Bigger als Big, würde der Amerikaner sagen
Zum Schiff gibts nicht mehr viel zu sagen, vor allem mussman erst wieder den Mund zu bringen, den das ganze in Erstaunen versetzt. Es gibt nichts was es nicht gibt, was man auf einem Schiff zu wünschen vermochte. Ein paar Shops mehr, auch für den kleinen Geldbeutel, würden aber nicht schaden. Hier war alles an Bord, was noch irgendwie laufen oder mit Rollis fahren kann, von 3 Monaten bis 93 Jahren, oder so ungefähr. Überall wurde geputzt und gewienert, so dass es fast wie neu aussah. Mit was wir uns so gar nicht anfreunden konnten, war die Verteilung des Trinkgeldes, es werden pro Gast und Tag 9,75$ eingezogen, dafür bekommt man dann am letzten Abend Gutscheine die man dann verteilen kann, hier stand aber schon drauf wer es bekommen sollte. Die Verteilung war schon festgelegt worden, da konnte man nichts mehr ändern, dies war uns sehr suspekt und wir verteilten für unser Personal extra noch eine Handvoll Dollar, was dankend angenommen wurde.
KabineUnsere Kabine (10651) auf Deck 10, Kategorie C2, mit einem Balkon zum Central Park, was sehr ruhig war. Allerdings hat man eigentlich immer die Kabinentüre zu, da bei 30° sonst sich alles sehr schnell aufheizt. Wir hatten eigentlich eine Innenkabine gebucht, mehr dazu unter Tipps. 2x am Tag kam der Kabinensteward um die Handtücher zu wechseln und die Betten zu machen, frische Eiswürfel brachte er uns auch, und seine Geschicklichkeit aus Handtüchern ulkige Tiere zu formen zeigte er uns jeden Tag. Eine Euro-Steckdose mit 220V ist im Zimmer, im Bad ist eine sehr wackelige Steckdose, die ich nicht benutzt habe.
GastronomieIn einer Woche in 24 sehr guten Restaurants exquisit zu speisen, geschweige denn sie zu finden, ist gänzlich unmöglich. Uns wurde im Opus Dining Room auf Deck 3 ein Tisch um 20:30 Uhr zugewiesen, hätten diese Zeit aber auch ändern können. Am ersten Abend nutzten wir auch dieses Angebot, was uns auch sehr gut geschmeckt hatte, auch eine deutsche Speisekarte ist auf Wunsch vorhanden, man kann sich allerdings das Menüangebot auch vorher schon im iTV auf der Kabine ansehen. Wir sind leider nicht der Typ, der diese Art von Dinner liebt, darum bevorzugten wir für unseren weiteren Abendessen das Restaurant Windjammer auf Deck 16, was die gleiche Auswahl an Speisen hatte, nur in Buffetform. Man konnte beobachten, dass mit der Zeit immer mehr Passagiere die ungezwungene Form des Mahles in Anspruch nahmen. Einziger Kritikpunkt war, dass das Geschirr nicht aus Porzellan ist, sondern aus Kunststoff.
ServiceAlle, wirklich alle waren sehr freundlich und hilfsbereit, auch am Guest Service Schalter auf Deck 5 bemühte man sich ständig es allen recht zu machen. Mit der Sprache Deutsch allerdings waren so manche überfordert, und wir erklärten mit Händen und Füssen und ewas Schulenglisch was wir wollten, und erreichten so auch unser Ziel. Wer allerdings glaubt, wie manches Werbeprospekt einiger Discounter verspricht, man werde mit einer deutschsprachigen Reiseleitung (mehr unter Tipps), die immer auf dem Schiff sofort da ist ausgestattet, der irrt hier gewaltig!! Es gibt zwar einige Servicedamen, die deutsch verstehen und etwas deutsch sprechen, nur sind die nicht immer da. Also mit ein bischen Englisch kommt man zwar zurecht, aber man sollte doch noch ein paar Grundvokabeln beherrschen. Den Online Check-In zuhause schon vorbereitet kann man nur empfehlen, wir waren in rekordverdächtigen 20min auf dem Schiff, hier könnte sich das AiDA-Management mal was abschauen, dort wartet man schon sehr lange bis man eingecheckt hat.
Sport UnterhaltungHier fehlt nichts ausser vielleicht ein kleines Flugzeug zum Fallschirmspringen... An den beliebtesten Stellen wie den beiden FlowRider und der ZipLine bildeten sich auch schon längere Warteschlangen, was aber den Lustfaktor nur steigerte. Im vorderen Bereich des Schiffes ist auf Deck 15+16 das Solarium (keine Sonnenbank mit Röhren), hier kann man wunderschön entspannen und sich in den verschiedensten Whirlpools durchweichen lassen, zwei davon sind sogar ganz aussen, einige Meter über der Wasserlinie... Hier dürfen kleine Kinder nicht hinein, so dass man in Ruhe chillen kann. Wir haben es leider verpasst eine Show selbst zu besuchen, da der Wind für die Aquashow immer zu stark war. Aber Bekannte berichteten uns nur positives über diese LiveActs wie Hairspray, Headliner und Come Fly with me, auch die Eisshow soll überragend gewesen sein.
LandausflügeAusflüge konnte man sich via iTV in der Kabine schon vorab anschauen und reservieren. Da wir nur 3 Stationen (Bahamas/Nassau-Charlotte Amalie/St.Thomas-Philipsburg/St.Maarten) anliefen, und das Wetter sehr warm war, machten wir nur einen Ausflug auf St.Thomas (Best Of, 3h, pro Person 42$-Oktober 2010). Das diese Menge Leute nicht sofort von Bord konnten, machte dem Personal dann einige Schwierigkeiten, Durchsagen kamen nur sporadisch, was aber akustisch nicht ganz zu verstehen war. Ich hatte schon die Bilder von der LoveParade im Kopf, als wir dann dennoch, nach über einer Stunde warten im engen Gang, von Bord konnten. Ob der Ausflug noch stattfinde, das konnte keiner sagen, aber unseren Treffpunkt habe man verschoben. Endlich zugeteilt , sagte man uns wir sollen hier warten, die anderen kamen so nach und nach, und nach Verteilung auf die Busse gings dann los. Eine kleine Inselrundfahrt, und an einigen sehenswerten Plätzen hielt man kurz an um Fotostopps einzulegen, oder um alte Herrenhäuser und den botanischen Garten zu besichtigen. Keine 3h später war man wieder auf dem Schiff mit schönen Eindrücken von der Insel, bei den anderen Inseln organisierten wir selbst Ausflüge und Taxifahrten, wie auf St.Maarten zum weltbekannten Maho Beach (8$ pro Person einfache Fahrt).
Sonstige Tipps & EmpfehlungenFür dieses Schiff gibt es keine Alternativen, ausser die Allure of the Seas, die demnächst getauft wird. Das hier 6000 Passagiere an Bord waren hat man an keiner Ecke gemerkt, ausser am ersten Tag beim warten an den Fahrstühlen. Wir hatten ja diese Reise fast ein Jahr vorher bei LIDL im Reiseprospekt gesehen, und sofort gebucht. Select-Holidays wickelte das ganze ab, was bei uns aber anscheinend nicht ganz klappte. Zuerst sollten wir mit der Lufthansa von München via Düsseldorf nach Miami fliegen, dann gings aber mit der Delta/AirFrance von München via Paris nach Miami, hier holte uns unsere deutschsprachige Reiseleitung (RL) ab, und fuhr uns zum Hotel in Miami-Beach(siehe extra Hotelbericht von mir), dort wurden wir vor der Tür ausgesetzt und nur ein Abholtermin genannt. Nächster Tag, fast ohne Schlaf, gings mit 2 Bussen zum Schiff, mit den Worten, die Anhänger für den Koffer bekommen wir dort, RL war im anderen Bus, der war nicht mehr zu finden am Schiffsterminal, wir haben unsere Anhänger von den netten Angestellten der RCCL bekommen und eine Erklärung dazu, was man alles daraufschreiben soll. Bei der Abholung das gleiche Szenario, RL am Hauptausgang nicht zu sehen. Nach Auffindung Fahrt zum Flughafen, dort wieder so eine Art Aussetzung unliebsamer Touristen.... Dass wir dort bei Delta selbst am Automaten einchecken mussten, kein Wort, RL war verschwunden. Der Automat versteht alles nur kein deutsch. Selbst gut englischsprechende Mitreisende hatten hier Ihre Probleme. Hier sollte nachgebessert werden, da vor allem amerikanische Sicherheitsbeamte sehr gereizt sind. Abschliessend noch ein Schiffstipp, wer es gewohnt ist seinen Bordausweis an einem eigenen Schlüsselband zu tragen, dem sei nur der Guest Service zu empfehlen, da dieser das fehlende Loch zur Aufhängung gerne einstanzte.





