We don't have

Schiff allgemein
5.0
Sonnen

Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich mir die Mühe einer Bewertung machen soll oder nicht. Vielleicht geht es mir danach ja ein bisschen besser. Im Moment bin ich zutiefst enttäuscht. Ich habe alle Bewertungen der letzten 2 Jahre an dieser Stelle gelesen und wollte einfach nicht glauben, dass man so mit seinen Gästen umgeht. Und doch. Man tut es. Ich lese immer wieder, dass das Schiff 300 mtr lang ist. Leider können viele Bereiche nicht genutzt werden. So ist z.B. der gesamte Bugbereich für Gäste nicht zu betreten. Das vordere Sonnendeck ist auf Grund einer Fehlkonstruktion der Glasscheiben fast immer gesperrt gewesen. Über die Breite gibt es die verschiedensten Angaben. 32,2 mtr ist die Info die ich habe. Das ist inklusive der weit seitlich herausragenden Brücke. Vergleichbare Schiffe mit 3000 Gästen sind 48 mtr breit und bieten allen Platz, den man braucht. Das sind die entscheidenden 50% mehr zum wohlfühlen. Bei gutem Wetter liegen die Menschen auf dem Oberdeck so dicht beieinander, dass man die Atem- und sonstigen Geräusche des Nachbarn sozusagen hautnah mitbekommt. Und man hat leider nur auf der einen Seite die vertrauten Geräusche seiner Partnerin. Im inneren geht es natürlich genauso eng weiter. Nur wenige Geschäfte befinden sich dort. Deshalb wurden abends die Gänge mit Verkaufsständen zugestellt, was zu ständigen Staus führte. Lobend erwähnen muss ich die Handhabung der Pools. Abends das Wasser ablassen und morgens frisches gereinigtes Meerwasser wieder rein. Spart eine Menge Chemie. Wenn aber die Lufttemperatur morgens gerade mal 10,2°c beträgt, kann das Wasser auch nicht viel wärmer sein. Ab diesem Tag wurde niemand mehr im Pool gesichtet. Dann kann man ihn auch gleich sperren und für die kommenden Italiengäste neu streichen. (kann mir niemand erzählen, das es auf so einem modernen Schiff nicht möglich ist, das Wasser auf Temperatur zu bringen) Die wenigen „Hexenkochtöpfe“ waren ständig von geschickt drapierten, brikettförmigen, goldbehangenen, schnatternden, Südamerikanerinnen belegt. Hätten Sie sich dazu gequetscht? Ich sicher nicht. Also Badefreuden gestrichen. Außer an Hafentagen: Da bekam man ihre Ellenbogen zu spüren, damit sie 10 sek. eher an Land sind um dann an der nächsten Treppe schnatternd im Weg zu stehen.Kapitän Russo wurde mehrfach mit einem freundlichen „Buon giorno“ gesichtet, während die Arroganz seiner Offiziere nur durch die total überflüssigen Herren im schwarzen Anzug und dem Knopf im Ohr übertroffen wurde. Wenn man nicht aus dem Weg ging, bekam man den bösen Blick. Alle Essensgerüche dieser Welt versammeln sich im hintere Aufzugsbereich und werden mit diesem durchs ganze Schiff verteilt. Noch heftiger dagegen ist der Gestank der Kläranlage im vorderen Teil zu bestimmten Tageszeiten. Beim berühren der Handläufe an den Treppen riechen die Hände nach dem Putzmittel mit dem das Messing auf Glanz gehalten wird.

Kabine
1.0
Sonnen

Beim einchecken in Rio wurden wir mit tausenden anderer Personen bei über 30° c in eine Halle mit viel zu wenigen Sitzgelegenheiten gesteckt. In der Mitte befand sich die Bar. Die wohl gefüllten Kühlschränke waren mit Ketten und Vorhängeschlössern gesichert, sodass wir uns nur anschauen konnten, was wir hätten haben können um unseren Durst zu löschen. Die fliegenden Händler vor der Halle wurden von der Polizei verjagt. Nach etwa 2 Std. entdeckten wir hinter einem Pfeiler einen einsamen Wasserspender. Nach gut 3 Std. hatten wir endlich eingecheckt und konnten auf unsere Kabine. Und siehe da, unsere Koffer waren schon da. Also erst mal auspacken. Wohin mit den leeren Koffern? Unters Bett wäre keine schlechte Idee. Da bekamen wir den ersten Schrecken. Fingerdicker Staub befand sich dort. Ebenso heruntergefallene Lesezeichen und eine Speisekarte vom Pizzaexpress in Italienischer Sprache. Man bedenke. Das Schiff war seit einem halben Jahr nicht mehr in Italien. Daraufhin schauten wir uns erst einmal näher in unserer Kabine um. An der Bettumrandung hingen klebrige Speisereste wie nach einer Tortenschlacht. Die großen Kissen auf der Tagesdecke wiesen milchig weiße Flecken auf, über die ich lieber nicht näher nachdenken möchte. Die ehemals weinroten Armlehnen der Couch waren in Richtung schwarz glänzend. Auf dem Teppich befanden sich große helle Flecken. Der Messingfuß des Glastisches war staubig und der wurde in den 16 Tagen nicht entfernt. Der Hocker vor dem Schminkspiegel hatte ein Loch im Bezug und wies eklige Flecken auf, die wir mit einem Schiffseigenen Badehandtuch abdecken mussten, um ihn benutzen zu können. Die Fugen in der Dusche saßen voll mit Schimmel. Die Balkonmöbel zeigten Auflösungserscheinungen. Dieses alles kann ich durch Fotos belegen. Der Duschvorhang (klebte ständig irgendwo am Körper) hatte einen schwarzen Rand, der aber am folgenden Tag gereinigt wurde. Bis noch auf die Reinigung der großen Kissen hat sich bis zum Ende der Reise nichts geändert. Apropos Balkon. Ich schreibe hier nicht etwa über eine billige Innenkabine, sondern über Superior II Aussenkabine mit Balkon Nr. 11095 Ein rotes Lämpchen vor der Tür zeigt das sich jemand in der Kabine befindet. Die Stewardess kam trotzdem rein um unsere Wäsche zu bringen. Gott sei Dank saßen wir nur harmlos auf dem Balkon. So was geht gar nicht. Beide Steckdosen am Schminkspiegel führten keinen Strom. Nach Reklamation kam sofort nach zwei Tagen der Elektriker und tauschte eine davon aus. Er versprach, die andere in Venedig zu wechseln. Das sollte uns so was von egal sein was mit dem Schiff passiert, wenn wir es verlassen haben. An das mehrfach beschriebene knirschen und knarzen der Einrichtung hatten wir uns recht schnell gewöhnt. Schlimmer war das klappern der Balkonzwischenwände. Desweiteren hatten wir ein Geräusch als ob eine halbvolle Wasserflasche im Gardinenkasten bei Seegang hin und her rollt und anschlägt. Schlafen ohne Ohrenproppen nicht möglich. Kleinigkeiten wie Krümel im Safe oder Abplatzer an den Möbeln möchte ich gar nicht erwähnen. An drei Tagen hatten wir „Gemälde des Balkons“. Das bedeutet: An diesen drei Tagen Gardinen zu, damit wir nicht durch die Maler in unserer Privatsphäre gestört werden. Geschehen ist nichts. Außer das wir an drei Tagen den von uns bezahlten Balkon nicht benutzen konnten. Der Flachbildfernseher war in Richtung Bett ausgerichtet, ließ sich aber nicht so weit kippen, das man auch von dort aus gucken konnte. War eh wurscht. Das interaktive TV funktionierte nur bedingt und TV war nur in Landnähe „available“

Gastronomie
5.0
Sonnen

Eine Hafenausfahrt aus Rio de Janeiro hat man nicht so oft im Leben. Also zu 18.00 Uhr aufs Oberdeck und geniessen. Gegen 19.00 Uhr war dieses grandiose Schauspiel vorüber. Da wir seit dem Frühstück, bedingt durch Stadtrundfahrt mit Besuch des Nebelhorns (Zuckerhut) und des stundenlangen eincheckens, nichts essbares mehr bekommen haben, hatten wir redlichen Hunger. Also ab ans Buffet. Geschlossen. Also runter ins Hauptrestaurant. Der Maitre erklärte uns, dass es für unsere erste Sitzung zu spät sei, er aber gerne für 21.00 Uhr einen Tisch herrichten lässt. Und außerdem gäbe es während der gesamten Überfahrt kein Buffett. Hat das jemand gewusst? Wir nicht. Angeblich hätten wir Info auf der Kabine gehabt. Daher vielleicht auch die vielen Trainingshosen beim festlichen Abend. Wie sich später in der Pizzeria herausstellte, haben viele viele diese Info nicht bekommen. So voll war die Bude nie wieder. Da der Pizzabäcker alleine war, wurde noch ein Getränkekellner geordert. (Das war der ältere mit der vorgeschobenen Unterlippe, der beim Frühstück so geschickt wegguckt wenn man noch Kaffee haben möchte.) Hier spürten wir zum ersten mal die oft beschriebene Antriebswelle. Sie schlägt so stark, das Pizza mit Fingern nicht einfach war. So muss sich jemand fühlen der „Parkinson“ hat. Die Überraschung kam am nächsten morgen. Entgegen aller Bewertungen von ungeniessbar bis Müll war das Frühstück vollkommen in Ordnung und der Kaffee sogar gut. Aber auch das sollte sich im Laufe der Reise ändern. Die Kellner wurden immer unaufmerksamer und die Tische immer spärlicher neu eingedeckt bzw. abgeräumt. In Dubrovnik wurden die Stühle um uns herum auf die Tische gestellt und schon mal drunterher gefegt. Obwohl wir noch beim essen waren. (Durch Foto belegbar) An einen zweiten Kaffee sind wir nicht mehr gekommen. Dagegen waren die Kellner und ihre Gehilfen im Restaurant aufmerksam und flott. Ich weiß bis heute nicht wie das geht wenn zwei Personen sich ca 18 Positionen beim Frühstück bestellen und alles kommt. Und er hat sich nichts notiert. Das Highlight beim Abendessen war der halbe Lobster am letzten Abend. Selbst der wurde von den ewigen Nörglern mit langen Zähnen verspeisst. Ein vorzügliches Champagnerrisotto wurde auf nachfrage der Gattin als „Reis mit weißer Sosse“ bezeichnet. Da kommt Freude auf. Warum ein Kaffee schwarz 1.50$ und einer mit Milch 2.00$ kostet ist mir bis heute ein Rätsel. Und alles plus 15% Servicegebühr. Wenn 750 Personen den Speisesaal verlassen, bleiben viele noch an den zwei Bars hängen. Der Barkeeper und die zwei Kellnerinen sind dann schon gut ausgelastet. So langsam gesellen sich die Gäste der 2. Essenssitzung dazu. In diesem Moment geht eine der Kellnerinnen in die Pause. Vor den benachbarten Toiletten bilden sich Schlangen, die jäh unterbrochen werden, wenn die Reinigungskraft kommt und einfach die Toiletten sperrt. Wer bitte schön plant so etwas?

Service
3.0
Sonnen

„We don't have“. Dieser Satz zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Überfahrt. Hier ein paar Beispiele: Einen frisch gepressten Orangensaft sollten wir nicht bekommen, da die Orangen zu dick für den Durchlass der Presse waren. Erst durch leichten Druck auf die selbige rollten sie in die Presse. Brauner Zucker für Caipi war nicht vorhanden. Nach drei Tagen waren die Limetten alle. Man nahm Zitrone plus Limettensaft. Sodbrennen ist die Folge. Bananen gab es nach drei oder vier Tagen nicht mehr. Teneriffa wurden wohl neue geordert. Jedenfalls kamen uns auf dem Weg zum Frühstück einige ältere Herren mit Bündelweise Bananen entgegen. Als Abschluss wollten wir eine Banane. „We don't have“ Fruchtsalat bestand dann auch nur noch aus Melone. Kaffee des Tages sollte Bailey's coffee sein. Bei der Bestellung kam der bereits bekannte Satz. Am vorletzen Tag gab es kein gezapftes Bier mehr. Da den Italiengästen die brasilianische Brühe nicht zuzumuten sei, sollten wir die Dosenbiervorräte aufbrauchen. Beim Abendessen sah ich Glasbier. Aber das war ebenso zusammengegossene Dosenplörre. Unser Bekannter sagte vor dem Schlafengehen „trinken wir noch einen“. Meine Antwort „Ja klar. Man fährt ja schliesslich nur einmal mit MSC“ wurde bitterer Ernst. Das Kreuzfahrtfieber hat mich bei den königlichen erwischt, wurde jetzt beschädigt und muss im nächsten Jahr bei den königlichen wiederhergestellt werden. Auf unserer Endabrechnung standen pro Kopf 1.50$ für die Unicef. Braucht man nicht bezahlen. Aber als ich die Schlange beim Zahlmeister gesehen habe!!!!!!!!!!!!!!!! Da kann sich die Sophia Loren am Jahresende mit einm Millionencheck vor die Kameras stellen und MSC steht super da.

Sport Unterhaltung
2.0
Sonnen

Wenn Animation "Lautstärke" bedeutet, was es ok. Wenn ich mein altes Motorrad mit erlaubten 103 Dezibel vor der Bühne hätte laufen lassen, man hätte es nicht gehört. Nicht genutzt, da wir uns nicht gerne anschreien lassen.

Landausflüge
2.0
Sonnen

Wir haben zwei Ausflüge gebucht. Salvodor de Bahia historisch und kulturell mit deutschsprachiger Führung für 28$. Haben viel gelernt. Z.B das man in der Kirche nicht mit Blitz fotografieren soll, da sonst das Gold an den Wänden leidet :-) Fortalezza für 30$ zu einem besonders schönen Strand mit Buggifahren. „Supermarket“ und „ok“ waren die einzigen Worte aus dem deutschen Sprachgebrauch, die der „deutschsprachige“ Reiseleiter kannte. Einzig eine mitgefahrene Italienerin vom Schiff konnte uns ein bißchen weiterhelfen. Buggis haben wir erst bei der Abfahrt gesehen. Eine Stunde Aufenthalt im Supermarket mit Tourimüll mußten wir ertragen. Wenigstens schmeckte der Caipi dort. Da das interaktive TV nicht so recht funktioniert gingen wir ins Reisebüro um uns über weitere Ausflüge zu informieren. Wir nahmen die Infoblätter und setzten uns in die fleckigen Polster und lasen die ebenso spärlichen Informationen. Dabei bekamen wir eine Beschwerde einer portugiesich sprechenden Frau mit. Zwei der drei Damen hinter dem Schalter guckten so was von gelangweilt in der Gegend herum und wurden von der dritten Person erlöst, indem sie was von Feierabend sagte und das Licht löschte. Und liessen die Frau einfach stehen. Das entsetzen war in ihrem Gesicht zu sehen, als sie das Reisebüro verliess. Alle weiteren Ausflüge haben wir daraufhin auf eigene Faust unternommen. In Palma bekam die Crew die Rampe nicht an das neue Terminal. Tausende standen bei schlechter Luft fast eine Stunde in den Gängen. Entschuldigung oder Info? Fehlanzeige. Dafür hat er 20 min. eher abgelegt.

Sonstige Tipps & Empfehlungen

Noch eine Frage zum Schluss. Was macht man mit den leeren Kleiderbügeln in der letzten Nacht, wenn die Koffer schon gepackt vor der Tür stehen. Auseinander oder zusammenschieben?. Beides falsch. Die Hartplastikbügel klappern die ganze Nacht. Den letzten Fehler haben wir am Tag der Abreise gemacht, indem wir Eigenabreise angekreuzt haben. 7.02 Uhr hätten wir vom Schiff sein können. 9.30 Uhr durften wir endlich das Schiff verlassen.

Hinweis zur Schiffsbewertung: 6 Sonnen = sehr gut ... 1 Sonne = sehr schlecht