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Volker (46-50)
Alleinreisendim September 2015für 1-3 Tage

Architektonischer Hingucker mit einigen Schwächen

4,2/6
Im NH Hotel Constanza Barcelona gibt es 308 Zimmer und Suiten. Das Hotel liegt außerhalb des Stadtzentrums in der Nähe des Diagonal - westlich der Innenstadt, nahe dem Axa Auditorium im Geschäftsviertel. Das Gebäude ist ein Werk des Architekten Rafael Moneo. Das Wifi-Internet ist inklusive und das Publikum bestand vorwiegend aus touristischen Reisegruppen. Das Haus war sauber und gepflegt und die Räume machten einen neuwertigen Eindruck. Die Etagen waren, je höher man kam, unklimatisiert und zum Teil stickig-warm. Es dominiert in diesen Korridoren eine grünliche Beleuchtung, teils auch roher Beton, quasi ein Technik-Look, den man mögen kann oder auch nicht. Schade, dass die Aufzuganlage aus zwei voneinander getrennten Aufzuganlagen zu je zwei Lifts bestand. Die Anforderung eines Aufzugs auf der einen Seite würde z.B. nicht den Aufzug auf der gegenüberliegenden Seite holen, auch wenn dieser gerade auf der Etage stünde, eigentlich sehr uneffizient - und in einem Gebäude mit Stararchitekten-Eigenwerbung sollte man solche Selbstverständlichkeiten erwarten, finde ich.

Lage & Umgebung4,0
Das Geschäftsviertel nahe des Axa Auditoriums ist nicht direkt an der Altstadt oder dem touristischen Zentrum Barcelonas gelegen, jedoch durch das hervorragende Nahrverkehrssystem mit Bussen und U-Bahnen in Barcelona kommt man überall hin und das schnell und preisgünstig. In fünf Minuten Entfernung findet man den Placa Concordia mit einigen Tapas-Bars und Restaurants. Es empfiehlt sich hier eine Reservierung oder die Einkalkulierung von Wartezeiten an Abenden.

Zimmer4,0
Das Zimmer präsentierte sich ultramodern, ohne auffällige Farben, in neutralen Tönen gehalten und mit Hauptfarbe weiß bzw. creme. Das Bett war groß und sehr bequem und ich habe darin hervorragend geschlafen. Die Schränke boten sehr viel und praktischen Platz, vor allem auch durch zahlreiche Fächer, in denen man Hemden oder T-Shirts oder Polohemden zusammengelegt aufbewahren konnte. Meistens verfügen die Hotelzimmer immer nur über viele Möglichkeiten zum Aufhängen, aber nicht regalartige Fächer. Das war hier besser. Die Lampen und Möbel haben Designerqualität - bei der Tischlampe auf dem Schreibtisch handelte es sich um das Modell "Kelvin" von Flos. Der Boden besteht aus Laminat, und das hebt sich wohltuend von all den vielen fußpilzsporenverseuchten Teppichen ab, die man sonst in Hotelzimmern findet. Das Bad war geräumig und sehr edel und auch hier hat der Innenarchitekt wieder mal eine Sorte Armaturen gewählt nach dem Motto: "Wie verwirren wir den Hotelgast so sehr, dass er garantiert keinen Tropfen Wasser aus dem Duschkopf bekommt?" Ganz ehrlich, als Vielreisender bin ich nur noch genervt von all diesen abstrusen Wasserhähnen und Duscharmaturen, für die zuerst das Studium einer aufgeklebten Anleitung nötig ist, um eine Dusche oder ein Bad nehmen zu können. Die sehen meistens alle ganz prima und supercool aus, aber was spricht gegen ein gutes und ergonomisches Designerobjekt? Edle Wandgestaltung in schieferfarbenem Stein und schöne Badkeramik, beheizbarer Handtuchhalter komplettieren den Komfort. Die Beleuchtung war in voller Illumination ausreichend, und wenn man wenig Licht haben wollte, boten die Nachtleuchten und Schreibtischlampe genügend Möglichkeiten für gedämpftes Licht. Ein großes Minus gibt es jedoch für den Ausblick. Der Star-Architekt hat vor jedes Fenster riesige "Lamellen" gebaut, die den Blick komplett ruinieren und welche natürlich durch Vogelkot nicht sonderlich ansprechend aussehen. Diese "Lamellen" sieht man auch von außen, siehe Foto, und sie verleihen dem Bauwerk einen gewissen technischen Hauch, aber was nützt all dieser optische Anspruch an die Außenansicht, wenn der Bewohner eines Zimmers überhaupt nichts durch das Fenster sehen kann? Bei all dem Komfort des Zimmers reicht es hier dann leider nicht für mehr als 4 Sonnen, denn durch diesen bautechnischen Missgriff tendieren die Zimmer in Richtung "fensterloser Raum", und das kann nicht der sinn eines modernen Hotelgebäudes sein.
Zimmertyp:Doppelzimmer
Zimmerkategorie:Superior
Ausblick:zur Stadt

Service5,0
Aufgrund der Kürze des Aufenthaltes beschränkte sich mein Kontakt auf die Rezeptionisten, welche gut Englisch konnten und sehr freundlich und hilfsbereit waren.

Sport & Unterhaltung3,0
Das Fitness-Center war enttäuschend. In einem winzigen Zimmer im 5. OG befand sich eine magere Sammlung von 5 Sportgeräten. Da ständig darin Hotelgäste am trainieren waren, habe ich von Fotos abgesehen und werde bei passender Gelegenheit noch probieren, eine Aufnahme zu machen, wenn das Fitnesscenter menschenleer ist. Für ein Hotel mit über 300 Zimmern würde ich mehr erwarten.

Hotel5,0

Tipps & Empfehlung
Für Barcelona könnte man stundenlang schreiben und man wäre nie am Ende. Man möge sich genügend Zeit nehmen, auf keinen Fall sollte man versuchen, in zwei Tagen bzw. einem langen Wochenende alles zu sehen. Das klappt nicht. Man möge die Hauptsaison meiden! Barcelona wird zwischen Mai und September im wahrsten Sinne des Wortes heimgesucht von Touristenmassen, die sich die Ramblas hoch- und wieder herunterwälzen, was natürlich ebenfalls tausende extra angereiste Taschendiebe anlockt. Es ist auch die Hauptstadt des Taschendiebstahls, daher achten Sie auf Ihre Wertsachen und berücksichtigen dies bereits bei der Wahl von Handtasche, Rucksack oder mit was immer Sie beabsichtigen die Stadt zu erkunden. Der Senf-Trick mit dem "unbeabsichtigten Verschmutzen Ihrer Kleidung und anschließender Abputzhilfe" bis zum "Stadtplantrick mit Abgreifen des auf dem Tisch befindlichen Smartphones" sollten die Tricks inzwischen bekannt sein. - Wer die Bauwerke von Gaudí besichtigen will, muss wissen, dass die Preise gepfeffert sind, diese dienen aber der Finanzierung für den Weiterbau der Sagrada Familia und Überschüsse werden gespendet. Warteschlangen kann man vermeiden, wenn man die Tickets im Internet im voraus bucht, da findet man auch Paketpreise für mehrere Gaudí-Attraktionen zum etwas günstigeren Preis. Vor 8.00 Uhr kommt man ohne Kosten in den zentralen Bereich des Parc Güell, welcher sonst kostenpflichtig ist. TMB heißt die Nahverkehrsgesellschaft und am besten nimmt man sich ein 10-Fahrten-Ticket, welches auch von zwei oder mehreren personen benutzt werden kann. Wer ein edles Olivenöl mitbringen möchte oder einen tollen Schinken, der darf die Lebensmittelabteilung von El Corte Inglés, einem Warenhaus, nicht verpassen. Schinken kann man jedoch auch fast überall kaufen. - Ist man am unteren Ende der Ramblas, empfehle ich die Fahrt mit der Seilbahn von der Station Barceloneta bis Montjuic. Das ist wie fast alles Touristische in Barcelona nicht gerade billig, aber der Blick aus der Gondel ist fantastisch! Bei Montjuic angekommen kann man die dortige Parkanlage besichtigen, das Museum mit der Kunstsammlung genießen und unweit auch das berühmte Olympiastadion mit seinem futuristischen Turm anschauen. Dort fahren Busse, mit denen man auch weiter zum Placa de Espanya fahren kann.

Hotelsterne sind berechtigt
Hotel entspricht der Katalogbeschreibung
Preis-Leistungs-Verhältnis: Angemessen
Infos zur Reise
Verreist als:Alleinreisend
Kinder:Keine Kinder
Dauer:1-3 Tage im September 2015
Reisegrund:Arbeit
Infos zum Bewerter
Vorname:Volker
Alter:46-50
Bewertungen:235
NaNHilfreich