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Mimatete (46-50)
Verreist als Paarim August 2015für 2 Wochen

Wunderbares Hotel mit vielen ABERs

3,9/6
Die Ankunft:
Unser Urlaub stand unter schlechtem Stern.
Nicht nur ist ein Koffer nicht angekommen, sondern hat sich der Mietwagen als ein sehr kostspieliger "Spielzeug" entpuppt.
Hier meine Empfehlung:
Da man auf der Insel dringend Vollkasko braucht (nicht wegen der eigenen Fahrweise, sonder der Fallender Felsen und der Kühen im Galopp) ist es wichtig, diese Versicherung gleich mit dem Wagen zu buchen. Ansonsten werden schnell aus 80€ mal 200€.
Wenn jetzt der VISA-Zahlender Mensch nicht der Fahrer ist, wird man mit weiteren 80€ als "Zweitfahrer" registriert. Für mich war das unnötig rausgeschmissenes Geld.
Wir haben unser Wagen über Goldcar (direkt am Flughafen, ohne Transfer) bezogen. Es war ein Fiat Panda. Etwas wenige PS (hat mein Begleiter festgestellt) aber sehr zuverlässig und hat uns sonst kein Kummer bereitet.

Das Hotel:
Wir hatten eigentlich das Nachbarhotel Calheta Beach gebucht, sind aber, aus welchen Grund auch immer, in das ca. 400 m entfernte Hotel Saccharum, des gleichen Betreibers, "zwangsumgesiedelt" worden.
Dadurch wurde der Ausblick auf ein Berg gegen den aufs Meer getauscht.

Das Hotel Saccharum ist ein modernes Haus, vor Kurzem zur Verfügung gestellt.
Manche würden es ein Luxushotel nennen, wir können es leider nicht tun.
Es ist ein typisches Designerhotel, mit mehr Schein als Sein.

Als erstes haut einen die Innenausstattung um.
Die ist sehr exklusiv.
Nach einer langen Inselerkundigung in einem gemieteten Wagen mit Klimaanlage oder dem Abstecher zu Steinstrand haben wir uns immer über das kühle, dunkle Eingangsbereich gefreut.

Dass man für den Strand extra Strandtücher bekommt (die braunen), haben wir erst nach drei Tagen durch Beobachtung der anderen Anreisenden herausgefunden.
Die Hilfsbereitschaft des Personal hält sich sehr in Grenzen.
Obwohl sie wussten, dass ein Koffer nicht angekommen ist, haben sie uns kein Wäscheservice angeboten und sonst keine Hilfe bei Beschaffung von fehlenden Sachen.
Eigentlich gibt es pro Schicht immer jemanden, der ein wenig Deutsch spricht, aber das wird fleißig verschwiegen.
Die Hauptsprache ist Englisch. Eine sehr trockenen Variante.
Die Inselportugiesen sind sehr karg im Umgang. Ein Lächeln wirkt immer wie aufgesetzt.
Das kenne ich von den Kanaren ganz anders.

Der Zugang wird durch Magnetkarte geregelt.
Ich fand es sehr witzig, als beide Karten nach einer Woche einfach deaktiviert wurden.
Damit konnte man nicht mal den Aufzug nutzen.
Als ich die Karten entsperren lies, hat sich der Fernsehen resetet und bekam plötzlich nur 15 englische Kanäle. Hat man das in Ordnung gebracht, ging die Klimaanlage nicht mehr.

Das Hotel verfügt über überdachte und freie Stellplätze. Der Parkplatz ist sehr großzügig auf einem Hang angelegt. Ich empfehle den zu nehmen.
An einem Abend ging am Hotel ein großer Felsen vom Berg auf ein wild parkendes Auto herunter.

Spa:
Die "Unterhaltung" befindet sich im 7. und 8. Etage.
Was uns ganz negativ aufgefallen ist - der Raum mit Sauna und dem Innenpool hat keine Belüftung.
Da das Wasser auf der Insel stark mit Chlor versetzt ist, konnten wir dort kaum atmen.
So konnten wir auch sonnengeschützt nicht schwimmen.
Man soll dort andere Badetücher benutzen, als die braunen für Außenpool und Strand.
Leider verwirrt das Personal die Gäste mit komplizierten Tauschmanövern.
Die erste Version: man gibt die Strandtücher an der Rezeption ab, dafür bekommt man Tauschkärtchen. Die gibt man im Spabereich ab und bekommt die Spa-Tücher, beim Rausgehen bekommt man wieder Tauschkärtchen die man an der Rezeption gegen Strandtücher tausch. Ufff!
Die zweite Version: man geht zu Spa ohne alles, bekommt dort die Spa-Tücher, die man beim Rausgehen gleich abgibt. Na das klingt doch gleich besser.

Das Zimmer:
Die Zimmer sind in angenehmen Graugrün gehalten.
Man geht durch Badebereich ins Wohnbereich und weiter aufs Balkon zu.

Was gleich ins Auge fällt ist keine Möglichkeit nasse Sachen zu trocknen.
Da eins der Koffer nicht mitgeflogen ist, müssten wir die Sachen meines Freundes immer am Abend waschen.
Zum Glück hatte ich eine Wäscheleine dabei. Die haben wir ganz diskret entlang der Trennwand befestigt. Auch für die nasse Handtücher und die Badesachen war sie perfekt.
Bis man uns eine Folie in vier Sprachen an der Schiebetür befestigt hat: man darf gar nichts auf dem Balkon aushängen. Wegen Image! Darauf sind wir raus mit einem Feldstecher und guckten uns andere Balkone an. Auch dort, wo Handtücher sogar über die Brüstung hingen, was wirklich unmöglich aussah, gab es keine Aufkleber.

Den Wohnbereich dominiert ein Riesenbett (Kingsize).
Darin je zwei total unbequeme Kissen, Bettlacken und dicke Decke zum Zudecken.
Die Matratze wiederum ist eine Wolke. Die erste Matratze, die ohne Hitzestau nicht gebrannt hat.
Die Klimaanlage bläst wirklich kalte Luft direkt aufs Bett.
Die 18 Grad, die als Standard eingestellt sind, fühlen sich wir 10 Grad an.
Es gibt ein Fernsehermit einigen Deutschkanälen. Die Lautstärke ist auf 65 fixiert. Leider sind manche Kanäle so laut (die arabischen!), dass man sich bei Zappen erschreckt. Pro7 ist wiederum so leise, dass man das Meeresrauschen wegsperren muss.

Die Klimaanlage läuft nur, wenn die Schiebetür geschlossen ist (Magnetsensor), aber das ist logisch.

Die Inneneinrichtung atmet noch aus, was die erste Tage für Kopfschmerzen und bei meinem Freund bis zum Ende für Hautausschlag gesorgt hat.

In einem der Schränke findet man eine Kühlschrankattrappe (es ist ein Stromfresser, der auf 21 Grad "kühlt") und einem Safe (Model ich-bin-in-jedem-Hotel-zu-finden).
Der Schreibtisch hat keine Lampe.
Der Fernseher ist direkt an der Wand montiert und das ist nicht richtig.

Essen:
Wir hatten nur Übernachtung mit Frühstück gebucht.
Wir wollten uns durch Esstermine nicht von der Inselbesichtigung abhalten.
Ich weiß nicht, ob es die EU-Norm ist, aber es war nicht schön, was uns da aufgetischt wurde.
Am Eingang befindet sich eine Ei-Teke. Hier gibt es Pfannkuchen und Rührei (sone blasse Variante, die ich nicht essen möchte), Omelette nach Wunsch zubereitet, von einem der nicht weiß, wie es richtig geht.
Da der Rest einfach nur schrecklich war (Formschinken und wahrscheinlich Analogkäse) aber dafür wunderbar dargeboten, haben wir uns meistens von Eiern mit den englischen Speckstreifen ernährt.
Und von Früchten.
Der Kuchen am Anfang der Teke schmeckte nach Styropor mit Zucker. Wie unser Dauerkuchen der schlimmsten Sorte. Nur der Schokoladenkuchen mit Wallnüssen ging noch.
Auf dem Toaster konnten wir kein Toast-Hawaii machen. Die Ananasscheiben waren zu dick, der Toaster war nicht geeignet (am Ende viel die Scheibe aufs "Gesicht").

Das Personal war mit Gästeansturm einfach überfordert.
Die gestapelte Teller waren sehr oft nass.
Der Kaffe ging schon um 9 Uhr aus, obwohl es bis 10 Uhr mit weiteren Gästen zu rechnen war.

Ich habe mit einer Dame, die alle 2 bis 3 Tage das Hotel wechselte, über die Auswahl beim Frühstücksbuffet gesprochen. Anscheinend ist überall gleich. Nur in diesem Hotel war es am schönsten drapiert.
Wir können nur ein Vergleich mit Hotel Calheta Beach ziehen.
Dort war die Butter nicht einzelverpackt und die Teller so heiß, dass ich für die Butter Untertassen nehmen und die Teller über Serviette halten musste.
Die Wassermelone war so geschnipselt, wie ich es auch für mich tue, nur dass die Stücke abgerundete Ecken hatten. Unappetitlich hoch drei!
Ansonsten das gleiche analoge Essen.

Die Umgebung:
"Pingo Dolce" ist ein Supermarkt und befindet sich gegenüber vom Haupthaus "Calheta Beach".
Auf dem Weg zum Eingang steht ein Geldautomat des Millennium Multibanco.
Die Bank selbst hat eine Filiale im Haus. Wer meint sein Geld diskret abheben zu müssen, wird ins Innere gelassen. Bitte die Karte langsam durchziehen. Es klappte mit einer Visa- und einer Sparkassenkarte.
Auf die Abhebung von Visa wurde mir 5,95 € berechnet, bei einer EC-Karte sind es wohl immer 7,50 € unabhängig von der Summe.
Wenn man ohne Koffer angekommen ist: in Estrela (um 5 Ecken) gibt es einen Chinesen. Der hat ALLES 

Wer Wale und Delfine besuchen möchte, soll nicht auf die Empfehlung des Reisebetreuer hören und nach Funchal fahren. Wenn man sich die "Flaniermeile" an dem kleinen Hafen anschaut (von der Straße oben vermutet man sie nicht mal) entdeckt man auf den 100 m sogar 4 Anbieter herfür.
Und einige Restaurants.

Um die Insel zu erkunden habe ich eine laminierte Karte gekauft. Leider war sie total nutzlos.
Ohne Google Maps wären wir wahrscheinlich immer noch dort, nach dem wir mal falsch abgebogen wären.
Der Raoming kostete uns 1,99 pro Tag.

Man soll immer (fast) vollbetankt unterwegs sein.
Einige Straßen sind gesperrt. Manche etwas länger (die Fahrbahn wurde mitgerissen), manche sehr frisch (gerade ist ein Felsen herunter gekommen) und man muss immer damit rechnen den gleichen Weg, egal, wie lang er war, zurückzufahren.

Vorsicht in den oberen Abschnitten!
Dort sind wilde(?) Kühe unterwegs. Da sie an ihren Raststätten Kapellen (Gebäude mit Kreuzen auf dem Dach) stehen haben, sind es wohl heilige Kühe, wie in Indien.
Da sie dort zu Hause sind, bitte mit Respekt behandeln.

Wir waren sehr fleißig unterwegs.
Was ganz toll ist: DashCam - eine Autokamera in HD. Wir haben auch welche gesehen, die mit einer Hand gelenkt haben (ganz schön leichtsinnig bei den Kurven!) und eine Outdoor-Kamera in der anderen Hand hielten.
So sind wir zu 229 GB Material gekommen. Fotos und spontane Filme sind auch dabei.

Empfehlungen:
Wir können getrost die gesamte Insel Empfehlen.
Wir haben auch einen authentischen schwarzen Sandstrand mit wunderbarem Wellenbad ab 15 Uhr gefunden. Da es aber von Einheimischen genutzt wird, wollen wir es nicht an die große Glocke hängen. Entweder man findet ihn selbst oder bekommt Vorort den Tipp.
Einen "Haken" hat dieser Strand - die Sonne lässt sich dort wenig blicken und es schaut immer aus, als ob gleich regnen wollte. Das aber ist für weiße Menschen aus Deutschland gerade zu perfekt.
Daneben hat man einen Lavabecken abgesondert, ohne Wellengang, aber für Schwimmer.
Dazwischen liegt eine Bar mir sehr zuvorkommender Bedienung und dem besten Chinesa (Kaffee mit Milch und Zucker) der Insel. Die Pommes soll man sich nicht entgehen lassen: von Hand geschnitzt, mit Schale und Kräuter.

Wer möchte kann das natürliche Badeparadies in Porto Moniz besuchen (Eintritt 1,50€ pro Nase und Tag). Östlich davon sind aber die Ursprüngliche Lavabecken (ohne Eintritt).

Was man immer wieder trifft sind verfallene, unfertige oder ganz wunderbare Häuser zu verkaufen.
Es wird immer irgendwo gebaut. Also Vorsicht auf den Straßen - es kann immer ein Betonmischer entgegen kommen.

Es ist nie falsch sich vorher mir einem Reiseführer vorzubereiten.
Auf die Reisebetreuer ist leider kein Verlass.
Unsere Katastrophe von Neckermann wohnt angeblich schon 6 Jahre auf Madeira, spricht aber kein Portugiesisch und nach drei Tagen wussten wir mehr als er. Seine Aufgaben bestanden aus dem Verkauf von Rundreisen, Weitergabe von Falschinformationen und Glänzen mit Unwissenheit.

Die Wege dort sind für Fahranfänger und unsichere Fahrer nicht geeignet.
Parkplätze, die mit M markiert sind, sind für Bewohner gedacht. Parken auf einem Parkplatz für behinderte Menschen kostet 35€.
Wo am Straßenrand eine gelbe Linie gezogen ist, darf nicht geparkt werden. Dort könnte ein Felsen herunterkommen.

Warum ich nicht begeistert bin:
Das Hotel wurde gerade eben zur Verfügung gestellt, aber auf dem Balkon kommt die Decke am Rande schon herunter.
Ich dachte, dass der Boden im Zimmer der in Mode gekommener Spachtelboden ist. Leider ist es nur dünnes PVC. Am Rande zu Duschraum geht der Belag schon hoch, Wasser sammelt sich darunter und der Beton scheint nicht versiegelt zu sein.
In der Dusche ist der Boden sehr glatt (keine Fliesen, die man dort eigentlich erwarten würde, ebenfalls nur PVC), sobald Wasser darauf kommt. Der Knopf zum Umschalten zwischen Handbrause und Regendusche lässt sich mit nassen Händen nur reindrücken aber nicht herausziehen.
Der Lichtschalter für die Toilette ist an der Tür (2,5 m weit weg), der für das Bettlicht zu hoch. Die Lampe mit flexiblen Hals lässt sich sehr schwer so auf das Buch richten, dass das Licht nicht ins Auge kommt.
Auf dem Balkon reicht die Aluleiste am Ende des festen Fensters nicht bis zum Boden. Der Rand ist weder entgrätet noch anders gesichert. An der Kante droht Verletzungsgefahr. Es gilt für die meisten Aluleisten im Hotel, zb. im Spielraum, in der Ecke, wo sich der PingPongBall so gerne versteckt.
Sobald man das Zimmer verlässt, wird man mit stickiger, stehenden Luft erschlagen. Das gleiche im Aufzug.
Die Sauberkeit im Zimmer erstreckt sich nur auf das Zimmer. Der Balkonboden wurde kurz vom Ende gewischt, obwohl er definitiv schmutzig war. Die Glasbrüstung wurde gar nicht gereinigt.
Die Bettwäsche wurde am zwölften Tag gewechselt.
Der "Kühlschrank" wurde im Schrank zwischen zwei Bretter so gepfercht, dass die warme Luft nicht entweichen kann (leider ist es wohl der EU-Standard, obwohl es genügte, wenn man das Gerät auf der anderen Seite einbaute, über dem Safe, dort befinden sich keine Schrankböden). Wenn man die Schranktür offen lässt, wird hell im Zimmer, weil sich darin Lichtleisten befinden.
Die Badebucht könnte man anders, besser gestalten, was man vielenorts sehen kann.
Auch die Steine und Felsen lassen sich so weit entfernen, dass nur der schwarze Sand bleibt und man sich beim niedrigen Wasserstand beim Schwimmen nicht mehr verletzt.
Der unbedachte Parkplatz könnte mit der Schlüsselkarte erreicht werden, wenn sie nur dafür programmiert wäre. So musste man immer klingeln und wenn neue Gäste da waren, dauerte es lange, bis die Schranke hoch ging.

Lage & Umgebung3,8
Verkehrsanbindung & Ausflugsmöglichkeiten3,0
Sonstige Freizeitmöglichkeiten3,0
Einkaufsmöglichkeiten in Umgebung5,0
Restaurants & Bars in der Nähe4,0

Zimmer4,5
Ausstattung des Zimmers (TV, Balkon, Safe, etc.)6,0
Größe des Badezimmers4,0
Sauberkeit & Wäschewechsel3,0
Größe des Zimmers5,0
Zimmertyp:Doppelzimmer
Zimmerkategorie:Deluxe
Ausblick:zum Meer/See

Service3,5
Rezeption, Check-in & Check-out4,0
Fremdsprachenkenntnisse des Personals3,0
Freundlichkeit & Hilfsbereitschaft4,0
Kompetenz (Umgang mit Reklamationen)3,0

Gastronomie3,5
Vielfalt der Speisen & Getränke2,0
Sauberkeit im Restaurant & am Tisch4,0
Atmosphäre & Einrichtung4,0
Geschmack & Qualität der Speisen & Getränke4,0

Sport & Unterhaltung4,5
Freizeitangebot (Sauna, Tennis, Animation, etc.)4,0
Zustand & Qualität des Pools5,0

Hotel3,8
Zustand des Hotels4,0
Allgemeine Sauberkeit3,0
Familienfreundlichkeit4,0
Behindertenfreundlichkeit4,0

Hotel wirkt schlechter als angegebene Hotelsterne
Hotel entspricht der Katalogbeschreibung
Preis-Leistungs-Verhältnis: Eher gut
Infos zur Reise
Verreist als:Paar
Kinder:Keine Kinder
Dauer:2 Wochen im August 2015
Reisegrund:Sonstige
Infos zum Bewerter
Vorname:Mimatete
Alter:46-50
Bewertungen:2
NaNHilfreich