Baixa, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com -  	Noppasinw
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Städtereise

Die 10 schönsten Stadtviertel in Lissabon

Thomas ZwickerRedakteur und Reisejournalist

Portugals Metropole ist voller Geheimnisse: Ein romantisches Stadtbild, große Kulturschätze, die melancholische Fado-Musik, hier wispern aus jeder Ecke Geschichte und Geschichten. Die Stadtviertel der 600.000-EinwohnerInnen-City (gut 2,9 Millionen in der Metropolregion) sind so bunt und vielfältig wie Lissabons Küche – hier zehn Quartiere, die Deinen Besuch im Urlaub unbedingt lohnen.

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Sunrise over the rooftops of Alfama. Lisbon
Stadtviertel Alfama, Lissabon, Lissabon Küste © gettyimages - by Gene Krasko

Alfama

Herz und Seele der Stadt

Sie sind wohl Lissabons schönstes Fotomotiv: Die kleinen, knallgelben Straßenbahnen der Linie 28 aus den 1930er-Jahren, die voll fröhlicher Menschen durch die schmalen, gewundenen Gassen des historischen Viertels Alfama rattern. Moderne Trams wären mit den engen Kurven und steilen Passagen wohl schlicht überfordert. Einst armes Fischerquartier, gilt das vom großen Erdbeben 1755 weitgehend verschonte, meist autofreie Alfama mit seiner maurischen Architektur als Seele der Stadt. Du kannst hier 1001 Sehenswürdigkeiten bewundern, vom erhabenen Castelo de São Jorge über große Museen bis hin zu prächtigen Klöstern und Kirchen. Oder aber ganz einfach im Gewusel der steilen Treppchen und lauschigen Plätze genussvoll die Orientierung verlieren – es lohnt sich.

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Mouraria, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - Alexander
Mouraria, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - Alexander

Mouraria

An der Wiege des Fado

Wie das benachbarte Alfama wurde auch der Stadtteil Mouraria 1755 beim großen Erdbeben wenig zerstört, vielerorts ist seine maurische Architektur (Mouraria bedeutet Maurenviertel) bis heute erhalten. Die Häuser an den engen Gassen des einstigen Arme-Leute-Quartiers sind nun oft schön restauriert, beherbergen Cafés und Restaurants des boomenden Ausgehviertels. Manch Wände sind mit Streetart verziert, auf Plätzen wie dem Largo do Intendente brodelt multikulturelles Leben, in Bars und Kneipen spielt Livemusik. Berühmt ist Mouraria vor allem für eine Stilrichtung: Hier wurde der melancholische Fado geboren, nachts in urigen Kneipen zu hören – das Museum Amália Rodrigues feiert eine der großen Sängerinnen.

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IIgreja e Convento da Graça, Lissabon, Portugal © GettyImages - golero
Igreja e Convento da Graça, Lissabon, Portugal © GettyImages - golero

Graça

Aussichten zum Verlieben

Dieser hoch gelegene, alte Stadtteil weiter im Norden war und ist ein Arbeiterviertel, die Preise in den Cafés sind günstiger als in Alfama & Co. Nicht nur deshalb lohnt ein Besuch. Von der Gnadenkirche Igreja da Graça aus dem 16. Jahrhundert etwa sind es nur wenige Meter zu schönen Straßen wie der Vila Berta mit ihren Jugendstilhäusern. In kleinen, urigen Cafés kannst Du Deinen Vinho Verde trinken und später im Park Jardim da Cerca da Graça ausruhen. Höhepunkte im wahrsten Wortsinn aber sind die berühmten Aussichtspunkte – der Miradouro da Graça (bequem mit der Linie 28 erreichbar) und der höher gelegene Miradouro Senhora do Monte bieten sensationelle Weitblicke über die Stadt!

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Baixa, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com -  	Noppasinw
Baixa, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - Noppasinw

Baixa

Wie aus einem Guss

Kontrastprogramm zu den hügeligen Altstadtvierteln ringsum ist das Quartier Baixa (übersetzt niedrig), das sich unterhalb Alfamas vom Ufer des Tejo stadteinwärts erstreckt. Beim Erdbeben 1755 nahezu vollkommen zerstört, wurde es im 18. Jahrhundert quasi aus einem Guss großzügig neu erbaut. An breiten, schachbrettartig angelegten Straßen reihen sich gute Geschäfte und Cafés aneinander, Flaniermeilen wie die autofreie Rua Augusta und die riesigen Plätze Praça do Comercio und Praça Rossio sind top zum Bummeln und Shoppen. Wenn Du dann wieder Höhenluft schnuppern willst, kein Problem – die Holzkabinen des freistehenden, gusseisernen Personenaufzugs Elevador de Santa Justa von 1902 bringen Dich in Windeseile 45 Meter nach oben ins hoch gelegene Viertel Chiado.

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Avenida Da Liberdade, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - Armando Oliveira
Avenida Da Liberdade, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - Armando Oliveira

Avenida Da Liberdade

In voller Pracht

Was den Parisern die Champs-Élysées, ist in Lissabon die Avenida Da Liberdade. Sozusagen als Verlängerung der Unterstadt Baixa beginnt die Prachtstraße an der Praça dos Restauradores mit ihren Palästen, Theatern und Kinos. Gut 1,3 Kilometer lang und 90 Meter breit zieht sie sich Richtung Norden zu den höher gelegenen Stadtteilen. Im späten 19. Jahrhundert angelegt, verzücken beim Bummel schon die kunstvollen Mosaike des Kopfsteinpflasters und die großen Platanen und Palmen. Unterwegs und im Viertel ringsum findest Du neben schönsten Cafés und elegantesten Shops auch allerlei Museen und Jugendstilhäuser – und später lockt dann eine Pause für einen Galão (Milchkaffee) an einem der schmiedeeisernen Kioske.

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Chiado, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - Armando Oliveira
Chiado, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - Armando Oliveira

Chiado

Kunsthandwerk und Kultur

Wenn Du aus der Unterstadt Baixa mit dem berühmten Aufzug Elevador de Santa Justa zum Chiado hochgeschwebt bist, erwartet Dich ein spannender Mix aus Kultur und Kommerz. Zum einen liegen hier viele schicke Traditionsgeschäfte Tür an Tür mit angesagten Boutiquen in trendigen Straßen wie der Rua Garrett, außerdem kannst Du schönes Kunsthandwerk kaufen. Zum anderen gilt der Chiado mit seinen prächtigen Theatern, Kirchen und der Oper São Carlos als kultureller Hotspot der Stadt. Für Schriftsteller, Dichter und Journalisten war das Quartier lange Zeit ein Zuhause, ihre Lieblingscafés warten noch heute auf Dich – und nicht umsonst gilt die Livraria Bertrand von 1732 als älteste Buchhandlung der Welt.

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Bairro Alto, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - danmorgan12
Bairro Alto, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - danmorgan12

Bairro Alto

Party bis in den Morgen

Lissabons weitgehend autofreie Oberstadt Bairro Alto schließt sich nördlich ans Chiado an und ist tagsüber relativ ruhig. Aber dann! An den engen, teils von schrillen Graffiti geschmückten Gassen reiht sich Bar an Kneipe an Club, eine Adresse bunter als die andere. Die Atmosphäre ist multikulti und tolerant, die LGBTQ-Szene ist dort zuhause und am Wochenende feiert die heimische Jugend die ganze Nacht durch. Es gibt aber natürlich auch hier gemütliche Cafés an kleinen Plätzen. Und auch ein ungewöhnliches Einkaufserlebnis wartet auf Dich: Das EmbaiXada-Zentrum bietet Dir ungewöhnliche heimische Designerware und mehr – Shoppingspaß in einem märchenhaften Palast aus dem 19. Jahrhundert!

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Cais do Sodré, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - diegograndi
Cais do Sodré, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - diegograndi

Cais do Sodré

Die hippe Alternative

Wo einst abgewrackte Fabriken und Rotlicht das Bild prägten, hat sich in letzter Zeit ein cooles Ausgehviertel entwickelt. Der Stadtteil Cais do Sodré, zwischen Altstadt und Tejo-Ufer gelegen, gilt heute als hip. So lockt die neue, hübsche Uferpromenade Ribeira das Naus mit ihren breiten Treppenstufen zum Wasser und dem vielleicht schönsten Sonnenuntergang Deines Lebens. In der coolen Time-Out-Markthalle hast Du die Wahl unter dutzenden Essensständen. Richtig los geht es dann aber bei Nacht, Cais do Sodré hat sich als zweite Partymeile neben dem Barrio Alto etabliert – speziell an der leuchtend pinkfarben gestrichenen Rua Cor de Rosa liegt eine hippe Kneipe neben der anderen!

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Parque das Nações, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - Nuno Caetano Pais
Parque das Nações, Lissabon, Portugal © stock.adobe.com - Nuno Caetano Pais

Parque das Nações

Moderne Zeiten

Eine andere Welt erwartet Dich im Nordosten der Stadt, hier zeigt sich Lissabon ganz modern. Auf einem alten Hafengebiet ging die Weltausstellung Expo 98 über die Bühne, von mehr als 10 Millionen Menschen besucht. Von Beginn an eingeplant war die spätere Nutzung der coolen Neubauten, heute haben die einstigen Ausstellungshallen allesamt eine neue Funktion. Der himmelhohe, wie ein Segel geformte Torre Vasco da Gama samt Seilbahn etwa wurde zum aussichtsreichen Hotel, der alte Eingangsbereich nah der Ponte Vasco da Gama (längste Brücke Europas!) ein riesiges Einkaufszentrum, der Wissenspavillon zum Museum. Speziell mit Kindern kannst Du hier entspannte Stunden verbringen – spätestens das zweitgrößte Meerwasseraquarium der Welt sollte Deinem Nachwuchs gefallen.

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Torre de Belem, Lissabon, Costa de Lisboa
Torre de Belem, Lissabon, Portugal © gettyimages - Celso Mollo Photography

Belém

Historie & Hochgenuss

Auf der anderen, westlichen Seite der Altstadt liegt das Viertel Belém am Ufer des Tejo, mit der Tram bist Du im Nullkommanichts dort. Wo einst die Schiffe der Eroberer ablegten, erinnert nun ein trutziger Turm aus dem Jahr 1515 an Macht und Reichtum der alten Seefahrernation. Von der Aussichtsplattform des Torre de Belém hast Du einen tollen Weitblick, unbedingt sehenswert ist auch das Kloster Mosteiro dos Jerónimos mit seinem riesigen Park und dem Marine- und Archäologischen Museum. Dann wird es Zeit, hinüber zur Confeitaria Pastéis de Belém zu schlendern. Dort werden täglich 20.000 von Lissabons berühmten Vanilletörtchen „Pastéis de Nata“ gebacken – nach Originalrezept und köstlicher als irgendwo sonst.

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Geschrieben von:Thomas Zwicker