Insgesamt elf Badestellen
Baden in der Seine: Wenn Paris wieder neue Freibäder hat
Vor wenigen Wochen wurden an verschiedenen Stellen in Paris offiziell wieder Badestellen eröffnet. Während der Sommermonate stehen insgesamt elf überwachte Badezonen bereit, wie das Pariser Tourismusbüro berichtet. Davon befinden sich drei direkt an der Seine.
Im 12. Arrondissement in Bercy erwarten Badende zwei Becken mit Stadtstrand, von wo aus der Blick auf die François-Mitterrand-Bibliothek schweift. Im historischen Herzen der Stadt, im 4. Arrondissement, befindet sich die Badezone Louis-Philippe unmittelbar unter der gleichnamigen Brücke. Sie tritt an die Stelle des früheren Standorts Bras Marie. Der Bras de Grenelle im 15. Arrondissement gegenüber der Pariser Freiheitsstatue richtet sich besonders an Familien.
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Alle anzeigenFlaggensystem regelt den Zugang
Zusätzlich zur Seine bleiben die etablierten Locations verfügbar: das Bassin de la Villette, der Canal Saint-Martin, der bereits ab dem 17. Juni 2026 bei Hitzewellen geöffnet war, sowie verschiedene Stadtstrände.
Sämtliche Bereiche sind gebührenfrei, oftmals barrierefrei zugänglich und klar gekennzeichnet, RettungsschwimmerInnen überwachen das Geschehen. Zusätzlich finden tägliche hygienische Untersuchungen statt. Ob das Schwimmen tatsächlich möglich ist, zeigt eine Art Ampelsystem mit Flaggen: Grün signalisiert uneingeschränkten Zugang, Gelb warnt etwa bei stärkerer Strömung oder wechselndem Wetter vor Risiken. Bei Rot, beispielsweise während eines Gewitters, ist das Baden nicht erlaubt.
Ein Jahrhundert ohne Badespaß
Im 19. Jahrhundert prägten Badeanstalten mit Cafés und Schwimmunterricht das Erscheinungsbild der Seine. 1923 erfolgte jedoch ein Badeverbot, begründet mit Risiken durch den Schiffsverkehr und der Verschmutzung des Wassers.
In den 1970er-Jahren gelangte über die Hälfte des regionalen Abwassers ungefiltert in den Fluss, lediglich drei Fischarten überlebten. Bekannt wurde die Ankündigung des damaligen Bürgermeisters Jacques Chirac (1932-2019), der 1988 versprach, innerhalb weniger Jahre persönlich in der Seine zu baden. Umgesetzt hat er das Vorhaben jedoch nie. Noch 2013 musste ein Pariser Triathlon aufgrund der Wasserqualität abgesagt werden.
Die Sommerspiele machten es möglich
Die entscheidende Wende brachten die Olympischen Sommerspiele 2024. Frankreich und die Stadt investierten über eine Milliarde Euro in die Säuberung des Flusses und den Ausbau der Abwasserinfrastruktur. Das Herzstück bildet ein unterirdisches Speicherbecken in der Nähe der Gare d'Austerlitz, das bis zu 50.000 Kubikmeter aufnimmt und später dosiert an Kläranlagen weitergibt. Zuvor floss überschüssiges Wasser bei Starkregen unmittelbar in die Seine, da sich Regen- und Abwasser in Paris stellenweise dieselben Kanäle teilen.
Die Triathlon- und Freiwasserwettbewerbe konnten dann im Jahr 2024 tatsächlich im Fluss stattfinden, der Triathlon der Männer musste allerdings wegen der damaligen Verschmutzung um einen Tag verschoben werden. Die Stadt versteht die neuen Badezonen explizit als Erbe der Spiele. Im Sommer 2025 öffneten die ersten Badezonen offiziell, gut 100.000 Menschen nutzten sie in der ersten Saison.
Wenn Du glasklares Wasser erwartest, wirst Du allerdings enttäuscht werden. Die Seine ist und bleibt ein Stadtfluss. Das Wasser wirkt grünlich bis braun und wegen starker Regenfälle können die Badestellen geschlossen bleiben.
Solltest Du gerade in Paris sein oder einen spontanen Kurztrip planen, kannst Du noch bis Ende August das Angebot wahrnehmen.
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