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Christian (31-35)
Verreist als Paarim August 2015für 1 Woche

Ein schöner Rückzugsort für das ganze Jahr

4,0/6
Zu einer eher untypischen Zeit, nämlich am Ende der Regenzeit, haben wir den einwöchigen Aufenthalt unseres ersten Malediven-Urlaubes sehr genossen. Angaga liegt eine Stunde vom Flughafen Male entfernt und es gab leider bloß zwei Transportflüge mit dem Wasserflugzeug pro Tag, weswegen man mit Zwischenlandung auf der arabischen Halbinsel fast einen ganzen Tag Anreise einplanen muss. Wir haben am Water-Terminal 2 Stunden gewartet und mussten das Gebäude wechseln, da die Flüge umstrukturiert wurden. Mit deutscher Pünktlich- und Genauigkeit braucht man also bei der Anreise nicht rechnen.

Wir wurden kostenlos in die neuen Superior Water Bungalows hochgestuft. Den Aufpreis würde ich im Nachhinein nicht zahlen, da der eigene Zugang zum Strand einfach fehlt und die Strand Bungalows ebenso mit Palmen geschützt sind, weswegen man dort absolut seine Ruhe hat. Der eigene Zugang zum Meer scheint anfangs verlockend zu sein, dennoch ist der wunderschöne Sandstrand meiner Ansicht nach wertvoller als eine eigene glitschige Treppe in den Indischen Ozean. Einmal gab es ein heftiges Nachtunwetter, unruhige Schläfer können sich dem Wellenanschlag nicht entziehen. Die Zimmer an sich sind geräumig, das Bad mit seiner Extratür zum Steg - nicht verschließbar - ist aber maximal Durchschnitt, da bei offenem "Gulli" die Dusche extrem stinkt.

Der Empfang war extrem freundlich und man wird quasi nach Ankunft am Flughafen bis zum Bungalow kutschiert. WLAN, ob frei in der Bar oder auch kostenpflichtig im Bungalow, hatte viele Aussetzer, mit Inet braucht man also eher nicht zu rechnen (sollte man aber auch nicht brauchen bei solch einem Urlaub).

Die Insel ist in fünf Minuten zu Fuß umrundet und bietet im inneren Bereich nichts, was man gesehen haben müsste. Ich habe keinen einzigen Menschen gesehen, der das Volleyballnetz oder die Tennisanlage genutzt hätte, nur die Chinesen haben die Tischtennisplatte malträtiert. Die Luxusanlagen mit zig Freizeitmöglichkeiten sind sicher in einem anderen Atoll...dafür gab es auf dieser Insel kaum Mücken (außer im Rezeptionsbereich am Abreisetag).

Was mich extrem gestört hat ist die unterschiedliche Behandlung der AI- und Halbpensionsgäste. Während Halbpensionsgäste bei Preisen von 8-15$ wunderschöne Cocktails in großen Gläsern bekommen, teilweise aus Kokosnüssen, so wie man sich das vorstellt, erhält man als AI-Gast wässrige 0,2l Cocktails ohne Geschmack. Auch den AI-Fehler würde ich nicht nochmal begehen. Dreimal Büffet am Tag ist selbst für Vielesser auch deutlich zu üppig, da man sich recht schnell an den weniger abwechslungsreichen Angeboten satt essen kann.

Beim Essen scheiden sich offensichtlich die Geister...im Endeffekt ist es durchschnittliche Büffet-Kost, die sich recht schnell wiederholt und an dem man sich nach wenigen Tagen satt gegessen (siehe oben) und gesehen hat, wobei auch gesagt werden muss, dass sich alle Mitarbeiter extreme Mühe geben, insofern das Essen zumindest optisch etwas her macht. Dennoch merkt man oft, dass das übrige Essen des Vortags in einer anderen Art und Weise wieder am nächsten Tag auftaucht. Auf einer nahe gelegenen Insel gäbe es ein Unterwasserrestaurant, wir hatten leider nicht die Möglichkeit, dieses zu besuchen.

Die Freizeitangebote sind "ein Witz". Der Tauchausflug zu einer unbewohnten Nachbarinsel war extrem unspektakulär, das eigene Hausriff ist zig Mal schöner. Der Ausflug auf eine Einheimischeninsel ist laut Erzählungen, wir haben dies selbst nicht gebucht, eine Führung durch verschiedene Läden. Kennt man aus Thailand oder der arabischen Mittelmeerregion. Abzocke. Schließlich war das Nachtangeln eine "Schnur-mit-Haken"-Aktion ohne Echolot oder Ähnliches. Wenn einem nicht extrem langweilig wird, kann ich eigentlich keine der Touren wirklich empfehlen...mehr gibt es eben nicht auf so einer kleinen Insel.

Die Vorteile sollen nicht zu kurz kommen, denn wo gibt es eine so kleine, wunderschöne und ruhige Insel mit einer Tiervielfalt (Riffhaie direkt am Steg zu den Bungalows!) vom feinsten? Die Malediven sind eines der letzten Paradiese unserer Zeit und bei dem prognostizierten Meeresspiegelanstieg wird es sie auch nicht mehr lange geben.

Fazit: Wer Entspannung abseits der Zivilisation sucht und wem nicht nach ein paar Tagen Meer und Strand langweilig wird, der findet auf Angaga eine ruhige Barfußinsel mit solidem Büffet ohne Tamtam.

Lage & Umgebung2,8
Verkehrsanbindung & Ausflugsmöglichkeiten3,0
Sonstige Freizeitmöglichkeiten2,0
Einkaufsmöglichkeiten in Umgebung1,0
Restaurants & Bars in der Nähe2,0
Entfernung zum Strand6,0

Zimmer5,0
Ausstattung des Zimmers (TV, Balkon, Safe, etc.)5,0
Größe des Badezimmers4,0
Sauberkeit & Wäschewechsel6,0
Größe des Zimmers5,0
Zimmertyp:Bungalow
Zimmerkategorie:Superior
Ausblick:zum Meer/See

Service5,5
Rezeption, Check-in & Check-out6,0
Fremdsprachenkenntnisse des Personals6,0
Freundlichkeit & Hilfsbereitschaft5,0
Kompetenz (Umgang mit Reklamationen)5,0

Gastronomie3,8
Vielfalt der Speisen & Getränke3,0
Sauberkeit im Restaurant & am Tisch5,0
Atmosphäre & Einrichtung4,0
Geschmack & Qualität der Speisen & Getränke3,0

Sport & Unterhaltung3,7
Freizeitangebot (Sauna, Tennis, Animation, etc.)3,0
Qualität des Strandes6,0
Kinderbetreuung oder Spielplatz2,0

Hotel3,5
Zustand des Hotels5,0
Allgemeine Sauberkeit5,0
Familienfreundlichkeit3,0
Behindertenfreundlichkeit1,0

Hotelsterne sind berechtigt
Hotel ist besser als in der Katalogbeschreibung
Preis-Leistungs-Verhältnis: Eher gut
Infos zur Reise
Verreist als:Paar
Kinder:Keine Kinder
Dauer:1 Woche im August 2015
Reisegrund:Strand
Infos zum Bewerter
Vorname:Christian
Alter:31-35
Bewertungen:1
NaNHilfreich