Eine Mutter spielt mit ihrem Sohn am Strand. Weit im Hintergrund erheben sich Hügel und ein Dorf.
© kidswelltraveled

Familienurlaub

Marokko mit Kindern: Warum dieses Land unser Herzensreiseziel geworden ist

Wenn mich jemand fragt, welches Reiseziel ich für eine Familienreise empfehle, bei der man nicht lange fliegen muss und trotzdem in eine ganz andere Welt abtauchen kann, muss ich nicht lange überlegen: Marokko. Wir waren jetzt schon mehrfach mit unseren Kindern dort, und jedes Mal hat es uns aufs Neue begeistert. Bei unserer ersten Reise waren die Kids eineinhalb und sechs Jahre alt. Losgeflogen sind wir in Frankfurt.

Warum ausgerechnet Marokko?

Kaum ein anderes Reiseziel vereint für uns so sehr Abenteuer, Kultur und Familienfreundlichkeit wie Marokko. Die Flugzeit ab Deutschland liegt bei nur etwa drei bis vier Stunden, es gibt keine Zeitverschiebung, und trotzdem fühlt sich alles komplett anders an als zu Hause. Besonders toll mit Kids: kein Jetlag, kein ewiges Sitzen im Flugzeug, aber trotzdem eine ganz andere Welt.

Dazu kommt, dass Marokko unglaublich vielseitig ist: das entspannte Surferdorf Taghazout, die charmante Medina von Essaouira, die Weite der Agafay-Wüste und das bunte Marrakesch. Kurze Fahrtstrecken zwischen den Stationen, herzliche Menschen und eine Kultur, in der Kinder überall willkommen sind – das macht Marokko für uns zu einer echten Empfehlung für Familien.

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Eine Frau steht mit zwei Kindern vor einer Wand mit Teppichen.
Anika reist gerne gemeinsam mit ihrem Mann und den Kindern durch Marokko © kidswelltraveled

Unsere Route für zwei Wochen

Von der Küste in die Wüste

Damit Du Dir das besser vorstellen kannst, kurz unsere grobe Route: Wir sind in Agadir gelandet und mit einem vorab organisierten Fahrer nach Taghazout gefahren (rund 45 Minuten), wo wir einige Tage verbracht haben. Danach sind wir nach Essaouira weitergereist. Anschließend sind wir eine Nacht in der Agafay-Wüste geblieben und sind zum Abschluss für einige Tage nach Marrakesch weitergereist, von wo aus wir ein paar Tage später auch wieder zurückgeflogen sind. Diese Reihenfolge hat sich für uns absolut bewährt: Man startet entspannt an der Küste und steigert sich langsam in Richtung Trubel. 

Für längere Strecken und vor allem für Marrakesch selbst würde ich Dir wirklich einen Fahrer statt eines reinen Mietwagens empfehlen. Der Verkehr in der Stadt ist chaotisch und mit Kindern auf dem Rücksitz einfach anstrengend. An der Atlantikküste dagegen, rund um Taghazout oder Essaouira, sind wir zeitweise auch selbst gefahren – der Verkehr dort ist deutlich übersichtlicher.

Zwei Bilder. Auf dem einen spielt eine Mutter mit ihrem Sohn am Strand. Auf der anderen Seite sitzt ein Junge unter einem Felsvorsprung neben einem Lagerfeuer und trinkt Tee.
Am Strand von Taghazout, Marokko © kidswelltraveled

Taghazout

Ankommen, durchatmen, Salzluft schnuppern

Taghazout war für uns der perfekte Einstieg. Ein kleines, entspanntes Küstendorf, bekannt für seine Surfspots und den lässigen Vibe. Genau richtig, um nach der Anreise erst einmal anzukommen, in jeder Hinsicht.

Wir haben im Radisson Blu Taghazout direkt an der Küste übernachtet, mit Pool, ruhiger Lage und tollem Blick aufs Meer – das war für uns mit Kindern die stressfreiere Wahl im Vergleich zu einem Airbnb. Dazu kommt, dass in Taghazout selbst die schönen Unterkünfte eher rar sind, es überwiegen ursprüngliche Fischerhäuser. Unsere Tage dort haben wir größtenteils am Strand verbracht: buddeln, planschen, surfen und alles wieder von vorne! Für einen Ausflug lohnte sich das Paradise Valley (etwa eine Stunde entfernt) mit kleinen Wanderwegen und Naturpools zum Planschen, ebenso der Crocopark in Agadir, der ein echtes Highlight für die Kids war.

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Eine Hafenstadt mit weißen Häusern und einer großen Stadtmauer.
Die Hafenstadt Essaouira in Marokko © stock.adobe.com - vitfedotov

Essaouira

Kleine Gassen, große Ruhe

Essaouira war für uns die absolute Wohlfühlstation. Die Medina ist autofrei, überschaubar und deutlich ruhiger als die von Marrakesch – perfekt, um mit Kindern durch die Gassen zu schlendern, ohne ständig auf Verkehr achten zu müssen. Statt eines klassischen Hotels haben wir uns hier für eine Unterkunft etwas außerhalb der Stadt entschieden, mit eigenem Pool und Garten. Eine absolute Oase! In und um Essaouira findest Du traumhaft schöne Ferienhäuser, viele davon mit Rundum-Service und oft sogar mit eigenem Koch!

Der stetige Atlantikwind sorgt für angenehme Temperaturen, sodass es hier selten zu heiß wird, auch nicht im Sommer. Ein echtes Highlight für uns war ein Keramikkurs, bei dem wir gemeinsam getöpfert, geformt und gestaltet haben – die Kinder waren mit Begeisterung dabei, und wir sind mit einem selbstgemachten Erinnerungsstück nach Hause gefahren. Auch ein Spaziergang durch die Medina bis zur Stadtmauer Skala de la Ville mit Blick auf den Atlantik gehört für uns zu den besonders schönen Erinnerungen dieser Reise.

Eine Mutter sitzt mit ihren zwei Kindern in einem kleinen Pool in der Wüste.
In der Agafay-Wüste © kidswelltraveled

Agafay-Wüste

Sternenhimmel und Lagerfeuer

Nach der Küste ging es für eine Nacht in die Agafay-Wüste, die etwa drei Autostunden von Essaouira oder Taghazout entfernt ist. Anders als man denken könnte, erwarten einen hier keine klassischen Sanddünen, sondern eine karge, fast mondähnliche Steinwüste. Doch genau diese Landschaft macht die Schönheit des Ortes aus. Wir haben im Agafay Luxury Camp mit Pool, gutem Essen und abendlichem Lagerfeuer übernachtet, und der Sternenhimmel dort war schlicht unvergesslich. Du schläfst dort übrigens in einem festen Zelt mit richtigen Betten und sogar einem eigenen Badezimmer.

Eine Nacht in der Wüste war für uns völlig ausreichend. Es gibt dort nicht wahnsinnig viel zu tun, aber uns hat genau das gefallen: einfach mal nichts zu tun, am Lagerfeuer zu sitzen, die Landschaft auf uns wirken zu lassen. Für Familien mit etwas älteren Kindern ab sechs Jahren sind auch kurze Quad-Touren möglich (man fährt als Beifahrer mit), worüber sich unser Großer riesig gefreut hat.

Ein blaues Haus steht in einem großen Kakteen-Garten.
Majorelle Garden, Marokko © stock.adobe.com - Artur Nyk

Marrakesch

Farben, Gewürze und viel Trubel

Zum Abschluss unserer Reise stand Marrakesch auf dem Programm – die intensivste Station. Die Stadt ist bunt, laut und fordert wirklich alle Sinne. Du kannst in Marrakesch entweder in einem Riad in der Stadt wohnen. Die sind oft traumhaft schön gestaltet und haben auch oft kleine Pools im Innenhof. Oder Du gehst etwas außerhalb in den Vorort Palmeraie, wo es größere Hotelanlagen mit mehr Platz gibt. Mit Kids würde ich Dir zweiteres empfehlen, denn auf diese Weise lässt es sich in Marrakesch auch entspannt einige Tage länger aushalten. Besonders schön fanden wir das Les Palmiers Boutique Hotel & Spa.

Unsere Highlights in Marrakesch: der Künstlergarten Jardin Majorelle mit seinem intensiven Blau. Am besten besuchst Du ihn am frühen Morgen, um dem größten Besucherandrang zu entgehen. Die Medersa Ben Youssef – eine ehemalige Koranschule – mit ihren kunstvollen Mosaiken hat uns mit den Kindern gut gefallen, auch weil die Anlage überschaubar ist. Auch ein Bummel über den Gewürzplatz Rahba Kedima mit seinen bunten Gewürzhaufen war ein tolles Erlebnis für alle Sinne. Den berühmten Gauklerplatz Jemaa el-Fna haben wir bewusst am späten Nachmittag besucht, gegen 16 bis 17 Uhr, dann ist er lebendig, aber noch nicht so überwältigend und voll wie am Abend. Trotzdem: In dem Gedränge haben wir die Kinder wirklich konsequent an der Hand gehalten.

Was uns weniger gut gefallen hat

Da ist zum einen der Verkehr in Marrakesch: Wir empfanden ihn als chaotisch, laut und mit Kindern streckenweise wirklich anstrengend. Nehmt unbedingt ein Taxi. Etwas anderes ist uns am Strand von Essaouira negativ aufgefallen: Dort werden Kamele und Pferde für Touristenritte oft stundenlang angeleint in der Sonne gehalten. Das fanden wir nicht besonders tiergerecht und haben deshalb bewusst darauf verzichtet.

Praktische Tipps für Deine Marokko-Reise mit Kind

Ein paar Dinge, die uns die Reise erleichtert haben: Für die Einreise brauchen Du und Deine Kinder nur einen gültigen Reisepass, ein Visum ist bei touristischen Aufenthalten bis 90 Tage nicht nötig. Kindersitze fürs Auto sind vor Ort kaum verbreitet; die solltest Du, wenn nötig, von zu Hause mitnehmen. Für längere Strecken lohnt sich wirklich ein Taxi, das ist mit Kindern einfach die entspannteste Variante. 

Würden wir diese Reise wieder so machen?

Ganz klar: ja. Die Kombination aus entspannter Küste, kulturellem Leben in der Stadt und beeindruckender Wüste hat uns als Familie absolut überzeugt. Die kurzen Distanzen zwischen den Stationen haben die Reise auch mit Kindern angenehm stressfrei gemacht. Marokko ist laut und leise, wild und entspannend zugleich – und genau das macht es für uns zu einem der schönsten Reiseziele mit Kindern, die wir kennen. Wir sind jedenfalls sicher, dass wir wiederkommen werden!

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