Archiviert
Inga & Sven (36-40)
Verreist als Paarim April 2015für 2 Wochen

Klare Sache: Weiterempfehlung!

5,0/6
Die Hotelanlage ist flächenmäßig sicher nicht klein. Die in max. zweistöckigen Gebäuden im - nennen wir es "Landesstil" - errichteten Häuschen fügen sich sehr harmonisch in den top-gestylten und für ägyptische Verhältnisse super gepflegten grünen Garten ein. Die Anlage wie auch der tolle Garten sind sehr sauber.

An der Gästestruktur gibt es eigentlich nix zu meckern. Wir (w 34, m 46) haben den Altersschnitt eher nach unten gerissen (ja, auch ich mit 46 Lenzen ;-). Bei unserem Aufenthalt würde ich mal sagen 45 % Deutsche, ebensoviele Italiener. Der Rest verteilt sich auf Skandinavier und Tulpenfreunde, eine Mini-Reisegruppe unauffälliger und nicht dem negativen sonstigen Klischee entspechenden Russen. Letztere waren ebenfalls älterer Bauart, daher wahrscheinlch weniger verhaltensauffällig.

Zu der WiFi-Leistung sagen wir mal nichts. Laaaangsam - wenn denn überhaupt ein Netz - und nicht inklusive. Aber was will man auch mit einem soooo laaaangsamen WiFi / WLAN, wenn ein Urlaubsgruß à la "uns geht's gut" erst nach gefühlt zwei Monden übertragen wird...

Lage & Umgebung6,0
O.k., wer nach Marsa Alam (oder wie in diesem Fall knapp 150 Km südlich des Airports bzw. 60 Km südlich von Marsa Alam selbst) reist, erwartet weder Ballermann noch Schnitzel-Karl oder sinnfreie Karaoke-Bars vor der Tür. Denn vor der Tür, sprich vor der Hotelanlage, ist: nix. Also eher rein gar nix. Aber deswegen fährt man ja auch dorthin.
Vom Airport fährt man je nach gebuchten oder inklusivem Transfer mit Minibus, XL-Reisebus oder eben Privattransfer mit dem Pkw. Die Fahrzeiten sind entsprechend, mit unserem Bus waren es knapp 90 Min hin und etwas länger zurück. Letzteres hatte aber auch was, dann kann man nämlich beim Anlaufen der anderen Hotels sehen, dass man sich mit dem Gorgonia richtig entschieden hat.

Beim "Shoppen" in der Einöde, also den hoteleigenen Souks, darf man überraschend keine Schnäppchen erwarten. Sonnencreme & Co. kosten gut das Doppelte wie in Old Germany, Zigaretten sollte man auf jeden Fall auf dem Hinflug bzw. am Airport Marsa Alam kaufen, nicht in der Anlage.

Über die Entfernung zum Strand entscheidet natürlich die Lage des Zimmers. Varainte A: Du hast ein Zimmer in Strandnähe, dann dackelst Du halt länger zum Restaurant. Variante B: umgekehrt. Die Wege sind aber nicht so, dass man Zwischenübernachtungen einplanen muss und locker zu bewältigen. Ein Tipp an die Damenwelt: Pfennigabsätze und andere Stöckelschuhvarianten erfordern bei dem teils groben Pflaster innerhalb der Anlage eine entsprechende Beherrschung ;-)

Zimmer4,0
Ja, die Aussagen von einigen anderen hier können wir bestätigen. Die Zimmer könnten hier und dort mal eine kleine Auffrischung vertragen. Aber - es war nirgends schmuddelig oder gar schimmelig. Die Zimmer sind sehr groß, das Bad dito. Durch die Größe wirkte es teilweise jedoch ungemütlich, da die farbliche Abstimmung von Boden, Wand und Gardinen z.B. ausbaufähig war. Da wir aber auch nur zum Poofen im Zimmer waren - sei's drum.

Die Betten waren hart und völlig o.k. Teilweise hier beschriebene Matratzen mit putzigen Flecken unterschiedlichster Körperflüssigkeiten konnten wir trotz akribischer Suche nicht finden.

Bad und Toilette wurden recht ordentlich geputzt.

Zimmertyp:Doppelzimmer
Zimmerkategorie:Lowcost
Ausblick:zum Garten

Service5,0
Also wenn hier einige Touris darüber meckern, dass das Personal unfreundlich ist, Beschwerden ignoriert werden und niemand Deutsch spricht - glaubt denen kein Wort! Mit Ausnahme eines Beachbar-Kellners waren alle - ich wiederhole: ALLE - super freundlich. Jeder "Reklamation" von unserer Seite folgte rubbeldiekatz eine positive Reaktion. Mal war es ein funktionsunfähiger Tresor, mal eine Batterie Handtücher, die der Roomboy wohl vergessen hatte zurück zu lassen. Womit wir beim einzigen kleinen Schwachpunkt wären. Unser (vielleicht auch nur unser?) Roomboy war - nennen wir es - lethargisch. Shampoo / Duschgel auffüllen? Vielleicht. Benutzte Handtücher mitnehmen? Immer. Neue installieren. Meistens. Wie gesagt, es wurde mit einem kurzen Anruf an der Rezeption alles umgehend korrigiert. Und nur in Ausnahmefällen war zufällig mal kein deutsch sprechender Mensch dort anwesend.

Gastronomie5,0
Also über dieses Thema wurde hier ja nun schon recht viel geschrieben. Fangen wir mit dem Hauptrestaurant an. Wer hier nicht satt wird, hat sicher ein Problem oder einen Bandwurm. Die Auswahl an frischen Salaten ist täglich mehr als ausreichend, sie wechseln täglich und wiederholen sich wöchentlich. Es wird jeden Abend sowohl draußen am Grill als auch innen frisch zubereitetes Fleisch kredenzt. Draußen in Richtung Hühnchen, Fisch, Cevapcici etc., innen dann größere Fische, Roastbeef, Turkey, Hühnchen usw. Alles immer lecker, es gibt nur eine Einschränkung. Der eine oder andere Koch (oder besser der, der es euch dann vor euren Augen zerteilt und auf den Teller packt) sollte vielleicht mal einen VHS-Kurs im Tranchieren belegen. Teilweise sah das Fleisch perfekt aus, wurde dann aber so unkonventionell "zerhackt", dass es der guten Qualität nicht gut tat. So kam es, dass der eine Touri z.B. ein perfektes Brustfilet bekam, der dahinter stehende eine Ansammlung Knochen. Blöd. Und wenn es (sehr gutes!) Roastbeef gab - geht frühzeitig dorthin! Je später ihr erscheint, desto härter und somit auch zäher wird es, da es dann manchmal länger herum liegt.

Jeden Abend (manchmal waren wir auch mittags dort) gibt es zwei Suppen, Brotvariationen und ein opulentes Nachtischbuffet. Dazu landestypische Dips und jeden Abend eine "ägyptische Ecke". Wir fanden gerade diese stets besonders lecker, der Großteil der Touris mied diesen Bereich. Und damit sind wir beim nächsten, für uns unverständlichen Touriverhalten. Neben den beschriebenen Sachen gab es auch eine ca. sechs Meter lange "Theke", wo in kantinentypischen Blechschüsseln Nudeln, Überbackenes wie Lasagne, manchmal fritiertes Gemüse und sonstiges Fast-Food-Zeugs serviert wurde. Ausgerechnet hier bildete sich allabendlich die mit Abstand längste Schlange. O.k., wir fahren nicht nach Ägypten, um Lasagne und Pommes zu futtern, aber das muss nun jeder selber wissen.

Das Frühstück war o.k., es gab die schon öfter hier beschriebenen, täglich wiederkehrenden vier Sorten Käse und Wurst. Nun denn. Dazu wieder Brot und einiges an Süßkrams, zwei Sorten frisches Obst (Melone und Grapefruit, ebenfalls täglich) sowie einiges an Cerelalien. Der Eiermann war gut drauf und zauberte alles, was man aus den Hühnerprodukten zum Frühstück so zaubern kann.
Kaffee kommt aus mehreren Kaffeeautomaten, die über den typischen "Autobahn-Kaffee" geschmacklich hinaus gehen. Uns hat er zumindest geschmeckt.

Mittags hat man in der Beachbar Zugriff auf Salatzubehör wie Tomaten, Oliven, grünem Salat etc., dazu Pommes, Reis, Nudeln und Hühnchen sowie z.B. kleinen Bratwürstchen. Eben das kleine Schnelle zwischendurch für den, der keine Lust hat, mittags auch noch zum Hauptrestaurant zu tapern und ordentlich zuzulangen. Alles kann, nichts muss.

1 x wöchentlich sind ein Abendessen in der hoteleigenen Pizzeria sowie im Restaurant "La Vela" anstelle des Hauptrestaurants inklusive (Voranmeldung nötig). Zur Pizzeria können wir nichts sagen, da wir - siehe oben - nicht nach Ägypten fliegen um Pizza zu essen. Italien wäre da näher. Das "La Vela" haben wir ein Mal besucht. Das reichte allerdings auch. Man konnte zwischen zwei Hauptgängen wählen, Huhn oder Fisch. Die Fischplatte bestand aus ausschließlich frittierten Fischstückchen. Nennen wir es Fischstäbchen in anderer Form. Das Hühnchen war bei uns beiden sehr unterscheidlich, einmal zart und gut, das andere mal zäh und mit übersichtlichem Fleischanteil. Dazu kleine Vor- und Nachspeisenvariationen sowie eine Tagessuppe, die mittags am gleichen Tag im Hauptrestaurant angeboten wurde. Sagen wir mal so, wer nach einigen Tagen im Hauptrestaurant mal mehr oder weniger unter sich in angenehmem Ambiente essen möchte, sollte mal hingehen. Zwingend empfehlen können wir es nicht.

Und es gibt noch ein in Strandnähe befindliches Beduinenzelt. Total idyllisch, rund, mit Shisha-Pfeiffe in der Mitte und kuscheligen Plätzen am äußeren Rand des Zeltes (welches aus Pslmenwedeln o.ä. besteht). Es war zu unserer Verwunderung fast nix los. Genau das Richtige für uns, da es ein herrlicher Ausklang des Tages war.

Sport & Unterhaltung5,0
Sportangebot:

Es gibt (Flutlicht-) Tennisplätze, Boccia-Bahnen, Minigolf, Beachvolleyballfelder etc. Alles gut, von uns aber nicht genutzt.
Das Animationsteam ist unaufdringlich, es wird das Typische geboten, was man aus derartigen Hotels so kennt - Wasserball, Wassergymnastik, Zumba, Tanzkurse etc. Wer'S mag, möge mitmachen, wer nicht, sollte zumindest am Nachmittag bei den Zumba-Kursen den gut beschallten Pool meiden.

Unterhaltung:

Allabendlich findet im etwas abgelegenen Theater eine themenbezogene Vorführung statt. Wir haben hier nur ein mal kurz vorbei geschaut.

Im Gardenrestaurant gibt's dann an mehreren Abenden Tanz, Kinderdisco usw. Alles war recht gut besucht. Die eigentliche Disco muss man im Bauch des Empfangsgebäudes erstmal suchen. Findet der Tanz unter freiem Himmel sein Ende, wummern die Disco-Bässe los. Während unseres Aufenthaltes lag der Besucherschnitt in der Disco zahelnmäßig zwischen zwei und acht. Zieht man die dort hopsenden Animateure ab, tendiert der Wert gen Null.

Strand / Pool...:

Der Pool selbst ist sauber und recht groß. Zwar landen tatsächlich mehrfach Vögel im Pool und hinterlassen dort auch mal ihre "Visitenkarte", als schmutzig kann man es jedoch nicht beschreiben. Ständig sind Angestellte zur Stelle, die etwas, das dort nicht hingehört, aus dem Pool fischen.
Liegen und Schirme sind sowohl am Strand als auch am Pool ausreichend vorhanden, und - GEIL! - KEINE HANDTUCHRESERVIERER! Das allein schon ein Reisegrund.

Der Strand ist ebenfalls sauber. Ob man nun weiter in Richtung Steg liegen möchte oder eben näher an der Strandbar, möge jeder für sich entscheiden. Das Riff ist klasse, wobei es uns vom Steg aus gen Süden besser gefallen hat als gen Norden. Leider war es oft so windig, dass nur an drei von 14 Tagen eine gelbe Fahne wehte (Schnorcheln auf eigene Gefahr). Meistens wehte die rote Fahne (nichts geht mehr), grün haben wir gar nicht gesehen. War wohl persönliches Pech.

Die Tauchschule sah für ägyptische Verhältnisse gut organsiert und sauber aus, nutzen konnten wir sie aus anderen, persönlichen Gründen nicht.

Hotel5,0

Tipps & Empfehlung
Ausflüge:

Wir haben uns für den Tagesausflug zum Delphin-Schnorcheln gen Sataya entschieden. Und es war ein voller Erfolg, da wir die putzigen Tierchen auf offener See (bzw. einer Lagune auf hoher See) in unmittelbarer Nähe vor der Taucherbrille hatten. Sehr schick!
Die Idee, auch gen Assuan oder Luxor zu düsen, haben wir durch die elendig langen Hin- u. Rückfahrt (je über drei Stunden) verworfen.

Reisezeit:

Wie schon erwähnt haben wir da leicht ins Klo gegriffen. Windstärke sieben bis acht, und das fast jeden Tag, ist schon heftig. Am Strand gab es damit ein tägliches Sandpeeling umsonst, es flogen auch mal Schirme und Stühle durch die Gegend. Die angeblichen 28 Grad fühlten sich dadurch deutlich kälter an. Soll für die Reisezeit aber ungewöhnlich sein. Toll.

Sonstiges:

Empfehlenswert ist z.B. die wöchentliche Chance, die Hotelküche zu besichtigen. Hier wird für die Teilnehmer landestypisch gekocht, Rezepte werden verteilt, Fragen beantwortet und kosten kann man die Leckereien auch. Danach folgt eine ausgiebige Führung durch die Großküche nebst Kühlräumen etc. Man muss sagen, das alles sehr sauber und ziemlich perfekt organisiert ist. Wie im Übrigen auch das gesamte Hotel. Es gab dahingehend eigentlich nichts zu meckern.

Unser besonderer Dank gilt dem Guest Relation Manager Ibrahim A. Super hilfsbereit, spricht perfekt deutsch und hat uns sogar unser absolutes Lieblingsrezept aus der hauseigenen Küche besorgt. Es geht doch nichts über Basboussa ;-)))

Fazit: wir kommen defintiv wieder. Es war nicht unser erstes Hotel bisher in Marsa Alam, aber das bisher beste. Wenn wir jetzt noch den Knopf finden, wo man den Wind abschalten kann, wäre alles perfekt.

Hotelsterne sind berechtigt
Hotel entspricht der Katalogbeschreibung
Preis-Leistungs-Verhältnis: Sehr gut
Infos zur Reise
Verreist als:Paar
Kinder:Keine Kinder
Dauer:2 Wochen im April 2015
Reisegrund:Strand
Infos zum Bewerter
Vorname:Inga & Sven
Alter:36-40
Bewertungen:9
Kommentar des Hoteliers
Liebe Gäste, vielen lieben Dank für Ihre ausführliche Bewertung über unser Hotel. Wir freuen uns das es Ihnen bei uns gut gefallen hat, Sie einen schönen und tollen Urlaub hatten. Und darauf Sie bald wieder bei uns zu sehen. Freundliche Grüße Ihr Guest Relation Manager Ibrahim und das Gorgonia Beach Resort Team.

NaNHilfreich