantagen – und wer möchte, kann das Erlebnis mit einer Zipline-Fahrt abrunden, mitten durch
üppiges Grün. Für alle, die ohnehin schon bedauern, nicht länger geblieben zu sein, ist das ein weiteres Argument, die Aufenthaltsdauer großzügig zu
bemessen.

Nationalpark Yala West
Während der Tour durch den Yala Nationalpark gibt es ausreichend Fotostopps © Joachim Negwer

Die Safari, die ich heute anders planen würde

Nach Teeplantagen und Bergpanoramen führte uns die Rundreise weiter in Richtung Süden – unter anderem in den Yala-Nationalpark, eine der meistbesuchten Safari-Destinationen Sri Lankas. Ich hatte mich im Vorfeld durchaus darauf gefreut, schließlich ist eine Safari kein alltägliches Erlebnis. Die Realität vor Ort gestaltete sich jedoch anders als erwartet: Der Park war überfüllt mit Jeeps, die Geräuschkulisse der Touristengruppen allgegenwärtig – und die Tiere hatten dementsprechend wenig Interesse daran, sich zu zeigen. Außer ein paar Vögeln, Geckos und gelegentlichen Alligatoren blieb die Tierwelt weitgehend unsichtbar. Wer sich eine klassische Safari-Atmosphäre erhofft, sollte sich vorab gut über den Besucherzeitpunkt informieren oder alternative Nationalparks in Betracht ziehen.

Das Schöne an einer Rundreise ist ja gerade das: Nicht jede Station muss ein persönliches Highlight sein. Manchmal weiß man erst hinterher, was man beim nächsten Mal anders machen würde – und auch das ist eine wertvolle Erkenntnis.

Strandansicht beim Trinco Blu by Cinnamon Hotel in Trincomalee. Im Hintergrund sind mehrere Liegen aufgebaut, die von mehreren Palmen umgeben sind. © Lena Kramer
Strandansicht in Trincomalee © Lena Kramer

Der Badespaß kann beginnen: Ankunft in Trincomalee

Nach vielen Tagen mit täglichem Kofferpacken, langen Autofahrten und einem durchgetakteten Programm freuten wir uns auf den zweiten Teil unserer Reise: eine Woche Badeurlaub in Trincomalee. Schon bei der Ankunft im Trinco Blu by Cinnamon spürten wir, wie sich das Tempo schlagartig veränderte. Kein Aufbruch in aller Frühe, keine festen Uhrzeiten, kein
Itinerar. Zum ersten Mal auf der gesamten Reise konnten wir schlicht ankommen – und das tat nach der Fülle an Eindrücken außerordentlich gut.

Die Tage gewannen schnell einen angenehmen Rhythmus: ausgiebiges Frühstück, Strand oder Pool, Lesen, Schwimmen, Dösen. Manchmal braucht ein Urlaub gar nicht mehr. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Abendbuffet des Hotels, das jeden Abend eine kleine kulinarische Überraschung bereithielt. Wer gerne verschiedene Gerichte ausprobiert, kommt hier zweifellos auf seine Kosten.

Die ortsansässigen Krähen hatten sich scheinbar gegen mich verschworen

In Trincomalee entwickelte ich im Laufe der Woche eine Beziehung zu den ortsansässigen Krähen, die ich am ehesten als einseitig feindselig beschreiben würde. Wobei „Beziehung" vielleicht zu viel gesagt ist – es reichte ihnen offenbar, mich gleich zweimal auf dem Weg zum Mittagessen zu erwischen einmal auf der Schulter und auf meiner Leinenkleidung zu markieren.

Wenn sich das innere Kind wieder einmal austoben kann

Wenn ich heute an Trincomalee denke, erinnere ich mich weniger an einzelne Sehenswürdigkeiten als an die vielen kleinen Momente: lange Gespräche beim Abendessen, spontane Aktivitäten am Pool und – der Vollständigkeit halber – daran, dass wir irgendwann damit begannen, uns gegenseitig mit frei erfundenen Wassergymnastikübungen zu unterhalten. Von außen mag das reichlich albern ausgesehen haben. Für uns war es schlicht Urlaub.

Hier findest Du das Hotel!

Lenas Tipp

Falls Du die maximale Entspannung aus Deinem Urlaub herausholen möchtest, kann ich Dir eine Ayurveda Massage empfehlen. Informiere Dich dafür einfach beim Hotelpersonal oder in unseren Forenartikeln.

Buddha-Statue, Koggala, Sri Lank Südküste
Buddha-Statue, Koggala, Sri Lank Südküste

Dinge, die ich beim nächsten Mal anders machen würde

Jede Reise hinterlässt neben Eindrücken auch Erkenntnisse – und Sri Lanka war dabei besonders lehrreich. An erster Stelle steht die bereits erwähnte SIM-Karten-Odyssee: Beide Karten müssen vor Ort vollständig eingerichtet sein, bevor man auch nur ein einziges Gespräch führt. Darüber hinaus empfiehlt sich für das Hochland unbedingt warme Kleidung – wer wie ich ausschließlich an tropische Temperaturen denkt, wird abends auf dem falschen Fuß erwischt. Für Tempelbesuche sollten Schultern und Knie bedeckt sein, was unnötigen Stress vor Ort erspart. Und last, but not least: Leitungswasser ist in Sri Lanka grundsätzlich nicht zum Trinken geeignet – abgefülltes Wasser ist die sichere Wahl.

An der Südküste
An der Südküste © fotolia/Maksym Gorpenyuk

Erinnerungen, die immer bleiben, vor allem der letzte Abend

Eigentlich hätte unsere Sri Lanka Reise in Colombo in aller Ruhe ausklingen sollen: ein letztes gemeinsames Abendessen, den Abend in Gelassenheit ausklingen lassen, am nächsten Morgen entspannt zum Flughafen. Stattdessen beobachteten meine Eltern abends, wie sich eine Schlange unter der Zimmertür hindurchschlängelte. Das wars dann wohl mit einem "entspannten" letzten Abend.

Denn nachdem das gesamte Hotelperonal gegen halb 11 Uhr nachts eine Schlangensuchaktion im Zimmer gestartet hatte, war von der harmlosen Ringelnatter, wie es sich später über die Kameravideos herausgestellt hatte, keine Spur mehr.

Letzendlich erhielten meine Eltern ein neues Zimmer und konnten so die letzten Stunden in Sri Lanka genießen. Heute gehört auch dieser absurde Moment zu den ersten Dingen, die wir erzählen, wenn uns jemand nach Sri Lanka fragt.

Surfer mit Surfboard am Strand bei Sonnenuntergang
Sri Lanka ist ein Hotspot für SurferInnen © stock.adobe.com - joyt

Was von dieser Reise geblieben ist

Wenn mich heute jemand fragt, was mir von Sri Lanka am meisten in Erinnerung geblieben ist, fällt mir eine eindeutige Antwort schwer – und das ist wohl das schönste Zeugnis, das eine Reise erhalten kann.
Natürlich denke ich an den Ausblick vom Sigiriya-Felsen, an die Stille über den Teeplantagen und an die Zeremonie im Zahntempel. Aber genauso denke ich an Kamil, der uns auf so vielen Kilometern Fahrt einen ehrlichen Einblick in sein Heimatland gegeben hat. An zwei erstaunlich zielsichere Krähen und meine weißen Leinenklamotten. An eine Handyrechnung, die ich in meinem Leben nicht mehr sehen möchte. Und an eine Schlange, die sich lautlos unter einer Hoteltür hindurchmanövrierte und damit unsere letzte Nacht auf Sri Lanka unvergesslich machte.

Genau das macht für mich eine gute Reise aus: Es sind am Ende nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem die Geschichten dazwischen, die man mit nach Hause nimmt. Und wenn ich noch einmal nach Sri Lanka reisen würde – ich würde es tun. Länger in Kandy, mehr Zeit für Ella, und definitiv noch einmal nach Trincomalee. Die Krähen dürfen dieses Mal allerdings gerne Urlaub haben.

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