Ein prächtiger schwarzer Sommertrüffel: Zu Besuch bei "Natura Tartuffi" in Buzet
© Joachim Negwer

Ausflugsziel

Reisebericht: Auf Trüffelsuche in Istrien

Joachim NegwerChefredakteur

Von den Urlaubsorten ist’s nicht weit, ein Ausflug ins Landesinnere von Istrien lohnt sich immer. Dort führen die Weinstraße und die Olivenöl Straße auf schmalen, kurvigen Wegen durch die hügelige Landschaft. Oben im Norden, nicht weit von Novigrad entfernt, finden sich auf den Hügeln wunderschöne Bergstädtchen wie Motovun oder Buzet. Sie haben jeweils schöne Altstädte, von denen Du immer einen weiten Blick über die Wälder hast.

Und genau dort ist ein besonderer Schatz versteckt: Hier wächst der Trüffel, für den die Region so berühmt ist. Zwischen April und Oktober wird der schwarze Sommertrüffel gesucht und oft auch gefunden – und im Winter dann der viel wertvollere, teurere weiße Trüffel. 

Schwarze Sommertrüffel: Zu Besuch bei "Natura Tartuffi" in Buzet
Schwarze Sommertrüffel: Zu Besuch bei "Natura Tartuffi" in Buzet © Joachim Negwer

Immer wieder siehst Du am Straßenrand Schilder, die zu den TrüffelhändlerInnen führen und bei manchen kannst Du dabei sein, wenn sie mit ihren Hunden auf die Suche gehen. Wir sind heute bei Pietro&Pietro, Natura Tartufi gelandet, einem der bekannten Trüffel-Sammler – nicht weit von der Altstadt von Buzet entfernt. Im Laden gibt es alles, was Du aus Trüffel machen kannst: Trüffelöl, Trüffel-Paste, eingelegte Trüffel, Trüffel-Schokolade und sogar Trüffel-Bier. Hier treffen wir auch Gabi, die gute Fee bei Natura Tartufi. Sie zeigt uns alles und erklärt, was wichtig ist. Anita Kvinto, die Seniorchefin, bringt die beiden Hunde Moiza und Biba – dann kann es losgehen.

Im Video nehmen wir Dich mit auf die Tour.

Ein schöner Mittag: Die Sonne scheint übers Trüffelland von Buzet. Von weitem sieht Anita Kvinto aus wie eine Spaziergängerin, ihre Hunde Moiza und Biba laufen an der langen Leine vor ihr her. Die Hunde-Nasen wandern aber immer dicht über dem Boden, unentwegt von rechts nach links. 
Plötzlich bleibt Moiza stehen, beginnt aufgeregt mit den Vorderpfoten in der Erde zu scharren, das Hinterteil bewegt sich derweil nervös hin und her. Seniora Kvinto wird jetzt ganz ruhig. Sie nimmt ihre kleine Schaufel in die Hand, kniet sich neben Moiza auf den Boden und streichelt ihren Kopf. „Piano“, sagt sie mit ruhiger Stimme, fast beschwörend: „Piano, meine Kleine, piano.“

Doch Moiza ist nicht aufzuhalten, sie buddelt schnell, immer schneller und sticht mit der Schnauze in den Boden. Anita Kvinto kniet immer noch daneben, sie beobachtet genau. Als sie etwas Schwarzes auf dem Boden erblickt, nimmt sie schnell Moizas Kopf in den Arm und greift mit der rechten Hand blitzschnell zu. In der Linken hält sie schon zur Belohnung für Moiza ein Leckerli bereit. Siegessicher hält die Seniora etwas Schwarzes in der Hand, so groß vielleicht wie eine kleine Aprikose. „Wunderbar“, sagt sie, riecht daran: „Das ist er – der schwarze Trüffel.“

Zu Besuch bei  von "Natura Tartuffi" in Buzet: Auf Trüffelsuche mit Seniorchefin Anita Kvinto und den Hunden Moiza und Biba
Zu Besuch bei "Natura Tartuffi" in Buzet: Auf Trüffelsuche mit Seniorchefin Anita Kvinto und den Hunden Moiza und Biba © Joachim Negwer

Und die berühmten Trüffelschweine? „Gibt’s hier nicht“, sagt Gabi, die uns bei unserer Tour begleitet und alles erklärt. „Hat’s hier auch nie gegeben.“ Vielleicht, meint sie, hätten früher mal Wildschweine die Knollen ausgegraben. In Frankreich, im Périgord, sucht man mit abgerichteten Schweinen nach schwarzen Trüffeln. „Aber hier“, sagt sie, „sind unsere Hunde die besten Trüffel-Finder.“ Moiza gräbt, Seniora Kvinto nimmt wieder ihre Schaufel und hält kurze Zeit später wieder einen Trüffel in der Hand.

Rührei mit Trüffel: Zu Besuch bei "Natura Tartuffi" in Buzet
Rührei mit Trüffel: Zu Besuch bei "Natura Tartuffi" in Buzet © Joachim Negwer

Nach zwei Stunden haben wir 16 schwarze Trüffel in der Tasche. Zurück im Showroom von Natura Tartufi werden unsere Funde gereinigt und gewogen. „207 Gramm, das ist klasse“, sagt Gabi. Und für uns Trüffel-Mitsuchende gibt es dann am Ende ein echtes Trüffel-Menü: Kleiner Vorspeisenteller mit Trüffel-Canapés. Als Hauptgang ein ganz normales Rührei, über das Gabi aber für jeden eine große Portion Trüffel hobelt. Welch ein Duft! Und zum Nachtisch gibt es Vanilleeis – auch das schmeckt ganz gut, wenn Du es mit schwarzem Trüffel isst.

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Geschrieben von:Joachim Negwer