• Aqvileia
    Dabei seit: 1209427200000
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    geschrieben 1228781541000

    Hallo Zusammen

    Ich habe Lust auf ein neues Abenteuer. Da ich gerne mit dem Auto verreise und noch nie in Skandinavien war, bin ich auf das Ziel "Nordkapp" gekommen. :)

    Von Zürich aus sind das grosszügig gerechnet 4000km.

    Mit dem Wohnwagen wäre das natürlich praktischer, aber ich will mit meinem Auto gehen.

    Hat Jemand hier was ähnliches gemacht oder kann mir sonst Tipps geben zu den Begebenheiten in Skandinavien..? Gibts an den Hauptstrassen genügend Übernachtungsgelegenheiten? Wie ist es so mit den Tankstellen?

    Strecke grob wäre wohl;

    Stuttgart

    Würzburg

    Hannover

    Hamburg

    Kopenhagen

    Malmö

    Jönköping

    Linköping

    Stockholm

    Uppsala

    Nordkapp

    Heimweg evtl über Helsinki und dann Fähre. Auf dem Hinweg alles auf Strasse.

    Leider kenne ich nur eine Schwedin, und die arbeitet zur Zeit in London. :D

    Was wäre die beste Reisezeit? Schnee wäre unpraktisch, auch wenn es schön wäre. Dachte also Frühling bis Sommer und 30 Tage wollte ich mir schon Zeit nehmen...

    Also, ich bedanke mich für alle Tipps und Denkanstösse, da es meine erste Reise dieser Art wäre... :)

    Schöne Grüsse aus der Schweiz

  • Marco L.
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    geschrieben 1228814215000

    Moin, klingt ja so ganz gut was Du Dir gedacht hast, aber was hast Du für ein Auto, da Du teilweise keine Hotels oder Pension findest, musst Du im Auto oder in der Natur übernachten. Alleine oder zu zweit ?

    Solche Touren gehören gut vorbereitet.

    Im Frühling wirst Du auf jedenfall auf Schnee stoßen, dass heißt Winterreifen mitnehmen. In Norwegen muss man z.B bis zum ersten Sonntag nach Ostern Schneeketten mitfühen.

    Ich werde mich gerne nochmal schlauer machen, denn mein Vater hat solch eine Tour schon gemacht, allerdings mit einem Jeep und meistens im Zelt geschlafen.

    Es gibt wohl aber auch an einigen Stellen sehr einfache Bungalows zu mieten.

    Was hast Du denn für ein Budget ?

    Gruss Marco

    Gruß Marco
  • kutte
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    geschrieben 1228817909000

    Die beste Reisezeit ist eigentlich die Phase um die Sommersonnenwende, dann hast du das richtige Skandinavien-Feeling, es wird nachts nicht mehr dunkel.

    Ich würde auch eher über Norwegen zum Kap fahren und zurück dann durch Schweden.

    Unterkünfte gibt es schon, Hotels sind allerdings teilweise recht teuer. Hütten kann man überall mieten, es gibt sie in allen Komfortklassen von spartanisch bis luxuriös. Das Land bietet sich grundsätzlich zum campen an, Campingplätze gibt es genügend, dazu kommt, dass das "Jedermannsrecht" gilt. D.h. du kannst auch sonstwo überall dein Zelt aufschlagen, solange du dich dabei vernünftig verhältst und niemanden störst.

    Ich bin vor vielen Jahren mit dem Motorrad bis zum Nordkap gefahren, grundsätzlich würde ich es nicht nochmal machen. Die letzten 1000 km ziehen sich doch gewaltig, viel zu sehen gibt es nicht, die Landschaft verändert sich kaum noch und am Kap herrscht sehr häufig starker Nebel, so dass man nichts sieht.

    Norwegen ist in südlicheren Gefilden landschaftlich super (Fjorde, Gebirge) und hat dort eine bessere Infrastruktur.

  • Reiselady
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    geschrieben 1228819199000

    Wenn man zum Nordkap fährt, ist der Weg das Ziel und die abwechslungsreichste Landschaft hat man in Norwegen. Finnland ist zwar auch sehr schön, aber landschaftlich nicht soooo abwechslungsreich. Ich würde durch Schweden hochfahren und über Norwegen zurück. Falls es zeitlich drin sitzt, würde ich mir auch noch die Lofoten anschauen.

  • Marco L.
    Dabei seit: 1143417600000
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    geschrieben 1228820974000

    Und auf den Lofoten die Angeln nicht vergessen ;)

    Gruß Marco
  • Netty3103
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    geschrieben 1228853917000

    Hallo,

    wir sind im Jahr 1999 die ersten drei Juliwochen mit dem Auto von Baden-Württemberg ans Nordkap gefahren. Primär hatten wir unser Zelt dabei, nachdem wir es aber irgendwann gar nicht mehr trocken bekommen haben vor lauter Regen, sind wir teilweise auf Hütten umgestiegen. Problem war, dass bei mistigem Wetter die Hütten - egal welchen Standards - immer äußerst schnell ausgebucht waren, teilweise bereits mittags um 12 Uhr. In manchen Städten war es echt ein Problem, eine bezahlbare Unterkunft zu finden, Hotel war preislich außerhalb jeder Diskussion. Wenn ich die Tour nochmal machen würde, käme entweder Wohnmobil in Frage oder ich würde die Hütten voraus buchen, was einem natürlich ziemlich die Flexibilität nimmt.

    Wir sind über St. Peter Ording hochgefahren, Dänemark, Fähre Helsingör nach Helsingborg in Schweden - Vätternsee - 3-Tagesstopp in Stockholm - dann Fährfahrt von Kapellskär nach Turku/Finnland (ohne Ticketvorbuchung, war knapp aber ging) - Naantali - Rauma - 2 Tage in Helsinki - Kerimäki - Burg Olavinlinna - Kuopio - Ranua - Rovaniemi am Polarkreis mit Weihnachtsmanndorf - Sodankylä -->> bis dahin haben wir durchweg gezeltet auf meist wunderschönen, sauberen Campingplätzen und bis dahin war das Wetter hochsommerlich warm und es gab nichts auszusetzen.

    Am Inari-See haben wir vor den Milliarden oder Billionen Schnaken kapituliert und eine Hütte gemietet. So was an Schnaken habe ich nie zuvor und nie mehr nachher erlebt. Vom Inari an war das Wetter regnerisch, bevölkt, nebelig, stürmisch und viel kälter - Anorakwetter. Möglicherweise hat man im Juni oder wieder im August dort stabileres Wetter.

    Unsere Rückfahrt ging durch Norwegen. Wir hatten Norwegen als das spektakulärere Land angesehen im Vergleich zu Schweden und Finnland und haben uns Norwegen daher als letztes aufgehoben. Ob diese Einschätzung so stimmt, bin ich mir selber nicht mehr sicher. Ich war letztendlich von Schweden und Finnland sehr begeistert, von Norwegen eher ein klitzekleines bisschen enttäuscht. Aber das lag sicher auch am Wetter und an der Mentalität der Leute. An die Norweger war sehr schwer ranzukommen, mit den anderen Nationalitäten fiel die Kommunikation leichter; die Finnen insbesondere sind sehr aufgeschlossen und gut gelaunt.

    Stationen auf der Rückfahrt waren Alta (Felszeichnungen), Tromsö, dann Fahrt auf die Lofoten, die wir nach Regen, Regen und Regen mit nassem Zelt und Krimskram fluchtartig verlassen haben. Es folgten die norwegische Polarkreisquerung, Trondheim, Domas, Trollstiegen, Alesund, Geirangerfjord. Auf dem Weg von Geiranger nach Lom gab es wieder Sauwetter mit Bergen von Schnee am Straßenrand; die Straße selbst war geräumt - am 19.07.99! Gleiches Bild auf dem Sognefjell in 1400 m Höhe. Weiter über Vagsnes bis Bergen - Skanevikfjord /Etne - Akrafjord - Roldal - Heddall - Oslo und schließlich wieder über die Vogelfluglinie zurück.

    Ich habe dir unsere Stationen anhand unserer Fotoalben aufgeschrieben; wenn Du zu irgendwelchen Orten Details zu Sehenswürdigkeiten, Campingplätzen usw. haben möchtest - gerne. Im Fazit muss ich sagen, die Tour lohnt sich definitiv, ein bleibendes Erlebnis. Aber: ich würde mir das nächste Mal mehr Zeit nehmen und länger an einzelnen Orten verweilen - es war ein sehr straffes Programm, das wir abgefahren sind.

    Liebe Grüße, Netty

    Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen. Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
  • Aqvileia
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    geschrieben 1228957940000

    Hallo Zusammen

    Hui vielen, vielen Dank für die raschen und ausführlichen Antworten! :)

    Ich bin in der Planung noch ziemlich am Anfang, konkretes habe ich nichts. Die Reise wird höchstwahrscheinlich zu zweit gemacht. Vielleicht mit meiner Freundin, vielleicht aber auch nicht. Alleine eher nicht, auch wenn man so bestimmt die meisten Leute kennenlernen würde.

    Das Auto ist ein kleiner, zweisitziger Roadster. Von da her wäre es schön, wenn wir schon nicht im Schnee fahren können, das dann wenigstens mal das Dach runter kann... :)

    Gibt es wirklich so viel Regen da..?

    Im Campen bin ich auch nicht so bewandert, aber das wäre nicht so ein Problem. Gibt es auf den Campings auch mal Bungalows oder Zimmer? Ein Zelt zur Not würde ich aber sicher mitnehmen. Im Auto schlafen geht quasi nicht. Vorallem nicht, wenn die Freundin mitkommt. *g*

    Kutte, wie lange warst du ingesamt unterwegs mit dem Motorrad?

    @Marco: Mit Angeln hab ichs nicht so. ;)

    Netty, danke vielmals für deinen ausführlichen Bericht!

    Denkst du, ihr hattet einfach Pech mit dem Wetter, oder ist das häufig so..? Das wäre natürlich schade...

    Ihr wart also drei Wochen unterwegs mit Hin- und Rückfahrt, habe ich das richtig verstanden..?

    Hattet ihr irgendwelche Sprachkenntnisse oder konntet ihr euch so durchschlagen?

    Nochmals vielen, vielen Dank! So viele Fragen... :)

    Am liebsten würde ich in dein Fotoalbum gucken, Netty... ;)

    PS: Ich habe gerade bemerkt, das im Wohnwagenforum Jemand ziemlich den gleichen Plan hat, werde mich da auch mal einlesen... :D

  • kutte
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    geschrieben 1228987744000

    Ich war fast 5 Wochen unterwegs. Ehrlich gesagt war ich damals schon ziemlich neidisch auf die Wohnmobilfahrer. Als Motorradfahrer hat man, so wie als Roadster-Fahrer auch, nur begrenzte Gepäckmöglichkeiten. Entsprechend klein fiel das Zelt aus, Sitzgelegenheiten gab es gar nicht. Während wir auf dem Boden hockten, stellten die Wohnmobilisten schön ihre Tische und Stühle raus und machten es sich bequem. Gerade wenn es mehr oder weniger gar nicht dunkel wird, können die Tage schon mal lang werden ;) ! Außerhalb größerer Orte gibt es kaum touristische Infrastruktur, Kneipen oder auch Restaurants sind absolute Mangelware, wenn man nicht im Hotel übernachtet, ist man schon auf Selbstversorgung angewiesen.

    Deshalb würde ich eine solche Reise nur noch mit einem Wohnmobil machen.

  • Reiselady
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    geschrieben 1228991927000

    Mit dem Wetter ist es in Skandinavien einfach Glücksache. Generell kann man sagen, dass es an der norwegischen Küste häufiger regnet, bedingt durch die atlantischen Tiefausläufer. In Finnland herrscht Kontinentalklima, man hat also häufig trockene und warme Sommer. Ebenso im östlichen Schweden. Viele Campingplätze verfügen auch über Hütten, so dass man nicht unbedingt im Zelt schlafen muss.

  • Aqvileia
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    geschrieben 1229003195000

    Mhh so ähnlich habe ich mir das schon gedacht. Ein Wohnmobil wäre komfortmässig schon ne andere Liga.. Aber naja, vielleicht das nächste mal. ;)

    Und auf das Wetter stell' ich mich einfach mal ein... :D

    Wie ist es mit der Sprache...? Kommt man da durch mit Englisch (Vielleicht sogar Deutsch?)?

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