Reschenpass macht dicht
Route nach Italien gesperrt: Das müssen Reisende ab 31. August wissen
Wer in den kommenden Wochen mit dem Auto nach Südtirol oder weiter nach Italien fährt, sollte seine Route sorgfältig planen. Ab Montag, 31. August, wird die Reschenstraße zwischen Pfunds und Nauders werktags über viele Stunden komplett gesperrt. Betroffen ist damit ausgerechnet eine Strecke, die viele als Alternative zur Brennerroute nutzen.
Für Reisende aus Deutschland kommt die Sperrung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. In Bayern dauern die Sommerferien noch bis zum 14. September, in Baden-Württemberg bis zum 12. September. Gerade aus dem Süden Deutschlands sind deshalb auch Anfang September noch viele Familien auf dem Weg Richtung Alpen und Italien unterwegs.
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Grund für die Einschränkungen sind die Arbeiten an der sogenannten Kanzelgalerie auf der B180. Das Land Tirol lässt zwischen Pfunds und Nauders einen besonders gefährdeten Straßenabschnitt sichern. Für die abschließenden Sicherungs-, Straßenbau- und Schüttarbeiten sind nun erneut umfangreiche Sperrungen notwendig.
Nach Angaben des Landes Tirol wird die B180 vom 31. August bis 27. November 2026 jeweils von Montag bis Freitag gesperrt. Montags bis donnerstags gilt die Vollsperrung von 7:30 bis 18 Uhr, freitags von 7:30 bis 14 Uhr. Nachts sowie an den Wochenenden bleibt die Strecke grundsätzlich befahrbar. Allerdings wird der Verkehr außerhalb der Sperrzeiten weiterhin nur einspurig durch den Baustellenbereich geführt und per Ampel oder Verkehrsposten geregelt. Auch dann können sich also Staus bilden.
Die Reschenroute ist vor allem für Reisende interessant, die aus Süddeutschland über den Fernpass und das Tiroler Oberinntal in Richtung Vinschgau und Meran fahren. Der ADAC bezeichnet die Strecke zudem als wichtige Ausweichroute zur Brennerautobahn. Damit trifft die Sperrung nicht nur Urlauber mit einem Ziel rund um den Reschensee, sondern kann auch Reisende betreffen, die die Brennerroute bewusst umgehen wollen.
Umleitung führt für kurze Zeit durch die Schweiz
Eine großräumige Umfahrung ist für die meisten AutofahrerInnen nicht notwendig. Während der Sperrzeiten wird der Verkehr von Pfunds zunächst über die B184 Engadiner Straße auf Schweizer Staatsgebiet, dort über die H27 durch das Engadin und anschließend über die B185 Martinsbrucker Straße zurück nach Österreich in Richtung Nauders geführt. Danach gelangt man wieder zurück auf die reguläre Strecke.
Nach Berechnungen des Landes Tirol ist diese Umleitung lediglich rund 6,5 Kilometer länger und verzögert die Fahrt bei normaler Verkehrslage im Durchschnitt um etwa zehn Minuten. Allerdings gibt es einen wichtigen Haken: Auch auf der Schweizer H27 Engadiner Straße finden derzeit Bauarbeiten statt. Dort wird der Verkehr teilweise einspurig mit Ampeln geregelt. Bei hohem Reiseverkehr kann die tatsächliche Verzögerung deshalb deutlich größer ausfallen. Die Tiroler und Schweizer Behörden wollen die Verkehrsführung auf der Ausweichroute bei Bedarf gemeinsam anpassen.
Für UrlauberInnen bedeutet die Umleitung zudem, dass sie kurzfristig Schweizer Staatsgebiet befahren. Für normale Pkw entstehen dadurch keine besonderen Gebühren. Anders sieht es bei schweren Fahrzeugen aus: Für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen ist auf der Schweizer Strecke die dortige Schwerverkehrsabgabe zu beachten.
Wohnwagen und große Wohnmobile sollten besonders genau planen
Vor allem Camper sollten vor der Fahrt prüfen, ob die ausgeschilderte Umleitung für ihr Fahrzeug geeignet ist. Fahrzeuge mit Anhängern von mehr als 6,5 Metern Länge dürfen die B185 Martinsbrucker Straße nach Angaben des Landes Tirol nicht benutzen. Das Gleiche gilt für Busse mit einer Länge von mehr als 13 Metern.
Für entsprechend lange Gespanne gibt es während der Vollsperrung deshalb keine unmittelbare Ausweichstrecke. Sie müssen entweder bis zum Ende der jeweiligen Sperrzeit warten oder die Region weiträumiger umfahren. Gerade bei der Anreise mit einem größeren Wohnwagen kann es daher sinnvoll sein, die Passage auf den frühen Morgen, den Abend oder auf ein Wochenende zu legen.
Ist der Brenner jetzt die bessere Alternative?
Ein automatischer Wechsel auf die Brennerautobahn ist nicht für jeden Reisenden die beste Lösung. Auch dort müssen Autofahrer weiterhin mit Einschränkungen rechnen. Auf der A13 wird die Luegbrücke erneuert. Seit Anfang 2025 ist dort im Regelfall nur eine Fahrspur pro Richtung geöffnet. An besonders verkehrsreichen Tagen richtet die österreichische Autobahngesellschaft ASFINAG zwar zeitweise zwei Fahrspuren ein, trotzdem bleibt die Strecke ein möglicher Stauschwerpunkt.
Der ADAC zählt die Brennerroute deshalb auch im Sommer 2026 zu den Strecken, auf denen es immer wieder zu erheblichen Verzögerungen kommen kann. Besonders an den klassischen Reise- und Rückreisetagen ist mit dichtem Verkehr zu rechnen.

