Weniger zahlen, mehr Meer
Mehr Gratisstrände in Italien? Das soll sich für Deinen Urlaub ändern
Sonnenschirme, Liegen und dazu vielleicht noch ein Parkplatz: Ein Badetag in Italien kann schnell ins Geld gehen. Denn vielerorts prägen die sogenannten Stabilimenti balneari das Küstenbild. Damit sind privat betriebene Strandbäder gemeint, die häufig öffentliche Flächen nutzen und für den Badespaß mit allem Drum und Dran Gebühren verlangen.
Doch an mehreren Orten Italiens wächst laut Medienberichten inzwischen der Druck, wieder mehr Küste für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Besonders deutlich wird das laut einem Bericht der "Tagesschau" derzeit in Ostia. Lido di Ostia ist gewissermaßen der Stadtstrand vor den Toren Roms. Dort sollen künftig deutlich größere Strandflächen kostenlos genutzt werden können.
Italien: Meistgebuchte Strandhotels
Alle anzeigenKostenlose Fläche soll deutlich wachsen
Das überarbeitete Strandkonzept der italienischen Hauptstadt sieht einen deutlichen Umbau vor. Lokale Medien berichteten etwa im Juni, dass die Stadtverwaltung in einer Sitzung einen neuen Nutzungsplan gebilligt hat. Dieser soll Ausschreibungen mehrjähriger Strandkonzessionen im Einklang mit geltenden Landesvorschriften ermöglichen.
Demnach wird die Nutzung eines insgesamt rund 11,3 Kilometer langen Abschnitts an der Küste geregelt, der in der Zuständigkeit der Stadt liegt. Davon sollen etwa 6,5 Kilometer – rund 57,6 Prozent – der öffentlichen Nutzung vorbehalten sein. Daneben werden per Ausschreibungsverfahren unter anderem 35 Strandbäder, elf Gastronomiebetriebe und ein Bootsverleih vergeben. Laut "Tagesschau" wächst der bislang kostenlos zugängliche Strandteil, der 1,2 Kilometer betrug, damit deutlich an und die Zahl der Strandbäder halbiert sich.
Gleichzeitig sollen Mauern, Barrieren und andere Hindernisse verschwinden, die an Teilen der Küste bislang den Blick oder den Weg zum Meer versperren. Öffentliche Zugänge werden hier künftig höchstens rund 300 Meter auseinander liegen.
Auch andere Regionen stärken die freien Strände
Ostia ist nicht das einzige Beispiel. Die Region Apulien nimmt in diesem Jahr etwa für die Aufwertung seiner öffentlichen Strände mehrere Millionen Euro in die Hand. Maßnahmen im Rahmen der Strategie "Demokratisches Meer" sollen verstärkt an den Start gebracht werden.
Das Ziel ist es, zunehmend auf Inklusivität, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit zu setzen, um BürgerInnen aber auch UrlauberInnen ein qualitativ hochwertiges Angebot bieten zu können. Aus einem Topf mit mehreren Millionen Euro sollen 56 von 69 Küstengemeinden in Apulien mit bis zu 50.000 Euro unterstützt werden, um etwa barrierefreie Wege zum Wasser, Sanitäranlagen, Duschen und dergleichen mehr anlegen zu können. Die anderen Gemeinden haben keine Anträge eingereicht.
Gleichzeitig soll verstärkt auf das Recht geachtet werden, das Meer als öffentliches, für alle zugängliches Gut uneingeschränkt nutzen zu können. Die entstehenden Einrichtungen müssen daher vollkommen kostenlos nutzbar und uneingeschränkt öffentlich zugänglich sein.
Viele Bereiche der Küste gehören grundsätzlich dem Staat. Der Weg zum Meer muss daher an und für sich kostenlos und frei zugänglich sein. Laut italienischem Recht sind Konzessionsinhaber verpflichtet, den Zugang, auch zum Baden, zu ermöglichen. Auch in einem privat betriebenen Strandbad darf für den bloßen Zugang zum Wasser daher eigentlich kein Eintritt verlangt werden.
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