Das öffentliche, spanische Gesundheitssystem ist – so die Regierung/Behörden – angeblich eins der besten der Welt. Von der Organisaton her ist es sehr unterschiedlich vom deutschen Gesundheitswesen. Obwohl es sich um ein nationales System handelt, sind die Gesundheitskompetenzen an die Autonomen Regionen (“Bundesländer”) abgetreten worden so dass es hier, je nach Region, Unterschiede im umsetzen dieses Systems geben kann.

Alle Spanier haben Anspruch auf das öffentliche Gesundheitssytem. Das besteht aus einem Netz von sogenannten PACs (Puntos de Atención Continuada), eine Art gesundheitlicher Versorgungs- bzw. Anlaufstellen die in allen Städten (und Ortsteilen) und Ortschaften aufzufinden sind. Jeder Bürger hat seinen Hausarzt (ebenso wie Kinderarzt oder Gynäkologe) der in diesen PACs Sprechstunde hat zu der man sich entweder telefonisch oder per Internet anmelden kann/muss. Je nach Grösse/Wichtigkeit des Ortsteils/der Ortschaft können diese PACs entweder nur tagsüber oder aber 24 Stunden geöffnet sein. Im Falle einer Notwendigkeit werden die Patienten vom Hausarzt an einen Spezialisten überwiesen. Alle PACs haben während ihrer Öffnungzseit einen Notdienst.

Falls ein Krankenhausaufenthalt oder ein Operation anstehen, werden die Patienten in eines der 4 öffentlichen Krankenhäuser der Insel eingewiesen (2 in Palma, 1 in Manacor, 1 in Inca). In wichtigen Notfällen können die Betroffenen direkt in die Notaufnahme eines dieser Krankenhäuser gehen. Nur in Ausnahmefällen (zu lange Wartelisten auf bestimmte Operationen) kann das öffentliche Gesundheitswesen Patienten an Privatkrankenhäuser überweisen. Sämtliche Behandlungen im öffentlichen, spanischen Gesundheitssystem sind “kostenlos” (will heissen, werden durch die Abgaben der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer finanziert). Vom öffentlichen Gesundheitswesen verschriebene Medikamente müssen vom Patienten zu einem bestimmten Prozentsatz (kommt auf das Jahreseinkommen an) mitfinanziert werden. Bestimmte Spezialleistungen (gewisse Zahnbehandlungen- bzw. Protesten, Brillen, Allergiegebehandlungen u.ä.) werden nur beschränkt geboten/durchgeführt.

Theoretisch haben alle Staatsangehörigen der EU - also auch Touristen – Anspruch auf die selben Leistungen wie spanische Bürger, kostenlos. Vorraussetzung ist, dass sie eine EUROPÄISCHE KRANKENVERSICHERUNGSKARTE mitgebracht haben. Diese Karte wird im Ursprungsland ausgestellt und ist 2 Jahre gültig. Und man muss die selben ‘Anlaufstellen’ wie die Spanier aufsuchen (also Privatärzte- bzw Kliniken sind ausgeschlossen).

Die grösste Unannehmlichkeit/Schwierigkeit für Touristen diese Karte und das spanische Gesundsheitssytem zu nutzen dürfte das Sprachproblem sein. Die Alternative bei einem Gesundheitsproblem (wenn man eine dementsporechende Zusatzversicherung abgeschlossen hat) ist, direkt einen deutschsprachigen Arzt bzw. ein deutsches Ärztezentrum (davon gibt es einige auf der Insel) aufsuchen, möglicherweise in Vorkasse treten und nach Heimkehr den bezahlten Betrag zurückfordern. Mit viel Glück akzeptiert das ausgewählte, private Ärztezentrum sogar die abgeschlossene Extra- bzw. Reiseversicherung womit die Vorkasse vermieden werden kann.