Reisetippbewertung Fähre Porto Santo Line

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von Ewald
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Aus: Deutschland
Alter: 51-55
Reisezeit: im April 09




Weiterempfehlung: Ja
Ø dieser Bewertung: 6.0

Mit der Fähre nach Porto Santo

Während eines Urlaubes auf Madeira bietet sich ein Tagesausflug mit der Fähre Lobo Marinho auf die kleine Nachbarinsel Porto Santo an.
Alternativ kann man diesen Ausflug auch mit dem Flugzeug machen. Die Fluggesellschaft SATA führt den Flugverkehr zwischen den beiden Inseln 3mal täglich mit einer zweimotorigen Verkehrsmaschine durch. Diese Flüge kann man auch kurzfristig im Airport am Schalter der SATA buchen, oder auch telefonisch vom Hotel aus. Der Preis beträgt mit etwas über 100.- € jedoch gut das Doppelte des Fahrpreises mit der Fähre.
Auch um bei diesem Ausflug Madeira einmal von der See aus kennen zu lernen, hatten wir uns für die Fähre entschieden.
Von Montags bis Donnerstags legt die Fähre morgens um 8 Uhr in Funchal ab, die Rückfahrt beginnt um 18 Uhr (im April/ in den Sommermonaten auch später) in Porto Santo. Von Freitags bis Sonntags variiert der Fahrplan jedoch, daher sollte man einen kurzen Blick auf diesen werfen.
Der Fahrpreis liegt derzeit (April 2009) bei 51,50 € pro Person (Touristenklasse, aber wieso überhaupt eine „1.Klasse“ angeboten wird, ist uns ziemlich schleierhaft).
Buchen kann man diese Fahrt so ziemlich an jeder Straßenecke, an etlichen Verkaufsständen im Hafen, an Verkaufsautomaten, direkt an der Fähre, aber auch an den Rezeptionen der meisten Hotels.
Für viele Hotels in Funchal, aber auch in Canico und Canico de Baixo wird zudem für einen geringen Aufpreis (3,- €) ein Busshuttle angeboten.
Wir würden diesen Shuttle aus mehreren Gründen empfehlen, auch wenn man zu den Abholpunkten einen längeren Anmarsch hat oder mit dem Auto dorthin fahren muß:
Der Shuttle geht auf Madeira sehr zügig vonstatten, er wird mit Kleinbussen durchgeführt, die höchstens 2 bis 3 Stationen abklappern. Lediglich in Teilen von Funchal ist wohl auch ein größerer Bus unterwegs. Auch der Rücktransport zu den Hotels funktioniert reibungslos, es hat gerade mal etwas mehr als eine halbe Stunde gedauert, bis wir vom Aussteigen bei der Fähre wieder in unserem Hotel in Canico de Baixo waren.
Die Anreise mit einem Leihwagen zur Fähre empfehlen wir nicht. Es gibt nicht sehr viele Parkplätze in der Nähe des Fähranlegers, dort oder irgendwo sonst im Hafenbereich passend einen Parkplatz finden zu wollen, ist schon eine Glückssache.
Auch die Überlegung, das Auto mit nach Porto Santo zu nehmen, ist m.M. überflüssig. Für den Mehrpreis kommt man auf Porto Santo sicherlich zweimal mit dem Taxi um die ganze Insel.
Der Aufpreis für den Shuttle beinhaltet auf Porto Santo ebenfalls den Transport vom Fähranleger in die „Hauptstadt“ Vila Baleira. Hierfür bekommt man mit den Tickets jeweils Transportcoupons. Wenn man nach Vila Baleira, zum Sandstrand und/oder an einer Bus-Inselrundfahrt teilnehmen möchte, empfiehlt sich auch dieser Shuttle.
Hat man jedoch ein anderes Ziel auf Porto Santo, sollte man sich gleich am Fähranleger ein Taxi nehmen. Die Organisation des Shuttles (Einsammeln der Fahrgäste) nimmt einige Zeit in Anspruch, und man wird den Eindruck nicht los, daß dabei jeder Fahrgast von dem ansonsten sehr freundlichen Personal überredet werden soll, an der Inselrundfahrt für 30.-€ teilzunehmen.
Wir hatten nicht an der Rundfahrt teilgenommen, sondern uns auf eigene Faust eine Wanderung auf Porto Santo zusammen gebastelt. Mehr darüber als „Bewertung“ mit dem Titel „Rundwanderung auf Porto Santo“ im Reisetipp „Madeira/Levadawanderung“.
Doch die Rundfahrt mit dem Bus hat sicher auch ihren Reiz, und wir möchten hier auch nicht abraten.
Während der Seereise bekommt man auch einen guten Eindruck von der Steilküste Madeiras, quasi als „Inselrundfahrt zur See“ (darum steht dieser Tipp auch unter Inselrundfahrt). Es ist beeindruckend, die Siedlungen an der Küste zu sehen, wie sie auf den steilen Klippen angeklebt scheinen.
Und auch die unterschiedlichen Wettergegebenheiten bekommt man sehr gut mit. Nachdem man bei gutem Wetter in Funchal ablegte, ist es wenige Kilometer weiter über der nächsten Bucht oft schon dicht bewölkt, während die Fähre selbst in der prallen Morgensonne fährt- oder auch umgekehrt.
Ferner kann man sich bei der Rückfahrt auch gut in die Lage der portugiesischen Entdecker versetzen, die zunächst auf Porto Santo landeten, dann aber geraume Zeit brauchten, um auch Madeira zu erkunden- zu unheimlich erschien ihnen diese Insel mit ihrer unzugänglichen Steilküste und den dunklen Wolken, mit denen sie sich oft verhüllt.
Passiert man dann die Landspitze von Sao Laurenco, kann man ab dort mit ein wenig Glück Delphine beobachten, die die Fähre oft begleiten.
Doch wenn man nicht absolut hochseetauglich ist, sollte man spätestens hier eine ausreichende Portion Reisetabletten einwerfen. Zwischen den beiden Inseln gibt es wohl ganz gute Strömungen –sicherlich Tidenbedingt unterschiedlich-, und wenn es dann noch ein wenig Wind hat, ist dort `n ganz netter Seegang.
Die Fähre ist zwar neueren Baujahres, doch mit Stabilisatoren ist wohl ein wenig gespart worden, und so rollt sie ganz schön. Tja, und denn wird auf diesem Teil der Reise wohl gar nicht so selten von mehreren nicht ganz freiwilligen Protagonisten das beliebte Volksstück „Hallo, sprach das Frühstück, da bin ich wieder“ effektvoll zum Besten gegeben, was aber nicht wirklich zur Erheiterung der restlichen Fahrgäste beiträgt.
Nebenbei ist es sicher nur ein Zufall, daß die örtliche Apotheke auf Porto Santo eine mehrsprachige Werbung für Reisetabletten im Schaufenster hatte :-)
Na, aber besser ist vielleicht, vorher die eigene Reiseapotheke zu plündern.
Nebenher ist das Preisniveau für Speisen und Getränke auf der Fähre ganz moderat.
Nun, und was man an einem Tag auf Porto Santo so alles unternehmen kann, dazu dann bitte den Reiseführer befragen. Strandratten kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten, und obwohl die Insel wesentlich trockener als Madeira ist, so ist sie landschaftlich sehr abwechslungsreich. Für mehrere Wanderungen eignet sie sich sicherlich.
Ansonsten einfach mal einen Taxifahrer fragen, für welchen Fahrpreis er einen mal in die eine oder andere Ecke der Insel chauffiert oder welchen Geheimtipp er hat, unter Umständen wird man positiv überrascht.
Und natürlich auch mal bei den Reisetipps zu Porto Santo gucken.
Leider hat man von Porto Santo aus nur selten einen einigermaßen klaren Blick auf Madeira, oft genug sieht man die große Schwesterinsel gar nicht.

Bilder/Videos zum Reisetipp (Zur Vergrößerung einfach auf die Bilder klicken!)

Reisetipp Fähre Porto Santo Line - Madeira:Inselrundfahrt/Fähre nach Porto Santo
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Reisetipp Fähre Porto Santo Line - Madeira:Inselrundfahrt/Fähre nach Porto Santo
Reisetipp Fähre Porto Santo Line -  Madeira:Inselrundfahrt/Fähre nach Porto Santo
Reisetipp Fähre Porto Santo Line - Madeira:Inselrundfahrt/Fähre nach Porto Santo
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