• eckhard63
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    geschrieben 1296042298000

    Meine Pauschalreise nach Tunesien hatte ich über ein Internet-Reisebüro bei 1,2-Fly gebucht. Planmäßiger Abflug war der 15.01.2011. Am 13.01.2011 hat 1.2-Fly durch einen Anruf auf meine Mailbox wegen höherer Gewalt storniert.

     

    Darf der Veranstalter eigentlich eine bei einem Reisebüro gebuchte Pauschalreise kündigen? Hätte nicht eigentlich das Reisebüro die Reise stornieren müssen?

  • curiosus
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    geschrieben 1296042485000

    ...nein, der RV kann den Reisevertrag unter diesen Umständen stornieren. Steht auch so in den von Dir akzeptieren Buchungsbedingungen (AGB) drin... ;)

  • chepri
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    geschrieben 1296045481000

    Meiner Meinung nach kann NUR der RV kündigen. Von ganz wenigen denkbaren Sonderfällen mal abgesehen, hast du nur einen Vertrag mit dem RV.

  • katjaworld
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    geschrieben 1296046614000

    Richtig Chepri, nur der RV kann die Reise kündigen, da wir ja auch nur mit ihm einen Vertrag geschlossen haben über die zu erbringenden Leistungen. Der RV erhält ja auch von uns das Geld. Das Reisebüro ist ja lediglich Vermittler einer Reise und darf gegebenfalls das Geld für den RV einziehen. Das Reisebüro kann bei Bedarf die Kündigung an den Kunden überbringen, aber kündigen selbst kann nur der RV.

  • Kourion
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    geschrieben 1296050777000

    Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten... 

    Ja, er ist es  ;)

    Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden. (Werner von Siemens)
  • chepri
    Dabei seit: 1148342400000
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    geschrieben 1296061054000

    @katjaworld sagte:

    Das Reisebüro kann bei Bedarf die Kündigung an den Kunden überbringen,

    was sich bei einem internet-rb etwas beschwerlich gestaltet.

    Im übrigen hätte diese Form schon wieder einige Fußangeln, da ja die Kündigung eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung ist. Ist das RB säumig und leitet die Kündigung nicht weiter, was passiert dann?

    Oder das RB steckt die Kündigung in einen Umschlag auf dem als Absender das RB vermerkt ist, der Kunde diesen Umschlag aber nicht öffnet. Kündigung zugegangen? 

    Also ist der RV gut beraten, wenn er die Kündigung selbst, unmittelbar und eigenverantwortlich seinem Vertragspartner zukommen läßt.

  • katjaworld
    Dabei seit: 1177459200000
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    geschrieben 1296065028000

    @chepri,

    mit "bei Bedarf" war gemeint, dass der RV allein entscheidet, wieviel Handlungsspielraum er seinem Vermittler zugesteht. Ich habe in letzter Zeit doch des Öfteren erlebt, dass der RV nicht mit mir kommunizieren wollte, sondern alle Anfragen von mir an den RV an das Onlinereisebüro zurückgegeben hat. Auch der Vermittler hat mich vor kurzem nach Buchung einer Reise per Mail davon in Kenntnis gesetzt, dass der Vertrag nicht zustande kommt aufgrund eines Irrtums im Preis. Der RV hätte mich auch persönlich davon in Kenntnis setzen können, er hatte ja schließlich den Vermittler per Mail informiert, mich zu informieren. Die Originalmail des RV an den Vermittler lag der Mail an mich bei. Ich wollte ja auch lediglich mit meiner Aussage andeuten, dass der RV sehr wohl in der Lage ist, seinem Vermittler entsprechende Aufgaben vertraglich zu übertragen, die nicht in unserer Macht liegen. Sollte der Vermittler die Kündigung nicht ordnungsgemäß weiterleiten, haftet er dafür, wenn er vom RV dazu befähigt war, Kündigungen weiterzuleiten. So einfach ist es an der Stelle, denn der RV hat ja schließlich auch Verträge mit seinen Vermittlern, die einzuhalten sind.

    Du hast natürlich Recht, eine Kündigung ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung. Die Frage ist aber, wann sie rechtlich einem Abwesenden als zugegangen gilt. Hierzu mal ein Text aus der Rechtsprechung:

    "Zugang ist dann gegeben, wenn der Empfänger unter normalen Umständen von der Erklärung Kenntnis nehmen kann; eine tatsächliche Kenntnisnahme ist also nicht erforderlich. Dafür ist es erforderlich, daß das Schriftstück in den Machtbereich (Sphäre) des Empfängers gerät (Briefkasten, Postfach etc.). Unter normalen Umständen versteht man die Verkehrssitten, es muß dem Empfänger zuzumuten sein, die Erklärung entgegenzunehmen."

    Es geht also gar nicht, dass Jemand, der eine Reise gebucht hat und Post vom RB bekommt, dass er diese nicht öffnet und dann behauptet, er hätte die Kündigung nicht erhalten. Doch hat er, die Kündigung ist in seinen Machtbereich gelangt und er hätte sie zur Kenntnis nehmen können. Deine Frage ist somit beantwortet: die Kündigung ist zugegangen.

    Im Übrigen ist nach der neuen Rechtsprechung sogar davon auszugehen, dass Jemand, der online eine Reise bucht, im Besitz der nötigen Fähigkeiten zum Bedienen eines E-Mail-Kontos und im Besitz einer E-Mail-Adresse im Allgemeinen ist. Wenn also die gesamte Buchung online verlaufen ist, bin ich als Vertragspartner sogar in der Pflicht, regelmäßig meine E-Mails zu prüfen, ob mir wichtige Informationen vom RB oder RV zugegangen sind. Auch dann ist übrigends eine Willenserklärung zugegangen, wenn derartige Informationen mich üblicherweise per Mail (auch das ist mein Machtbereich) erreichen.

    Kleiner Auszug aus der Mail eines Online-RB an mich:

    Ihr xxx Service Team wird Ihren Auftrag umgehend bearbeiten und sich innerhalb der

    unten genannten Service Zeiten mit Ihnen in Verbindung setzen um Ihnen Ihre Buchung zu

    bestätigen. Die Bestätigung erfolgt per E-Mail!

    Bitte beachten Sie, dass wir wichtige Informationen zu Ihrer Buchung (z.B Änderungen von

    Flugzeiten) per Email an Sie weiterleiten! Wir empfehlen Ihnen deshalb regelmäßig Ihr E-Mail Postfach zu überprüfen!

    Und das ist alles so rechtlich korrekt, man muss es nur wissen. Es ist also nicht nur der RV gut beraten, wenn er sich an gewisse Dinge hält und gewisse rechtliche Grundlagen kennt, sondern auch Jeder, der Verträge schließt von uns. In diesem Sinne einen schönen Abend.

  • Kourion
    Dabei seit: 1216684800000
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    geschrieben 1296068063000

    @eckhard63 sagte:

     Darf der Veranstalter eigentlich eine bei einem Reisebüro gebuchte Pauschalreise kündigen? Hätte nicht eigentlich das Reisebüro die Reise stornieren müssen?

    @katjaworld

    Die Anfrage des TO ist eine andere: Er hätte erwartet, dass das RB die Reise storniert, nicht der RV.

     

    Klar, kann das RB Informationen, Änderungen, usw. weiterleiten. Meines macht dies ebenfalls, per Post oder per Mail - auch per Telefon (wenn's eilt).

     

    Aber in diesem Fall geht es um die Stornierung an sich, die zwar vom RB weitergeleitet werden kann, aber nicht vom RB aus erfolgt.

     

    Bezüglich des Kritikpunkts von chepri: "Ist das RB säumig und leitet die Kündigung nicht weiter, was passiert dann?"

    Ja, was ist dann ? Es gab doch neulich HIER   einen interessanten Thread.

    Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden. (Werner von Siemens)
  • chepri
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    geschrieben 1296070417000

    @katjaworld sagte:

    Es geht also gar nicht, dass Jemand, der eine Reise gebucht hat und Post vom RB bekommt, dass er diese nicht öffnet und dann behauptet, er hätte die Kündigung nicht erhalten. 

    Beweispflicht liegt beim Absender.

    Wegen mir darfst du dir aber gerne die Mühe einer Antwort sparen, denn ich buche grundsätzlich weder im RB noch bei einem RV.

  • katjaworld
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    geschrieben 1296073453000

    Hi Kourion,

    ich hab das Problem von Eckhard63 schon verstanden und auch in meinen 1. Beitrag schon richtig beantwortet. Da sind wir uns ja schon mal einig. Mein 2. Beitrag bezieht sich auf die Bedenken von Chepri. Was ist, wenn...? Und auch dazu hab ich ja schon ne Menge geschrieben. Ums nochmal kurz auf den Punkt zu bringen: Das RB darf die Kündigung weiterleiten, wenn es vertraglich dazu befugt ist durch den RV, ansonsten nicht. Ist es befugt und macht dabei einen Fehler, geht es zu Lasten des RB. War es nicht befugt, wird der RV das RB gar nicht erst mit der Übermittlung der Kündigung betrauen. Ich spreche hier jeweils von Übermittlung der Kündigung, nicht von der Kündigung selbst, wie auch schon in meinen anderen Beiträgen.Und das war ja wohl in erster Linie die Frage von Chepri.

    Ich kenne natürlich auch den anderen von dir noch angeführten Thread (wobei ich schon ne Weile nicht mehr reingeschaut habe). Nur da ist der Sachverhalt um einiges schwieriger, da das RB vertraglich durch den RV offensichtlich nicht dazu erkoren wurde, Mängelanzeigen entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Aber das würde hier zu weit führen, das nochmal alles rechtlich durchzugehen. Außerdem ist ja dafür der andere Thread gedacht.

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